{"id":1785,"date":"2005-11-23T17:02:02","date_gmt":"2005-11-23T16:02:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.popkulturjunkie.de\/wp\/?p=1785"},"modified":"2005-11-23T18:26:41","modified_gmt":"2005-11-23T17:26:41","slug":"popkulturjunkie-on-tour-nada-surf","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.popkulturjunkie.de\/wp\/?p=1785","title":{"rendered":"popkulturjunkie on tour: nada surf."},"content":{"rendered":"<p>Ein perfekter Konzert-Abend liegt hinter mir. Fast 3einhalb Stunden beste Unterhaltung f\u00c3\u00bcr 17 Euro. Was will man mehr? Kurz zur Vorgeschichte: Urspr\u00c3\u00bcnglich h\u00c3\u00a4tte ich an diesem Dienstagabend das Phillip-Boa-Konzert in Mannheim besuchen wollen. Als ich jedoch erfuhr, dass Nada Surf in der Frankfurter Batschkapp spielen w\u00c3\u00bcrden, entschied ich mich um. Ich hatte die Band schon einmal beim Southside-Festival gesehen und war damals \u00c3\u00bcberaus begeistert. Au\u00c3\u0178erdem konnte ich so zum ersten Mal die legend\u00c3\u00a4re Batschkapp besuchen, schlie\u00c3\u0178lich besa\u00c3\u0178 ich schon in fr\u00c3\u00bchester Jugend Bootlegs die dort aufgezeichnet wurden und hatte bis zu gestern den Club nie von innen gesehen.<\/p>\n<p>Der Beginn des Abends war ein sehr sympathischer: Einer der Nada-Surf-Herren betrat die B\u00c3\u00bchne und k\u00c3\u00bcndigte seine beiden Support-Acts an. Vorbildliche Behandlung der sonst oftmals so str\u00c3\u00a4flich vernachl\u00c3\u00a4ssigten Vorbands. Die beiden Supports waren Howie Beck und John Vanderslice. Zun\u00c3\u00a4chst kam Howie Beck auf die B\u00c3\u00bchne. Allein. Ein etwas unsicher, aber sehr sympathisch wirkender Kanadier, der (wie sp\u00c3\u00a4ter auch Vanderslice) zum ersten Mal in Deutschland spielte. Beck war allein, hatte keine Band dabei. Er sang und spielte dazu Akustik-Gitarre. Seine Musik kann man wohl als meist ruhigen, melancholisch-melodi\u00c3\u00b6sen Indie-Poprock bezeichnen, dessen Texte oft sehr pers\u00c3\u00b6nlich sind. Insgesamt eine nette Vorstellung von Howie Beck, viel l\u00c3\u00a4nger h\u00c3\u00a4tte das Konzert angesichts der fehlenden Abwechslung aber auch nicht sein d\u00c3\u00bcrfen.<\/p>\n<p>Nach dem Einzelg\u00c3\u00a4nger wurde die Anzahl von Personen auf der B\u00c3\u00bchne immerhin schon auf 2 erh\u00c3\u00b6ht: John Vanderslice (Gitarre und Gesang) und Dave Douglas (Drums, Keyboard, etc.). Auch Vanderslice macht eine Art Indie-Poprock, allerdings wesentlich energetischer als Howie Beck. Au\u00c3\u0178erdem wird seiner handgemachten Musik eine Menge an elektronischen Gimmicks untergemischt (z.B. Gameboy-artige Samples). An dieser Stelle muss das Genie des Abends erw\u00c3\u00a4hnt werden: Dave Douglas, der mit einer Hand trommelt, mit der anderen Keyboard spielt und mit <strike>der dritten<\/strike>der trommelnden Hand au\u00c3\u0178erdem ab und zu Kn\u00c3\u00b6pfe auf einem Sampler-Dingsbums dr\u00c3\u00bcckt. Sehr spannend und faszinierend anzuschauen. Gegen Ende sang dann zun\u00c3\u00a4chst Nada-Surf-Frontmann Matthew Caws bei einem Vanderslice-St\u00c3\u00bcck mit, danach folgte Nada-Surf-Bassist Daniel Lorca, der das Duo unterst\u00c3\u00bctze. F\u00c3\u00bcr Vanderslice galt meiner Meinung nach dasselbe wie f\u00c3\u00bcr Howie Beck: Nette Show, aber l\u00c3\u00a4nger h\u00c3\u00a4tte sie nicht sein d\u00c3\u00bcrfen. Jedenfalls erh\u00c3\u00b6hte er das musikalische Tempo und machte das Publikum insbesondere mit den beiden Gast-Musikern noch hei\u00c3\u0178er auf Nada Surf.<\/p>\n<p>Als diese schlie\u00c3\u0178lich die B\u00c3\u00bchne betraten, \u00c3\u00a4nderte sich die Stimmung von einer Sekunde auf die n\u00c3\u00a4chste vollkommen. Das (w\u00c3\u00a4hrend der beiden Support-Act-Auftritte mit sehr respektloser Lautst\u00c3\u00a4rke erz\u00c3\u00a4hlende) Publikum war sofort voll dabei, die ersten vier, f\u00c3\u00bcnf Songs (angefangen bei &#8220;blizzard of 77&#8221;) wurden allesamt sehr kraftvoll und schnell vorgetragen. Nada Surf geh\u00c3\u00b6ren definitiv in die Kategorie von K\u00c3\u00bcnstlern, deren Tontr\u00c3\u00a4ger nur vage Anhaltspunkte f\u00c3\u00bcr das liefern, was man live erwarten kann. Die Musik ist live wesentlich h\u00c3\u00a4rter und schneller. Hat man vor allem die vielen genialen ruhigen Nada-Surf-St\u00c3\u00bccke im Kopf, sollte man sie schnell vergessen und sich auf ein lupenreines, richtiges Rock-Konzert einstellen, denn selbst diese langsamen St\u00c3\u00bccke haben live wesentlich mehr Tempo und Energie. Das Set bestand aus so ziemlich allem, was auf &#8220;let go&#8221; und &#8220;the weight is a gift&#8221; ver\u00c3\u00b6ffentlicht wurde. &#8220;happy kid&#8221;, &#8220;inside of love&#8221;, &#8220;blonde on blonde&#8221;, &#8220;killian&#8217;s red&#8221;, &#8220;the way you wear your head&#8221;, &#8220;your legs grow&#8221;, &#8220;imaginary friends&#8221; &#8211; alle fast schon legend\u00c3\u00a4ren Songs waren dabei. &#8220;fruit fly&#8221; wurde wegen des &#8211; Caws&#8217; Meinung nach &#8211; lustigen Textes von einer Konzertbesucherin live ins Deutsche \u00c3\u00bcbersetzt.<\/p>\n<p>Der H\u00c3\u00b6hepunkt des grandiosen Konzerts war die Zugabe, die aus zwei Teilen mit insgesamt sieben St\u00c3\u00bccken bestand. Zuerst kam Caws allein auf die B\u00c3\u00bchen zur\u00c3\u00bcck und sang, begleitet nur von seiner Gitarre, einen Song, den ich mir leider nicht gemerkt habe. Sp\u00c3\u00a4ter gab es w\u00c3\u00a4hrend eines anderen St\u00c3\u00bccks noch ein paar Strophen aus &#8220;love will tear us apart&#8221; von Joy Division und zum Schluss als kr\u00c3\u00b6nenden Abschluss den Song, der Nada Surf damals in den 90ern beinahe zum One-Hit-Wonder gemacht h\u00c3\u00a4tte: &#8220;popular&#8221;. Insgesamt war der Nada-Surf-Auftritt das beste Konzert, das ich seit langer Zeit gesehen habe. Musikalisch sehr gut, absolut unterhaltend, mit sympathischen Musikern, einfach ein toller Abend.<\/p>\n<p>(Fotos m\u00c3\u00bcssen leider in ein paar Wochen nachgeliefert werden, da sich der popkulturjunkie vor der Fahrt nach Frankfurt nicht vergewissert hatte, ob denn die Akkus seiner Kamera auch noch genug Kraft besitzen &#8211; und die Fotos, die er dann mit der Kamera seiner Liebsten machte wegen des Hunderte Kilometer entfernt liegenden Kabels leider noch nicht aus der Kamera geladen werden k\u00c3\u00b6nnen.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein perfekter Konzert-Abend liegt hinter mir. Fast 3einhalb Stunden beste Unterhaltung f\u00c3\u00bcr 17 Euro. Was will man mehr? Kurz zur Vorgeschichte: Urspr\u00c3\u00bcnglich h\u00c3\u00a4tte ich an diesem Dienstagabend das Phillip-Boa-Konzert in Mannheim besuchen wollen. Als ich jedoch erfuhr, dass Nada Surf in der Frankfurter Batschkapp spielen w\u00c3\u00bcrden, entschied ich mich um. 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