{"id":4547,"date":"2009-11-17T19:32:58","date_gmt":"2009-11-17T18:32:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.popkulturjunkie.de\/wp\/?p=4547"},"modified":"2009-11-17T19:43:17","modified_gmt":"2009-11-17T18:43:17","slug":"popkulturjunkie-in-sudafrika-tag-10-bis-15","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.popkulturjunkie.de\/wp\/?p=4547","title":{"rendered":"popkulturjunkie in s\u00c3\u00bcdafrika. tag 10 bis 15."},"content":{"rendered":"<p>&#8230;und dann sa\u00c3\u0178 ich zusammen mit diesem in Milit\u00c3\u00a4rklamotten gekleideten Mann aus Zimbabwe mitten im afrikanischen Busch auf einem Elefanten und ritt davon&#8230; Aber der Reihe nach&#8230;<\/p>\n<p>Tag 10: Addo<\/p>\n<p>F\u00c3\u00bcr den ersten kompletten Tag in der Addo-Region hatten wir den Besuch eines Game Reserves, also eines Wild-Reservates, eingeplant. Der Addo National Park ist so gro\u00c3\u0178, dass man Tiere wie L\u00c3\u00b6wen oder Nash\u00c3\u00b6rner nur extrem selten zu Gesicht bekommt. Die Game Reserves sind deutlich kleiner, aber trotzdem kein bisschen zu vergleichen mit einem Zoo. Zwar leben die Tiere durch einen Zaun von der Au\u00c3\u0178enwelt getrennt, doch innerhalb des Reserves k\u00c3\u00b6nnen sie sich frei bewegen. Zudem werden sie nicht gef\u00c3\u00bcttert. L\u00c3\u00b6wen leben von erlegten Antilopen oder anderen Opfern, Nash\u00c3\u00b6rner fressen Weiden leer, usw. Frei bewegen kann man sich in solchen Reserves nat\u00c3\u00bcrlich nicht, niemand will schlie\u00c3\u0178lich das n\u00c3\u00a4chste Mittagessen der L\u00c3\u00b6wen werden. Man f\u00c3\u00a4hrt also mit ca. 5-10 Personen in einer Art Safari-Jeep durch die Gegend und immer wenn es neue Tiere zu sehen gibt, wird angehalten, der Guide erkl\u00c3\u00a4rt und man kann Fotos schie\u00c3\u0178en.<\/p>\n<p>Das Schotia Game Reserve, in dem wir waren, kann ich dabei sehr empfehlen. Unser Guide Etienne war etwas j\u00c3\u00bcnger, hat nette Scherze gemacht und war wie auch wir vor allem von den L\u00c3\u00b6wen begeistert. Es ist schon ein ziemlich irres Gef\u00c3\u00bchl, wenn man mit dem Jeep eine Piste den H\u00c3\u00bcgel hinauf f\u00c3\u00a4hrt und nach einer scharfen Kurve auf einmal eine L\u00c3\u00b6wen-Familie aus zwei M\u00c3\u00a4nnchen, einem Weibchen und drei j\u00c3\u00bcngeren Tieren am Wegesrand rumliegt. And\u00c3\u00a4chtige Ruhe, unterbrochen nur von Fotografierger\u00c3\u00a4uschen und das irreale Wissen, nur ca. 5 Meter entfernt von diesen Tieren zu sein, die jederzeit aufspringen und t\u00c3\u00b6ten k\u00c3\u00b6nnten. Tun sie aber nicht, denn laut Etienne nehmen sie das Fahrzeug nur als Fahrzeug wahr, die Menschen darin sehen sie nicht. Ein Aussteigen w\u00c3\u00bcrde aber den fast sicheren Tod bedeuten, denn an Menschen sind sie im Gegensatz zu den Fahrzeugen nicht gew\u00c3\u00b6hnt.<\/p>\n<p>Die L\u00c3\u00b6wen sind nicht die einzigen Tiere, die wir in Schotia sehen. Elegante Giraffen, jede Menge Antilopen, Schildkr\u00c3\u00b6ten, Zebras, Gnus, zwei Nash\u00c3\u00b6rner, ein Krokodil, \u00c3\u00bcberall Warzenschweine und die Ohren eines Hippos (der Rest wollte nicht aus dem Wasser kommen). Der Tag fiel insgesamt ganz klar in die Kategorie Erlebnisse, wie man sie nicht oft in seinem Leben hat.<\/p>\n<p>Tag 11: Addo<\/p>\n<p>Nach den vielen Tieren sollte es mit noch mehr Tieren weiter gehen. Peter, Guide der Hitgeheim Lodge, in der wir n\u00c3\u00a4chtigten, fuhr mit uns in den Addo Nationalpark. Bekannt ist der Park vor allem f\u00c3\u00bcr seine Elefanten &#8211; und so freuten wir uns nat\u00c3\u00bcrlich vor allem darauf, diese Giganten zu sehen. Zun\u00c3\u00a4chst lie\u00c3\u0178en sie aber auf sich warten. Peter fuhr mit uns herum, erkl\u00c3\u00a4rte uns die Natur, wie begegneten Schildkr\u00c3\u00b6ten, Zebras, Antilopen, zwei stattlichen B\u00c3\u00bcffeln und schlie\u00c3\u0178lich auch den ersten Elefanten. Kurze Zeit sp\u00c3\u00a4ter ging es dann aber richtig los. Wir kamen an ein Wasserloch und sahen ca. 50 Elefanten, die tranken, badeten, ruhten, spielten &#8211; in allen erdenklichen Gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178en, vom vor wenigen Tagen geborenen Mini-Elefant bis zum ausgewachsenen Riesen. Grandios, diesen Tieren zuzuschauen &#8211; und traurig, wenn man bedenkt, dass sie fr\u00c3\u00bcher in ihren gro\u00c3\u0178en Herden ganz frei in der Region umher zogen.<\/p>\n<p>Teil 2 des Tages f\u00c3\u00bchrte uns dann mitten ins Nirgendwo. Wir hatten die &#8220;Elephant Back Safari&#8221; gebucht und wurden von unseren Fahrer erstmal 60 Minuten \u00c3\u00bcber Schotterpisten historische Bergp\u00c3\u00a4sse hinauf auf ein Bergplateau gefahren &#8211; zum Betreiber der Safaris. Wie der Name schon sagt, reitet man dort auf Elefanten &#8211; und zwar nicht so wie in irgendwelchen Zoos mit ein paar Leuten auf wackelnden Sitzen, sondern allein mit dem Experten auf dem puren R\u00c3\u00bccken des Tieres. Der Tipp, sich lange Hosen anzuziehen, war dabei der goldene Hinweis, denn die Haut der Elefanten gleicht sehr rauhem Sandpapier.<\/p>\n<p>Wie der Elefant hie\u00c3\u0178, auf dem ich ritt &#8211; und wie mein mit mit auf dem Tier sitzender Guide hie\u00c3\u0178, hab ich leider schon in der ersten Aufregung wieder vergessen. Doch ich f\u00c3\u00bchlte mich auf dem ca. 60 Minuten langen (!) Ritt in jeder Sekunde sicher &#8211; obwohl nur durch Festhalten an einem ebenfalls nicht gesicherten Mann gesichert. Mein Guide kam wie eingangs erw\u00c3\u00a4hnt aus Zimbabwe, kannte wie so ziemlich jeder S\u00c3\u00bcdafrikaner, mit dem ich \u00c3\u00bcber Fu\u00c3\u0178ball gesprochen habe, nat\u00c3\u00bcrlich Bayern Munich, war selbst aber Chelsea-Fan &#8211; die Leute hier unten sind ganz verr\u00c3\u00bcckt nach englischem Fu\u00c3\u0178ball. Nach dem Ritt f\u00c3\u00bctterten wir unsere Elefanten noch mit der blo\u00c3\u0178en Hand und verabschiedeten sie schlie\u00c3\u0178lich in den Busch, wo sie f\u00c3\u00bcr den Rest des Tages ihrer Lieblingsbesch\u00c3\u00a4ftigung nachgingen: fressen. Ohne \u00c3\u0153bertreibung: eine weitere Once-in-a-Lifetime-Experience.<\/p>\n<p>Tag 12: Addo &#8211; Wilderness<\/p>\n<p>Nach unseren drei Tagen in der Addo-Region geht es nun also langsam zur\u00c3\u00bcck nach Kapstadt. Zun\u00c3\u00a4chst auf dem selben Weg, auf dem wir gekommen waren &#8211; an der K\u00c3\u00bcste entlang. F\u00c3\u00bcr die \u00c3\u0153bernachtung suchten wir uns aber einen Ort aus, in dem wir auf der Hinfahrt wegen meines kleinen \u00c3\u0153belkeits-Zwischenfalls nur kurz gehalten hatten: Wilderness. Es ist ein relativ kleines Dort, das unglaublich sch\u00c3\u00b6n an einer kleinen Bucht liegt und daher in den vergangenen Jahren viele Leute angelockt hat, die kleine Bed &#038; Breakfasts er\u00c3\u00b6ffnet haben, Restaurants oder die einfach nur das Leben genie\u00c3\u0178en. Das taten wir auch &#8211; zun\u00c3\u00a4chst auf einem langen Strandspaziergang, danach bei einem exzellenten Abendessen im Restaurant &#8220;Two Girls&#8221;, das u.a. grandiose Currys zubereitet. Geschlafen wurde im &#8220;Whales Way&#8221;-Bed &#038; Breakfast, das hiermit uneingeschr\u00c3\u00a4nkt empfohlen sei.<\/p>\n<p>Tag 13: Wilderness &#8211; Montagu<\/p>\n<p>Um Abwechslung in die R\u00c3\u00bcckfahrt nach Kapstadt zu bringen, fuhren wir den zweiten Teil der Strecke nicht an der K\u00c3\u00bcste entlang, sondern auf der &#8220;Route 62&#8221;, die oftmals mit der amerikanischen &#8220;Route 66&#8221; verglichen wird. Sie f\u00c3\u00bchrt durch die Halbw\u00c3\u00bcstenregion &#8220;Little Karoo&#8221;, durch wie immer grandiose Bergpanoramen. Bevor wir bei Outshoorn auf die Route 62 einbogen, stand aber noch das Highlight des Tages auf dem Programm: die Cango Caves. Dabei handelt es sich um eines der sch\u00c3\u00b6nsten Tropfsteinh\u00c3\u00b6hlensysteme der Welt. Die gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178te der H\u00c3\u00b6hlen war 20 Meter hoch, 150 Meter lang und 60 Meter breit und bestand aus wirklich unglaublichen Formationen von Tropfsteinen. Der Abstecher lohnte sich also definitiv.<\/p>\n<p>Den Rest der Strecke fuhren wir dann aber z\u00c3\u00bcgig durch. Viel zu sehen gab es au\u00c3\u0178er der sch\u00c3\u00b6nen Landschaft nicht, die Orte waren zu klein und verschlafen, um anzuhalten. \u00c3\u201ehnliches gilt auch f\u00c3\u00bcr Montagu, doch dort mussten wir anhalten, denn wir hatten hier unsere Nachtunterkunft gebucht. Ein Bed &#038; Breakfast namens &#8220;Airlies&#8221;, betrieben von einem \u00c3\u00a4lteren Ehepar und vier (sehr freundlichen und verschmusten) Hunden. Auch hier eine Empfehlung von mir!<\/p>\n<p>Tag 14: Montagu &#8211; Stellenbosch<\/p>\n<p>F\u00c3\u00bcr die beiden n\u00c3\u00a4chsten Tage hatten wir einen Besuch in der ber\u00c3\u00bchmten Weinregion um Stellenbosch, Franschhoek und Paarl geplant. Der Weg von Montagu war nicht mehr weit und so waren wir schon in der Mittagszeit bereit f\u00c3\u00bcr die erste Weinprobe. Wir w\u00c3\u00a4hlten eines der gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178eren Weing\u00c3\u00bcter, Boschendal. Ich durfte aus der recht langen Weinliste des Gutes f\u00c3\u00bcnf ankreuzen (die Liebste f\u00c3\u00a4hrt ja das Auto und darf daher nur ein bisschen nippen) und bekam dann f\u00c3\u00bcnf Gl\u00c3\u00a4ser mit den Weinen gebracht. So nett das Ambiente bei Boschendal auch ist, aber der Wein hat mich nicht wirklich \u00c3\u00bcberzeugt. Einzig der Shiraz und ein Chenin Blanc trafen halbwegs meinen Geschmack.<\/p>\n<p>Das zweite Weingut, das wir besuchten, Cabri\u00c3\u00a8re, war etwas spezieller. Betrieben vom deutschst\u00c3\u00a4mmigen und offenbar etwas selbstverliebten Achim von Arnim, der nebenbei auch noch Bilder malt und B\u00c3\u00bccher ver\u00c3\u00b6ffentlicht, gibt es hier vor allem Champagner, der nicht Champagner hei\u00c3\u0178en darf, weil er ja aus S\u00c3\u00bcdafrika stammt und nicht aus Frankreich. Probiert (bzw. genippt, siehe oben) haben wir nat\u00c3\u00bcrlich auch, doch am \u00c3\u00bcberzeugendsten war das Restaurant des Weingutes, das zu einem der besten 100 in S\u00c3\u00bcdafrika z\u00c3\u00a4hlen soll. Exzellentes Essen (ich hatte Ente) zu wie immer in S\u00c3\u00bcdafrika unglaublich g\u00c3\u00bcnstigen Preisen.<\/p>\n<p>Schlie\u00c3\u0178lich ging es zu unserer Unterkunft f\u00c3\u00bcr die beiden Weinland-N\u00c3\u00a4chte, dem kleinen Weingut Lovane bei Stellenbosch, das auch einige G\u00c3\u00a4ster\u00c3\u00a4ume mitbetreibt. Sehr modern, da erst im vergangenen Jahr er\u00c3\u00b6ffnet, toll eingerichtet und mit einem Blick auf Weinfelder und Berge. Eine der sch\u00c3\u00b6nsten Unterk\u00c3\u00bcnfte auf unserer Tour! Abends ging es noch nach Stellenbosch hinein und hier (endlich mal wieder) in eine Pizzeria. Zu sehr hatte ich angesichts der vielen einheimischen Restaurants eine gute Pizza vermisst. Die Pizzeria, die einer unserer beiden Reisef\u00c3\u00bchrer empfohlen hatte, hie\u00c3\u0178 Cal&#8217;Cacchio, die Pizza schmeckte der Liebsten allerdings deutlich besser als mir. Meine bekommt von mir auf meiner international anerkannten Skala f\u00c3\u00bcr Salami-Pizza nur 5,5 Punkte. Salami war zu langweilig und fettig, die Pizza selbst war ebenfalls zu fettig. Der Boden allerdings war recht gut.<\/p>\n<p>Tag 15: Stellenbosch<\/p>\n<p>Gleich nach dem Fr\u00c3\u00bchst\u00c3\u00bcck ging es zum n\u00c3\u00a4chsten Weingut. Wir sind schlie\u00c3\u0178lich nicht zum Spa\u00c3\u0178 hier, sondern zum Weintesten. Das erste Weingut des Tages, Blaauwklippen, war f\u00c3\u00bcr meinen Geschmack ein Jackpot, denn mir schmeckten fast alle f\u00c3\u00bcnf Testweine sehr gut. Besonders toll fand ich den Zinfandel und den Sauvignon Blanc. So toll, dass ich auch gleich ein Fl\u00c3\u00a4schchen f\u00c3\u00bcr zuhause mitnahm. Auch Weingut 2, Zevenwacht, geh\u00c3\u00b6rt zu den gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178eren, \u00c3\u00bcberzeugte mich aber nicht so sehr. Immerhin gab es hier aber auch etwas mehr f\u00c3\u00bcr die Liebste zu tun, denn neben der Weinprobe gab es auch eine K\u00c3\u00a4seprobe.<\/p>\n<p>Mittags fuhren wir zu einem etwas abseits gelegenen Weingut, dessen Geb\u00c3\u00a4ude mit toller, sehr moderner Architektur gl\u00c3\u00a4nzen und das ein kleines edles Restaurant mit Wahnsinnsblick bis hin zum Tafelberg bietet: Tokara. Mein Strau\u00c3\u0178enfilet war gut, das Minzschoko-Eis ebenfalls und der Wein sowieso. Letzter Anlaufpunkt f\u00c3\u00bcr heute: Neil Ellis Wines, das f\u00c3\u00bcr seine Wei\u00c3\u0178weine ger\u00c3\u00bchmt wird. Mir haben sie aber alle maximal mittelm\u00c3\u00a4\u00c3\u0178ig geschmeckt, vielleicht lag es aber auch daran, dass ich inzwischen zu viel Wein f\u00c3\u00bcr heute getestet hatte und allm\u00c3\u00a4hlich alle gleich schmeckten.<\/p>\n<p>Zum Abschluss probierten wir auch noch den Wein von unserem \u00c3\u0153bernachtungsweingut Lovane und kauften auch hier ein paar Fl\u00c3\u00a4schchen, denn der Wein war wirklich gut. Das Weingut selbst existiert erst seit ein paar Jahren, der Winzer ist hauptberuflich Klempner und das Weingut dient nebenbei wie gesagt auch noch als Hotel. Sehr charmant und sympathisch hier.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230;und dann sa\u00c3\u0178 ich zusammen mit diesem in Milit\u00c3\u00a4rklamotten gekleideten Mann aus Zimbabwe mitten im afrikanischen Busch auf einem Elefanten und ritt davon&#8230; Aber der Reihe nach&#8230; Tag 10: Addo F\u00c3\u00bcr den ersten kompletten Tag in der Addo-Region hatten wir den Besuch eines Game Reserves, also eines Wild-Reservates, eingeplant. 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