{"id":3261,"date":"2007-10-01T02:36:46","date_gmt":"2007-10-01T00:36:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.popkulturjunkie.de\/wp\/?p=3261"},"modified":"2007-10-01T02:37:28","modified_gmt":"2007-10-01T00:37:28","slug":"film-control","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.popkulturjunkie.de\/wp\/?p=3261","title":{"rendered":"film: &#8220;control&#8221;."},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.popkulturjunkie.de\/pix\/Control1.jpg\" \/><\/p>\n<p>Auf kaum einen Film habe ich mich in den vergangenen Monaten und Jahren so gefreut wie auf &#8220;<a href=\"http:\/\/momentum.control.substance001.com\/\">Control<\/a>&#8220;. Weil ich die Musik von <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Joy_Division\">Joy Division<\/a> liebe, schon immer einen Hang zu toten Rockstars hatte und eine Verfilmung des Lebens von <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Ian_Curtis\">Ian Curtis<\/a> unter der Regie von Anton Corbijn eigentlich gar nicht schief gehen konnte. Um es vorwegzunehmen: Es ist auch nicht schief gegangen. Aber der Reihe nach&#8230;<\/p>\n<p>&#8220;Control&#8221; erz\u00c3\u00a4hlt wie erw\u00c3\u00a4hnt die Geschichte von Ian Curtis, Frontmann der legend\u00c3\u00a4ren Band Joy Division, bekannt f\u00c3\u00bcr Klassiker wie &#8220;transmission&#8221;, &#8220;she&#8217;s lost control&#8221;, &#8220;atmosphere&#8221; und &#8220;love will tear us apart&#8221;. Curtis gr\u00c3\u00bcndete 1976 mit Bernard Summer, Peter Hook und Stephen Morris die Band, die nur zwei offizielle Alben ver\u00c3\u00b6ffentlichen konnte, bevor Curtis sich im Mai 1980 das Leben nahm. &#8220;Control&#8221; basiert auf der Biographie der Curtis-Ehefrau Debbie. Regisseur Corbijn lie\u00c3\u0178 sich aber schriftlich von ihr fixieren, dass er einen Film \u00c3\u00bcber Ian und nicht \u00c3\u00bcber Debbie drehen wird. Herausgekommen ist ein Film, der auf absolut perfekte Art und Weise in das Manchester der sp\u00c3\u00a4ten 70er Jahre eintaucht. Selten habe ich mich bereits nach wenigen Minuten eines Films so in eine Zeit zur\u00c3\u00bcckversetzt gef\u00c3\u00bchlt. Die Schwarzwei\u00c3\u0178optik, die Corbijn nutzt, dazu zahlreiche exzellent ausgew\u00c3\u00a4hlte Locations, der Blick f\u00c3\u00bcr Details, die Optik des Films \u00c3\u00bcberzeugt absolut. Wenn man dann beispielsweise noch erf\u00c3\u00a4hrt, dass das Curtis-Haus im Film das Originalhaus ist, in dem sich Ian Curtis erh\u00c3\u00a4ngt hat, wird die Sache noch intensiver.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.popkulturjunkie.de\/pix\/Control2.jpg\" \/><\/p>\n<p>Nat\u00c3\u00bcrlich bestand die Gefahr, dass &#8220;Control&#8221; ein Film f\u00c3\u00bcr Musiknerds wird, der dem Rest der Menschheit nichts geben kann. Meiner Meinung nach ist er genau das aber nicht geworden. &#8220;Control&#8221; erz\u00c3\u00a4hlt viel mehr die Geschichte eines Mannes zwischen zwei Frauen, der in einer Band spielt und an Epilepsie leidet. All das ist zu viel f\u00c3\u00bcr den sensiblen Mann und so endet alles tragisch. Nat\u00c3\u00bcrlich spielt die Muik eine wichtige Rolle, aber ich glaube, auch Menschen, die mit dem Namen Joy Division nicht viel anfangen k\u00c3\u00b6nnen, werden &#8220;Control&#8221; gro\u00c3\u0178 finden k\u00c3\u00b6nnen. Neben Corbijns Leistung sticht auch die der Schauspieler heraus. Allen voran muss nat\u00c3\u00bcrlich Sam Riley genannt werden, der bis &#8220;Control&#8221; kaum in Erscheinung getreten ist, Ian Curtis aber nicht nur darstellt, sondern lebt. Auch die beiden Frauen, Samantha Morton und Alexandra Maria Lara spielen sehr gut.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.popkulturjunkie.de\/pix\/Control3.jpg\" \/><\/p>\n<p>Und dann ist da nat\u00c3\u00bcrlich die Musik. Die gro\u00c3\u0178e gro\u00c3\u0178e Musik. Viel Joy Division, ein bisschen David Bowie, ein Instrumental der Joy-Division-Nachfolge-Band New Order und einiges mehr veredeln den Soundtrack des Films. Unglaublich ist, dass die vier Band-Darsteller vor dem Casting keine bzw. rudiment\u00c3\u00a4re Ahnung davon hatten, wie ein Musikinstrument gespielt werden muss, w\u00c3\u00a4hrend des Lernens f\u00c3\u00bcr den Film aber so viel Ehrgeiz entwickelten, dass sie die meisten der im Film vorkommenen Joy-Division-Songs dann letztlich neu aufgenommen haben. Absolut genial, wie nahe sie den Originalen kommen, insbesondere Sam Riley. Die Musik wird auch sehr passend eingesetzt. Wenn ich beispielsweise an die Szene zur\u00c3\u00bcckdenke, an der &#8220;love will tear us apart&#8221; einsetzt, bekomme ich immer noch G\u00c3\u00a4nsehaut.<\/p>\n<p>Mit anderen Worten: &#8220;Control&#8221; ist ein absolut grandioser Film, der eine Pflichtveranstaltung f\u00c3\u00bcr pophistorisch interessierte Menschen, aber auch f\u00c3\u00bcr alle anderen Freunde guten Kinos ist. Schade nur, dass ihr bis zum Januar warten m\u00c3\u00bcsst, um den Film zu sehen. Dann erst wird er n\u00c3\u00a4mlich regul\u00c3\u00a4r in Deutschland anlaufen. <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/B000VPCXFY\/popkulturjunk-21\">Den Soundtrack<\/a> gibt&#8217;s immerhin bereits jetzt. F\u00c3\u00bcr den Film gibt&#8217;s von mir 9 von 10 Punkten.<br \/>\n<object width=\"400\" height=\"340\"><param name=\"movie\" value=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/7c2_B_cWK_M\"><\/param><param name=\"wmode\" value=\"transparent\"><\/param><embed src=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/7c2_B_cWK_M\" type=\"application\/x-shockwave-flash\" wmode=\"transparent\" width=\"400\" height=\"340\"><\/embed><\/object><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf kaum einen Film habe ich mich in den vergangenen Monaten und Jahren so gefreut wie auf &#8220;Control&#8220;. 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