Genau heute vor 25 Jahren hat Commodore der Weltöffentlichkeit den ersten Amiga vorgestellt. Einen für damalige Verhältnisse revolutionären Homecomputer. Der Amiga hat mich in den Jahren von 1989 bis Mitte der 90er begleitet und mir einen bis heute unerreichten Spaß mit Computerspielen beschert. Und das 25. Jubiläum nutze ich jetzt einfach mal, um meine Lieblings-Häuserwand in Düsseldorf zu präsentieren. Wohlgemerkt: Das Foto stammt nicht aus den 80ern, sondern aus dem Jahr 2010. Und wer es nicht glaubt, nimmt einfach den Hinterausgang aus dem Düsseldorfer Hauptbahnhof, geht/fährt die Ludwig-Erhard-Allee entlang, biegt dann rechts in die Kölner Straße und schaut direkt nach dem Abbiegen nach rechts oben. Toll, wenn solche Erinnerungen an alte Zeiten in der Öffentlichkeit überleben.
Meine Heavy-Metal-Phase liegt zwar schon ca. 20 Jahre zurück, aber bei diesem Video kriege ja sogar ich nochmal weiche Knie. Metallica, Slayer, Megadeth und Anthrax spielen – alle zusammen live auf der Bühne – “am i evil?” von Diamond Head.
Wieder einer der besten, der zu früh gegangen ist.
Frank Giering lernte ich durch seine Hauptrolle in “Absoluter Giganten” kennen. Ein Film, den ich noch heute für einen der besten deutschen Filme aller Zeiten halte. Neben der unfassbar guten Musik von Sophia werde ich auch ein paar Zitate aus dem Film nie vergessen – und den heimlichen Wunsch, irgendwann mal bei McDonalds “dreimal alles” zu bestellen. Ohne Frank Giering hätte ich all das vielleicht nicht bis heute behalten. Die Melancholie in seinen Augen, die perfekte Verkörperung der Rolle, Giering war von diesem Augenblick an ein Schauspieler, wegen dem ich mir Filme ansah, die mich sonst vielleicht gar nicht interessiert hätten.
Mich hat der Tod eines “Prominenten” selten so berührt wie dieser.
[00.03] Das war’s. Uneinholbarer Vorsprung. Lena hat gewonnen. Dass ich das nochmal erleben darf…
[23.39] Lena gewinnt! Un! Glaub! Lich!
[23.20] Schöne Idee, dieser Dance-Flashmob. Und Düsseldorf war auch dabei.
[25 Dänemark] Klingt tatsächlich ein bisschen nach ABBA. Aber wessen 30 Jahre alte Frisur trägt er auf? Gut, dass jetzt Schluss ist 3/10 Punkten
[24 Israel] Ein Israeli singt ein französisches Chanson. Auf hebräisch. Und hört gar nicht mehr auf. Hmm. 4/10 Punkten
[23 Portugal] Immerhin singt mal eine nicht englisch. Klingt nach einem 80er-Song, auf den ich nicht komme. Okay. 5/10 Punkten
[22 Deutschland] Hach, Unsere Lena. Für den Song 7/10 Punkten. Für Lena noch viel mehr.
[21 Armenien] Langweilig! Wo bleibt Lena? 3/10 Punkten
[20 Russland] Meint er das ernst? Oder ist das ne Art russischer Humor, den ich nicht verstehe? Jede Schülerband ist besser. Der Tiefpunkt. 0/10
[19 Rumänien] Zwei Keyboards auf einem Glastisch. Gedoptes Gekreische ohne Inspiration. Ein Alptraum. 2/10 Punkten
[18 Frankreich] Mitgröhl-Hymne für besoffene Fußballfans. Zum Glück ist die Fußball-WM nicht in Frankreich. Ganz ganz schlimm. 1/10 Punkten
[17 Ukraine] Ukrainische Klischee-Blondine singt gar nicht mal soooo schlechten Rocksong. 5/10 Punkten
[16 Island] Aus Island hätte ich aber was Netteres erwartet als ein Plastikgesicht mit nem Kirmestechno-Nümmerchen. 3/10 Punkten
[15 Albanien] Ost-europäisches Weather Girl singt “every ting that i need”. Puh. 3/10 Punkten
[14 Türkei] Eine türkische Version von “Linkin Park meets The Rasmus” Oder so. Sehr sehr mittelmäßiger Kommerz-Poprock. 4/10 Punkten
[13 Georgien] Ausdruckstänzer tanzen den Untergang der Titanic. Die Frau kann immerhin singen. Besser als das meiste vorher. 5/10 Punkten
[12 Großbritannien] Hab erst “Jon Bon Jovi” verstanden. War dann aber doch nur ein schleimiges Bübchen mit einem 80er-Schlagerchen. Peinlich. 2/10 Punkten
[11 Griechenland] Pleite-Griechen machen Schleichwerbung für Burger King, um an Geld zu kommen: “Whopper! Whopper!” 3/10 Punkten
[10 Irland] Solides Grand-Prix-Geträller der alten Schule. Zum Glück auch ohne Trickkleid. 4/10 Punkten
[09 Weißrussland] Mit richtigen Sängern wäre das immerhin ne mittelmäßige Schmalzballade. Aber so? Für die Trickkleider: 3/10 Punkten
[08 Serbien] Oh! Mein! Gott! Jetzt hab ich aber wirklich Angst. Und der Song ist doch ein Medley aus mindestens 27 Songs. 2/10 Punkten
[07 Belgien] Ein James-Blunt-Imitator singt einen Tracy-Chapman-Song? Sowas muss doch auch nicht sein. 4/10 Punkten
[06 Bosnien-Herzegowina] Sieht aus wie Ross Antony in hetero. Aber immerhin so eine Art Rockmusik. Und dann “Thunder and Lightning”. Puh. Trotzdem: 5/10 Punkten
[05 Zypern]Ein schief singender James Blunt für Arme. Ich kämpfe zum ersten Mal mit dem Schlaf. 3/10 Punkten
[04.Moldawien] Und jetzt eine die aussieht wie Lady Gaga. Und Typen, die ne Zeitreise aus den 80ern gemacht haben. Und Europop von der Stange 3/10 Punkten
[03 Norwegen] Klingt wie irgendeine Nationalhymne. So staatstragend und humorlos. Keine Titelverteidigung für Norwegen. 4/10 Punkten
[02 Spanien] Sieht aus wie Art Garfunkel. Macht mir Angst. Und diese tanzenden Clowns! 3/10 Punkten
[01 Aserbaidschan] Im Refrain klingts nach Lady Gaga in langsam. Und die ist Mitfavoritin? Dann kann ja nichts Spannendes mehr kommen. 5/10 Punkten
[21.09] Drei Moderatoren? Warum nicht gleich 7? Oder 18?
[20.58] Wort zum Sonntag – Zero points!
[20.48] Hilfe! Der Graf! die größte Witzfigur des aktuellen Chart-Geschehens!
[20.45] Ich hab mich im Übrigen wie in jedem Jahr gewissenhaft vorbereitet und kenne daher außer Lena keinen einzigen Teilnehmer.
[20.33] Nena und Xavier Naidoo? Bitte kein Duett!!!
[20.27] So kurz vorher noch ne Liveschalte? Respekt.
[20.20] “Heute ist Lena-Day” sagt der Moderator und Mister Regisseur zeigt Nena. Klarer Fall für den Ohrenarzt.
[20.15] Wie in jedem Jahr wird der Song Contest auch diesmal in diesem Blog begleitet. Da inzwischen die meiste Kommunikation bei solchen Live-Events aber über Twitter und Facebook stattfindet, mache ich das diesmal auch. Das sieht dann so aus, dass ich twittere und diese Tweets in diesem Blog-Eintrag gesammelt werden. Und über Facebook gibt’s die Tweets natürlich auch.
Heute abend werde ich in diesem Blog wie in jedem Jahr den Song Contest live mit kleinen gehässigen Kommentaren begleiten. Für MEEDIA hab ich in den vergangenen Tagen schon zwei Song-Contest-Geschichten geschrieben – eine mit den deutschen Tops und Flops – und eine mit den letzten Infos vor dem Finale: Startreihenfolge, Jury, Regeln, nutzlosem Wissen usw. Und weil diese beiden Artikel natürlich Popkultur pur liefern, passen sie als Vorbereitung für heute abend auch perfekt in dieses Blog. Here we go:
In welcher Reihenfolge starten die 25 Kandidaten im Finale?
Die ausgeloste Startreihenfolge sieht wie folgt aus:
01 Aserbaidschan / Safura – “Drip Drop”
02 Spanien / Daniel Diges – “Algo Pequeñito (Something Tiny)”
03 Norwegen / Didrik Solli-Tangen – “My Heart Is Yours”
04 Moldawien / Sunstroke Project & Olia Tira – “Run Away”
05 Zypern / Jon Lilygreen & The Islanders – “Life Looks Better In Spring”
06 Bosnien & Herzegowina / Vukašin Brajic – “Thunder And Lightning”
07 Belgien / Tom Dice – “Me And My Guitar”
08 Serbien / Milan Stankovic – “Ovo Je Balkan”
09 Weißrussland / 3+2 – “Butterflies”
10 Irland / Niamh Kavanagh – “It’s For You”
11 Griechenland / Giorgos Alkaios & Friends – “OPA”
12 Großbritannien / Josh – “That Sounds Good To Me”
13 Georgien / Sofia Nizharadze – “Shine”
14 Türkei / maNga – “We Could Be The Same”
15 Albanien / Juliana Pasha – “It’s All About You”
16 Island / Hera Björk – “Je Ne Sais Quoi”
17 Ukraine / Alyosha – “Sweet People”
18 Frankreich / Jessy Matador – “Allez Olla Olé”
19 Rumänien / Paula Seling & Ovi – “Playing With Fire”
20 Russland / Peter Nalitch & Friends – “Lost And Forgotten”
21 Armenien / Eva Rivas – “Apricot Stone”
22 Deutschland / Lena – “Satellite”
23 Portugal / Filipa Azevedo – “Há Dias Assim”
24 Israel / Harel Skaat – “Milim”
25 Dänemark / Chanée & N’evergreen – “In A Moment Like This”
Und wie funktioniert die Punktevergabe? Was haben die Jurys zu melden?
Alle 39 Länder, die an Halbfinals und dem Finale teilnehmen bzw. teilgenommen haben, dürften im Finale mitbestimmen. Die jeweiligen Punkte des Landes setzen sich zu je 50% aus dem Telefon/SMS-Voting und der Entscheidung einer Jury zusammen. Jury- und Publikums-Voting wird dabei jeweils in das bewährte Punktesystem 12, 10, 8, etc. umgerechnet und aus diesem Gesamtergebnis entsteht die endgültige Reihenfolge dafür, welche Teilnehmer aus dem betreffenden Land die 12, 10, 8, usw. Punkte bekommen.
Also schaut sich die Jury die Show an und entscheidet dann zeitgleich mit dem Fernsehpublikum?
Nicht ganz. Entscheidend für die Jury-Wertung ist nicht wie man meinen sollte, die Finalshow am Samstagabend, sondern die zweite Generalprobe vom Freitagabend. Die Juroren schauen sich diese Probe, die auch vor Hallenpublikum stattfand, als DVD-Mitschnitt an und treffen dann ihre Entscheidung.
Wer sitzt denn in der deutschen Jury?
Die deutsche Jury besteht aus Sängerin Mary Roos, Radiomoderatorin Hadnet Tesfai, Sänger Johannes Oerding, 1Live-Programmchef Jochen Rausch und als Jury-Präsident Hape Kerkeling. Der wird am späten Abend dann auch das Punkte-Ergebnis aus Deutschland verkünden: “Das war schon immer mein großer Traum. Einmal sagen ‘Twelve points’.”
Welches Land war denn in der Geschichte des “Song Contests” das erfolgreichste?
Betrachtet man die Zahl der Siege, dann ist das ganz klar Irland. Siebenmal haben die Iren den Contest gewonnen: 1970, 1980, 1987, 1992, 1993, 1994 und 1996. Zweimal gewann dabei Johnny Logan und auch die diesjährige Teilnehmerin Niamh Kavanagh gehörte schon zu den irischen Siegern, nämlich 1993. Jeweils fünfmal gewonnen haben Großbritannien, Frankreich und Luxemburg. Johnny Logan ist im Übrigen auch der erfolgreichste Teilnehmer: Neben seinen beiden Siegen als Sänger komponierte er auch noch den 1992er-Sieger-Titel “Why me” für Linda Martin.
Wie viele Leute schauen sich den “Song Contest” denn an?
Im vergangenen Jahr waren es laut EBU rund 124 Mio. TV-Zuschauer in aller Welt. Den deutschen Rekord der vergangenen 20 Jahre hält die Show aus dem Jahr 1998, als 12,67 Mio. Leute im Ersten Guildo Horn zusahen. 2009 waren es 7,36 Mio.
Und wie ist das mit den Punkten? Woher bekommt Deutschland traditionell die meisten? Und wem geben die Deutschen die meisten?
In den vergangenen zehn Jahren gab es für Deutschland die meisten Punkte aus Spanien, nämlich 50 – deutschen Spanien-Urlaubern sei Dank. 41 Punkte gab es in diesem Zeitraum aus der Schweiz, 31 aus Österreich, 28 aus Großbritannien und 26 aus Frankreich. Punkte aus Deutschland wurden am meisten an die Türkei vergeben, nämlich satte 93. Seit 2003 gab es immer 10 oder 12 deutsche Punkte für die Türken. Dahinter folgen in der deutschen Beliebtheitsskala Griechenland mit 68 Punkten, Russland mit 36, Dänemark mit 30 und Serbien mit 29.
Wie sehen den nun Lenas Siegchancen aus?
Das lässt sich natürlich nur schwer prophezeien. Indizien, dass sie zu den Favoriten gehört, gibt es aber. So liegt sie bei vielen Online-Wettbüros derzeit auf Platz 2 hinter Aserbaidschan. Googles Prognosetool, das auf Suchanfragen in allen teilnehmenden Ländern basiert, prophezeit sogar einen Sieg für Lena. Und immerhin: Im vergangenen Jahr hat Google den norwegischen Sieger Alexander Rybak korrekt vorher gesagt.
Und was ist mit Deutschland? Welches waren die erfolgreichsten und erfolglosesten deutschen Kandidaten?
Die Flop 5:
1. Leon – “Blauer Planet” (1996 / nicht für das Finale qualifiziert / YouTube)
Heute mehr denn je eine Skurrilität der Grand-Prix-Geschichte. Hanne Haller kam 1996 auf die Idee, eine Art Kopie des 80er-Hits “Major Tom” von Peter Schilling ins Rennen zu schicken. Mit Textzeilen wie “Vieles könnte echt besser sein. Vielleicht fällt mir hier oben was ein” kam der Song nicht ins Finale des Song Contests – zum ersten und einzigen Mal gab es keinen deutschen Teilnehmer in der Finalshow. Leon tritt übrigens – sichtlich verändert – auch heute noch als “sympathischer Sänger” auf.
2. Stone & Stone – “Verliebt in Dich” (1995 / 23. (Letzter) / YouTube)
Ohne nationale Vorentscheidung durfte das niederländisch-iranische Duo Stone & Stone 1995 für Deutschland antreten. Hatten sie bis dahin immer auf englisch gesungen, musste der Song “Verliebt in Dich” extra für den Song Contest umgeschrieben werden. Ob der grauenhafte Auftritt damit zu tun hatte – man weiß es nicht. Es gab zumindest nur einen einzigen Punkt – aus Malta. Deutschland wurde zum ersten Mal Letzter, Stone & Stone lösten sich kurze Zeit danach auf.
3. Gracia – “Run & Hide” (2005 / 24. (Letzter) / YouTube)
Auch heute noch erschreckend, wie schlecht die ehemalige “DSDS”-Kandidatin Gracia im 2005er-Finale gesungen hat. Leicht hatte sie es aber auch nicht, denn der Song “Run & Hide” war ein leierndes Etwas, das selbst in den deutschen Charts nur Platz 20 erreichte – und auch noch in eine Charts-Manipulations-Affäre schlidderte. Beim Song Contest gab es ganze 4 Punkte – zwei aus Monaco und zwei aus Moldawien. Letzter!
4. No Angels – “Disappear” (2008 / 23. (Drittletzter) / YouTube)
Mit diesem Misserfolg hatte wohl kaum jemand gerechnet. Die ehemalige “Popstars”-Band No Angels, die in Deutschland bis dahin vier Nummer-1-Hits hatte und 12 Singles in die Top Ten brachte, versagte ausgerechnet beim Song Contest bitterlich. Der Live-Auftritt war peinlich, die vier Damen sangen schief und ruinierten damit den eigentlich eingängigen Song. Mit nur 14 Punkten wurden die No Angels Drittletzte – 12 der 14 Punkte kamen aus Bulgarien, Heimatland von No Angel Lucy Diakowska.
5. Joy Fleming – “Ein Lied kann eine Brücke sein” (1975 / 17: (Drittletzter) / YouTube)
Die bis in die 90er hinein schlechteste Platzierung, nämlich ein drittletzter Platz, ging 1975 auf das Konto von Joy Fleming. “Ein Lied kann eine Brücke sein” war offenbar nicht eingängig genug, Ohrwurm-Potenzial fehlte weitgehend, schlecht war der Song im Gegensatz zu vielen anderen Kandidaten nicht. Dennoch gab es Punkte nur aus drei Ländern: Luxemburg, Monaco und Spanien.
Die Top 5:
1. Nicole – “Ein bisschen Frieden” (1982 / Platz 1 / YouTube)
Der Song, an den sich wohl jeder Song-Contest-Fan zurückerinnert. Der größte Erfolg des Komponisten Ralph Siegel. Die damals 17-jährige Nicole sang passend zur Zeit des kalten Krieges über den Frieden – und Europa war begeistert. Als “A little Peace” erklomm der Song sogar unglaublicherweise den ersten Platz der britischen Single-Charts.
2. Wind – “Lass’ die Sonne in dein Herz” (1987 / Platz 2 / YouTube)
Nochmal Ralph Siegel. Zwar gelang ihm nach den Nicole-Coup nie wieder ein Sieg, doch der Gruppe Wind bescherte er nach 1985 zum zweiten Mal den zweiten Platz.
2. Wind – “Für alle” (1985 / Platz 2 / YouTube)
Zwei Jahre zuvor war Wind nämlich schonmal Zweiter. Der Titel “Für alle” stammte allerdings nicht von Ralph Siegel, sondern von der inzwischen verstorbenen Hanne Haller. Die Gruppe wurde extra für den Song Contest zusammengecastet, existiert aber mit vollkommen anderen Bandmitgliedern noch heute. Über 20 Alben hat Wind seit 1985 auf den Markt gebracht.
2. Lena Valeitis – “Johnny Blue” (1981 / Platz 2 / YouTube)
Ralph Siegel, ein leicht melancholischer Schlager, eine blonde Sängerin – das war in den Achtzigern die Garantie für großen Erfolg. Auch “Johnny Blue” stammt nämlich aus der Feder von Ralph Siegel, der von 1976 bis 2003 insgesamt 14 deutsche Teilnehmer-Songs komponierte. Auch Lena Valeitis macht immer noch Musik, stieg in diesem Jahr sogar gerade erst wieder mit ihrem neuen Album in die Charts ein.
2. Katja Ebstein – “Theater” (1980 / Platz 2 / YouTube)
Auch dieser Song ist wohl unvergessen – und auch er stammt von Ralph Siegel. “Theater” passte perfekt zum früheren Namen der Show – zum “Grand Prix d’Eurovision de la Chanson”. Der Song kam in Deutschland zwar nicht über Platz 11 in den Charts hinaus, doch beim Grand Prix wurde er mit Platz 2 belohnt. Ebstein tritt auch heute noch ab und zu auf und war 2007 als Kandidatin bei der RTL-Show “Let’s dance” zu sehen.
Während der neue Song von Interpol, “lights”, schon während des ersten Hörens wächst und wächst…
… ist die erste Solo-Single des Bloc-Party-Sängers Kele Okereke, “tenderoni”, leider eine komplette Enttäuschung. Klingt mehr nach Kirmestechno/Europop der 90er als nach moderner Musik. Schade drum.
… und dann saß ich da, vielleicht 40 Meter entfernt von Arjen Robben, sah den Eckball auf ihn zufliegen, sah seinen Schuss und wusste, dass aus diesem unglaublichen Kurztrip nach Manchester endgültig ein Erlebnis wurde, dass ich in diesem Leben wohl nicht mehr vergessen werde.
Es begann mit einem Gewinnspiel. Ich mache bei solchen Dingen nie mit, doch hier konnte ich nicht widerstehen. Der Trikot-Sponsor des FC Bayern lobte eine Reise nach Manchester aus, mit dem FC Bayern zum Champions-League-Rückspiel. Ich trug meine Daten ein, rechnete aber im Leben nicht mit einem Gewinn. Ein paar Tage später, kurz vor dem Hinspiel, kam der überraschende Anruf: Ich hatte gewonnen. Nachdem das Hinspiel auch noch 2:1 gewonnen wurde, freute ich mich wie ein kleiner Junge auf die Reise.
Am Dienstagmorgen ging es in aller Frühe los. Ich sollte möglichst um 9.30 Uhr in München sein, musste daher viel zu früh aufstehen, um pünktlich mit dem Flieger in München zu sein. Dort angekommen erblickte ich recht schnell den extra für den Flug nach Manchester reservierte Check-In-Bereich, denn – als Teil des Gewinns – durfte ich gemeinsam mit der Mannschaft in einem Lufthansa-Sonderflug nach Manchester fliegen.
Beim Check-In bekamen wir unsere Reiseunterlagen, u.a. mit der Eintrittskarte für das Match…
… und einem Souvenir-Schal, der extra für das Match hergestellt worden war:
Nach einiger Wartezeit tauchten die ersten bekannten Gesichter auf. Funktionäre, Trainerstab und schließlich die Spieler…
Zwischendurch gab es auch die Möglichkeit, die unglaubliche Situation festzuhalten – u.a. in Form eines Fotos mit mir und dem “Bomber” Gerd Müller:
Standen beim Check-In noch zahlreiche Autogrammjäger, Presseleute und Kameramänner parat, lichtete sich das Feld der Neugierigen hinter der Sicherheitskontrolle merklich. Die Spieler saßen fast unbehelligt und warteten auf den Flieger…
…und es tat sich für mich die Möglichkeit auf, die aktuelle “kicker”-Ausgabe veredeln zu lassen:
Schließlich verließ der Flieger den Boden, an Bord neben der Mannschaft und den Funktionären eine Entourage aus Sponsoren, VIPs, der Münchener Fußball-Journalisten-Szene… und … ähm… mir.
In Manchester angekommen fuhr ein Bus uns (das war für die zweieinhalb Tage eine Gruppe aus Sponsoren, FCB-Gästen, Spieler-Freundinnen, dem Bomber, Edmund Stoiber (!) und anderen) zu allererst ins Old-Trafford-Stadion. Wir bekamen etwas zu essen, doch unsere komplette Aufmerksamkeit galt stattdessen dem grandiosen Stadion…
Anschließend ging es noch ins Manchester-United-Museum innerhalb des Stadions, wo u.a. dieser Pott rumsteht, der dann Ende Mai in Madrid den Bayern überreicht wird…
Im Stadion selbst überraschten mich vor allem in den engen, düsteren Gänge. Vom Licht und Raum der modernen Stadien und Arenen ist hier nichts zu spüren, eine Panik sollte lieber nicht ausbrechen…
Lustiges Detail am Rande: Überall im Stadien gibt es statt Aschenbechern Ablageplätze für Kaugummis:
Nach dem Besuch im Stadion ging es dann ins Mannschafts-Hotel, wo auch ich übernachten durfte: das Marriott Worsley Park. Die Mannschaft war schon vor uns eingetroffen:
Am Abend gab es noch ein offizielles Abendessen für die Sponsoren im Restaurant von Rio Ferdinand und als wir zurück ins Hotel kamen, lag dieses tolle Geschenk auf unseren Betten:
Danach fiel ich endgültig müde ins Bett. Der Mittwochmorgen führte unseren Tross..
… dann nach Liverpool ins Museum “The Beatles Story”…
… wo es neben den zahlreichen Beatles-Ausstellungsstücken auch die überraschende Erkenntnis zu sehen gab, dass Edmund Stoiber ein iPhone besitzt:
Auf das Mittagessen verzichtete ich, um stattdessen lieber ein bisschen durch Liverpool zu ziehen, ein paar Dinge einzukaufen und zur Erkenntnis zu kommen, dass man durchaus auch mal ein paar Tage in dieser schönen Stadt verbringen könnte.
Nach der Rückfahrt ins Hotel und einem “Pre-Match-Cocktail”, der aus einem Glas Weißbier bestand, war es dann soweit. Wir fuhren zum Spiel nach Old Trafford. Dort lernten wir zunächst, dass offenbar kein Alkohol mit in den Innenraum genommen werden darf, was dazu führte, dass die FC-Bayern-Fans schon eine Stunde vor Anpfiff vollständig versammelt waren, während sich die Einheimischen bis kurz vor dem Spiel noch in den Pubs aufhielten. Sie bekamen dann zum Teil auch nicht mit, dass Wayne Rooney trotz Verletzung tatsächlich zur Startelf gehörte:
Auf unseren ziemlich guten Plätzen saßen wir neben der Pressetribüne…
… und hatten auch einen guten Blick auf die anderen Fernsehleute:
Schließlich kamen die Teams auf den Platz…
… und die Fans des FC Bayern feierten:
Allerdings nicht sehr lang, denn bekanntermaßen stand es (aus FCB-Sicht) schnell 0:2 und später sogar 0:3.
Das Olic-Tor kurz vor der Halbzeit brachte aber wieder Hoffnung in unseren kleinen Gästeblock und der Engländer, der vor uns saß und uns nach allen drei Toren übelst beschimpfte, war auf einmal ungewöhnlich still. Er sollte sich an diesem Abend nicht ein einziges Mal mehr umdrehen, denn nach einem solchen Eckball…
schoss Arjen Robben das Tor des Jahres, das schließlich zum Endstand führte:
Die letzten Sekunden tickten…
… die Spieler jubelten…
.. und fuhren schließlich wie auch wir zurück ins Hotel zum offiziellen Bankett. Dort hielt Karl-Heinz Rummenigge seine Rede, die Spieler aßen einen Salat…
.. Franck Ribéry bekam zum 27. eine Torte…
… Uli Hoeneß gab besonderen Gästen (also uns nicht) ein paar “Würschtl” aus, am Funktionärs-Tisch…
… wurden zu späterer Stunde Zigarren geraucht und wir tranken ein paar zufriedene Weißbiere auf diesen unglaublichen Abend. Am nächsten Morgen ging es dann zurück nach Düsseldorf, wo die Mannschaft ausstieg, um bis zum Bundesligaspiel in Leverkusen im Rheinland zu bleiben.
Ich sammelte noch zwei Autogramme zu den anderen fünf…
(linke Seite (von oben nach unten): Uli Hoeneß, Franz Beckenbauer, Louis van Gaal, Karl-Heinz Rummenigge / rechte Seite (von links nach rechts): Franck Ribéry, Arjen Robben, Bastian Schweinsteiger)
… fuhr nach Hause und spulte auf meiner Festplattenrekorder-Aufnahme schnell zu jenem Moment in der 74. Minute, zu dem Schuss, bei dem ich wusste, dass aus diesem unglaublichen Kurztrip nach Manchester endgültig ein Erlebnis wurde, dass ich in diesem Leben wohl nicht mehr vergessen werde.
Um es gleich vorweg zu sagen: Ich kaufe mir definitiv ein iPad und kann kaum abwarten, bis es endlich auf den Markt kommt. Bis zum iPhone besaß ich kein einziges Apple-Produkt, halte den Hype um die Firma auch jetzt noch für völlig bescheuert und finde die Entwicklung mit einem abgeschotteten, App-getriebenen Internet im Internet für falsch und gefährlich. Aber: Ich bin auch nur ein Konsument, der tolle Produkte mag. Und ich habe bis zum heutigen Tag noch kein Android-Telefon gesehen, dass annähernd an die Bedienungsfreundlichkeit des iPhones herankommt (Auch das Nexus One nicht). Und genau so wird es beim iPad sein.
Aus Konsumentensicht wird das iPad definitiv eine neue Stufe beim Nutzen eines Computer-ähnlichen Geräts werden. Nie war es so einfach und praktisch, auf der Couch liegend im Netz herumzuklicken, ein Spiel zu spielen oder ein Buch zu lesen. Notebooks und Netbooks sind immer noch zu unpraktisch, ein Smartphone zu klein. Dennoch glaube ich, dass der Hype, der in der Medienindustrie derzeit abgeht, völlig übertrieben ist. Das iPad wird der Branche keine gigantischen Umsätze bringen. Allerhöchstens einzelnen Objekten oder Unternehmen.
Ich gebe Scott Rosenberg zwar nicht in allen Punkten recht, wenn er den iPad-Hype mit dem CD-ROM-Hype der 90er vergleicht, doch in einem Punkt hat er recht: Der Erfolg der iPhone-Apps hat dramatisch damit zu tun, dass ein Telefon nunmal zu klein ist, um das “normale” Internet mit einem Browser zu nutzen. Diese Tatsache fällt beim iPad weg. Es wird durchaus groß genug sein, um mit einem Browser normale Websites zu lesen. Sämtliche (kostenlosen) Inhalte sind perfekt nutzbar. Diese Inhalte zusätzlich mit einer iPad-App (und gegen Bezahlung) zu verbreiten, sollten sich die Verlage und Medienunternehmen von vornherein sparen (Sie werden es sich natürlich dennoch tun!). Apps werden auf dem iPad viel viel unwichtiger sein als auf dem iPhone.
Dennoch sehe ich durchaus eine Chance, mit gewissen Inhalten Geld zu verdienen – auch als Paid Content und meinetwegen auch als App. Der Irrglaube vieler Medienunternehmen ist aber der, dass es ausreichen würde, Apps mit tollen Multimedia-Inhalten zu bauen und schon würden die Konsumenten für die Inhalte, die sie woanders umsonst bekommen, bezahlen wollen. Wenn ich von meinem Medienkonsum ausgehe (Ich gebe Unsummen für Zeitungen, Zeitschriften, Pay-TV, Musik, Filme, etc. aus), dann wäre ich genau dann bereit, für solche iPad-Inhalte zu zahlen, wenn sie mir etwas bieten, das ich woanders nicht umsonst bekomme. Wenn ich grandiose Autoren lesen möchte, eine besondere Herangehensweisen an Themen will, eine kluge Aufbereitung, dann zahle ich gern. Aber sicher nicht für die normalen (Agentur-)Nachrichten, die ich an jeder Ecke bekomme, auch wenn sie hübsch fürs iPad aufbereitet wurden.
Wie an das Album in der Musik glaube ich im Gegensatz zu vielen anderen auch noch an das Magazin oder die Zeitung im Journalismus, also eine Auswahl von Inhalten, die talentierte und kluge Leute mir zusammenstellen. Diese Auswahl muss nicht auf Papier stattfinden, sie kann auch gern als elektronisches Paket auf meinem Gerät landen. Das Argument, man würde durch Aggregatoren und seine Peergroup via Twitter oder Facebook doch auf sämtliche Inhalte, die einen interessieren, stoßen, halte ich für falsch. Wenn ich die “F.A.S.”, ein Magazin wie “Wired”, “brand eins” oder meinetwegen auch den “Spiegel” lese, werde ich immer wieder auf Themen gestoßen, die ich im Netz nie angeklickt hätte, weil sie mich theoretisch nicht interessiert hätten. Dadurch, dass sie in einer Zeitung oder einem Magazin erscheinen, stoße ich beim Durchblättern automatisch auf sie und bleibe womöglich hängen. Ich erweitere meinen Horizont, werde inspiriert. Daher glaube ich durchaus auch daran, dass iPad-Versionen von Magazinen eine Chance haben. Sei es als App, die das Gerät perfekt nutzt oder nur als aufgepepptes PDF.
Das Problem an der Sache ist aber, dass die meisten Medien mir diese Überraschungsmomente, die Inspiration und vor allem die tollen Autoren nicht bieten. Sie investieren lieber in eine überflüssige iPad-App, statt in das, was viel wichtiger wäre: guten Journalismus. Ich werde sicher nicht für eine App mit überraschungsfreien Nachrichten vom Tage bezahlen.
Und das noch größere Problem: Ich bin Medienjunkie und damit nicht repräsentativ für die Masse. Und genau dieser Masse sind gute Autoren und ungewöhnliche Themen womöglich vollkommen egal. Sie kaufen sich das iPad, um zu spielen, in sozialen Netzwerken herumzulungern und sicher nicht, um viel Geld für Medien-Apps zu bezahlen.