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Und um die Kraft dieses Abends gleich mal zu nutzen, wird hier mal etwas aufgeholt, bevor das auch noch so verbummelt wird wie all die meta-kritik-Updates, die bestimmt am Wochenende kommen. Hier sind sie, die Neu-Einsteiger der deutschen Single-Charts vom 12. Juli. Denn es ist doch so wie es ist: Über schlechte Dinge schreibe ich immer noch am liebsten. Und wenn man sich die Charts anschaut, muss man ohnehin immer öfter denken: “SCHLECHT” IS THE NEW “GUT”!

90: MC Ronin feat. Nina – “arschzeit baby”
Und bei diesem schönen Motto von eben sind wir auch schon beim ersten New-Entry. Der beste Moment dieses Songs sind die ersten 5 Sekunden. Irgendein Auto bremst irgendwo. Hätte man doch nur diese ersten 5 Sekunden veröffentlicht. Nicht, dass ich irgendein Fan von Auto-Bremsgeräuschen wäre, aber was nach diesen 5 Sekunden kommt, ist grauenhaft. Nina, eine Rapperin, die sich anhört, als hätte man Sabrina Setlur morgens um 5 geweckt, um ein paar Strophen ins Mikrophon zu rotzen. Ein anderer Typ (wahrscheinlich MC Ronin), der auch nichts reißt und ein Text der einfach nur panne ist. “arschzeit, baby”? Da bleiben doch keine anderen Fragen offen, oder? 1 von 10 Punkten.

66: Orange Blue – “but i do”
Orange Blue? Sind das nicht diese Klavierklimper-Heinis? Und warum machen die jetzt so schlechten Soul-Kram? Das ist ja noch schlimmer als die früheren Klavierklimperereien. 1 von 10 Punkten.

43: Kylie Minogue – “chocolate”
Och nö. Kylie, du warst doch mal auf so’nem guten Weg. Und jetzt wird das von Single zu Single wieder schlimmer und schlimmer. Das hier ist schon verdammt unerträglich. Also: Bitte! Kylie! Anders! 1 von 10 Punkten

38: Juli – “perfekte welle”
Huch? Wer sind das denn? Juli? Irgendsoein Bravo-Act, den ich verpasst habe? Klingt aber gar nicht soooo übel. Zwar ein relativ pubertärer Text, aber musikalisch ganz okay. Also nicht innovativ, oder so. Deutschsprachiger Teenie-Pop-Rock. Aber eben echt okay. Und von 0 auf 38? Da muss doch irgendwas gelaufen sein. In der “Bravo”. Oder irgendwo im Fernsehen. Egal, besser die Kids hören sowas als “arschzeit baby”. 4 von 10 Punkten.

33: Ana Johnsson – “we are”
Und die? Von der hab ich ja auch noch nie gehört. Werde ich alt? Aber recht hübsch anzusehen, ist sie, wie mir ein Blick auf ihre Website zeigt. Kommt ja auch aus Schweden. Ach so, der Song. Hätte ich jetzt beinahe vergessen: der ist ziemlich inspirationsloser Singer-Songwriter-Pop-Rock. Wenn ich den Clip mal irgendwo aufschnappe, schaue ich ihn mir an. Ohne Ton ;-) 3 von 10 Punkten.

31: Baby Bash – “shorty doowop”
Och menno. Ich hab keine Lust mehr auf all diesen austauschbaren Black-Soul-Hip-Hop-Mix-Müll. Irgendein Baby Bash singt “shorty doowop”. Na und? Mir doch egal. 1 von 10 Punkten.

22: Kate Ryan – “la promesse”
Ich muss zugeben: So eine französische Stimme wie die von Kate Ryan veredelt dieses Krimes-Techno-Zeug doch ungemein. Und wenn man dann auch noch so einen schamlzig-legendären Song wie “the promise you made” von Cock Robin covert, kann man eigentlich nicht klagen. Wenn bloß nicht nach einer Minute dieser Bass losgehen würde. Kriegt dann leider doch wieder diesen Billig-Touch von gewöhnlichem Kirmes-Techno. Trotzdem gerade noch 4 von 10 Punkten.

18: The Black Eyed Peas – “let’s get it started”
Die Black Eyed Peas haben ihren Zenit doch auch längst überschritten. Zumindest den Zenit, Singles aus dem aktuellen Album auszukoppeln. Wie gut war doch “where is the love”. Und wie unglaublich mittelmäßig ist doch “let’s get it started”. 3 von 10 Punkten.

11: Jeanette – “hold the line”
Um Gottes Willen! Jetzt muss Frau Biedermann auch noch so tun, als müsse sie Within Temptation simulieren. Gaaaaanz schlimm, sowas. Wenn nicht sogar gaaaaaaanz schlimm. 0 von 10 Punkten.

9: Die Fantastischen Vier – “troy”
Immer wenn ich “troy” höre, kommt mir in den Sinn, wie ultimativ uncool und altmodisch dieses Stück ist. Und doch hat es was. Vielleicht auch nur, weil es Die Fantastischen Vier sind, die hier an den Mikros stehen und nicht irgendeine Nachwuchs-Combo. Höchstwertung der Woche: 6 von 10 Punkten.

3: Hot Banditos – “veo veo”
Und zum Schluss auch noch sowas. Ein Mit-dem-Holzhammer-Sommerhit. Ich musste nach 30 Sekunden abbrechen, sonst hätte ich mich übergeben müssen. Und für diese ersten 30 Sekunden gibt es selbstverständlich gnadenlose 0 von 10 Punkten.

Und jetzt freut Euch, Ihr Aufsauger der bösen popkulturjunkie-Worte! Morgen gibt’s schon die New-Entries vom 19. Juli.

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Und manche Abende wiederum, so hoffnungslos sie, oberflächlich betrachtet, erscheinen mögen, geben einem unheimlich viel. Das Wissen, eben nicht so einsam zu sein auf diesem Planeten, der ehrlich gesagt auch gar nicht so blöd ist. Neue Kraft, neue Ideen, neue Inspiration, neuen Spaß am Leben.

die schönheit der chance
dass wir unser leben lieben so spät es auch ist
das ist nicht die sonne die untergeht
sondern die erde die sich dreht

(Tomte – “die schönheit der chance”)

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Sehr sehr sehr geile Antwort auf eine blödsinnige Aktion. Gefunden bei Marie.

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ich war oft am Ende, fertig und allein.
alles, was ich gehört hab, war: “lass es sein!
so viel kraft hast du nicht, so viel kannst du nicht geben.
geh den Weg, den alle geh’n, du hast nur ein Leben.”

doch ich will diesen weg zu ende geh’n,
und ich weiß, wir werden die sonne seh’n!
wenn die nacht am tiefsten ist, ist der tag am nächsten.

manchmal bin ich kalt und schwer wie ein sack mit steinen.
kann nicht lachen und auch nicht weinen.
seh’ keine sonne, seh’ keine sterne,
und das land, das wir suchen, liegt in weiter ferne.

doch wir werden diesen weg zu ende geh’n,
und ich weiß, wir werden die sonne sehn!
wenn die nacht am tiefsten ist, ist der tag am nächsten.

(Rio Reiser / Ton Steine Scherben – “wenn die nacht am tiefsten”)

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Temporäre Auswege gibt es. Ein 150 Minuten langes Telefongespräch zum Beispiel. Mit einem echten Freund. Danke.

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Andere Abende hingegen versprechen schon zu Beginn einen Absturz in ungeahnte Tiefen. Nicht fähig, irgendein Leben zu leben. Sich fühlen, als sei man der verlassenste, einsamste Mensch auf diesem blöden Planeten. Keine Idee, wo der Ausweg ist und wie man ihn erreicht.

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Bin ich eigentlich der Einzige, der sich fragt, wie die seltsamen Nominierungen zum “Preisbloggen” der “Zeit” zustande gekommen sind? Abgesehen von maximal einer Handvoll nominierten Blogs finde ich die alle nicht sehr preiswürdig. Besonders lustig sind die zehn angeblich besonders tollen Blogs in der Kategorie “Design”. Da fallen mit auf Anhieb mindestens zehn andere ein, die den Preis eher verdient hätten. Vielleicht hätte die “Zeit” doch besser eine Nominierungs-Jury einberufen sollen und nicht den Usern (und damit dem Zufall, der besten PR und womöglich auch dem Betrug) die Entscheidung überlassen sollen.

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Auch ‘ne Meinung: “Wenn ich jemanden einen fröhlichen, ausgelassenen Song singen höre, möchte ich dieser Person spontan auf die Schnauze hauen. Glückliche Menschen sind exotische Kreaturen für mich, mit denen kann ich nicht viel anfangen.” (Juliana Hatfield im neuen “musikexpress”)

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Manche Abende machen das Leben echt lebenswert.

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Anajo. Eine relativ neue deutsche Indie-Band. Eigentlich ist es nicht sonderlich kreativ, die erste große Single auf einer Melodie aufzubauen, die jeder kennt. In diesem Fall aber ist es absolut gut. “ich hol’ dich hier raus” heißt sie. Keine Cover-Version, aber eine Melodie, die eben jeder kennt. Die Titelmelodie der ZDF-Serie “Ein Fall für zwei”. Klingt seltsam? Ist es aber nicht, sondern sehr ohrwurmig und schön anzuhören. Das Debüt-Album erscheint irgendwann demnächst bei Tapete Records. Und hier kann man sich den Clip ansehen und sich einen Ohrwurm einfangen, den man erstmal nicht mehr los wird.

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