{"id":4591,"date":"2010-03-15T18:44:12","date_gmt":"2010-03-15T17:44:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.popkulturjunkie.de\/wp\/?p=4591"},"modified":"2010-03-15T18:44:12","modified_gmt":"2010-03-15T17:44:12","slug":"die-grenze","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.popkulturjunkie.de\/wp\/?p=4591","title":{"rendered":"&#8220;die grenze&#8221;."},"content":{"rendered":"<p>F\u00c3\u00bcr <a href=\"http:\/\/meedia.de\/nc\/details-topstory\/article\/die-grenze--eine-vergebene-chance_100026824.html\">MEEDIA<\/a> hab ich mir den Sat.1-Zweiteiler &#8220;Die Grenze&#8221; vorab angesehen. Hier meine Kritik:<\/p>\n<p>Die Idee klingt nach einem spannenden St\u00c3\u00bcck Fernsehen: Nach Terror-Anschl\u00c3\u00a4gen und sozialen Unruhen k\u00c3\u00a4mpfen Rechtsradikale und Linksradikale in Mecklenburg-Vorpommern um die Macht, eine Abspaltung von Deutschland droht. Die Umsetzung der Idee, zu sehen ab Montagabend im Sat.1-Zweiteiler &#8220;Die Grenze&#8221;, gleitet durch \u00c3\u0153berzeichnung und \u00c3\u00bcbertriebene Klischees jedoch leider allzu oft in unfreiwillige Komik ab. Lohnt &#8220;Die Grenze&#8221; dennoch? MEEDIA hat sich den Dreist\u00c3\u00bcnder vorab angesehen.<\/p>\n<p>Zur Vorgeschichte: &#8220;Die Grenze&#8221; spielt im Sommer 2010 in Rostock. Terroranschl\u00c3\u00a4ge auf die sieben wichtigsten \u00c3\u2013l-Raffinerien ersch\u00c3\u00bcttern die Welt, schneiden die Versorgung mit Benzin ab, f\u00c3\u00bchren sogar zur Absage der Fu\u00c3\u0178ball-WM in S\u00c3\u00bcdafrika. Ein gefundenes Fressen f\u00c3\u00bcr den Milliard\u00c3\u00a4r und Rechts-Populisten Maximilian Schnell (Thomas Kretschmann) und seine Partei DNS. Schnell verteilt Benzin an die Bev\u00c3\u00b6lkerung und verspricht eine gro\u00c3\u0178e Zukunft. Seine Umfragewerte schnellen im Vorfeld der Landtagswahl in die H\u00c3\u00b6he. Sein Gegenspieler, Franz Geri (J\u00c3\u00bcrgen Heinrich) von der Partei Neue Linke will Schnell verhindern und Mecklenburg-Vorpommern von der Bundesrepublik abspalten.<\/p>\n<p>Im zweiten wichtigen Handlungsstrang wird Werbeagentur-Mitarbeiter Rolf Haas (Benno F\u00c3\u00bcrmann) vom Verfassungsschutz angeworben. Haas war fr\u00c3\u00bcher mit Schnell befreundet und soll sich nun in seine Partei einschleichen um der Staatsmacht wichtige Infos zuzuspielen, mit denen der Rechtspopulist verhindert werden kann. Haas geht also in seine alte Heimat Rostock und trifft dort auch seine alte Liebe Nadine Manz (Marie B\u00c3\u00a4umer) wieder, die nicht wirklich gut auf ihn zu sprechen ist.<\/p>\n<p>&#8220;Die Grenze&#8221; ist f\u00c3\u00bcr Produzent Nico Hofmann und seine Firma Teamworx ein ausgesprochen wichtiges Projekt. Nach Historien-Events wie &#8220;Die Sturmflut&#8221;, &#8220;Dresden&#8221; oder &#8220;Die Flucht&#8221; entwirft der neue Film stattdessen ein Zukunfts-Szenario. Handwerklich kann man &#8220;Die Grenze&#8221; nichts vorwerfen. Teuer produzierte Bilder, gute Besetzung, stringent erz\u00c3\u00a4hlt. Das gro\u00c3\u0178e Problem des Zweiteilers ist allerdings seine \u00c3\u0153berzeichnung und das st\u00c3\u00a4ndige Spielen mit Klischees. So tragen die Linken billige, matte Anz\u00c3\u00bcge und reden vor ausgeblichenen Plakaten, die Rechten haben hingegen ein futuristisches Hauptquartier und tragen helle Anz\u00c3\u00bcge. Sp\u00c3\u00a4ter wird eine Neue Nationale Volksarmee gegr\u00c3\u00bcndet und einer der Anf\u00c3\u00bchrer der Linken hei\u00c3\u0178t auch noch Erich.<\/p>\n<p>Die sich entwickelnde Handlung mit einer Spaltung Rostocks, Vertreibung von Linken aus den Gebieten der Rechten und einer Bundeskanzlerin (Katja Riemann), die sich das alles nur von au\u00c3\u0178en ansieht, ohne mit Polizei und anderen Beh\u00c3\u00b6rden einzugreifen, wirkt zutiefst unrealistisch und oftmals peinlich und unfreiwillig komisch. Leider passiert auch das, was man schon in der Vergangenheit den gro\u00c3\u0178en Mehrteilern verschiedener Sender vorwerfen musste: Letztlich steht doch wieder nur die typische 08\/15-Liebesgeschichte im Vordergrund des Films. Auch das etwas verworrene Ende l\u00c3\u00a4sst den Zuschauer unbefriedigt zur\u00c3\u00bcck.<\/p>\n<p>Unfreiwillig komisch wirkt im \u00c3\u0153brigen auch die extrem prominente Einbindung des Infosenders N24 in den Film. Kurz bevor ProSiebenSat1.-Chef Ebeling den Sender verkaufen oder total umbauen wird, darf er in diesem fiktionalen Werk nochmal so tun, als sei er der gro\u00c3\u0178e wichtige Nachrichtensender, den sogar die Kanzlerin bei ihren Krisensitzungen sieht.<\/p>\n<p>Um nicht missverstanden zu werden: &#8220;Die Grenze&#8221; ist keine Vollkatastrophe. Der Film bietet drei &#8211; bzw. brutto mit Werbung vier &#8211; Stunden relativ kurzweilige, ab und zu auch fesselnde Unterhaltung. Dem Anspruch, eine politisch brisante Zukunftsvision realistisch erz\u00c3\u00a4hlen zu wollen, wird er aber nicht gerecht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00c3\u00bcr MEEDIA hab ich mir den Sat.1-Zweiteiler &#8220;Die Grenze&#8221; vorab angesehen. Hier meine Kritik: Die Idee klingt nach einem spannenden St\u00c3\u00bcck Fernsehen: Nach Terror-Anschl\u00c3\u00a4gen und sozialen Unruhen k\u00c3\u00a4mpfen Rechtsradikale und Linksradikale in Mecklenburg-Vorpommern um die Macht, eine Abspaltung von Deutschland droht. 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