Archive for July, 2005

hilfe! 4

Daniel Küblböck wird womöglich Vater. Die Frau dazu ist 33. Und Friseurin. Und hat einen Freund. Gruselig!

der aufhol-montag. 3

Einiges habe ich an diesem Sonntag geschafft, anderes noch nicht. Daher wird der Montag kurzerhand zum popkulturjunkie.de-Aufhol-Montag erklärt ;-) Es wird weitere TV-Neustart-Kritiken, Chart-Kritiken und verschiedenes anderes geben.

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Ich fordere mehr Fernseh-Auftritte für Hans-Jochen Vogel. Unterhaltungswert, Alters-Weisheit, Engagement. So macht selbst “Sabine Christiansen” Spaß. Schade, dass es Politiker eines solchen Schlages nur noch äußerst selten gibt.

film: krieg der welten. 2

Der zweite Film, den ich gesehen habe, ist so ziemlich das genaue Gegenteil von “My Summer of Love”: Hollywood-Bombast statt englischer Provinz-Idylle, Speciel-Effects-Science-Fiction statt Coming-of-Age-Drama.

“Krieg der Welten” ist die Steven-Spielberg-Version des H.G.Wells-Romans, der 1898 erschien. Eine außeridische macht greift darin die Erde an, zerstört alles, ernährt sich von Menschen, scheint nicht zu stoppen. Mittendrin Loser Ray Ferrier (Tom Cruise), der ein paar Tage auf seine beiden Kinder aufpassen muss, die ansonsten bei seiner geschiedenen Frau leben. So gerät die kleine Familie also mitten ins zerstörerische Chaos und flüchtet. Genau das ist auch der Hauptinhalt des Films: Flucht, Flucht, Flucht. Cruise spielt nicht den tollen Helden, der die Welt rettet, sondern den Hilflosen, der keine Chance gegen die außerirdische Macht sieht. Begleitet wird die Flucht von atemberaubenden Sounds, der üblichen Menge an Special Effects und Explosionen. Genau dann, wenn der Film nach einer längeren Phase ohne Spannung interessant zu werden scheint, driftet er leider in die üblichen Hollywood-Muster ab: Pathos und große Gefühle, die beim Zuschauer aber nicht ankommen. “Krieg der Welten” hat zu viele Längern, erzählt zu wenig und wird oft langweilig. Auf der Positiv-Liste müssen eindeutig die immer wieder aufkommende beklemmende Stimmung, der grandiose Sound und Tim Robbins genannt werden, der eine kleine Nebenrolle spielt, dabei aber etwas unter seinen Möglichkeiten bleibt. Tom Cruise stört nicht weiter, im Gegensatz zu Dakota Fanning, der kleinen Tochter, die vornehmlich schreit und leer in die Gegend schaut. Insgesamt zu mittelmäßig, um der große Sommer-Blockbuster zu werden. 6 von 10 Punkten.

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Als nächstes folgen zwei Kritiken zu Kinofilmen, die ich in den vergangenen Tagen gesehen habe. Zunächst: “My Summer of Love”.

“My Summer of Love” erzählt die Geschichte eines Sommers in einem kleinen englischen Provinzkaff. Mona, Schwester eines Pub-Besitzers, der nach einem Gefängnisaufenthalt Hardcore-Christ wird und den Pub zu einem Gebets-Zentrum umwandelt, begegnet in ihrer Sommer-Langeweile Tamsin. Die wiederum kommt aus einer wohlhabenden Familie, verbringt den Sommer im Landhaus. Das arme und das reiche Mädchen verlieben sich ineinander und verbringen einen Sommer der Liebe.

Ich fand “My Summer of Love” etwas enttäuschend. Von einem preisgekrönten Film (BAFTA-Award für den “besten britischen Film”) erwarte ich mir eigentlich etwas mehr. Die Story war insgesamt dünn und hatte viele Längen. Positiv hervorzuheben sind neben den schönen Sommerbildern die beiden Hauptdarstellerinnen Nathalie Press und Emily Blunt, die ihre Sache sehr gut machen. Das Beste an dem Film ist aber wahrscheinlich der Soundtrack: “lovely head” von Goldfrapp beispielsweise hat dafür gesorgt, dass ich meine aufgebaute Abneigung gegen Alison Goldfrapp etwas abgebaut habe und mal wieder das brillante 2001er-Album “felt mountain” gehört habe. Und das wird nicht das letzte Mal in diesem Sommer gewesen sein. Für “My Summer of Love” gibt’s 6 von 10 Punkten.

tv-neustart-kritik (2005-021-022). 0

Noch zwei kleine TV-Neustart-Kritiken:

“Laguna Beach” / Viva / Go Go Lucky Productions / diverse Sendetermine / Start: 4. Juli 2005

“Laguna Beach” ist eine Pseudo-Reality-Doku-Soap-Quatschsendung, in der das Leben von acht Highschool-Teenies gezeigt wird, die in Laguna Beach wohnen. Liebe, Party, Spaß. Abgesehen davon, das die in den USA bei MTV laufenden Serie nur Belanglosigkeiten zeigt, nervt auch die misslungene deutsche Synchronisation. 2 von 10 Punkten.

“Weinprobe” / arte / FTS Media / sonntags, 17.35 Uhr / Start: 10. Juli 2005

Ich trinke sehr gern Wein. Aber brauche ich deswegen eine zugegebenermaßen nett produzierte Doku-Reihe, in der Weinanbaugebiete und deren Winzer vorgestellt werden? Natürlich nicht. 3 von 10 Punkten.

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Kommen wir zu ein paar neuen, sehenswerten Musikvideos. Schließlich liegt das deutsche Musikfernsehen brach und auf den vielen ausländischen Kanälen, die man in digitalen Kabelnetzen empfangen kann, sieht man auch eher selten gute Musik. Bleibt also vorerst nur das Internet, um gute Clips zu sehen.

– Beginnen wir mit der derzeitigen Hype-Band vieler Blogs (Ätsch! Ich war Erster!): den Editors. Nach der brillanten Single “munich” gibt’s nun den Clip zu “blood”. Wieder ein toller Song. Den Clip gibt’s hier: Real High / Real Low / Windows Media High / Windows Media Low.

– Als nächtes zum neuen Oasis-Clip. “the importance of being idle” ist zwar kein Mega-Ohrwurm, aber der Clip dazu ist amüsant. Außerdem spielt Rhys Ifans mit. Den Clip gibt’s hier: Real High / Real Low / Windows Media High / Windows Media Low.

– Als nächstes zum neuen Maximo-Park-Clip. “going missing” gibt’s hier: Quicktime High / Quicktime Low / Windows Media High / Windows Media Low.

– Etwas still geworden ist es in den vergangenen Jahren um JJ72. Einst ein großer Hype in Großbritannien, hat die Band das Gefühl für große Musik etwas verloren. Die neue Single “coming home” ist auch kein so großer Wurf. Den Clip gibt’s hier: Real High / Real Low / Windows Media High / Windows Media Low.

– Die neulich von mit gelobten Turin Brakes haben ebenfalls einen neuen Clip am Start. “over and over” ist zwar nicht so brilliant wie “fishing for a dream”, aber dennoch sehr hörbar. Den Clip dazu gibt’s hier: Real Player / Windows Media.

– Eine Meldung, die sicher auch Herrn Shhhh begeistern wird, ist die Tatsache, dass die großartige Band Chikinki dank Kitty-Yo nun auch in Deutschland zu hören sind, ohne teure Imports in Kauf zu nehmen. Das Album “lick your ticket” soll noch im Juli offizlell in Deutschland erscheinen. Als Vorgeschmack auf diesen Muss-Kauf gibt’s auf spex.de den Clip zu “like it or leave it”: Real High / Real Low.

– Den Clip zur neuen, tollen Bright-Eyes-Single “easy/lucky/free” gibt’s hier: Real High / Real Low.

– Den Beweis, dass die Babyshambles eben doch nur halb so gut wie die Libertines sind, kann man sich hier, im Clip “fuck forever” ansehen: Real High / Real Low.

– Und schließlich die neue Nine-Inch-Nails-Single. Den nette Clip zum Mittelmaß-Song “only”, der komplett auf einem Schreibtisch spielt, gibt’s hier: Real High / Real Low / Windows Media High / Windows Media Low.

tv-neustart-kritik (2005-019-020). 0

Zum Start in die zweite Etappe des popkulturjunkie.de-Aufhol-Sonntags ein kleines TV-Neustart-Kritik-Hunde-Special:

“Men, Women and Dogs” / ProSieben / Staley/Long Productions & Paramount Network Television / sonntags, ca. 11 Uhr / Start: 17. Juli 2005

“Men, Women and Dogs” ist eine Art misslungenes “Sex and the City” für männliche Hundebesitzer. Vier Freunde treffen sich jeden Tag im Hundepark, um sich ihre Abenteuer oder Probleme mit Frauen zu erzählen. Der nervige Bill Bellamy z.B. spielt einen Koch, der andauernd Schönheiten mit seinem Dessert ins Bett holt. Was der Serie fehlt, sind die lustigen Momente. Sie bringt ausschließlich gähnende Langeweile und wirkt äußerst altomodisch. In den USA lief “Men, Women and Dogs” 2001 nur 13 Folgen lang, dann setzte das Network The WB die Serie ab. Kein Wunder. 2 von 10 Punkten.

“Dogs with Jobs – Profis auf vier Pfoten” / Vox / Cineflix Productions / sonntags, ca. 13.15 Uhr / Start: 26. Juni 2005

Eine Doku-Reihe über arbeitende Hunde. Man sieht Drogenschnüffler, Hunde, die der Feuerwehr helfen, Leben zu retten oder Hunde, die Raubkatzen aufziehen. Hundebesitzern geht bei den netten Bildern sicher das Herz auf, für Otto-Normalzuschauer ist die Reihe aber nur bedingt interessant. 4 von 10 Punkten.

diverse interpreten. 3

Zwischendurch ein paar Musik-News der vergangenen Tage, die ihr bestimmt schon woanders gelesen habt:

– Die großartigen dEUS bringen am 12. Septembe rnach fast vier Jahren Pause ihr neues Album “pocket revolution” auf den markt. Die Platte wird 12 Tracks enthalten. Im November kommt die Band für ein paar Konzerte nach Deutschland (Köln, München, Dresden, Berlin, Hamburg, Karlsruhe). Hier gibt es übrigens ein Blog, dass sich ausschließlich dEUS widmet. Höchste Zeit, mal wieder “suds & soda” zu hören.

– Auch Sigur Rós veröffentlichen am 12. September (Was für ein Feiertag!) ein neues Album. Es wird “takk” heißen und die Damen und Herren vom “intro”, die es schon hören durften, meinen: “Ein wieder einmal wunderschönes Album.” Heute (am 17. Juli) kann man die Isländer übrigens live in Hamburg bewundern, am 19. Juli in Frankfurt, am 20. in Berlin und am 22. in München.

– Speaking of the Damen und Herren vom “intro”. Die durften schon sieben Songs des neuen Depeche-Mode-Albums “playing the angel” hören, das am 17. Oktober erscheint. Ihre Eindrücke schildern sie an dieser Stelle.

– Die neue Platte der Yeah Yeah Yeahs wird zwar noch nicht im September erscheinen, wird aber bis Herbst aufgenommen und soll aber einen ziemlichen Stilwechsel der Band in eine folkige Richtung dokumentieren.

– New Order veröffentlichen am 13. September “item”, eine Doppel-DVD. Auf der einen wird es 22 Videoclips, auf der anderen eine Dokumentation geben. Eine ideale Ergänzung zu “New Order 3 16” also.

– Josh Homme hat gegenüber der BBC erstmals darüber gesprochen, warum er Nick Oliveri aus den Queens of the Stone Age geschmissen hat: Oliveri soll seine Freundin körperlich misshandelt haben: “A couple years ago, I spoke to Nick about a rumor I heard. I said, ‘If I ever find out that this is true, I can’t know you, man.’ Because music and my life are the same thing, there’s no rules until something massive happens. Nick was over in England with Lanegan and something happened again, and he almost didn’t make it out of the country. That’s not music anymore.”

– Das neue Album von Robbie Williams wird “intensive care” heißen. Eine Welttournee sei auch geplant.

– Coldplay kommen zu drei Zusatzkonzerten nach Deutschland: Am 28. Oktober spielen sie in Oberhausen, am 9. November in Leipzig und am 10. November in Mannheim.

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Hier erstmal zwei TV-Neustart-Kritiken:

“Plötzlich erwachsen!” / Das Erste / Sony Pictures Film und Fernseh Produktions GmbH / dienstags-freitags, 18.50 Uhr / Start: 13. Juli 2005

Vor einigen Jahren gab es einmal eine ARD-Vorabendserie namens “Powder Park”. Eine Fortsetzung wurde gedreht, war sendefertig, blieb dann aber jahrelang liegen. Der Grund: Das Erste hatte die Vorabend-Struktur geändert, hatte nur noch Platz für 30-Minuten-Serien, nicht mehr für 60-Minuten-Serien wie “Plötzlich erwachsen!”. Jahre später entschloss man sich, die fertigen Folgen umzuschneiden, 30-Minuten-Episoden daraus zu machen, um sie nicht im Schrank vergammeln zu lassen. Vielleicht hätte man das aber tun sollen. Die Jahre im Archiv haben der Serie nämlich nicht sehr gut getan. “Plötzlich erwachsen!” ist das, was sich angestaubte öffentlich-rechtliche Anstalten unter hip, jung und cool vorstellen. Nämlich das genaue Gegenteil der eigentlichen Bedeutung der Worte. Kein vergleich zu frischeren Serien wie “Berlin, Berlin” oder dem grandiosen “Sternenfänger”, das nach einer Staffel leider nicht fortgesetzt wurde. Für “Plötzlich erwachsen!”: 3 von 10 Punkten.

“Hauptsache Fußball” / WDR Fernsehen / Kubny & Schnell Filmproduktion / freitags, 20.15 Uhr / Start: 15. Juli 2005

Die Herren kubny und Schnell haben sich u.a. durch die Doku-Reihe “Der Ball ist rund – 40 Jahre Bundesliga” hervorgetan. Nun läuft eine Art Fortsetung. In “Hauptsche Fußball” will man die Faszination des Sports erklären, widmet sich in drei Folgen den Themen “Kampf und Leidenschaft”, “Spielwitz und Eleganz”, sowie “Mein verein Meine Heimat”. Leider ist die Reihe nicht wirklich gelungen. Die Schnipsel aus der deutschen Fußball-Historie wirken etwas sehr wahllos anenandergereiht, man springt viel zu sehr in der geschichte hin und her ohne stringent zu erzählen. Schade, hätte besser sein können. 4 von 10 Punkten.

Weitere Kritiken zu Sendungen, die in den vergangenen Tagen gestartet sind, folgen im Laufe des Sonntags. Außerdem startet am Sonntag die ProSieben-Comedyserie “Men, Women and Dogs” (11.40 Uhr).

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