{"id":898,"date":"2004-12-08T01:42:36","date_gmt":"2004-12-07T23:42:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.popkulturjunkie.de\/wp\/?p=898"},"modified":"2004-12-08T01:42:46","modified_gmt":"2004-12-08T00:42:46","slug":"charts-2004-11-22","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.popkulturjunkie.de\/wp\/?p=898","title":{"rendered":"charts (2004-11-22)."},"content":{"rendered":"<p>Es kostet immer wieder riesige \u00c3\u0153berwindung, sich all dieser schlechten Musik zu stellen. Sie mindestens einmal komplett zu h\u00c3\u00b6ren. Und so bin ich schon wieder zwei Wochen in Verzug geraten. Shame on me. Aber ich konnte mich gl\u00c3\u00bccklicherweise ein weiteres Mal \u00c3\u00bcberwinden und pr\u00c3\u00a4sentiere somit: popkulturjunkies Kritiken zu den New Entries der deutschen Single-Charts vom 22. November 2004.<\/p>\n<p>98: Jadakiss feat. Anthony Hamilton &#8211; &#8220;why&#8221;<br \/>\nIn 97,8 % aller F\u00c3\u00a4lle hasse ich Hip Hop. Weil ich mit einem Gro\u00c3\u0178teil dieses Genres einfach nichts anfangen kann. Hauptursache: Fehlende Melodien. Dieses St\u00c3\u00bcck von einem gewissen Jadakiss, der wie eine kurze Recherche ergeben hat in Wirklichkeit Jason Philips hei\u00c3\u0178t aus einem kleinen amerikanischen Ort namens Yonkers stammt und schon mit Eminem gerappt hat, geh\u00c3\u00b6rt nicht zu den 97,8%. Zwar ist auch hier keine richtige Melodie zu erkennen, aber daf\u00c3\u00bcr authentischer, leicht dreckiger Rap, der absolut nicht unangenehm ist. 4 von 10 Punkten.<\/p>\n<p>89: Prince &#8211; &#8220;cinnamon girl&#8221;<br \/>\n46 ist er nun schon. Und nach einer langen Zeit, die er in der Bedeutungslosigkeit verbracht hat, ist er in diesem Jahr mit seinem &#8220;musicology&#8221;-Album wieder zur\u00c3\u00bcckgekehrt ins Rampenlicht. Nun ist die zweite Single &#8220;cinnamon girl&#8221; da. Und sie ist ein ziemlicher Ohrwurm. Typischer Prince-Soul-Funk mit netter Melodie. Und kein bisschen angestaubt. In dieser Form kann Prince ruhig noch ein paar Jahrzehnte Musik machen. 6 von 10 Punkten.<\/p>\n<p>87: Big &#038; Rich &#8211; &#8220;save a horse (ride a cowboy)<br \/>\nAber was zur H\u00c3\u00b6lle ist das denn nun? Zwei Pfeiffen namens Big Kenny und John Rich, die mit ihrem Country-Pop in den USA gro\u00c3\u0178en Erfolg haben. Aber warum denn nun auch hier? Wohl weil sie vor Kurzem in &#8220;TV total&#8221; aufgetreten sind. Und da fand der eine oder andere Zuschauer die Herren wohl so toll, dass sie nun immerhin auf Rang 87 eingestiegen sind. Grauenhafte Musik, die fast so schlim ist, wie seinerzeit die Erg\u00c3\u00bcsse des gl\u00c3\u00bccklicherweise fast vergessenen Projekts Rednex. 1 von 10 Punkten.<\/p>\n<p>78: Gigi D&#8217;Agostino &#038; Datura &#8211; &#8220;summer of energy&#8221;<br \/>\nSch\u00c3\u00b6n, im November eine Platte zu ver\u00c3\u00b6ffentlichen, die &#8220;summer of energy&#8221; hei\u00c3\u0178t. Gigi D&#8217;Agostino ist fr\u00c3\u00bcher auch schon mal h\u00c3\u00b6her in die Charts eingestiegen, aber die Kids wollen eben keinen Kirmes-Trance mehr, sondenr lieber Hip Hop. Der Song ist eine inspirationslose Melodien-Reiterei mit Sprachfetzen und einer Prise Opernhaftem Gesang, die allerdings so langsam vor sich hin schneckt, dass mir schleierhaft ist, wie man danach auch noch tanzen soll. Egal. 2 von 10 Punkten.<\/p>\n<p>72: Virginia Jetzt! &#8211; &#8220;das ganz normale leben&#8221;<br \/>\nDie Meinungen zu Virginia Jetzt! gehen fundamental auseinander. Die Einen bezeichnen die Band als deutsche Keane, die Anderen als Schlager-Fuzzis mit peinlichen texten. Ich geh\u00c3\u00b6re eher zu den Einen als zu den Anderen. Zumal die neue Single &#8220;das ganz normale leben&#8221; fast ganz genau so beginnt wie &#8220;somewhere only we know&#8221; der gro\u00c3\u0178artigen Keane. Nach diesen Anfangs-Sekunden entwickelt sich der Song allerdings gl\u00c3\u00bccklicherweise in eine andere Richtung. Virginia Jetzt! machen unaufgeregten, leicht melancholischen, einfach sch\u00c3\u00b6nen deutschsprachigen Indie-Pop. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. 7 von 10 Punkten.<\/p>\n<p>50: Preluders &#8211; &#8220;do you love me?&#8221;<br \/>\nKurz bevor die neue &#8220;Popstars&#8221;-Band gek\u00c3\u00bcrt wird, kommt eine der alten nochmal schnell mit einer neuen Single um die Ecke. Die Preluders, die noch nie wussten, in welche musikalische Richtung sie sich entwickeln sollen, interpretieren diesmal Rock&#8217;n&#8217;Roll im Stil der 50er oder 60er Jahre. Und das so amateurhaft, dass man beinahe einsch\u00c3\u00a4ft, dann aber gerade noch so den Stop-Knopf findet. 1 von 10 Punkten.<\/p>\n<p>47: L&#8217;Ame Immortelle &#8211; &#8220;stumme schreie&#8221;<br \/>\nManchmal glaube ich, f\u00c3\u00bcr all diese Gothic-Bands in den Charts sind einzig und allein die neuen Bundesl\u00c3\u00a4nder verantwortlich. Man braucht nur mal einen Tag mit offenen Augen durch einen beliebigen Ort im Osten gehen und entdeckt so viele schwarz-gekleidete und -geschminkte Menschen wie man sie im Westen vielleicht in einem Jahr zu sehen kriegt. L&#8217;Ame Immortelle sind auch so eine dort sehr beliebte Band, die grauenhafterweise auch schonmal mit Oomph! zusammengearbeitet hat. Eine Dame mit in der in der Szene sehr beliebten Haarfarbe Rot, dazu ein Herr mit Depeche-Mode-in-den-80ern-Kurzhaarschnitt, beide \u00c3\u2013sterreicher, machen leicht \u00c3\u00bcber-pathetischen Gothic-Pop-Rock. Nichts aufregendes, aber ab und zu durchaus konsumierbar. 4 von 10 Punkten.<\/p>\n<p>31: 3rd Wish &#8211; &#8220;nina&#8221;<br \/>\nNoch so ein viel zu sp\u00c3\u00a4ter Sommerhit. 3rd Wish sind eine Teenie-Boyband aus Florida, machen hier Latino-Pop, der extrem klebrig ist. In das eine Ohr rein, aus dem anderen raus. Und schon vergessen. Zum Gl\u00c3\u00bcck. 2 von 10 Punkten.<\/p>\n<p>30: Anastacia &#8211; &#8220;welcome to my truth&#8221;<br \/>\nAnastacia hat soeben die &#8220;Maxim&#8221;-Wahl zur &#8220;Woman of the Year&#8221; in der Kategorie &#8220;Pop International&#8221; gewonnen. Und jetzt fragt bitte nicht mich, wie zur H\u00c3\u00b6lle das geschehen konnte? An &#8220;welcome to my truth&#8221; liegt das zumindest nicht. Das ist n\u00c3\u00a4mlich lediglich ein weiterer der langweiligen, \u00c3\u00bcberfl\u00c3\u00bcssigen, \u00c3\u00bcberbewerteten, nervigen Ansatacia-Pop-Songs. Mehr nicht. 2 von 10 Punkten.<\/p>\n<p>23: Gwen Stefani &#8211; &#8220;what you waiting for&#8221;<br \/>\nApropos &#8220;\u00c3\u00bcberbewertet&#8221;. Dazu geh\u00c3\u00b6rt f\u00c3\u00bcr mich auch Gwen Stefani. Warum taucht diese Frau gerade in s\u00c3\u00a4mtlichen Medien auf? Etwa, weil sie so h\u00c3\u00bcbsch ausgeflippt aussieht? An ihrer Musik kann es nicht liegen. Auch wenn &#8220;what you waiting for&#8221; ein ziemlicher Ohrwurm ist &#8211; der eigentlich recht positive Eindruck wird aber durch viele schlimme Ideen, wie ein andauerndes &#8220;tic tac tic tac&#8221; und andere Gesangs-, St\u00c3\u00b6hn- und Sprechger\u00c3\u00a4usche wieder zerst\u00c3\u00b6rt. F\u00c3\u00bcr Stefani-Verh\u00c3\u00a4ltnisse dennoch ganz okay. 4 von 10 Punkten.<\/p>\n<p>9: U2 &#8211; &#8220;vertigo&#8221;<br \/>\nEins vorweg: Das neue U2-Album ist schlecht. Schlecht wie nahezu alles, was seit 10 Jahren von dieser Band kam. Aber: &#8220;vertigo&#8221; ist ein Hammer. Die beste Idee, die U2 wohl jemals hatten, ist die, dieses St\u00c3\u00bcck als erste Single auszukoppeln. Denn so rennen die Leute in Scharen in die Plattenl\u00c3\u00a4den und kaufen das schlechte Album, weil sie sich noch viel mehr Songs \u00c3\u00a0 la &#8220;vertigo&#8221; erhoffen. Pech gehabt. F\u00c3\u00bcr &#8220;vertigo&#8221; gibt&#8217;s aber v\u00c3\u00b6llig verdiente 8 von 10 Punkten.<\/p>\n<p>8: Blue &#8211; &#8220;curtain falls&#8221;<br \/>\nAch, was w\u00c3\u00a4r es sch\u00c3\u00b6n, wenn auch f\u00c3\u00bcr Blue der &#8220;curtain&#8221; fallen w\u00c3\u00bcrde&#8230; Dann m\u00c3\u00bcsste man dieses ewige Geseiere der englischen Boyband-Schleimer nicht l\u00c3\u00a4nger ertragen. 1 von 10 Punkten.<\/p>\n<p>4: Destiny&#8217;s Child &#8211; &#8220;lose my breath&#8221;<br \/>\nBeyonc\u00c3\u00a9 Knowles hat sich also nochmal aufgerafft, mit ihren Kolleginnen ein neues Destiny&#8217;s-Child-Album aufzunehmen. Ob sie damit an die alten Zeiten und gro\u00c3\u0178e Hits ankn\u00c3\u00bcpfen k\u00c3\u00b6nnen, wird sich zeigen. Der Anfangserfolg von &#8220;lose my breath&#8221; ist aber nachvollziehbar. Ein nettes, rhythmisches Ohrwurmst\u00c3\u00bcck, dem der gro\u00c3\u0178e Kick zwar fehlt, das aber h\u00c3\u00b6rbar ist. 4 von 10 Punkten.<\/p>\n<p>3: Jeanette &#8211; &#8220;run with me&#8221;<br \/>\nJeanette Biedermann ist eine meiner absoluten Lieblings-&#8220;K\u00c3\u00bcnstlerinnen&#8221;. Sie vereint alles, was man braucht, um in diesen Kritiken mit m\u00c3\u00b6glichst wenigen Punkten bedacht zu werden. Schlimme Musik, ein peinliches Auftreten, eine extrem gro\u00c3\u0178e Pseudo-Rockstar-Attit\u00c3\u00bcde usw. &#8220;run with me&#8221; ist genau die richtige Musik f\u00c3\u00bcr diejenigen, die auch Leute wie Bryan Adams immer noch toll finden. Das Tollste an der Single: Es gibt eine Pop- und eine Rock-Version des Liedchens. Was an der Rock-Version allerdings Rock sein soll? Aber lassen wir das&#8230; 1 von 10 Punkten.<\/p>\n<p>2: Sarah Connor &#8211; &#8220;living to love you&#8221;<br \/>\nIn einigen Jahren wird es Shows im Fernsehen geben, wie &#8220;Die 00er Show&#8221; oder &#8220;Die peinlichsten Dinge der 00er&#8221;. Dort wird man sich lang und breit lustig dar\u00c3\u00bcber machen, dass die Menschen in den 00er Jahren Jeanette Biedermann und Sarah Connor zu Popstars gemacht haben. Und man wird denken, wie schlecht dieses Jahrzehnt doch gewesen sein muss, wenn man so miese Musik geh\u00c3\u00b6rt hat. Man wird dabei vergessen, dass es sehr wohl verdammt gute Musik in diesen Jahren gab. Die Schnulzballade der Frau Connor schleimt unertr\u00c3\u00a4glich vor sich hin. Immerhin hat sie es geschafft, ein paar Leute zu mobilisieren, die in den Laden rennen und nicht die neuen Singles von Jeanette Biedermann und Sarah Connor kaufen, sondern nur die von Sarah Connor. 2 von 10 Punkten f\u00c3\u00bcr diese Ressourcen-Verschwendung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es kostet immer wieder riesige \u00c3\u0153berwindung, sich all dieser schlechten Musik zu stellen. Sie mindestens einmal komplett zu h\u00c3\u00b6ren. Und so bin ich schon wieder zwei Wochen in Verzug geraten. Shame on me. 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