Dienstag, Februar 17, 2004
 
Sigur Rós und Radiohead haben ja im letzten Jahr einen gemeinsamen improvisierten Soundtrack zu einer Tanzproduktion von Merce Cunningham namens "Split Sides" produziert. Und diese garantiert tollen 30 Live-Minuten kommen nun endlich auf CD heraus. "ba ba ti ki di do" heißt die EP. Und die 3 Tracks darauf "ba ba", "ti ki" und "di do". Vorerst gibt's das alles zwar nur im Apple iTunes Music Store - also in Deutschland gar nicht, aber ab Ende März dann auch auf CD - und damit auch hier.

 
Er ist da! Der Clip zur grandiosen neuen Vines-Single "ride"! Er ist zwar nicht aufregend gut, aber hey: The Vines sind endgültig wieder da. Und das ist doch schon groß genug. Und das Album "winning days" braucht auch nicht mehr lang, bis es in den Läden steht. Am 22. März ist es soweit. Und bis dahin: hier klicken und "ride" sehen.

 
Und gleich hinterher: die nächsten 3 TV-Neustart-Kritiken:

"Lippe blöfft" / Das Erste / WDR+Werner Kimmig GmbH / samstags, 20.15 Uhr - Start: 14. Februar 2004
Jürgen von der Lippe ist zurück im Samstagabendprogramm. Zurück bei der ARD. Zurück beim Fernsehen der 80er und 90er Jahre. "Lippe blöfft" sieht genauso aus wie "Geld oder Liebe". Es fühlt sich genauso an. Und das macht die neue Show nicht besser. Von der Lippe erzählt Dinge, drei (in der ersten Show extrem nervige) Kandidaten müssen raten, ob von der Lippe lügt oder die Wahrheit erzählt. Seltsame Menschen führen seltsame Dinge vor, von der Lippe moderiert unspektakulär, unaufgeregt, selten amüsant. "Lippe blöfft" ist altmodisches, uninspiriertes Fernsehen. Eine Show, die schnell wieder in Vegessenheit geraten wird. 4 von 10 Punkten.

"Kingpin - Kartell des Todes" / Premiere 1 / Spelling Television / donnerstags, 20.15 Uhr - Start: 12. Februar 2004
Der Machtkampf in einem mexikanischen Drogenkartell steht im Mittelpunkt dieser US-Serie, die nicht über 6 Folgen hinauskam und deswegen sicher auch für wenig Geld an Premiere verkauft wurde. Das Oberhaupt des Kartells stirbt, zwei Neffen kämpfen um die Macht an der Spitze. Eine amerikanische DEA-Agentin ist ihnen auf der Spur. Das alles ist wie bei amerikanischen Network-Serien üblich ("Kingpin" lief dort bei NBC) exzellent produziert und sehr gut besetzt. Es braucht allerdings einige Zeit, bis man so richtig in die Serie hineinkommt. Und da es leider nur 6 Folgen gibt, ist sie dann auch schon bald wieder zu Ende. Schade. 7 von 10 Punkten.

"Alles wegen Grace" / RTL / Ladybug Productions / sonntags, ca. 8 Uhr - Start: 8. Februar 2004
Eine amerikanische Comedyserie, die als "State of Grace" 2001 und 2002 in zwei Staffeln beim US-Kabelsender ABC Family lief. "Alles wegen Grace" erzählt die Kindheitserinnerungen der Journalistin Hannah Rayburn in den 60er Jahren. Hannah hat strenge Eltern, zieht nach North Carolina, kommt auf ein katholisches Internat und lernt dort ihre beste Freundin Grace kennen - und ihrer verrückte, glamouröse Familie. So ganz versteht man nicht, was "Alles wegen Grace" von einem will. Die Serie ist zwar sehr liebevoll produziert, aber nicht wirkloch witzig oder interessant. So ist es auch kein Wunder, dass RTL sie sonntagfrühmorgens wegsendet. Zu zivileren Zeiten hätte sie wohl keine Chance beim Publikum. Es gibt definitiv bessere Serien, in denen eine Kindheit in den USA erzählt werden. Man denke nur an "Wunderbare Jahre" ("The Wonder Years" oder die aktuellere Serie "Oliver Beene". Für "Alles wegen Grace" gibt es leider nur 3 von 10 Punkten.

 
Seit ein paar Minuten sind die popkulturjunkie-meta-kritik-seiten mit den Kinostarts vom 19. Februar online. Unter den 5 Neustarts gibt es zwei Filme mit extrem guten Kritiken ("Cold Mountain" und "Pieces of April"). Ich werde mir trotz mittelmäßiger Kritiken außerdem "Die Nacht singt ihre Lieder" ansehen. Weil ich deutsche Filme mag. Weil Romuald Karmakar ein brillanter Regisseur ist. Weil Frank Giering einer der besten Schauspieler überhaupt ist. Und weil ich die Melancholie liebe.

Montag, Februar 16, 2004
 
Oh mein Gott! C.C.Catch singt Kylie Minogue! Wobei das Wort "singt" schon eine Übertreibung ist für diese Darbietung. Ich glaube, mein Essen kommt mir wieder hoch.

 
Und was ich mich noch frage: Was macht eigentlich dieser "Big Brother"-Jürgen andauernd in all diesen Shows. Hat der nichts anderes zu tun als ständig irgendwo im Publikum rumzuhocken? Oder hat er gedacht, dass er auch eine Art Comeback bekommt, wenn er da auf der Tribüne sitzt?

 
Und interessant ist, wenn diese "Deutschland sucht den Superstar"-Kandidatin, deren Name mir gerade nicht einfällt am Samstag "trouble" von Pink besser singt als diese nervige Tic-Tac-Toe-Jazzy jetzt gerade. Allein, wie sie "trouble" (tuaaabl) ausspricht, ist schon unterirdisch.

 
Aber traurig ist das schon irgendwie: Wenn jemand wie Limahl, der wahrscheinlich nie zu den besten Sängern gehörte, einen leider nicht schlechten Song von Seal komplett verhunzt und damit seinen Mythos, der noch lang weitergelebt hätte, vollkommen zerstört.