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“Maxim” wird beerdigt.

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"Maxim": Die vorletzte AusgabeDas Zeitschriftensterben geht weiter: Die Marquard Media AG teilte am Freitag mit, dass das Männermagazin “Maxim” mit der Mai-Ausgabe eingestellt wird. “Die aktuelle Wirtschaftskrise hat den Anzeigenmarkt im Männersegment sehr stark getroffen. Damit ist derzeit für ‘Maxim’ keine positive wirtschaftliche Perspektive mehr gegeben”, so Marquard-CEO Albrecht Hengstenberg. Marquard hatte das Magazin erst Anfang 2008 von Axel Springer übernommen, wo es 2001 gestartet war.

"Maxim": Die StartausgabeAxel Springer hatte “Maxim” als Konkurrenz zur damaligen Neugründung “FHM” an den Start gebracht und erreichte zunächst auch beachtliche Verkaufszahlen: Die IVW-Premiere gab es im dritten Quartal 2001 mit 310.706 abgesetzten Heften, davon 97% per Abo und Einzelverkauf. Doch der Erfolg hielt nicht lang, Quartal für Quartal ging es nach unten. So durchbrach der Einzelverkauf, also die in Kiosken, Supermärkten, etc. verkauften Exemplare 2005 erstmals die 100.000er-Marke. Nach dem Verkauf des Magazins an Marquard ging es sogar noch weiter nach unten. Im aktuellsten Quartal, dem vierten 2008, lag die Einzelverkaufsauflage nur noch bei 45.005 Stück, hinzu kamen 6.195 Abonnenten. Nur durch Sonstige Verkäufe und Bordexemplare hielt der Verlag die “Maxim”-Gesamtverkäufe noch über der 100.000er-Marke.

"Maxim": Auflagenentwicklung

Auch im Anzeigenmarkt lief es nicht mehr gut. 2008 betrug der Brutto-Werbeumsatz von “Maxim” laut Nielsen Media Research noch 6,71 Mio. Euro – ein Minus von 14,3% im Vergleich zu 2007. Diese Entwicklung setzte sich auch 2009 fort: Laut der aktuellen ZAS-Zahlen wurden in den ersten drei Heften des Jahres 2009 etwas mehr als 74 Anzeigenseiten gedruckt – ein weiterer Rückgang von 14,2%. Mit all diesen negativen Entwicklungen scheint der Schritt von Marquard daher leider logisch. Auch wenn CEO Hengstenberg sagt: “Wir bedauern dies sehr, da das ‘Maxim’-Team eine ausgezeichnete Zeitschrift gemacht hat, die viel Anerkennung gefunden hat.” Im Sommer 2008 hatte der von Marquard eingesetzte Ex-Playboy-Chef Stefan Gessulat das Heft gerelauncht und ihm eine hochwertigere Optik verpasst. Der neue Claim hieß seitdem “Das internationale Männermagazin”. Geholfen hat dieser Schritt “Maxim” nicht mehr.

3 Comments

  1. Pingback: Magazinsterben: Aus für Maxim, Amica und Viva | markenmagazin:recht

  2. Ich finde es einfach schade das immer alles eingestellt wird nur weil alle immer der krise die schuld geben und nicht an die einzelnen denke die auch gerne mal was haben würde nur immer an geld denken wirklich schade.

  3. Ist es denn möglich die älteren ausgaben zu be kommen und wo kann ich die bestellen in der schweiz oder in deutschland

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