{"id":1021,"date":"2005-02-14T01:45:44","date_gmt":"2005-02-14T00:45:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.popkulturjunkie.de\/wp\/?p=1021"},"modified":"2005-02-14T01:45:44","modified_gmt":"2005-02-14T00:45:44","slug":"charts-2005-02-07","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.popkulturjunkie.de\/wp\/?p=1021","title":{"rendered":"charts (2005-02-07)."},"content":{"rendered":"<p>Und direkt an den &#8220;Bundesvision Song Contest&#8221; ankn\u00c3\u00bcpfend kommen wir zu den Neu-Einsteigern der deutschen Singlecharts vom 7. Februar 2005:<\/p>\n<p>88: Jansen &#038; Kowalski &#8211; &#8220;mamacita&#8221;<br \/>\nEiner der &#8220;Bundesvision Song Contest&#8221;-Teilnehmer. Die beiden Herren kommen zwar aus Hamburg, mussten aber wie so viele andere Hamburger f\u00c3\u00bcr ein anderes Bundesland antreten. Die Musik ist irgendeine Mischung aus Hip Hop, Soul und anderem. Mich nervt schon allein der Text (&#8220;Du gehst so steil&#8230;&#8221;). Klingt etwas belanglos, weichgesp\u00c3\u00bclt, sehr Radio-kompatibel. 1 von 10 Punkten.<\/p>\n<p>80: Paffendorf &#8211; &#8220;on &#038; on &#8211; welcome to africa&#8221;<br \/>\nPaffendorf sind drei Gro\u00c3\u0178raumdisco-Musik-Produzenten, die seit einigen Jahren immer wieder in die Charts einsteigen, mit ihrem Hit &#8220;be cool&#8221; sogar schon in den englischen Top Ten waren. Mit &#8220;on &#038; on&#8221; wird ihnen das sicher nicht noch einmal gelingen. Erstens ist diese Art von Musik gerade ziemlich out und zweitens bietet &#8220;on &#038; on&#8221; absolut nichts, was es vor 10 Jahren nicht auch schon zu kaufen gab. 2 von 10 Punkten.<\/p>\n<p>74: DJ Dean &#8211; &#8220;ballanation no. 4&#8221;<br \/>\nDJ Dean ist als Resident DJ im Hamburger Techno-Club Tunnel bekannt geworden. Seine Sampler-Serie &#8220;tunnel trance force&#8221; steigt regelm\u00c3\u00a4\u00c3\u0178ig in die Charts ein. Seit ein paar Jahren ver\u00c3\u00b6ffentlicht er nun auch eigene Musik. Die Single mit dem peinlichen Namen &#8220;ballanation no. 4&#8221; ist sein vierter Top-100-Hit. Treibender Oldschool-Trance ohne H\u00c3\u00b6hepunkte. 2 von 10 Punkten.<\/p>\n<p>72: Tocotronic &#8211; &#8220;aber hier leben, nein danke&#8221;<br \/>\nMan mag es kaum glauben, aber die neue Tocotronic-Single ist bereits die siebte, die in die Charts einsteigt. &#8220;aber hier leben, nein danke&#8221; ist die erste Auskopplung des gelungenen Albums &#8220;pure vernunft darf niemals siegen&#8221;, mit dem die Band zwar wieder weg von den Elektro-Spielereien, aber keineswegs back to the roots gehen. Daf\u00c3\u00bcr hat sich die Band viel zu sehr weiterentwickelt. &#8220;aber hier leben, nein danke&#8221; bietet einen gro\u00c3\u0178artigen Text, eine aggressive Melodie &#8211; ein absolut starker Track. 8 von 10 Punkten.<\/p>\n<p>71: The 411 &#8211; &#8220;teardrops&#8221;<br \/>\nAus England schwappen ja gerne mal Girlbands in alle Welt. The 411 sind auch wieder so eine. Die vier Damen um die 20 machen Chart- und Radio-kompatible RnB-Musik. F\u00c3\u00bcr ihre Single &#8220;teardrops&#8221; haben sie die Musik vom Portishead-Song &#8220;sour times&#8221; verwendet, einen neuen Text mit neuer Melodie dr\u00c3\u00bcbergesungen. Wer das Original kennt, wird mir zustimmen, dass diese Idee eindeutig nicht n\u00c3\u00b6tig gewesen w\u00c3\u00a4re. Ein kleiner Ohrwurm ist&#8217;s trotzdem. 2 von 10 Punkten.<\/p>\n<p>65: Sabrina Setlur &#8211; &#8220;mein herz&#8221;<br \/>\nNicht nur mit Frankfurts Rap-Szene um Moses P geht es bergab, sondern auch mit ihrem Haupt-Umsatzbringer Sabrina Setlur. 1997 schaffte sie mit &#8220;du liebst mich nicht&#8221; noch eine Nummer 1, danach lief es nicht mehr so. Zwar kam sie 2004 mit &#8220;baby&#8221; nochmal auf Platz 22, aber mit &#8220;mein herz&#8221; wird auch das nicht zu schaffen sein. Der \u00c3\u00bcbliche runtergespulte, viel zu ernst und langweilig vorgetragene Setlur-Rap ohne Killer-Melodie. 1 von 10 Punkten.<\/p>\n<p>62: Klee &#8211; &#8220;gold&#8221;<br \/>\nIch habe an anderen Stellen ja schon zur Gen\u00c3\u00bcge dar\u00c3\u00bcber geschrieben, dass ich Klee mag, dass mir das Konzert vor einiger Zeit wahnsinnig gut gefallen hat. Gestern war ich etwas entt\u00c3\u00a4uscht \u00c3\u00bcber den Auftritt, schrieb, dass &#8220;gold&#8221; einer der schw\u00c3\u00a4cheren Songs des tollen Albums &#8220;jel\u00c3\u00a4ngerjelieber&#8221; sein. Das war vielleicht etwas zu spontan dahergesagt, weil die Bundesvision-Song-Contest-Version nicht so toll war. &#8220;gold&#8221; bietet den \u00c3\u00bcblichen Suzie-Kerstgens-Gesang, den man mag oder hasst, dazu ein paar New-Order-Bassgitarren und eine absolute Ohrwurm-Melodie. 8 von 10 Punkten.<\/p>\n<p>59: Angelzoom feat. Joachim Witt &#8211; &#8220;back in the moment&#8221;<br \/>\nWir erinnern uns: \u00c3\u0153ber Angelzoom berichtete ich bereits im Oktober, als das Projekt mit &#8220;fairyland&#8221; in die Charts eingestiegen war. Angelzoom ist Claudia Uhle, die S\u00c3\u00a4ngerin der Band X-Perience, die in den 90ern ein paar sehr sch\u00c3\u00b6ne Popsongs ver\u00c3\u00b6ffentlicht hat. Angelzoom ist ihr Solo-Projekt. Schon damals hatte ich angek\u00c3\u00bcndigt, dass auch Pappnasen wie Joachim Witt auf ihrem Album mitsingen d\u00c3\u00bcrfen. Nun ist der entsprechende Song &#8220;back in the moment&#8221; als Single erschienen. Und dass Herr Witt da mitsingt, ist ziemlich schade. Ohne ihn w\u00c3\u00a4re es ein wirklich netter Elektro-Popsong geworden, doch seine Stimme versaut einiges. Er singt beinahe noch schlechter als sonst, vielleicht weil er auf seine Pseudo-Rammstein-Stimme verzichtet. \u00c3\u0153brigens lief &#8220;back in the moment&#8221; in den vergangenen Wochen auf Heavy Rotation in einem ProSieben-Fantasy-Film-Trailer. Sicher auch ein Grund f\u00c3\u00bcr den Charts-Einstieg. 5 von 10 Punkten.<\/p>\n<p>57: Dance United &#8211; &#8220;help! asia&#8221;<br \/>\nDieses Machwerk kann man wohl nur als extrem peinlich bezeichnen. Irgendwelche drittklassigen Dance-Produzenten (Master Blaster &#038; Co.) nehmen sich eine uralte Melodie, knallen einen peinlich gesprochenen Text von wegen schlimmer Tsunami und alle m\u00c3\u00bcssen helfen und so dr\u00c3\u00bcber. Und fertig ist der Asien-Hilfs-Dance-Song. Da ist auch der gute Zweck keine Entschuldigung, der Song ist einfach nur peinlich. 0 von 10 Punkten.<\/p>\n<p>55: Da F.U.N.K. &#8211; &#8220;I wanna be&#8221;<br \/>\nUnd das hier ist auch nicht besser. Drei Typen aus S\u00c3\u00bcddeutschland, die einen Song von Fun Factory verwursten und daraus eine noch langweiligere Coverversion machen, die nur nervt. Vielleicht was f\u00c3\u00bcr DJ-Bobo-Fans. 0 von 10 Punkten.<\/p>\n<p>53: Rupee &#8211; &#8220;tempted to touch&#8221;<br \/>\nWieder was gelernt. Die Musik, die der Herr Rupee da macht, nennt sich SoCa, weil sie eine Mischung aus Soul und Calypso sei. Gut ist der Kram aber nicht. Klingt einfach nach Flie\u00c3\u0178band-US-Import-Tanzmusik. Und die paar s\u00c3\u00bcdlichen Rhythmen hauen ihn auch nicht raus. 1 von 10 Punkten.<\/p>\n<p>43: Samy Deluxe &#8211; &#8220;generation&#8221;<br \/>\nDer n\u00c3\u00a4chste &#8220;Bundesvision Song Contest&#8221;-Teilnehmer. Was soll man von einem Song halten, in dem &#8220;das ist meine generation. zu viele leute in meiner generation haben keine motivation und inspiration. sind immer besoffen und immer nur stoned.&#8221; gerappt wird? Nicht viel, oder? Politisch korrekten Hip Hop hat der Welt gerade noch gefehlt. 1 von 10 Punkten.<\/p>\n<p>40: The Corrs &#8211; &#8220;long night&#8221;<br \/>\nAn den Corrs scheiden sich die Geister. Ich kenne Leute mit durchaus ernstzunehmendem Musikgeschmack, die die Corrs lieben. Ich geh\u00c3\u00b6re definitiv nicht dazu. Viel zu dudelig, die Musik. Und viel zu immer-gleich-klingend. Aber auch Corrs-Fans m\u00c3\u00bcssen wohl zugeben, dass &#8220;long night&#8221; v\u00c3\u00b6llig belanglos ist. Wom\u00c3\u00b6glich selbst f\u00c3\u00bcrs Radio zu langweilig. Wobei: F\u00c3\u00bcr die kann es ja eigentlich gar nicht langweilig genug sein. 1 von 10 Punkten.<\/p>\n<p>24: Mac and Rekorder &#8211; &#8220;the game&#8221;<br \/>\nDa h\u00c3\u00b6rt man einen Song, denkt sich &#8220;Welche Deppen tun denn hier so, als w\u00c3\u00a4ren sie Limp Bizkit oder Linkin Park?&#8221; und dann recherchiert man kurz und muss lesen, dass er &#8220;Matchmaster&#8221; aus &#8220;Big Brother&#8221; dahinter steckt. Die Knallt\u00c3\u00bcte also, die mit pseudo-cooler Sonnenbrille und pseudo-harter Attit\u00c3\u00bcde die &#8220;BB&#8221;-Hirnis Spiele spielen l\u00c3\u00a4sst. Das ist ja die j\u00c3\u00a4mmerlichste Vorgeschichte eines Songs, die ich je geh\u00c3\u00b6rt habe. Was kommt als n\u00c3\u00a4chstes? Irgendwelche grenzdebilen &#8220;Frauentausch&#8221;-Hausfrauen nehmen Platten auf? Oder Peter Kloeppel? Schlimm. 0 von 10 Punkten.<\/p>\n<p>18: Akon feat. Azad &#8211; &#8220;locked up&#8221;<br \/>\nDa ist er wieder, einer meiner absoluten Lieblinge: Azad mit seinen immer gleichen Texten &#8220;in meinem Block ist es grau und trist. ich lebe dort, wo jeder traum erlischt.&#8221; Und kaum will man abbrechen, die \u00c3\u00bcblichen 0 von 10 Punkten vergeben, kommt der Refrain. Und ein Herr namens Akon singt eine annehmbare englische Melodie. Ich m\u00c3\u00b6chte mich jetzt dazu hinrei\u00c3\u0178en lassen, zu sagen, dass Azad-Musik in dieser Form okay ist, weil sein deutsches Unterschichten-Gerappe nat\u00c3\u00bcrlich trotzdem h\u00c3\u00b6llisch nervt, aber f\u00c3\u00bcr Azad-Verh\u00c3\u00a4ltnisse gibt&#8217;s von mir rekordverd\u00c3\u00a4chtige 1 von 10 Punkten.<\/p>\n<p>8: Eminem &#8211; &#8220;like toy soldiers&#8221;<br \/>\nWer h\u00c3\u00a4tte gedacht, dass alter M\u00c3\u00a4dchen-Pop so gut zu Eminem passt? Okay, er hatte auch schonmal Erfolg zusammen mit Dido. Aber zu der Idee, einen Uralt-Song wie &#8220;toy soldiers&#8221; zu nehmen und dr\u00c3\u00bcberzurappen, geh\u00c3\u00b6rt schon Mut. Das Original stammt von einer Dame namens Martika, die damit 1989 in Deutschland auf Platz 5 war und hinterher keinen gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178eren Hit mehr hatte. In Eminems Version ist die Titelzeile von Martika \u00c3\u00bcbriggeblieben, dazwischen rappt er seine \u00c3\u00bcblichen Verse. Perfekt produziert, leichte Melancholie verstr\u00c3\u00b6mend, ohrwurmig. So darf Hip Hop sein. 6 von 10 Punkten.<\/p>\n<p>7: Chipz &#8211; &#8220;chipz in black&#8221;<br \/>\nUnd dann sowas. Was zur H\u00c3\u00b6lle ist das? Ein direkt f\u00c3\u00bcr die Klingeltonindustrie produzierter Song? Anscheinend stecken die niederl\u00c3\u00a4ndischen Produzenten der Vengaboys dahinter, was einiges erkl\u00c3\u00a4ren w\u00c3\u00bcrde. Ein ganz schlimmer Tanz-Schlager. Und dann wurde auch noch die &#8220;Akte X&#8221;-Melodie verwurstet. Auch damit kommen sie eigentlich ein paar Jahre zu sp\u00c3\u00a4t. Aber die Kids von heute schlucken wohl alles, was halbwegs nach Klingelton klingt. 0 von 10 Punkten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Und direkt an den &#8220;Bundesvision Song Contest&#8221; ankn\u00c3\u00bcpfend kommen wir zu den Neu-Einsteigern der deutschen Singlecharts vom 7. Februar 2005: 88: Jansen &#038; Kowalski &#8211; &#8220;mamacita&#8221; Einer der &#8220;Bundesvision Song Contest&#8221;-Teilnehmer. Die beiden Herren kommen zwar aus Hamburg, mussten aber wie so viele andere Hamburger f\u00c3\u00bcr ein anderes Bundesland antreten. Die Musik ist irgendeine Mischung [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.popkulturjunkie.de\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1021"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.popkulturjunkie.de\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.popkulturjunkie.de\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.popkulturjunkie.de\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.popkulturjunkie.de\/wp\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1021"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.popkulturjunkie.de\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1021\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.popkulturjunkie.de\/wp\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1021"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.popkulturjunkie.de\/wp\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1021"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.popkulturjunkie.de\/wp\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1021"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}