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So viele neue Fernsehsendungen. So viele. Und alle so schlecht. Aber seht selbst. Hier sind die nächsten 6 popkulturjunkie-testet-neue-Fernsehsendungen-Kritiken:

“Hauptsache Mensch” / rbb Fernsehen / dienstags, 21.30 Uhr – Start: 2. März 2004
Eine etwas sehr schwerfällige Sendung. Es geht um Menschen mit Problemen, die in Filmbeiträgen gezeigt werden. Die Probleme werden vom Moderator im Studio mit einem Therapeuten besprochen. Es gibt Tipps, Hinweise. In der ersten Sendung ging es um Seitensprünge. Sehr bemüht und recht langweilig, die Sendung. 3 von 10 Punkten.

“MTVs streetLive” / MTV / Endemol / donnerstags, 17 Uhr – Start: 26. Februar 2004
So ähnlich wie die “TV total”-Rubrik “Elton zockt”, nur noch langweiliger. Drei MTV-Moderatoren sind auf der Straße unterwegs, spielen mit irgendwelchen Passanten um persönliche Gegenstände oder Körperteile. Beispiel: ein Typ muss drei Quiz-Fragen beantworten. Für jede falsch beantwortete Frage muss er einen Rasierer auswählen. Zwei funktionieren nicht, erwischt der den, der funktioniert, muss er sich seine Haare abrasieren. Müde neue Show. Überflüssig. 3 von 10 Punkten.

“Ozzy & Drix” / RTL II / Warner / werktäglich, 13.30 Uhr – Start: 25. Februar 2004
Nee, das hat nix mit dem omnipräsenten Prince of Darkness zu tun. Das ist eine neue Zeichentrickserie für Kiddies. Ozzy ist ein weißes Blutkörperchen, Drix eine Erkältungspille und beide zusammen kämpfen gegen gemeine Viren und Bakterien im Körper des Teenager Hector. Vielleicht mögen Kinder das. Ich nicht. Die Dialoge sind peinlich, besonders gut gezeichnet ist es auch nicht. 1 von 10 Punkten.

“Angriff der Plagegeister” / arte / mona lisa production / werktäglich, 19 Uhr – Start: 23. Februar 2004
Wieder eine Insekten-Doku-Reihe. Keine besonders sehenswerte. Alles etwas zu französisch. Seltsame Bilder, seltsame Musik, seltsame Kommentierung. Muss man nicht sehen. 3 von 10 Punkten.

“Finderlohn” / mdr Fernsehen / Saxonia Entertainment / donnerstags, 19.50 Uhr – Start: 19. Februar 2004
Was für ein bizarrer Rotz ist das denn? Eine Art Magazin mit einer Mega-Klischee-Blondine als Moderatorin, seltsamen Beiträgen über Leute, die irgendwas in ihrem Leben gesucht haben (einen Verwandten, einen Lottoschein,…) und angereichert mit einem Rätsel, bei dem man eine Reise gewinnen kann. Strange. 0 von 10 Punkten.

“Rich Girls” / MTV / dienstags, 13.30 Uhr – Start: 3. Februar 2004
Dekadenz-TV. Eind Doku-Soap, in der das Leben von Ally Hilfiger (Tommy-Tochter, die wahnsinnig gut aussieht) und Jaime Gleicher (Leder-Imperium-Erbin) begleitet wird. Vor allem gibt es ausschweifende Plaudereien über alle Oberflächlichkeiten des Lebens. Von der Machart erinnert die Sendung natürlich an die “Osbournes”. Selbst ähnlich dumme Hunde wie die der Osbournes kommen vor. Aber so witzig wie die “Osbournes” ist “Rich Girls” definitiv nicht. Eher traurig. 4 von 10 Punkten.

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Wisst ihr eigentlich wie unglaublich verstörend dieser 24-Stunden-“Big Brother”-Live-Kanal ist? Diese neun frisch eingezogenen Hohlbirnen labern nur Müll. Und: Nein! Ich hab den nicht abonniert! Der ist bis morgen früh um 6 frei zugänglich für alle Premiere-Abonnenten. Ohnehin frage ich mich, wer dafür 15 Euro im Monat zahlt? Da kann man sich auch 24 Stunden in irgendeine Kiez-Spelunke setzen. Das ist intellektuell sicher wesentlich ergiebiger.

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Warum erinnert mich der Refrain der neuen Elbow-Single “not a job” an “beds are burning” von Midnight Oil? Vielleicht weil es verdammt ähnlich klingt. Zumindest in meiner Erinnerung. Denn gehört hab ich “beds are burning” wahrscheinlich zum letzten Mal in meiner Abi-Zeit. Damals aber ganz oft. Auch schon wieder fast 10 Jahre her. Kinder, wie die Zeit vergeht.

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“followed the waves” von Auf der Maur und “sister saviour” von The Rapture – das waren die meistgespielten Clips in den relevanten Musik-TV-Sendungen (“Fast Forward”, “Spin”, “Spin Off”, “Rock Zone”) im Februar. Die komplette Top 10 und alle einzelnen Playlisten der Sendungen gibt’s wie immer nach dem Klick auf den “music tv”-Link in der linken Spalte.

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Ich komme gerade aus Mainz. Zum zweiten Mal in meinem Leben war ich in Mainz. Zum zweiten Mal seltsamerweise wegen Air. Irgendwas zieht die beiden charmanten Elektro-Franzosen immer wieder ausgerechnet nach Mainz. Ort des Geschehens war diesmal die ziemlich große Phoenixhalle. Vor zwei Jahren auf der letzten Tour hat die Band noch in einer kleineren Location gespielt. Aber Erfolg erfordert nunmal größere Hallen. Die Phoenixhalle war auch sehr gut gefüllt. Ich hab keine Ahnung, wieviele Menschen da reinpassen. 1000? 2000? Noch mehr? Ich bin schlecht im Abschätzen von Menschenmengen. Die Vorband Joyzipper (anscheinend auch irgendwelche Elektro-Leute) haben wir wegen Phoenixhalle- und Parkplatz-in-der-Nähe-von-Phoenixhalle-Suche verpasst. So mussten wir wenigstens nicht lang warten, bis Air anfingen.
Die Setlist bestand vornehmlich aus Stücken der beiden neueren Alben “10.000 Hz Legend” und “Talkie Walkie”, aber ein paar Klassiker wie “Kelly watch the Stars”, “Playground Love” (leider in einer instrumentalen Version) und als letzte Zugabe “Sexy Boy” gab es auch. Die Show an sich war wie immer bei Air eher übersichtlich. Herr Dunckel stand hinter seinen vielen vielen Keyboards, Synthesizern und Computern, Herr Godin mit einer Gitarre in der Mitte der Bühne. Die Interaktion mit dem Publikum bestand vornehmlich aus Dankesbekundungen abwechselnd in Englisch (“thank you”), französisch (“merci beaucoup”) und deutsch (“danke schön”). Auch das von irgendeinem Designer entworfene Bühnenbild war eher minimalistisch, dadurch aber recht passen.
Was ich mich allerdings heute noch mehr als bei der letzten Tour frage: Wieviel der Musik, die man da hört, ist wirklich live? Wenn ich mich an das brillante Console-Konzert im letzten Jahr erinnere – dort war wirklich alles live. Natürlich kam sehr viel aus dem Computer, aber das Apple-iBook wurde von Console live bedient – dazu gab es echte Musik aus Gitarren, Bässen und Drums. Das Einzige bei Air, bei dem ich mir sicher bin, dass es live war, waren die Drums. Ich bin mir dagegen absolut nicht sicher, ob Nicolas Godin z.B. auch nur einen Ton live auf seiner Gitarre gespielt hat. Aber letztlich ist das auch egal: Ein Air-Konzert ist immer eine Reise (nach Mainz) wert. So auch diesmal. Schöne Musik, härter als auf Platte, eine extrem gute Stimmung im Publikum – was will man mehr?

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Der Rekord ist eingestellt. “Lord of the Rings: Return of the King” hat in allen nominierten Kategorien gewonnen. 11 Oscars. Nur zwei weitere Filme haben mehr als einen Oscar bekommen: “Master and Commander” und “Mystic River” – je 2.
Und ich hab’s tatsächlich wieder einmal geschafft. 3 Stunden 45 Minuten Oscar-Verleihung. Jetzt noch schnell 2einhalb Stunden schlafen, bevor ich ins Büro muss.

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Und in der wohl spannendsten Kategorie gewinnt Sean Penn! Sehr sehr erfreulich!

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Wow. Da hat ja die wunderbare Charlize Theron auch mich beinahe zum Weinen gebracht.

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Und der Zehnte. Noch einer und der Rekord von “Ben Hur” und “Titanic” ist eingestellt.

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Und zum Glück gibt es auch noch Kategorien, in denen kein “Lord of the Rings” antritt. Herzlichen Glückwunsch, Sofia Coppola!

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