{"id":4529,"date":"2009-11-04T22:57:31","date_gmt":"2009-11-04T21:57:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.popkulturjunkie.de\/wp\/?p=4529"},"modified":"2009-11-04T22:57:31","modified_gmt":"2009-11-04T21:57:31","slug":"popkulturjunkie-in-sudafrika-tag-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.popkulturjunkie.de\/wp\/?p=4529","title":{"rendered":"popkulturjunkie in s\u00c3\u00bcdafrika. tag 2."},"content":{"rendered":"<p>Der zweite Tag in Kapstadt. Ein Tag ohne viel Rumlaufen, daf\u00c3\u00bcr mit viel Rumfahren. Nach elf Stunden Schlaf (ich war nach 90 Minuten Mailand vs. Madrid im Fernsehen und 90 Minuten Bayern vs. Bordeaux am kicker.de-Ticker sofort eingeschlafen) ging es erstmal Fr\u00c3\u00bchst\u00c3\u00bcck im Supermarkt besorgen und dann in die Innenstadt, von wo aus wir unsere Bus-Hop-on-hop-off-Tour starten wollten. Los ging es an Ulrich Naumanns Buchhandlung, in der es deutsche B\u00c3\u00bccher und Zeitschriften zu kaufen gibt. Praktischerweise auch die &#8220;S\u00c3\u00bcddeutsche&#8221; und die &#8220;F.A.Z.&#8221; &#8211; und zwar die aktuellen Ausgaben vom selben Tag. Geschafft wird das, indem es nicht die Originalausgabe gibt, sondern eine auf kleinerem Format ausgedruckte. Eine Firma namens &#8220;Newspaper Direct&#8221; sorgt f\u00c3\u00bcr diesen praktischen Service. Eine &#8220;S\u00c3\u00bcddeutsche&#8221; kostet daf\u00c3\u00bcr aber auch ca. 4-5 Euro. <\/p>\n<p>Zum Bus: Ich bin mittlerweile gro\u00c3\u0178er Fan dieser Touren geworden, weil sie einem einen perfekten ersten \u00c3\u0153berblick \u00c3\u00bcber eine Stadt bieten und einem trotzdem die Freiheit lassen, an der einen oder anderen Stelle auszusteigen um mit dem n\u00c3\u00a4chsten Bus weiterzufahren. Wir machten die blaue Tour, die ich jedem nur empfehlen kann. Es ist keine echte Stadtrundfahrt, sondern eher eine Rundfahrt um Kapstadt herum. So ging es von der Innenstadt aus an District Six vorbei, an den H\u00c3\u00a4ngen des Tafelberges herum bis Bakoven und dann an der K\u00c3\u00bcste entlang \u00c3\u00bcber Camps Bay, Clifton und Bantry Bay zur\u00c3\u00bcck Richtung Innenstadt. Kurz vor der Victoria &#038; Alfred Waterfront erblickte ich dann auch das unglaublich sch\u00c3\u00b6n zwischen Berg und Meer gelegene WM-Stadion Kapstadts, in dem 2010 u.a. ein WM-Halbfinale stattfinden wird. Fertig ist das Stadion noch nicht ganz, lang wird es aber sicher nicht mehr dauern, denn der Bau sieht schon sehr fortgeschritten aus.<\/p>\n<p>Gro\u00c3\u0178artig an der Tour war die wirklich unbeschreibliche Landschaft. Der Tafelberg, von dem man seine Blicke kaum wegwenden kann, das Meer mit seinen heftigen Wellen, wirklich toll. Das einzig unsch\u00c3\u00b6ne war das gesamte Gebiet zwischen Bakoven und Sea Point, das wirklich \u00c3\u00bcberhaupt nicht mehr nach Afrika aussieht, sondern nur noch nach Marbella. Die gesamte K\u00c3\u00bcste wurde (und wird) mit Million\u00c3\u00a4rs-Appartments zugepflastert, die f\u00c3\u00bcr den Blick aufs Meer Millionen Zahlen, damit die Orte aber zu h\u00c3\u00a4sslichen und k\u00c3\u00bcnstlichen Gebilden werden lassen.<\/p>\n<p>Ausgestiegen sind wir dann an der Victoria &#038; Alfred Waterfront, weil von dort die Boote nach Robben Island ablegen, der ehemaligen Gef\u00c3\u00a4ngnisinsel, auf der viele f\u00c3\u00bchrende Anti-Apartheid-K\u00c3\u00b6pfe wie Nelson Mandela lange Jahre inhaftiert waren. Der Besuch auf Robben Island ist komplett durchorganisiert. man f\u00c3\u00a4hrt mit einem Schiff hin, macht dann eine Bustour \u00c3\u00bcber die Insel und endet am Gef\u00c3\u00a4ngnis, durch das man ebenfalls gef\u00c3\u00bchrt wird. Was den Besuch der Insel so besonders macht, sind die Guides, die einem alles erkl\u00c3\u00a4ren. Im Bus war das bei uns ein ehemaliger Generalsekret\u00c3\u00a4r des Pan Africanist Congress, einer der wichtigsten Freiheitsbewegungen im damaligen S\u00c3\u00bcdafrika, durch das Gef\u00c3\u00a4ngnis f\u00c3\u00bchrte uns ein ehemaliger Insasse namens Kgotso, der ohne das Ende der Apartheid (und seine Freilassung Anfang der 90er) in diesem Monat seine Strafe als politischer Gefangener abgesessen h\u00c3\u00a4tte.<\/p>\n<p>Gerade diese direkten Gedanken und Erfahrungen machten die Tour zu einem bedr\u00c3\u00bcckenden Erlebnis, das ich jedem Kapstadt-Besucher ans Herz legen m\u00c3\u00b6chte, weil man das Zusammenleben der S\u00c3\u00bcdafrikaner verschiedener Herkunft, das nat\u00c3\u00bcrlich immer noch nicht v\u00c3\u00b6llig normal ist, dann viel besser versteht. Der Bus-Guide sorgte rund um die schreckliche Vergangenheit der Insel aber immer wieder f\u00c3\u00bcr Auflockerung, indem er kleine am\u00c3\u00bcsante Geschichtchen erz\u00c3\u00a4hlte, Witze \u00c3\u00bcber die L\u00c3\u00a4nder machte, aus denen wir Touristen kamen und erz\u00c3\u00a4hlte, wen er schon als Guide \u00c3\u00bcber die Insel f\u00c3\u00bchren durfte (z.B. Obama, als er noch Senator war).<\/p>\n<p>Zur\u00c3\u00bcck auf dem Festland hatten wir inzwischen so viel Hunger, dass wir wieder in der Victoria &#038; Alfred Waterfront a\u00c3\u0178en &#8211; diesmal im Karibu Restaurant, das damit wirbt, &#8220;echtes&#8221; s\u00c3\u00bcdafrikanisches Essen zu verkaufen, das S\u00c3\u00bcdafrikaner auch zu Hause essen. Ich hatte gegrilltes Fleisch (also &#8220;Braaivleis&#8221;) &#8211; und zwar eine &#8220;Boerewors&#8221; (das ist eine Art Bratwurst) und erneut ein Strau\u00c3\u0178ensteak. Lecker war&#8217;s, aber mehr Strau\u00c3\u0178 brauche ich jetzt erstmal nicht. Der Wein (wieder ein Shiraz) war auch wieder exzellent.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der zweite Tag in Kapstadt. Ein Tag ohne viel Rumlaufen, daf\u00c3\u00bcr mit viel Rumfahren. 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