{"id":832,"date":"2004-10-19T02:27:45","date_gmt":"2004-10-19T01:27:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.popkulturjunkie.de\/wp\/?p=832"},"modified":"2004-12-01T15:13:32","modified_gmt":"2004-12-01T14:13:32","slug":"popkulturjunkie-on-tour-keane","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.popkulturjunkie.de\/wp\/?p=832","title":{"rendered":"popkulturjunkie on tour: keane."},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.popkulturjunkie.de\/pix\/KeaneKoeln.jpg\" align=\"right\" border=\"5\">Nun hab ich sie endlich gesehen, diese tolle Band. Keane. Ein bisschen schwer f\u00c3\u00a4llt es mir, \u00c3\u00bcber den Sonntagabend in K\u00c3\u00b6ln zu schreiben. Weil andere Emotionen und Stimmungen den Tag bestimmten. Dinge, die wichtiger sind als Musik. Und doch war es gut, der Musik eine Chance zu geben, ein bisschen abzulenken.<\/p>\n<p>Los ging es in der etwas abgefuckten Live Music Hall mit den Dogs. Am Vortag hatten wir erfahren, dass die eigentlich geplante NME-Hype-Band Razorlight aus gesundheitlichen Gr\u00c3\u00bcnden absagen musste. Schade, hatten wir uns doch durch mehrmaliges Durchh\u00c3\u00b6ren der Platte auf die Band eingestimmt und waren gespannt, ob der Hype berechtigt war. Ein kompletter Ersatz f\u00c3\u00bcr Razorlight waren die Dogs, die aus dem Razorlight-Umfeld kommen (sie haben u.a. dasselbe Management) zwar nicht, aber gut waren sei trotzdem. Etwas punkrockige, britische Musik, die ab und zu auch ein paar amerikanische Einfl\u00c3\u00bcsse durchblicken l\u00c3\u00a4sst. Man m\u00c3\u00bcsste sich mehr mit der Band besch\u00c3\u00a4ftigen, um ein richtiges Urteil abgeben zu k\u00c3\u00b6nnen. Was schwer f\u00c3\u00a4llt, da es bisher keinerlei Ver\u00c3\u00b6ffentlichungen von ihnen gibt. Eine erste Single wird erst demn\u00c3\u00a4chst erscheinen. F\u00c3\u00bcr die Dogs war es allem Anschein nach der erste Auftritt in Deutschland \u00c3\u00bcberhaupt. Und sie haben ihn sichtlich genossen.<\/p>\n<p>Als n\u00c3\u00a4chste Band in dem seltsam zusammengestellten Line-Up folgten The Soundtrack of our Lives. Die schwedische Band mit der treuen Fangemeinde, deren neues Album &#8220;origin vol. 1&#8221; in der aktuellen &#8220;Visions&#8221; mit den Worten beschrieben wird, sie sei &#8220;ein Paradest\u00c3\u00bcck an ausgefeiltem Songwriting und ganz einfach Rockmusik in ihrer sch\u00c3\u00b6nsten Gestalt&#8221;. Die schwedische Band, mit der ich aber dennoch noch nie etwas anfangen konnte. Und auch dieser Auftritt hat nichts daran ge\u00c3\u00a4ndert. Vielleicht liegt es ganz einfach am gelinde gesagt seltsamen Frontmann Ebbot Lundberg, der mit seinen Hippie-Gew\u00c3\u00a4ndern, seinem Vollbart, seiner Gestalt f\u00c3\u00bcr Unwohlsein in mir sorgt. Klar, es gibt wirklich h\u00c3\u00b6rbare St\u00c3\u00bccke von T.S.O.O.L., man erinnere sich an &#8220;sister surround&#8221;, das ebenso vorgetragen wurde wie die neue Single &#8220;bigtime&#8221; und viele weitere St\u00c3\u00bccke der neuen Platte. Aber dieses Unwohlsein gepaart mit der f\u00c3\u00bcr mich unspektakul\u00c3\u00a4ren Mischung aus typischer skandinavischer Rockmusik und 70er-Style-Hippie-Musik wich nicht von mir. The Soundtrack of our Lives &#8211; eine Band, die ich mir nie angesehen h\u00c3\u00a4tte, w\u00c3\u00a4ren sie nicht an einem Abend mit Keane aufgetretetn. Und eine Band, die ich mir wohl auch nie wieder ansehen werde.<\/p>\n<p>Nach einer viel zu langen Umbaupause (Hallo? Warum braucht man soooo lang, um ein paar Drums und ein paar Keyboards auf die B\u00c3\u00bchne zu stellen?) erschien dann die Band, die Anfang des Jahres f\u00c3\u00bcr solch gro\u00c3\u0178e Begeisterung im Kopf und Herz des popkulturjunkies gesorgt hatte. Zum ersten Mal konnte ich sie live vor mir sehen. Und sehr schnell stellte sich eine minutenlang andauernde G\u00c3\u00a4nsehaut bei mir ein. Klar, die Musik von Keane ist wom\u00c3\u00b6glich nicht die best-geeignete Musik f\u00c3\u00bcr ein Livekonzert. Melancholischer Piano-Pop &#8211; da muss nicht unbedingt Stimmung aufkommen. Aber die drei von Keane haben das Beste draus gemacht. Haben alles gegeben, ihr Publikum zu unterhalten. Schneller und lauter klingen die Songs live. Interesant auf jeden Fall. S\u00c3\u00a4nger Tom Chaplin wirkte sehr aktiv, lief unerm\u00c3\u00bcdlich auf der B\u00c3\u00bchne herum, legte all seine Emotionen in die Musik und wirkte allenfalls beim wiederkehrenden Niederknien am Rand der B\u00c3\u00bchne etwas zu routiniert. Ein absolutes Erlebnis ist Piano-Mann Tim Rice-Oxley, der solch unglaubliche Bewegungen beim Klavierspiel vollf\u00c3\u00bchrt, hin- und herhampelt, all seine Kraft ins Spiel legt, dass man sich immer wieder fragt, wie er so auch noch alle T\u00c3\u00b6ne treffen kann. Ein gro\u00c3\u0178er Musiker. Etwas leid tat mir der Drummer Richard Hughes. F\u00c3\u00bcr einen Drummer bieten die Keane-Songs nun eben auch keine so gro\u00c3\u0178e Herausforderung. Das Talent von Hughes abzusch\u00c3\u00a4tzen f\u00c3\u00a4llt daher immer etwas schwer, wenn er seine paar Schl\u00c3\u00a4ge auf die Drums vollf\u00c3\u00bchrt. Gespielt haben Keane vorwiegend die St\u00c3\u00bccke des grandiosen Deb\u00c3\u00bctalbums &#8220;hopes and fears&#8221;. Aber auch ein paar f\u00c3\u00bcr das normale deutsche Publikum unbekannte St\u00c3\u00bccke waren dabei: &#8220;allemande&#8221; zum Beispiel, ein langsames, trauriges St\u00c3\u00bcck, das 2003 auf der ersten Ver\u00c3\u00b6ffentlichung der Single &#8220;this is the last time&#8221; erschien (die im November nochmals ausgekoppelt wird) und in einer neuen Version als Bonus-Track der japanischen Version von &#8220;hopes and fears&#8221;. Oder &#8220;on a day like today&#8221;, ein nicht ganz so eing\u00c3\u00a4ngies, aber dennoch sehr sehr sch\u00c3\u00b6nes St\u00c3\u00bcck, das in England auf &#8220;hopes and fears&#8221; enthalten war, den deutschen K\u00c3\u00a4ufern aber frecherweise vorenthalten wurde. Ein neuer, komplett unver\u00c3\u00b6ffentlichter Song war auch noch dabei: &#8220;nothing in your way&#8221;. Insgesamt also auch musikalisch ein selbst f\u00c3\u00bcr Keane-Junkies interessantes Konzert. Und dennoch hatte ich immer wieder Gedanken im Kopf. Vielleicht kennt ihr das: Man entdeckt eine Band. Liebt die Musik, teilt diese Liebe mit ein paar anderen lieben Menschen. Und dann, auf einmal, merkt man, dass es mittlerweile so viele andere, fremde Menschen gibt, die dieselbe Musik mit \u00c3\u00a4hnlicher Intensit\u00c3\u00a4t mag. Manchmal etwas schwer damit umzugehen. Und irgendwie h\u00c3\u00a4tte ich an diesem Abend gewollt, dass Keane nur f\u00c3\u00bcr uns zwei spielen. Und nicht auch noch f\u00c3\u00bcr all diese anderen Menschen. Aber das geht nunmal leider nicht. Und so musste ich nehmen, was ich bekommen konnte. Und das war trotzdem sch\u00c3\u00b6n. So sch\u00c3\u00b6n, dass nun ein paar Tage lang wieder kaum etwas anderes als Keane aus meinen Boxen zu h\u00c3\u00b6ren sein wird.<\/p>\n<p>Wenn ihr mehr Keane-Fotos aus K\u00c3\u00b6ln sehen wollt, andere, zum Teil viel bessere Fotos als das eine von mir gemachte, dann <a href=\"http:\/\/www.keanefans.de\/de\/pics_rsrsk.php\">klickt hier<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nun hab ich sie endlich gesehen, diese tolle Band. Keane. Ein bisschen schwer f\u00c3\u00a4llt es mir, \u00c3\u00bcber den Sonntagabend in K\u00c3\u00b6ln zu schreiben. Weil andere Emotionen und Stimmungen den Tag bestimmten. Dinge, die wichtiger sind als Musik. Und doch war es gut, der Musik eine Chance zu geben, ein bisschen abzulenken. 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