Archive for July, 2007

der quotencheck. 2

Ich muss nochmal auf meinen quotencheck bei kress.de hinweisen. Nicht nur, weil es heute der längste und ausführlichste aller Zeiten ist – sondern vor allem, weil er neuerdings ohne Abo gelesen werden kann. Und das finde ich absolut großartig.

charts-kritik: 27. juli 2007. 13

So. Geschafft. Rückstand aufgeholt. Diese Charts-Ausgabe ist gleichzeitig die erste, in der auch Singles eine Chance hatten, die nicht auf CD, sondern nur als Download erschienen sind. Geschafft hat den Charts-Einstieg vorerst keine dieser Download-Only-Singles, um ein Haar wäre es aber ausgerechnet einer Schlager-Sängerin gelungen. Wir warten also weiter auf den ersten New Entry, den es nicht auf CD gibt und beschäftigen uns vorerst mit den (fast ausnahmslos grauenhaften) New Entries der deutschen Singlecharts vom 27. Juli 2007:
97: Jon Mesek – “we’re gonna live today”

Ist es ein gutes Zeichen, wenn der Name eines Künstlers bei einer YouTube-Suche genau 0 Treffer ausspuckt? Ich glaube, nein. Dieser junge Herr ist aber anscheinend noch so neu, dass es einfach kein Videomaterial gibt. Er hat den “Antenne Bayern Musik Award” gewonnen, von dem ich bis eben gar nicht wusste, dass es ihn gibt. Seine Musik ist so eine Art weichgespülter Poprock für James-Blunt-Fans. Geht so, würde ich sagen. 4 von 10 Punkten.

76: Mia. – “engel”

Und warum gibt’s den Mia.-Clip nur bei Myspace und nicht bei YouTube? Hat da jemand das Internet noch nicht begriffen? Unabhängig davon ist “engel” aber ohnehin ein sehr zu vernachlässigendes Stück Musik. Mia. werden immer glatter und unüberraschender. Schade drum. 4 von 10 Punkten.

75: Nickelback – “rockstar”

Irgendwie hat diese meine Alltime-Lieblings-Hassband wohl irgendein Album nochmal veröffentlicht. Und eine weitere Single ausgekoppelt. Aber kein Video dazu aufgenommen. Warum auch immer. Jedenfalls ist “rockstar” unter all diesen blöden Nickelback-Songs einer derjenigen, die zu den langweiligsten gehört. Wie viele immer gleich klingende Songs hat diese Band eigentlich inzwischen aufgenommen? Es müssen Tausende sein. 1 von 10 Punkten.

74: Verka Serduchka – “dancing lasha tumbai”

Ewigkeiten nach dem Eurovision Song Contest kommt dieser heimliche Gewinnersong auch noch in Deutschland auf den Markt. Man mag mir ja meinetwegen vorwerfen, ich würde keinen Spaß verstehen, aber ich kann an diesem dämlichen “sieben sieben eins zwei drei”-Gestolper absolut nichts finden, was mich auch nur entfernt an Musik erinnert. Tut mir Leid. 0 von 10 Punkten.

73: InBlasch – “verrückt nach dir”

Eine sehr seltsame Charts-Woche. Haufenweise Songs ohne echtes Video und Künstler, von denen ich nie zuvor gehört habe. Who the Fuck ist beispielsweise InBlasch? Anscheinend irgendeine Kapelle aus Berlin. Problem: Sie hat keinen Sänger. Also zumindest keinen, der singen kann. Der Song klingt unfassbar hölzern und amateurhaft. Musik, die allenfalls Pur-Hörern gefallen dürfte. 1 von 10 Punkten.

70: Volker Racho – “das rote pferd”

Und noch so ein Fall. “das rote pferd” von Volker Racho? Bitte wer? Ich weiß nicht, ob es sich hier um ein Kinderlied oder einen Gassenhauer für Mallorca-Alkoholisten handelt. Ist mir aber auch egal. Grauenhaft ist es auf jeden Fall. 0 von 10 Punkten.

58: Blutengel – “lucifer (blaze)”

Es hört nicht auf mit Seltsamheiten. Grottiger Gothic-Elektro-Schlager. Welche kleinen ostdeutschen Mädchen haben das denn gekauft? Und warum? Es gibt doch in dieser Szene viel bessere Musik. Da muss man doch sowas Einschäferndes nicht kaufen. Ach, ich werde noch depressiv in dieser Charts-Woche. 2 von 10 Punkten.

49: The Rolling Stones – “paint it black”

Aufatmen. Musik. Und was für welche. Es ist zwar etwas doof, dass ausgerechnet ein großer Telekommunikationskonzern mit einem Werbespot dafür sorgt, dass “paint it black” nach 40 Jahren wiederveröffentlicht wird und auch noch in die Charts einsteigt. Aber das ist mir jetzt mal egal. Denn: “paint it black” gehört zu den besten zehn Songs, die je geschrieben wurden. Keine Widerrede. Auch wenn ich die Rolling Stones heutzutage nicht mehr ertragen kann, damals in den 60ern waren sie einfach nur groß. 10 von 10 Punkten.

44: Massiv – “wenn der mond in mein ghetto kracht”

“Wenn der Mond in mein Gehtto kracht”? Das kann nicht Euer Ernst sein. Wer kommt denn auf solche Textzeilen? Und was muss man dafür nehmen? Ein bedauernswerter Herr Pseudocool mixt seltsame Samples von alten Kirmestechno-Platten mit seinem leicht fränkisch klingenden Dumpf-Gröhl-Rap (“ja, isch war bei psyschotherapeut”). Eine Katastrophe. 0 von 10 Punkten.

34: Pachanga – “i don’t like reggae-ton”

Eine weitere unnötige Coverversion. Reggaeton-Kapelle Pachanga hat sich “dreadlock holiday” von 10cc vorgeknüpft und nachgesungen. Wäre irgendwie nicht nötig gewesen. Wie so vieles in dieser Woche. 2 von 10 Punkten.

26: Wally Warning – “no monkey”

Ein Mann aus Aruba mit einem Versuch, den Sommerhit 2007 zu schreiben. Ich bin mir nicht sicher, in welches Genre “no monkey” gehört. Ein bisschen Reggae, irgendwie karibische Weltmusik. Irgendwann nervt der Song zwar, aber immerhin ist der liebevoll gezeichnete Videoclip recht nett. 3 von 10 Punkten.

21: Hot Banditoz – “que si, que no”

Es spricht schon Bände, wenn ein Song ausgerechnet in der Rentner-Show “Verstehen Sie Spaß?” seine Premiere feiert. Passend ist es aber. Ein typisch peinlich-plumper Pseudo-südamerikanischer Holzhammer-Sommersong. Ich sollte im Sommer keine Charts-Kritiken schreiben. Das regt mich alles viel zu sehr auf. 0 von 10 Punkten.

19: Killerpilze – “liebmichhassmich”

Und dann auch noch die Kinderpilze Killerpilze. Haben sich einen alten Weezer-Clip zu lang angeschaut und spielen Musik dazu, die man eher auf nem Gummiwagen beim nächsten Fest der Dorfjugend erwartet als in den Charts. Ein bisschen klingt es so wie die Sportfreunde Stiller in schlecht und unlustig. 2 von 10 Punkten.

03: Azad feat Adel Tawil – “prison break anthem (ich glaub an dich)”

Es ist ja schon eine genügend große Frechheit, einer grandiosen US-Serie einen deutsche Titelsong zu verpassen. Wenn es dann auch noch einer eines Ghetto-Rappers ist, dann ist das eine doppelte Frechheit. Glücklicherweise hätte es aber noch viel schlimmer kommen können. Denn man hat Azad Adel Tawil, der zusammen mit Annette Humpe Ich+Ich gegründet hat, zur Seite gestellt. So dominiert in “ich glaub an dich” eigentlich der Sänger und nicht der Rapper. Doch selbst Azads Passagen nerven nicht so wie sonst. Ich greif jetzt zum Schluss dieser Katastrophenchartswoche nochmal zur Versöhnung tief in die Schatulle: 6 von 10 Punkten.

Die Top Ten vom 27. Juli 2007:

01 (02) Mark Medlock & Dieter Bohlen – “you can get it”
02 (01) Monrose – “hot summer”
03 (—) Azad feat. Adel Tawil – “prison break anthem (ich glaub…)”
04 (03) Rihanna feat. Jay-Z – “umbrella”
05 (04) Marquess – “vayamos companeros”
06 (07) Ich+Ich – “vom selben stern”
07 (06) Fergie – “big girls don’t cry”
08 (05) Pink – “dear mr. president”
09 (08) Mika – “relax (take it easy)”
10 (09) Enrique Iglesias – “do you know? (the ping pong song)”

Ebenfalls erschienen, aber gefloppt:
- Black Rebel Motorcycle Club – “berlin” (Download-only-Single)
- Bloc Party – “hunting for witches” (Download-only-Single)
- Hansi Hinterseer – “es grüßt der wilde kaiser”
- Metallica – “live earth ep” (Download-only-Single)
- Roman Fischer – “but i will never die for you” (Download-only-Single)
- Sophie Ellis-Bextor – “me & my imagination” (Download-only-Single)
- The Elctric Soft Parade – “missunderstanding” (Download-only-Single)

Vorschau:
In der nächsten Ausgabe der Charts-Kritik lesen Sie voraussichtlich u.a. Beiträge zu den neuen Singles von Justin Timberlake, den Sportfreunden Stiller, Herbert Grönemeyer, sowie Nelly Furtado & Juanes – wenn die Umsätze keinen Strich durch die Rechnung machen.

charts-kritik: 20. juli 2007. 7

Und hier ist schon die zweite Woche meiner kleinen Chart-Kritik-Aufholjagd. Die New Entries der deutschen Singlecharts vom 20. Juli 2007:
99: Lisha – “somethin 4 the clubs”

Eine Hamburgerin, die als Tour-Support von Beyoncé zum Newcomer aufgebaut werden soll. Die üblichen Zutaten eines RnB-Hip-Hop-Stücks sind vorhanden, doch die große Internationalität fehlt irgendwie. “somethin 4 the clubs” klingt dann doch eher nach teutonischer Castingshow. Und Platz 99 ist auch kein wirkliches Zeichen dafür, dass hier eine große Karriere bevorsteht. 2 von 10 Punkten.

86: Arctic Monkeys – “fluorescent adolescent”

“fluorescent adolescent” ist die zweite Auskopplung aus “favourite worst nightmare”. Ich möchte hier jetzt kein “Werden die etwa alt?” in die Welt hinausrufen, aber der Song hat für mich nicht so viel Elan wie vorherige Singles. Solide Indierock-Kost, aber nicht mehr. 6 von 10 Punkten.

73: DJ Porny – “me so horny”

Ach herrje. Wenn sich jemand DJ Porny nennt und seinen Track “me so horny” kann ja nur Schrott dabei herauskommen. Ganz so schlimm ist es zwar nicht geworden, doch ein Knaller ist der Jumpsytle-Track auch nicht gerade. Dumpfe Bässe, ein Vocoder-Refrain und Scooter-ähnliches Geschrei, fertig ist der niederländische Disco- und Straßenfüller. 3 von 10 Punkten.

64: PS Alex – “eine frau die mich nach hause trägt”

Ach Du scheiße. Urlaubszeit. Ein unsympathisch aussehender Mallorca-Disco-Bespaßer singt zur Melodie von “ein stern” prolligen Dreck. Ganz ganz übel und höchstens 30 Sekunden lang zu ertragen. 0 von 10 Punkten.

62: Wir sind Helden – “soundso”

Verwirrend. In den ersten Sekunden denkt man, gleich würde Klaus Meine anfangen zu singen. Tut er dann aber glücklicherweise nicht, sondern Judith Holofernes. Dieses seltsame Gitarren-Solo kommt aber immer wieder. Und verschandelt den eigentlich guten Song etwas. Weil es so gar nicht passt. Besser als “endlich ein grund zur panik” finde ich die neue Single zwar, aber so gut wie die meisten Songs vom vorigen Album leider nicht. 6 von 10 Punkten.

60: Mickie Krause – “finger im po – mexiko!”

Um. Gottes. Willen. 0 von 10 Punkten.

33: Jan Delay – “türlich, türlich”

Interessante Cover-Version. Jan Delay singt-rappt den Text vom Das-Bo-Song “türlich türlich” zur Musik von Cameos “word up”. Grund: Ein anstehendes Live-Album. Und da muss man ja auch das eine oder andere Schmankerl draufkleben, damit es auch gekauft wird. Die Idee ist wie gesagt interessant, doch der große Funke will ncht überspringen. 5 von 10 Punkten.

11: Timbaland – “the way i are”

Noch ne Coverversion? Zumindest klingt die Hintergrundmelodie nahezu komplett nach Salt’n'Pepas “push it”. Aber Erfolgspoduzent Timbaland wird schon wissen, was er tut. Auch wenn “the way i are” für mich etwas billig und arg einschläfernd klingt. Aber ich gehöre ja ohnehin nicht in seine Zielgruppe. 2 von 10 Punkten.

06: Fergie – “big girls don’t cry”

Ordentliche Popnummer der Ex-Black-Eyed-Peas-Frau. Mehr hab ich dazu eigentlich nicht zu sagen. War irgendwie eine unspektakuläre Chartswoche. Und dazu passt so ein Top-New-Entry. 4 von 10 Punkten.

Die Top Ten vom 20. Juli 2007:

01 (02) Monrose – “hot summer”
02 (01) Mark Medlock & Dieter Bohlen – “you can get it”
03 (03) Rihanna feat. Jay-Z – “umbrella”
04 (04) Marquess – “vayamos companeros”
05 (05) Pink – “dear mr. president”
06 (—) Fergie – “big girls don’t cry”
07 (08) Ich+Ich – “vom selben stern”
08 (06) Mika – “relax (take it easy)”
09 (09) Enrique Iglesias – “do you know? (the ping pong song)”
10 (07) DJ Ötzi & Nik P. – “ein stern (der…)”

Ebenfalls erschienen, aber gefloppt:
- Pur – “es ist wie es ist”

Singles, die in dieser Woche eventuell eingestiegen wären, wenn das neue Charts-Regularium, laut dem auch reine Download-Singles ohne CD gewertet werden, schon jetzt und nicht erst ab Ende Juli gelten würde:
- Garbage – “tell me where it hurts”
- Interpol – “the heinrich maneuver”
- Prince – “guitar”
- Silverchair – “straight lines”
- Smashing Pumpkins – “doomsday clock”

Vorschau:
In der nächsten Ausgabe der Charts-Kritik lesen Sie u.a. Beiträge zu den neuen Singles von Mia., Nickelback, Verka Serduchka, den Rolling Stones und Azad.

charts-kritik: 13. juli 2007. 3

Bevor ich hier wieder in einen wochenlangen Rückstand gerate, nutze ich den verregneten Sonntag doch mal für ein paar Charts-Kritiken. Hier kommen zunächst die New Entries der deutschen Singlecharts vom 13. Juli 2007:
97: Maximo Park – “book from boxes”

Erfreuliche Überraschung: Maximo Park in den deutschen Singlecharts. Damit hätte ich ja nicht unbedingt gerechnet. Zumal “books from boxes” zwar ein sehr netter Song ist, aber eigentlich kein großes Hit-Potenzial hat. Er ist für Maximo-Park-Verhältnisse eins der ruhigeren Stücke, geht nicht so nach vorne, sondern umschmeichelt die Ohren und schleicht sich heimlich in den Kopf. Schöne Musik, eindeutig. 7 von 10 Punkten.

96: Joss Stone feat. Common – “tell me what we’re gonna do now”

Zugegeben: Eine tolle Stimme hat Joss Stone. Dennoch konnte ich mit ihrer Musik nie etwas anfangen, sie war mir immer zu belanglos. Auch die neue Single plätschert zu sehr vor sich hin ohne auf den Punkt zu kommen. Daran ändert auch Rapper Common nichts, der erst im Hintergrund vor sich hin redet, bevor er dann doch mal in den Vordergund darf – und dann ist der Song auch schon vorbei. Mittelmaß – nicht mehr. 3 von 10 Punkten.

90: Hans Zimmer – “trinkt aus piraten, yo ho”

Schon erstaunlich, dass die Musik der “Pirates of the Carribean”-Filme regelmäßig sogar in die Singlecharts einsteigt. Hans Zimmer gehört auch eindeutig zu den Besten seiner Zunft, meiner Meinung nach gibt es kaum einen besseren Soundtrack als Zimmers “Gladiator”. Auch die Titelmelodie der “Pirates of the Carribean”-Filme ist ein moderner Klassiker, dessen Melodie man wohl nie vergisst, wenn man sie einmal gehört hat. Die Single hat zwar einen ziemlich dämlichen deutschen Namen, doch die Musik ist toll. 7 von 10 Punkten.

83: Red Hot Chili Peppers – “hump de bump”

Puh. Als ich diesen Song zum ersten Mal gehört habe, war ich wenig begeistert. Dass er nun auch noch als Single erscheint, erschließt sich mir nicht wirklich. “hump de bump” hat zwar ein sehr nettes Video, aber die Musik ist so dermaßen mittelmäßig, dass man ins Grübeln kommt, ob die Chili Peppers allmählich alt werden. Ärgerlich, dieser Song. 4 von 10 Punkten.

77: Jeckyll & Hyde – “freefall”

Auch diese Musik stirbt anscheinend nie aus. Ein Mix aus Trance und typisch niederländischen Hardcore-Bässen, der kompositorisch leider etwas flach ist und daher wohl nur für Abende in der Provinz-Großraumdisco taugt. 2 von 10 Punkten.

73: DJ Blackskin/G-Va & Nate Da Great – “let the music play”

Ich hab es schon vor dem Hören geahnt. Schon wieder eine Coverversion. Und in der Tat nimmt sich ein Trupp aus völlig talentfreien Sängerinnen und Dicke-Hose-Rappern die legendäre 80er-Nummer von Shannon vor, um sie zu ruinieren. Mission erfüllt. 1 von 10 Punkten.

72: 30 Seconds To Mars – “from yesterday”

Als rockender Hollywood-Schauspieler kann man natürlich nicht ohne großen teuer produzierten Videoclip auftauchen. Und so beginnt der “from yesterday”-Clip von Jared Letos Band 30 Seconds to Mars auch wie ein großer Historienschinken. Ich weiß nicht, ob die Band schon ewig existiert und genau diese Musik macht und genau so aussieht, oder ob sie sich an den Emo-Zug à la My Chemical Romance & Co. ranhängt. Es ist mir auch egal. Der Song ist kein Oberknaller, aber er nervt auch nicht. Gefälliger Poprock würde ich sagen. 5 von 10 Punkten.

59: Beatsteaks – “cut off the top”

Irgendwie hab ich den Eindruck, dass die neue Beatsteaks-Platte etwas untergegangen ist. Von dem Oberhype von vor ein paar Jahren ist nicht mehr viel übrig. Vielleicht liegt das ja auch an der Musik. Denn die großen Nummern, mit denen die Band immer überzeugt hat, fehlen mir diesmal. Auch “cut off the top” wäre in früheren Zeiten wohl eher eine B-Seite geworden, wenn überhaupt. 4 von 10 Punkten.

51: Debbie rockt! – “popp song / nie mehr schule”

Wer zur Hölle ist das? Ein paar Mia-Nena-Tokio-Hotel-Lookalikes mit dem Talent einer Schülerband. Und dann auch noch dieser Spruch “einmal gepoppt, nie mehr gestoppt”, der schon seit gefühltren zehn Jahren gar nicht mehr geht, als Wiedererkennungswert des Stücks. Musik für Bravo-Kinder und niemanden sonst. 1 von 10 Punkten.

50: DJ Size/J. Lourenzo & Big Steve – “sunglasses”

Und auch beim Wort “sunglasses” musste ich sofort an einen alten Hit denken. Und auch hier haben sich diese bösen Vorahnungen bewahrheitet. Wieder ruinieren ein paar Leute einen Klassiker (“sunglasses at night” von Corey Hart). Zwar hat der Sänger eindeutig mehr Talent als die Damen auf Platz 73, doch der Proll-Rapper schmeißt diese Pluspunkte sofort wieder in den Müll. Dort gehört auch dieser Furz der Pophistorie hin. 1 von 10 Punkten.

44: Take That – “reach out”

Dann doch lieber Take That. Die vier Herren genießen ihr Comeback, geben ausverkaufte Stadionkonzerte, schmeißen eine Single nach der anderen auf den Markt und zeigen dabei, dass sie durchaus noch gute Popsongs produzieren können. “reach out” ist natürlich nicht das innovativste Stück Musik der Weltgeschichte, aber eben netter Pop, der nicht einmal soooo weit weg von Bands wie Coldplay oder Snow Patrol weg ist. Am meisten erinnern mich die meisten neuen Take-That-Songs aber immer wieder an A-Ha. Wie auch immer: 6 von 10 Punkten.

33: 50 Cent – “straight to the bank”

Es tut mir ja manchmal wirklich leid, dass ich mit 99 % aller Hip-Hop-Tracks einfach nichts anfangen kann. Ich erkenne in Stücken wie “straight to the heart” nunmal nicht mehr als eine stupide, monotone Abfolge von vorgetragenen Sätzen ohne Musik. Und dann auch noch dieses ständige “ahahahaha”. Das kann man doch einfach nicht ernst nehmen. 1 von 10 Punkten.

20: Avril Lavigne – “when you’re gone”

Avril Lavigne enttäuscht mich ja von Song zu Song auch immer mehr. Sie ist vom Erfolg so glatt gespült worden, dass sie mittlerweile aussieht und singt wie jede x-beliebige “American Idol”-Finalistin. Dröges Popliedchen, das. 3 von 10 Punkten.

11: Sarah Connor feat. Ne-Yo – “sexual healing”

Und weiter geht’s mit der Woche der Coverversionen. Und einem weiteren Tiefpunkt. Sarah Connor haucht Marvin Gayes Welthit ins Mikro. Ich mochte das Original noch nie, aber diese Version hat so… gar nichts. Außer einem plump-unsympathischen Video zum Fremdschämen. 2 von 10 Punkten.

02: Monrose – “hot summer”

Das erstaunt mich ja wirklich. Ich hatte die aktuelle ProSieben-”Popstars”-Gruppe schon auf dem Niedergang gewähnt. Und dann auf einmal ein New Entry auf 2. Lohnen sich die Auftritte in ungefähr jeder Fernsehsendung also doch. Meine Meinung zu “hot summer” ist etwas zwiegespalten. Auf der einen Seite gibt es einen gelungenen Popsong, auf der anderen Seite aber viel zu gewollte Fragmente internationaler RnB-Trends, um irgendwie cool zu klingen. Wenn ich dann aber beispielsweise Mandy in dem Clip sehe, dann passt das so gar nicht zusammen: Coolness und Monrose. 3 von 10 Punkten.

01: Mark Medlock & Dieter Bohlen – “you can get it”

“Isch lass misch ned verbiege. Niemals. Isch bleib immer so wie isch bin.” (Mark Medlock). “Hahahahahahahahahaaha” (popkulturjunkie). 0 von 10 Punkten.

Die Top Ten vom 13. Juli 2007:

01 (—) Mark Medlock & Dieter Bohlen – “you can get it”
02 (—) Monrose – “hot summer”
03 (01) Rihanna feat. Jay-Z – “umbrella”
04 (02) Marquess – “vayamos companeros”
05 (03) Pink – “dear mr. president”
06 (04) Mika – “relax (take it easy)”
07 (05) DJ Ötzi & Nik P. – “ein stern (der…)”
08 (10) Ich+Ich – “vom selben stern”
09 (06) Enrique Iglesias – “do you know? (the ping pong song)”
10 (20) David Bisbal – “silencio”

Ebenfalls erschienen, aber gefloppt:
- Axel Prahl – “du bist nicht allein”
- Jürgen – “ich weiß was Dir fehlt”
- La Princesse – “bailando 2007″
- Madsen – “ein sturm”

Singles, die in dieser Woche eventuell eingestiegen wären, wenn das neue Charts-Regularium, laut dem auch reine Download-Singles ohne CD gewertet werden, schon jetzt und nicht erst ab Ende Juli gelten würde:
- Paul McCartney – “dance tonight”
- Ryan Adams feat. Sheryl Crow – “two”

Vorschau:
In der nächsten Ausgabe der Charts-Kritik lesen Sie u.a. Beiträge zu den neuen Singles von den Arctic Monkeys, Wir sind Helden, Mickie Krause und Jan Delay.

abenteuer ec-karte (2). 7

Seltsam, seltsam. Ich habe eben mit der Post eine neue EC-Karte bekommen. Da ich ziemliche Zweifel hatte, dass die Postbank neuerdings EC-Karten, die man am Abend sperren lässt, über Nacht ersetzt, rief ich dort also ein weiteres Mal an. Erklärung: Diese neue Karte wurde mir wegen eines Systemfehlers auf der alten Karte zugeschickt. Vor der Sperrung. Mit anderen Worten: Ich habe gestern Abend die neue Karte, die ich erst heute bekommen habe, sperren lassen (!!!) – weil ich natürlich nichts davon wusste, dass eine neue Karte unterwegs ist und die alte verlorene ohnehin nicht mehr gilt. Und wenn ich mich jetzt nochmal an den letzten Einsatz der alten Karte erinnere – das Abholen von Geld aus dem Automaten – kann es etwa sein, dass ich Geld bekommen habe, aber meine Karte wegen des ominösen Systemfehlers im Automaten blieb – und ich das ganz in Gedanken nicht realisiert habe? Wie auch immer: Ich muss jetzt eine Woche auf die nächste neue Karte warten – danach auf die neue PIN – und dann ist hoffentlich wieder alles gut.

abenteuer ec-karte (1). 4

Ich glaube, ich werde alt. Ich habe meine EC-Karte verloren. Und weiß nicht, wann und wo. Sie ist einfach weg. Rekonstruieren konnte ich lediglich, dass ich ungefähr am Freitag vor einer Woche Geld aus einem Automaten gezogen habe und allem Anschein danach nirgends mit Karte, sondern überall bar bezahlt habe. Glücklicherweise hat bis gestern, als mir der Verlust aufgefallen ist, niemand die Karte missbraucht um zum Beispiel 48 DVD-Player zu kaufen oder sowas. Nun ist die Karte gesperrt, eine neue bestellt und ich weiß ab sofort auch, dass man in Postbank-Fillialen Geld von seinem Konto bekommt, wenn man Personalausweis und aktuelle Kontoauszüge dabei hat. Ich hätte auf dieses neue Wissen allerdings lieber verzichtet.

videospiel-einschaltquoten. 7

Höchst interessante Zahlen von Nielsen Media Research: Bisher war ja nur bekannt, wie viele Videospielkonsolen und Spiele verkauft wurden – aber niemand wusste, wie viel mit den Dingern denn tatsächlich gespielt wird. Die US-Medienforscher Nummer 1 Nielsen Media Research ändern das nun. Sie veröffentlichen ab sofort einmal im Monat “GamePlay Metrics”, also eine Art Einschaltquote für Videospiele. Gemessen wird u.a., wie viele Minuten pro Monat die Nutzer mit welchen Konsolen verbringen. Zwar wurden die tatsächlichen Minutenzahlen nicht veröffentlicht, aber zumindest die Marktanteile der Systeme. Demnach ist die Playstation 2 bei den aktiven Spielern immer noch die beliebteste Konsole. 42,3 % der gesamten Spielzeit amerikanischer Videospieler fielen auf die PS2. Das gesamte Ranking:

1. Playstation 2 (42,3 %)
2. Xbox (17,0 %)
3. Xbox 360 (8,1 %)
4. GameCube (5,8 %)
5. Wii (4,0 %)
6. Playstation 3 (1,5 %)

Es wird garantiert sehr interessant, wie sich die neuen Konsolen in den kommenden Monaten weiterentwickeln. Ob beispielsweise Wii-Käufer schnell die Lust verlieren und Hardcore-Gamer, die zu Xbox 360 oder PS3 greifen, ihre Konsolen in Sachen Spielzeit an die Spitze führen. Und wann der Zeitpunkt erreicht ist, an dem mehr mit den neuen Konsolen gespielt wird als mit der alten Generation.

Bei den PC-Spielen, die extra ausgewiesen wurden und aus Gründen der Methodik nicht direkt mit den Konsolen verglichen werden, hat sich “World of Warcraft” durchgesetzt, auf den weiteren Plätzen der meistgespielten PC-Games folgen “Halo: Combat Evolved” und die “The Sims”-Reihe.

(via “lost remote“)

quoten, kress und ich. 5

Was mir ja persönlich am besten gefällt, am neuen kress.de, ist die Tatsache, dass jetzt wieder viel mehr Leute lesen können, was ich da so schreibe. Zum Beispiel den quotencheck, den ich pünktlich zum Relaunch extrem erweitert habe – und in dem nun jeder auch ohne Abo alles Wichtige über die Einschaltquoten vom Vortag lesen kann. Im Gegensatz zu den anderen frei zugänglichen Texten hat die Quoten-Seite sogar einen Permalink. Diesen nämlich.

PS: Eine neue Ausgabe meiner “Handelsblatt.com”-Kolumne “Darüber spricht das Netz” gibt es heute natürlich auch.

lebenszeichen. 5

Und? Hat mich jemand vermisst? Nö, oder? Ich ertrinke dieser Tage in Arbeit, habe jetzt aber ein weiteres Etappenziel erreicht und deswegen in den nächsten Tagen etwas mehr Zeit fürs Bloggen. Zuerst mal mein Song der Stunde. Kann ja eigentlich nur der hier sein, oder? Die grandiosen Yeah Yeah Yeahs mit “down boy”:

schon wieder fußball. 7

Wie herrlich es doch ist, mit dem Fahrrad ins Stadion zu fahren, vier Tore der Mannschaft zu sehen und davon zwei vom neuen Lieblingsspieler. Schade, dass es in Düsseldorf so selten so guten Fußball zu sehen gibt, sondern ansonsten nur Drittliga-Gekicke.

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