Archive for December 16th, 2004

mtviva. 7

Nachdem Oliver Gehrs so einen extrem gut geschriebenen Artikel in der “Frankfurter Rundschau” verfasst hat und auch ansonsten noch nicht so ganz klar ist, wie es denn nun mit Viva und MTV weitergeht – und nachdem viel zu viele Gerüchte und Halbwahrheiten kursieren, will ich nun mal versuchen, etwas Licht ins MTViva-Dunkel zu bringen. Ich beziehe mich dabei auf offizielle Planungen für die Zeit ab der 3. Woche 2005. Denn: Am 17. Januar werden die Programme von Viva und MTV ordentlich umgeschmissen.

Fangen wir mit Viva an. Fakt ist und bleibt: Charlotte Roche gibt’s dort nicht mehr. Fakt ist aber auch, dass Viva (oder MTV – wer immer dort nun gerade entscheidet) in Sachen Sarah Kuttner umgedacht hat. Nach den vielen Protesten in den Medien wird “Sarah Kuttner – Die Show” bleiben. Sie wird ab 17. Januar jedoch nur noch zweimal die Woche zu sehen sein: mittwochs und donnerstags (also leicht zu merken an den “Harald Schmidt”-Tagen) zur gewohnten Zeit um 21.15 Uhr. Außerdem neu im Viva-Programm ab dem 17. Januar: tägliche Wiederholungen von “Big Brother” um 13 Uhr, eine bescheuerte tägliche SMS-Show namens Loveline um 15 Uhr und den ebenfalls täglichen “Interaktiv”-Nachfolger “17” um 17 Uhr (90 Minuten lang). Moderiert wird er von Klaas Heufer-Umlauf und Gülcan Karahanci. Am Abend gibt’s Chartshows (neu am Montag um 20 Uhr: die “Download Top 20”). Außerdem neben den bekannten nervigen Formaten des US-Entertainmentkanals E! (“101 best…”) auch die Sendung “VH-1 All Access”. Auf dem Noch-“Fast Forward”-Programmplatz läuft montags bis donnerstags eine Sendung namens “Liebe, Sex & Video”, in der Clips zum “Thema Nummer 1” laufen sollen. Nicht mehr zu sehen gibt es ab dem 17. Januar also u.a. “Fast Forward”, “Interaktiv” (dafür “17”), die “Viva News”, sämtliche Anime-Serien, eingekaufte Shows wie “Ali G.”, “South Park” oder “Travel Sick”, “Mixery Raw Deluxe” und “Hell’s Kitchen”.

Weiter geht’s mit MTV: Und hier muss ich erstmal das vielerorten zitierte Catherine-Mühlemann-Interview in “werben & verkaufen” erwähnen, in dem sie behauptet hat, “MTV Spin” würde nicht abgesetzt, sondern sogar an fast jedem Tag laufen. Laut MTV-Planung, die den Programmzeitschriften-Redaktionen vorliegt, wird es ab 17. Januar, wie ich ja bereits berichtete, montags um 23 Uhr eine Sendung namens “Alternative” geben, bei der bisher noch nichts über Konzept und Moderation bekannt ist (Mühlemann möchte Charlotte Roche ja angeblich zu MTV holen). An den anderen Tagen läuft diese Sendung aber nicht um 23 Uhr, sondern stattdessen die etwas flachere “MTV Rock Zone” am Dienstag, “Fett MTV” am Mittwoch, “MTV Live” am Donnerstag und “MTV Masters” am Freitag – allesamt also bekannte Formate, die nichts mit “MTV Spin” zu tun haben. Erschreckend ist die noch höhere Dichte an amerikanischen MTV-Formaten wie “Pimp my Ride”, “MTV Dismissed” oder “The Trip”. Ab 17. Januar wird es zwischen 14 und 16 Uhr, zwischen 17 und 23 Uhr und zwischen 0 und 1 Uhr ausschließlich solche 30-minütigen Formate geben. Clips gibt’s dann nur noch auf dem erwähnten 23-Uhr-Sendeplatz, um 16 Uhr in “TRL”, zwischen 1 und 6 Uhr in “Night Videos” und zwischen 6 und 13.30 Uhr in “Kickstart” und “Hot Music”. Das “MTV News Mag” läuft jeweils um 13.30 Uhr. An Wochenenden wird es beim “Music Television” sogar noch weniger Musik geben: Zwischen 12 und 1 Uhr laufen hier ausschließlich 30-minütige Formate (siehe oben).

Wie es bei Viva Plus und MTV2Pop aussieht, steht derzeit noch nicht wirklich fest. Wenn es so weit ist, bring’ ich Euch auch hier auf den aktuellen Stand.

“bundesvision song contest”. 9

Wenn das stimmt, was die “taz” berichtet, dann dürfte Stefan Raabs “Bundesvision Song Contest” im kommenden Jahr ein großer Spaß werden. Er hatte den Wettbewerb im vergangenen Sommer angekündigt: Künstler aus allen 16 Bundesländern sollen gegeneinander antreten, keine Sternchen, die keiner kennt, sondern ernst zu nehmende Musiker. Laut “taz” jedenfalls sollen 10 der 16 Teilnehmer nun feststehen. Und die wären:

Schleswig-Holstein: Fettes Brot
Hamburg: Sammy Deluxe
Niedersachsen: Mousse T.
Mecklenburg-Vorpommern: Deichkind
Berlin: Sido und DJ Tomekk
Brandenburg: Virginia Jetzt!
Hessen: Juli
Saarland: Klee
Sachsen: De Randfichten
Bayern: Slut

Bis auf De Randfichten und Sido also tatsächlich ernst zu nehmende Musiker…

film: “das vermächtnis der tempelritter”. 0

Manchmal brauch ich Filme, die wenig intelligent, sondern einfach nur unterhaltend sind. Hollywood-Popcorn-Kino. Und ich mag die “Indiana Jones”-Filme. Und Nicolas Cage. Also: “Das Vermächtnis der Tempelritter”. Dass mich kein Meisterwerk der Filmkunst erwarten würde, war mir klar. Dafür sprachen schon allein die Namen von Produzent Jerry Bruckheimer und der des Regisseurs: Jon Turteltaub, bekannt durch Perlen wie “Trabbi goes to Hollywood”, “Cool Runnings” oder “Phenomenon”.

Nicolas Cage spielt Benjamin Franklin Gates, den Nachkommen einer Familie von Schatzsuchern, die den legendären Schatz der Tempelritter finden wollen. Gemeinsam mit seinem Assistenten Riley (Justin Bartha) und der Wissenschaftlerin Dr. Abigail Chase (Diane Kruger) hetzen sie von Hinweis zu Hinweis, immer das große Ziel vor Augen und doch weit entfernt. Gestört werden sie dabei regelmäßig von einem konkurrierenden Team um Gates’ ehemaligen Kollegen Ian (Sean Bean).

“Das Vermächtnis der Tempelritter” ist ein Möchtegern-Mix aus “Indiana Jones” und “James Bond”. Mit flachen Dialogen, einer Prise zu viel Pathos und großartigen Schauspielern (neben Cage und Bean z.B. Jon Voight, Harvey Keitel und Christopher Plummer), die ihr Potenzial aber allesamt nicht ausschöpfen können. Cage gefällt mir in seinen Actionrollen ohnehin nicht, er sollte lieber weitere Filme à la “Leaving Las Vegas” drehen. Aber: “Das Vermächtnis der Tempelritter” ist auch ein sehr kurzweiliges, unterhaltsames, spannendes Actiondrama. Und manchmal brauche ich eben genau so einen Film. 7 von 10 Punkten.