Es war am 18. Januar 1999, als eine kurze Notiz im “Spiegel” die Medienszene in Aufregung versetzte. Pläne, eine deutsche Ausgabe der “Financial Times” auf den Markt zu bringen, hegte deren Mutter Pearson offenbar schon seit einiger Zeit, selbst erste Dummy-Ausgaben – unter dem Namen “Deutsche Financial Times” – wurden bereits produziert. “Der Spiegel” brachte nun erstmals einen potenziellen deutschen Partner ins Spiel: Gruner + Jahr. “Ein gemeinsamer neuer Verlag soll nach dem Muster der “Financial Times” eine Wirtschaftszeitung starten, mit Standorten in Hamburg, Frankfurt am Main und Berlin”, so “Der Spiegel” damals. Es folgte eine Reihe von Zeitungsartikeln, in denen es konkreter wurde. So schrieb Lutz Meier [der später als Medien-Redakteur zur "FTD" ging] am 19. Januar in der “taz”: “Noch im nächsten Jahr soll die deutsche FT erscheinen, wenn die optimistischen Pläne aufgehen, die in der Hamburger G+J-Zentrale kursieren. Auflagenerwartung für Deutschland: mindestens 100.000 Exemplare”. Und weiter: “Und wäre noch allzuviel an den Plänen unsicher, hätte der als Chefredakteur der deutschen FT vorgesehene Andrew Gowers sich wohl kaum schon in Hamburg ein Domizil gekauft.”
Die “Frankfurter Rundschau” berichtete am 23. Januar über Details, mit denen die “FTD” rund ein Jahr später tatsächlich um Leser warb: “Um so
aktuell wie möglich zu sein und um die Börsendaten der New Yorker Wall Street noch ins Blatt bringen zu können, soll erst um 23.00 Uhr Redaktionsschluß sein. Wegen des späten Druckbeginns muß an drei Orten gedruckt werden. Derzeit sollen britische Vertriebsexperten dabei sein, die logistischen Probleme zu lösen.” Die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” berichtete weitere zwei Tage später, dass die Verträge zwischen Pearson und G+J kurz vor der Unterschrift stünden: “Wie aus Hamburg zu hören ist, soll in Deutschland eine Redaktion mit rund 100 Journalisten aufgebaut werden. Sitz des neuen Unternehmens wird Hamburg sein, beide Partner werden sich je zur Hälfte beteiligen und jeweils 80 Millionen DM investieren. ‘Fernziel’ für die deutsche Ausgabe sollen 150000 Exemplare
sein. Die Gewinnschwelle will man schon nach ‘drei bis fünf Jahren’ erreichen.” Am 1. März 1999 wurde der Deal dann offiziell, im April begannen erste Redakteure damit, die deutsche “Financial Times” zu entwickeln.

Aus weiteren Titelentwürfen wie “Financial Times für Deutschland” wurde schließlich die “Financial Times Deutschland” (der offizielle Name wurde erstmals am 30. August genannt – wiederum im “Spiegel”). Anfang November, so “Der Spiegel” solle eine tägliche Testproduktion in der mittlerweile 100 Mitarbeiter großen Redaktion starten. Am 21. Februar 2000 erschien zum Preis von 2,50 DM dann die erste “FTD” – als erste Neugründung einer deutschen Tageszeitung seit über 20 Jahren (1978/79 startete die “taz”). Was damals niemand wusste: die “FTD” kam zu spät, sie erschien nämlich erstmals kurz vor Platzen der großen Börsenblase, die sich seit dem Start der Telekom-Aktie immer mehr aufgebläht hatte. Leute, die 1999 nicht schon in einer direkt oder indirekt betroffenen Branche arbeiteten, werden Berichte kaum glauben können. Innerhalb weniger Monate stiegen Börsenkurse insbesondere von Technologieunternehmen in unglaublich unrealistische Höhen, sorgten dafür, dass zahllose Kleinanleger und Laien ihr Hab und Gut in Aktien investierten. Und: Sorgten dafür, dass diese Anleger für Tipps zu Wirtschaftszeitungen und -zeitschriften griffen.
Das Jahr 2000 wurde dadurch für die deutsche Wirtschaftspresse zum erfolgreichsten Jahr ihrer Historie – zu einem Jahr, dass wohl für alle Zeiten einzigartig bleiben wird. Insbesondere das erste Quartal 2000, in dem die Börsenkurse ihr Hoch erreichten und an dessen Ende der Absturz eingeleitet wurde, ließ die Auflagen der Medien unglaubliche Rekordwerte erreichen. Auf genau diesem Höhepunkt des Börsen-Hypes, am 21. Februar 2000, kam die Financial Times Deutschland auf den Markt. Ein Zeitpunkt, der im Nachhinein kaum unglücklicher hätte sein können. Denn: Schon im zweiten Quartal 2000 begann der Zusammenbruch der Auflagen fast aller Titel. Die Folge für die “FTD”: die Auflage wuchs langsamer als erhofft, die prognostizierten blieben hinter den Zielen zurück.
Die erste FTD sorgte gleich für positive Schlagzeilen. Ein Interview mit Bundeskanzler Schröder, eine Siemens-Titelgeschichte (für die Zeitung allerdings angegriffen wurde, weil Zitate “entstellt” worden seien) und die Neugier der Zielgruppe sorgte laut Agenturberichten von damals vielerorts dafür, dass das Blatt ausverkauft war. In den Folgejahren wurde die “FTD” immer mit guten Kritiken bedacht, gewann Preise und brachte tatsächlich frischen Wind in den deutschen Wirtschaftsjournalismus. Doch guter Journalismus reicht eben nicht aus, wenn die Zahlen nicht stimmen.
Der Blick auf die IVW-Entwicklung zeigt, dass bis Anfang 2005 zwar noch Käufer gewonnen wurden, danach aber ein Verlust einsetzte, der dazu führte, dass im dritten Quartal 2012 so wenige Leute per Abo oder am Kiosk zur FTD griffen wie seit dem Startjahr 2000 nicht mehr. Die größte aktive Käuferschaft, die die FTD je per Abo und Einzelverkauf erreichte, lag bei 67.000 bis 68.000 in den Jahren 2005 und 2006. Mit massenhaft verteilten Bordexemplaren und sonstigen Verkäufen gelang es zwar, bis zuletzt eine IVW-Auflage von mehr als 100.000 zu melden, doch inzwischen sind von den 67.000 aktiven Käufern nicht einmal mehr 45.000 übrig. Die FTD wurde im zweiten Quartal häufiger zum kostenlosen Verteilen in Flugzeuge geliefert (46.284) als in die Briefkästen zahlender Abonnenten (41.629). Dass eine solch ungesunde Entwicklung nicht ewig gut gehen kann, ist logisch.
Doch nicht nur in der jüngsten Vergangenheit, sondern in jedem Jahr ihrer Existenz schrieb die “FTD” rote Zahlen. Ein kleiner Auszug aus den Archiven:
- “Allein im Geschäftsjahr 2000/01, das im Juni endete, soll das Blatt mehr als 50 Millionen Euro Verlust gemacht haben.” (Süddeutsche Zeitung, 26. Februar 2002)
- “Nach Schätzungen von Merrill Lynch wird die FTD in diesem Jahr einen Verlust von 22 Millionen Pfund (gut 30 Millionen Euro) erleiden, 15 Prozent weniger als im Vorjahr.” (F.A.Z., 29. Juli 2003)
- “Seit dem Start der Zeitung im Februar 2000 wurde das Erreichen des Break Even mehrmals verschoben, von 2005 auf 2006 und nun auf 2008.” (F.A.Z., 12. September 2007)
- “Die Tageszeitung gilt im Haus als arm, aber sexy, das publizistische Prestigeprojekt von Gruner + Jahr-Chef Bernd Kundrun macht in diesem Jahr wohl gut sieben Millionen Euro Verlust.” (Spiegel, 24. November 2008)
- “Die 2010 noch defizitären Wirtschaftsmedien “Financial Times Deutschland”, “Capital”, “Impulse” und “Börse Online” sollen “in ein bis zwei Jahren” profitabel werden.” (F.A.Z., 1. April 2011)
- “Größtes Problemkind ist die “FTD”, die seit ihrer Gründung vor mehr als elf Jahren kein Geld verdient hat und in diesem Jahr einen Verlust von mehr als 10 Millionen Euro erwartet.” (F.A.Z., 12. November 2012)
- “Die mit hohem Anspruch vor knapp 13 Jahren gestartete, börsentäglich erscheinende FTD hat seit Gründung noch nie schwarze Zahlen geschrieben und soll inzwischen 250 Millionen Euro Minus angerichtet haben.” (Focus, 19. November 2012)
Entschieden sich die Gruner+Jahr-Manager, die seit der Komplettübernahme der Zeitung durch G+J im Jahr 2008 die alleinigen Herrscher waren, bei der Frage Prestige oder Geld sparen immer für das Prestige, das ihnen die “FTD” bescherte, zogen sie im November 2012 schließlich die Reißleine. Am 23. November informierte das Management die Mitarbeiter über das Aus. In der Pressemitteilung hieß es anschließend: “Der Verlag Gruner + Jahr wird die ‘Financial Times Deutschland’ (‘FTD’) sowie alle dazugehörigen Marken, Titel und Onlineaktivitäten einstellen. Die letzte Ausgabe der ‘FTD’ wird am 7. Dezember 2012 erscheinen. ‘Die ‘Financial Times Deutschland’ war eines der ambitioniertesten journalistischen Projekte der vergangenen Dekade. Es geht ein bedeutendes Kapitel deutscher Publizistik zu Ende. Gruner + Jahr und seine Gesellschafter haben sich zwölf Jahre lang mit Leidenschaft und Ausdauer für diesen Titel stark gemacht. Die ‘Financial Times Deutschland’ verkörpert herausragenden, vielfach preisgekrönten Journalismus’” wird G+J-Vorstand Julia Jäkel zitiert.
Zahlreiche große Mainstream-Medien berichteten daraufhin über das Aus – von der “Tagesschau” über sämtliche Zeitungen bis hin zu Nachrichten-Websites, die mit dem Ende der “FTD” sogar ihre Homepage aufmachten:



Inzwischen ist der 7. Dezember gekommen, die letzte “Financial Times Deutschland” wurde produziert – und sie ist ein sehr gelungener Abschied. Trotz der etwas depressiven Titeloptik (“Final Times Deutschland”) steckt sie voller Anekdoten, natürlich auch voller Melancholie, aber auch spannender Geschichten aus der Historie der Zeitung. So schreiben Chefredakteur Steffen Klusmann und Claus Gorgs zum Beispiel über die letzten Pläne, die “FTD” noch zu retten: “Seit März haben wir an der nächsten Generation der FTD gearbeitet. Haben Seiten entworfen, Probeexemplare gedruckt, Lesertests gemacht. Wir glauben, dass der Lebenszyklus der gedruckten Tageszeitung zu Ende geht, aber die Zeit für ein ausschließlich digitales Produkt noch nicht reif ist. Unser Konzept soll einen behutsamen Übergang ermöglichen und die Zeitung fit für die Zukunft machen. Es war kein Sparkonzept, wie vielfach behauptet wurde. Manche spekulierten, die Zeitung würde quasi über Nacht zur App. Andere behaupteten, wir würden nur noch einmal oder – völlig absurd – zweimal die Woche in gedruckter Form erscheinen. Wieder andere verkündeten, es ändere sich nichts, die FTD werde nur dünner. Alles Quatsch. Nach unserem Plan hätte es die gedruckte Zeitung noch für ein paar Jahre gegeben, allerdings in veränderter Form. Von Montag bis Donnerstag wären die Ausgaben auf 20 Seiten geschrumpft, wir hätten uns auf unser Kerngeschäft konzentriert, der Sport wäre weggefallen, der Umfang der Politikberichterstattung leicht reduziert worden. Die Freitagsausgabe hingegen hätten wir zu Deutschlands erster Wirtschaftswochenzeitung ausgebaut: 40 Seiten dick, mit einem nachrichtlichen Kern und vielen, vielen Magazingeschichten. Aus den geplanten Seitenzahlen ergab sich auch der Codename, unter dem das Projekt redaktionsintern lief: 20/40.” Und weiter: “Im August laufen die ersten Tests mit Lesern, die Ergebnisse stimmen uns zuversichtlich. Im September wird das ganze Konzept nochmals überarbeitet und feinjustiert. Am 28. September ist alles fertig. Es fühlt sich ein bisschen an wie zu alten Zeiten, als Informationen innerhalb eines Hauses noch per Rohrpost versandt wurden. Bis eben regierte noch die Hektik, nun ist das Werk fertig und wird rausgeschickt. Eine unsichtbare Kraft saugt es ein, es rattert und rumpelt noch ein bisschen. Und dann Stille.”
Die letzte “FTD” dürfte noch einmal das Gefühl der Erstausgabe zurück bringen – auch sie wird sicher vielerorts ausverkauft sein. Hätte es diese Erfolge nicht nur am ersten und letzten Tag gegeben, die “FTD” würde wohl noch leben.
[Nachtrag: Meine Prognose ist eingetroffen, die letzte "FTD" war schon am Morgen des Erscheinungstages flächendeckend ausverkauft, wie ich für MEEDIA aufgeschrieben habe.]
Mit dem “Meier” verbinde ich einige der spannendsten Jahre meines Lebens. Ich kam Anfang des Jahrhunderts als Volontär zum kressreport, erlebte die Dotcom-Börsen-Euphorie-Phase, in der die Fachpresse gar nicht wusste, wie sie die ganzen Seiten neben den unfassbar vielen Anzeigen voll schreiben sollte, fühlte mich privat in Heidelberg aber oft irgendwie fremd, wurde nicht warm mit der Stadt, den Menschen. Was das Leben im Rhein-Neckar-Delta aber dennoch lebenswert machte, war die Kulturszene. Ich habe einige der besten Konzerte meines Lebens dort erlebt – im Karlstorbahnof in Heidelberg, dem Cafe Central in Weinheim oder dem Schwimmbadclub in Heidelberg (Blackmail. Was für eine intensive Sound-Wand.).
Inzwischen ist nun die letzte “Meier”-Ausgabe erschienen und dank der Website können auch Leute, die nicht mehr in der Region leben,
So richtig überraschend kommt diese Meldung leider nicht: Das Interview- und Kulturmagazin “Galore” erscheint im Juni zum letzten Mal. Künftig soll die Marke nur noch im Internet weitergeführt werden, so eine Mitteilung des Verlags, in dem auch das Musikmagazin “Visions” erscheint. “Galore” war im Dezember 2003 sehr ambitioniert gestartet, litt zuletzt aber seit Jahren unter massiven Auflagenproblemen und verkaufte sich in vielen Quartalen mit Abos und Einzelverkauf nur rund 10.000 mal.
Die “Galore”-Geschichte begann im Dezember 2003 mit einer 260 Seiten dicken Erstausgabe. “Das Interview-Magazin”, so der damalige Untertitel, überzeugte zum Start mit tollen Interview-Partnern wie David Bowie, TC Boyle, Charlotte Roche oder Mehmet Scholl. Die beiden ersten Ausgaben verkauften sich nach Verlagsangaben auch immerhin je 50.000 mal. Zunächst vierteljährlich am Kiosk erhältlich, wurde die Erscheinungsfrequenz schon im Herbst 2004 auf zweimonatlich umgestellt und dafür von 4,90 Euro auf 2,90 Euro verbilligt.
Das Burda-Magazin “Elle Bistro” wird mit der Juni/Juli-Ausgabe eingestellt. 1997 im Burda-eigenen Elle-Verlag gegründet, erschien “Elle Bistro” seit 2004 nur noch im Huckepack mit dem anderen “Elle”-Ableger “Elle Decoration”. Im Zuge von Sparmaßnahmen, die u.a. dafür sorgen, dass die “Elle Decoration”-Redaktion in die “Elle”-Redaktion integriert wird, fällt “Elle Bistro” nun einfach weg. An den Verkaufszahlen des Duos kann es eigentlich nicht gelegen haben, die lagen in den vergangenen Jahren stabil bei über 100.000, darunter immerhin 80.000 per Abo und Einzelverkauf abgesetzte Exemplare. Auch im Werbemarkt verloren “Elle Decoration” und “Elle Bistro” im angespannten Jahr 2009 nicht viel im Vergleich zu 2008. Dennoch probiert Burda es mit “Elle Decoration” nun lieber ohne Beiboot “Elle Bistro”.
Besonders traurig ist dabei das Schicksal des Wirtschaftsmagazins “Wertpapier”, das nach sage und schreibe 57 Jahren gestorben ist. Es wurde gemeinsam mit der “
Etwas weniger traurig ist vielleicht das Schicksal des Magazins “Auto Bild Motorsport”. Zwar wird auch diese Zeitschrift als eigenständiger Titel eingestellt, sie lebt aber immerhin als Heft im Heft in der normalen “Auto Bild” weiter. “Auto Bild Motorsport” war im Jahr 2001 aus dem Titel “Rallye Racing” hervor gegangen, der dem Axel Springer Verlag damals offenbar nicht mehr passend erschien. “Rallye Racing” verkaufte sich Ende der 70er, Anfang der 80er noch teilweise mehr als 100.000 mal, Ende der 90er waren davon nur noch 70.000 übrig, darunter nur noch etwas mehr als 40.000 im Enzeilverkauf und per Abo abgesetzte Hefte. “Auto Bild Motorsport” verkaufte sich anfangs dann auch besser als der Vorgänger, im ersten Quartal 2002 gingen allein im Einzelverkauf, also in Kiosken, Supermärkten, Tankstellen, etc. 65.000 Hefte pro Ausgabe über die Ladentische, ein Jahr später sogar 70.000. Doch dabei blieb es nicht, im Verlauf der Jahre wurden immer weniger Hefte verkauft. Insbesondere in den Phasen zwischen zwei Formel-1-Saisons litt das Magazin unter viel zu geringem Interesse. Der Abschied von Michael Schumacher tat sein Übriges, sodass im Jahr 2008 in den Quartalen 2 bis 4 nichtmal mehr 10.000 Hefte im Einzelverkauf abgesetzt wurden. Viel zu wenig für ein 14-tägliches Magazin. Die Entscheidung, “Auto Bild Motorsport” nun als Beilage von “Auto Bild” fortzuführen, erscheint daher sinnvoll. Auch wenn dadurch ein weiterer Titel die Kioske für immer verlässt.
Mit der momentan am Kiosk erhältlichen Ausgabe 5/2009 beendet Hubert Burda Media nach über 13 Jahren das Leben der Zeitschrift “Amica”. Der deutsche Ableger des italienischen Frauenmagazins gleichen Namens war am 11. Januar 1996 erstmals in der Verlagsgruppe Milchstrasse erschienen. Die Startausgabe 02/1996 war 394 Seiten dick, erschien in einer Auflage von 400.000 Stück und kostete 5 D-Mark. Anzeigenleiter Norbert Wysokowski sagte der dpa damals, das Magazin richte sich an “ambitionierte, anspruchsvolle Frauen, die jung im Kopf sind”. “Statt Häppchen-Journalismus bieten wir lange Stories und Reportagen”, so Wysokowski. Die erste Ausgabe bot Themen wie “Hollywood ’96 – Macher, Megastars und Millionen”, “Frieden auf dem Balkan” und “Fit & Fun im Cyberspace”. Ergänzt wurde das Magazin von einem 76 Seiten dicken Supplement mit mehr als 200 Einkaufstips – der “Mini-Amica”. Bei den Werbungtreibenden stieß das Konzept auf große Resonanz: “Die 140 Anzeigenseiten der ersten Ausgabe sind voll belegt – ohne Eigenanzeigen”, berichtete der Amica-Anzeigenleiter. 36 Redakteurinnen und Redakteure arbeiteten damals für “Amica”, Gründungs-Chefredakteurin war Uschka Pitroff, sie verließ das Blatt aber nach wenigen Monaten wieder.
Nach nur zwei Ausgaben hat der Panini Verlag sein Jugendmagazin “Viva” schon wieder eingestellt. Die Ziele im Leser- und Anzeigenmarkt wurden einem
“Viva” war am 11. Februar zum ersten Mal an die Kioske gekommen und sollte vor allem 14- bis 19-jährige Frauen begeistern. Das sollte mit “Star- und Trendthemen aus dem Musik- und Showbusiness sowie exklusiven Blicke hinter den Kulissen der beliebtesten Sendungen von VIVA” geschehen. “Dazu verraten TV-Profis, darunter auch die beliebten VIVA Moderatoren, die angesagtesten Styling- und Beauty-Tipps”, so die Selbstdarstellung des Verlags zum Start des Titels.
Das Zeitschriftensterben geht weiter: Die Marquard Media AG teilte am Freitag mit, dass das Männermagazin “Maxim” mit der Mai-Ausgabe eingestellt wird. “Die aktuelle Wirtschaftskrise hat den Anzeigenmarkt im Männersegment sehr stark getroffen. Damit ist derzeit für ‘Maxim’ keine positive wirtschaftliche Perspektive mehr gegeben”, so Marquard-CEO Albrecht Hengstenberg. Marquard hatte das Magazin erst Anfang 2008 von Axel Springer übernommen, wo es 2001 gestartet war.
Axel Springer hatte “Maxim” als Konkurrenz zur damaligen Neugründung “FHM” an den Start gebracht und erreichte zunächst auch beachtliche Verkaufszahlen: Die IVW-Premiere gab es im dritten Quartal 2001 mit 310.706 abgesetzten Heften, davon 97% per Abo und Einzelverkauf. Doch der Erfolg hielt nicht lang, Quartal für Quartal ging es nach unten. So durchbrach der Einzelverkauf, also die in Kiosken, Supermärkten, etc. verkauften Exemplare 2005 erstmals die 100.000er-Marke. Nach dem Verkauf des Magazins an Marquard ging es sogar noch weiter nach unten. Im aktuellsten Quartal, dem vierten 2008, lag die Einzelverkaufsauflage nur noch bei 45.005 Stück, hinzu kamen 6.195 Abonnenten. Nur durch Sonstige Verkäufe und Bordexemplare hielt der Verlag die “Maxim”-Gesamtverkäufe noch über der 100.000er-Marke.
Ausgerechnet mit der Titelgeschichte “Angst um den Job – Was tun bei Kurzarbeit und Kündigung” verabschiedet sich das Magazin “Geldidee” von den Kiosken des Landes. In einer 