{"id":4604,"date":"2010-03-26T22:56:30","date_gmt":"2010-03-26T21:56:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.popkulturjunkie.de\/wp\/?p=4604"},"modified":"2010-03-26T22:56:30","modified_gmt":"2010-03-26T21:56:30","slug":"warum-ich-mir-ein-ipad-kaufe-aber-dennoch-glaube-dass-das-ding-der-medienbranche-nicht-helfen-wird","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.popkulturjunkie.de\/wp\/?p=4604","title":{"rendered":"warum ich mir ein ipad kaufe, aber dennoch glaube, dass das ding der medienbranche nicht helfen wird."},"content":{"rendered":"<p>Um es gleich vorweg zu sagen: Ich kaufe mir definitiv ein iPad und kann kaum abwarten, bis es endlich auf den Markt kommt. Bis zum iPhone besa\u00c3\u0178 ich kein einziges Apple-Produkt, halte den Hype um die Firma auch jetzt noch f\u00c3\u00bcr v\u00c3\u00b6llig bescheuert und finde die Entwicklung mit einem abgeschotteten, App-getriebenen Internet im Internet f\u00c3\u00bcr falsch und gef\u00c3\u00a4hrlich. Aber: Ich bin auch nur ein Konsument, der tolle Produkte mag. Und ich habe bis zum heutigen Tag noch kein Android-Telefon gesehen, dass ann\u00c3\u00a4hernd an die Bedienungsfreundlichkeit des iPhones herankommt (Auch das Nexus One nicht). Und genau so wird es beim iPad sein.<\/p>\n<p>Aus Konsumentensicht wird das iPad definitiv eine neue Stufe beim Nutzen eines Computer-\u00c3\u00a4hnlichen Ger\u00c3\u00a4ts werden. Nie war es so einfach und praktisch, auf der Couch liegend im Netz herumzuklicken, ein Spiel zu spielen oder ein Buch zu lesen. Notebooks und Netbooks sind immer noch zu unpraktisch, ein Smartphone zu klein. Dennoch glaube ich, dass der Hype, der in der Medienindustrie derzeit abgeht, v\u00c3\u00b6llig \u00c3\u00bcbertrieben ist. Das iPad wird der Branche keine gigantischen Ums\u00c3\u00a4tze bringen. Allerh\u00c3\u00b6chstens einzelnen Objekten oder Unternehmen.<\/p>\n<p>Ich gebe <a href=\"http:\/\/www.wordyard.com\/2010\/03\/26\/for-the-media-biz-ipad-2010-cdrom-1994\/\">Scott Rosenberg<\/a> zwar nicht in allen Punkten recht, wenn er den iPad-Hype mit dem CD-ROM-Hype der 90er vergleicht, doch in einem Punkt hat er recht: Der Erfolg der iPhone-Apps hat dramatisch damit zu tun, dass ein Telefon nunmal zu klein ist, um das &#8220;normale&#8221; Internet mit einem Browser zu nutzen. Diese Tatsache f\u00c3\u00a4llt beim iPad weg. Es wird durchaus gro\u00c3\u0178 genug sein, um mit einem Browser normale Websites zu lesen. S\u00c3\u00a4mtliche (kostenlosen) Inhalte sind perfekt nutzbar. Diese Inhalte zus\u00c3\u00a4tzlich mit einer iPad-App (und gegen Bezahlung) zu verbreiten, sollten sich die Verlage und Medienunternehmen von vornherein sparen (Sie werden es sich nat\u00c3\u00bcrlich dennoch tun!). Apps werden auf dem iPad viel viel unwichtiger sein als auf dem iPhone.<\/p>\n<p>Dennoch sehe ich durchaus eine Chance, mit gewissen Inhalten Geld zu verdienen &#8211; auch als Paid Content und meinetwegen auch als App. Der Irrglaube vieler Medienunternehmen ist aber der, dass es ausreichen w\u00c3\u00bcrde, Apps mit tollen Multimedia-Inhalten zu bauen und schon w\u00c3\u00bcrden die Konsumenten f\u00c3\u00bcr die Inhalte, die sie woanders umsonst bekommen, bezahlen wollen. Wenn ich von meinem Medienkonsum ausgehe (Ich gebe Unsummen f\u00c3\u00bcr Zeitungen, Zeitschriften, Pay-TV, Musik, Filme, etc. aus), dann w\u00c3\u00a4re ich genau dann bereit, f\u00c3\u00bcr solche iPad-Inhalte zu zahlen, wenn sie mir etwas bieten, das ich woanders nicht umsonst bekomme. Wenn ich grandiose Autoren lesen m\u00c3\u00b6chte, eine besondere Herangehensweisen an Themen will, eine kluge Aufbereitung, dann zahle ich gern. Aber sicher nicht f\u00c3\u00bcr die normalen (Agentur-)Nachrichten, die ich an jeder Ecke bekomme, auch wenn sie h\u00c3\u00bcbsch f\u00c3\u00bcrs iPad aufbereitet wurden.<\/p>\n<p>Wie an das Album in der Musik glaube ich im Gegensatz zu vielen anderen  auch noch an das Magazin oder die Zeitung im Journalismus, also eine Auswahl von Inhalten, die talentierte und kluge Leute mir zusammenstellen. Diese Auswahl muss nicht auf Papier stattfinden, sie kann auch gern als elektronisches Paket auf meinem Ger\u00c3\u00a4t landen. Das Argument, man w\u00c3\u00bcrde durch Aggregatoren und seine Peergroup via Twitter oder Facebook doch auf s\u00c3\u00a4mtliche Inhalte, die einen interessieren, sto\u00c3\u0178en, halte ich f\u00c3\u00bcr falsch. Wenn ich die &#8220;F.A.S.&#8221;, ein Magazin wie &#8220;Wired&#8221;, &#8220;brand eins&#8221; oder meinetwegen auch den &#8220;Spiegel&#8221; lese, werde ich immer wieder auf Themen gesto\u00c3\u0178en, die ich im Netz nie angeklickt h\u00c3\u00a4tte, weil sie mich theoretisch nicht interessiert h\u00c3\u00a4tten. Dadurch, dass sie in einer Zeitung oder einem Magazin erscheinen, sto\u00c3\u0178e ich beim Durchbl\u00c3\u00a4ttern automatisch auf sie und bleibe wom\u00c3\u00b6glich h\u00c3\u00a4ngen. Ich erweitere meinen Horizont, werde inspiriert. Daher glaube ich durchaus auch daran, dass iPad-Versionen von Magazinen eine Chance haben. Sei es als <a href=\"http:\/\/www.wired.com\/epicenter\/2010\/02\/the-wired-ipad-app-a-video-demonstration\/\">App, die das Ger\u00c3\u00a4t perfekt nutzt<\/a> oder nur als aufgepepptes PDF.<\/p>\n<p>Das Problem an der Sache ist aber, dass die meisten Medien mir diese \u00c3\u0153berraschungsmomente, die Inspiration und vor allem die tollen Autoren nicht bieten. Sie investieren lieber in eine \u00c3\u00bcberfl\u00c3\u00bcssige iPad-App, statt in das, was viel wichtiger w\u00c3\u00a4re: guten Journalismus. Ich werde sicher nicht f\u00c3\u00bcr eine App mit \u00c3\u00bcberraschungsfreien Nachrichten vom Tage bezahlen.<\/p>\n<p>Und das noch gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178ere Problem: Ich bin Medienjunkie und damit nicht repr\u00c3\u00a4sentativ f\u00c3\u00bcr die Masse. Und genau dieser Masse sind gute Autoren und ungew\u00c3\u00b6hnliche Themen wom\u00c3\u00b6glich vollkommen egal. Sie kaufen sich das iPad, um zu spielen, in sozialen Netzwerken herumzulungern und sicher nicht, um viel Geld f\u00c3\u00bcr Medien-Apps zu bezahlen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um es gleich vorweg zu sagen: Ich kaufe mir definitiv ein iPad und kann kaum abwarten, bis es endlich auf den Markt kommt. 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