{"id":540,"date":"2004-05-05T23:27:32","date_gmt":"2004-05-05T22:27:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.popkulturjunkie.de\/wp\/?p=540"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T23:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.popkulturjunkie.de\/wp\/?p=540","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.popkulturjunkie.de\/pix\/nakedlunch.jpg\" align=right>Es fehlen noch ein paar Worte zur letzten Woche. Zum Mittwoch und Donnerstag der Woche. 2 Konzerte in 24 Stunden. 2 Konzerte, die unterschiedlicher nicht h\u00e4tten sein k\u00f6nnen. Am Mittwoch <a href=\"http:\/\/www.nakedlunch.de\/\">Naked Lunch<\/a> im Heidelberger <a href=\"http:\/\/www.karlstorbahnhof.de\/\">Karlstorbahnhof<\/a>, am Donnerstag <a href=\"http:\/\/www.miarockt.de\/\">Mia.<\/a> im Heidelberger <a href=\"http:\/\/www.schwimmbad-musik-club.de\/\">Schwimmbad-Musik-Club<\/a>.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst der Mittwoch. Nachdem ich es geschafft hatte, rechtzeitig aus dem B\u00fcro zu kommen, stand ich p\u00fcnktlich im mit Grablichtern geschm\u00fcckten Karlstorbahnhof und bekam die letzten Minuten des L\u00e4nderspiel-Fiaskos in Rum\u00e4nien mit, dass auf einer Leinwand \u00fcbertragen wurde &#8211; und das der Naked-Lunch-S\u00e4nger (\u00d6sterreicher!) sp\u00e4ter mit den Worten w\u00fcrdigen sollte: &#8220;Ein historischer Tag. Und ich war dabei!&#8221; Der Karlstorbahnhof war leider recht leer. Au\u00dfer mir waren nur etwa weitere 80 Leute da. Wie schade! Sollten doch alle anderen ein grandioses Konzert verpassen. Zun\u00e4chst betrat ein sehr sehr seltsamer Mensch die B\u00fchne. Ich glaube, sein Name war Sir Trallala (kein Scherz!). Er war barfu\u00df, hatte lange lockige Haare, einen Vollbart und war wie gesagt sehr sehr seltsam. Aber talentiert. Er stand da, klickte ab und zu auf sein Windows-Laptop und sang zu der Musik, die dort rauskam. Das Publikum sa\u00df zu weiten Teilen, lauschte and\u00e4chtig und hatte durchaus Spa\u00df mit diesem skurilen Menschen. Das Konzert war sogar interaktiv, der Herr (\u00fcbrigens auch ein \u00d6sterreicher &#8211; der nun erstmals im Ausland pr\u00e4sentiert wurde) verloste n\u00e4mlich CDs f\u00fcr diejenigen, die zwei Cover-Versionen zuerst errieten. Dann schlie\u00dflich waren Naked Lunch da. Die Band, deren depressives Elektro-Rock-Album mich zu Beginn des Jahres sehr beeindruckt hatte. Aus genau diesem Album (&#8220;<a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/B0001FX970\/popkulturjunk-21\">songs for the exhausted<\/a>&#8220;) bestand das eigentliche Set des Konzertes. In der Original-Reihenfolge (&#8220;anders geht&#8217;s halt nicht&#8221;). Musikalisch absolut brillant, h\u00e4rter und rockiger als auf CD, was den ein oder anderen Besucher entt\u00e4uscht fragen lie\u00df, was das denn mit <a href=\"http:\/\/www.notwist.de\/\">The Notwist<\/a> zu tun h\u00e4tte, wie doch im Ank\u00fcndigungstext stand. Meiner Meinung nach, geh\u00f6rte das, was Naked Lunch da auf der B\u00fchne boten, musikalisch zum Besten, was ich je live gesehen habe. In den Zugaben gab es dann auch noch ein paar \u00e4ltere, schnellere Songs von den fr\u00fcheren Alben. Ein runder Abend also. Und alle, die Naked Lunch noch sehen werden (z.B. bei <a href=\"http:\/\/www.immergutrocken.de\/\">Immergut<\/a>), k\u00f6nnen sich schonmal freuen.<\/p>\n<p>Dann der Donnerstag. Mia. Ein Konzert, zu dem ich allein nicht gegangen w\u00e4re, in Gesellschaft aber durchaus. V\u00f6llig unverst\u00e4ndlicherweise gab es keinen Vorverkauf f\u00fcr das Konzert, sodass wir uns erstmal in eine laaaange Schlange einreihen durften, um an Karten zu kommen. Schlie\u00dflich im Geb\u00e4ude, ein Bier und ein paar viel zu knusprige Pommes im Magen, ging es los. Zuerst stand <a href=\"http:\/\/www.tonikater.de\/\">Toni Kater<\/a> auf dem Programm, die Berliner Elektro-Pop-Frau aus dem Hause <a href=\"http:\/\/www.2-raumwohnung.de\/\">2Raumwohnung<\/a>. Sehr nett anzuschauen und sehr nett zuzuh\u00f6ren. Etwas sch\u00fcchtern war sie, aber sie hat es sehr nett gemacht. Ein paar Ohrw\u00fcrmer, ein paar mittelm\u00e4\u00dfige St\u00fccke, aber ein gelungenes Vorprogramm f\u00fcr Mia. Die kamen dann und der Konzertraum war sofort auf 180. Eine Riesenparty sollte beginnen. Mit viel zu enger Enge vor der B\u00fchne, mit vielen Kids, die viele Songs von vorn bis hinten mitsangen und mit einer S\u00e4ngerin Mieze, die alles gab. Das Konzert, durchaus unterhaltsam, hatte aber zwei Probleme: Erstens die R\u00e4umlichkeiten. Der Schwimmbad-Musik-Club ist ab bestimmten Menschenmengen definitiv nicht f\u00fcr Konzerte geeignet. Es gibt in dem Konzertraum mittendrin eine Wand. Und diese Wand f\u00fchrt dazu, dass es vor der B\u00fchne viel zu eng ist und neben der Wand sehr viel Platz verschenkt wird, weil man nunmal nichts sieht, wenn man direkt neben ihr steht. Das zweite Problem war die Setlist. Die Band spielte all ihre &#8220;Hits&#8221; bis etwa zur Mitte des Konzerts und kam danach nur mit schwachen, vor sich hinpl\u00e4tschernden Songs, sodass es gegen Ende recht langweilig wurde. Auch das Publikum war (wie zu erwarten) etwas seltsam: viele Kids, viele Dorfprolls und dazu ein paar Hemdtr\u00e4ger, die definitiv entweder direkt von ihrer BWL-Vorlesung oder aus ihrem Verbindungshaus gekommen waren. Schlecht war der Abend nicht, f\u00fcr Kids die viel Spa\u00df haben wollen, ist ein Mia.-Konzert genau das Richtige, Freunde ernstzunehmender Musik gehen aber lieber zu Bands wie Naked Lunch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es fehlen noch ein paar Worte zur letzten Woche. Zum Mittwoch und Donnerstag der Woche. 2 Konzerte in 24 Stunden. 2 Konzerte, die unterschiedlicher nicht h\u00e4tten sein k\u00f6nnen. Am Mittwoch Naked Lunch im Heidelberger Karlstorbahnhof, am Donnerstag Mia. im Heidelberger Schwimmbad-Musik-Club. Zun\u00e4chst der Mittwoch. 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