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Bevor hier irgendwann demnächst auch noch ein kleines Fazit von ein paar wunderschönen Prag-Tagen gezogen wird, gibt’s erstmal ein paar popkulturelle Einträge – deswegen seid ihr ja schließlich hier ;-) Ich schrieb ja bereits, dass Keane “the sun ain’t gonna shine anymore” von den Walker Brothers aus dem Jahr 1966 gecovert haben. Engländer können den Song auf warchildmusic.com für einen guten Zweck herunterladen. Allen anderen bleibt vorerst nur ein 30 Sekunden langer Ausschnitt als Stream…

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So viel gute Musik gehört in den letzten Tagen und heute. Es wird also wieder höchste Zeit für eine Prise ganz schlechter Musik. Hier sind die New Entries der deutschen Singlecharts vom 6. September 2004:

91: Narcotic Thrust – “i like it”
Der Band- oder besser Projektname klingt zwar eher nach Heavy Metal, aber in Wirklichkeit ist es Zappelmusik, die jeder Dorfdisco alle Ehre macht. “the boredom sets in nine to five, at night that’s when i come alive” – bei solchen plumpen Texten macht das Wochenend-Zappeln doch richtig Spaß. Aber letztlich gibt’s schlimmere Musik als dieses belanglose Stückchen. 2 von 10 Punkten.

88: Dean Dawson – “hip hop music”
Das ist doch mal ein kreativer Titel für einen Song. Man schreibt einen Hip-Hop-Song und nennt ihn “hip hop music”. Respekt! Hinter Herrn “Wow, ich denk mir mal nen tollen Namen aus” Dawson steckt wieder einer dieser schlimmen deutschen Pseudo-Gangster, die neuerdings die Charts bevölkern. Aber im Vergleich zu Kollegen wie Sido oder Azad klingt dieser Genre-Vertreter sogar beinahe hörbar. Aber wirklich nur beinahe. Denn letztlich nervt auch Herr Dawson sehr schnell. 1 von 10 Punkten.

71: Ayman – “du gehörst zu mir”
Ist es gemein, wenn ich sage, dass Schwule dieses Stück lieben werden? Denn genauso klingt es. Schwules Soul-Rumgenöhle der übelsten Sorte. Muss man sehr schnell wieder ausmachen. 0 von 10 Punkten.

63: Grupo Mamey – “obsesion”
Vom Nervhit Nummer 1, “dragostea din tei”, gab’s ja bekannterweise zwei Versionen. Nun der nächste Fall: “obsesion”. Einmal eingestiegen auf Platz 63, einmal auf Platz 3 und eine dritte Version schon seit ein paar Wochen in den Charts. Diese hier stammt von Grupo Mamey, ist schneller, bassiger und flacher als die anderen beiden, hat ein bisschen Rumgestöhne am Anfang und nervt, nervt, nervt. Keine Ahnung aus welchem Urlaubsgebiet dieser ganze “obsesion”-Müll auf einmal nach Deutschland schwappt, aber man sollte es künftig für deutsche Urlauber sperren. 0 von 10 Punkten.

50: Papa Roach – “getting away with murder”
Von allen Nu-Metal-Bands war mir Papa Roach immer eine der erträglichsten. Songs wie “broken home” und vor allem “time & time again” waren durchaus mehrmals hörbar. Diese neue Single “getting away with murder” ist zwar kein großer Wurf und im Vergleich zu älteren Stücken eher schwach. Aber immer noch besser als all der Mist, der ihn in den Charts umzingelt. 5 von 10 Punkten.

30: Volker Rosin feat. Chris Rabatz – “känguru-dance”
Mein erster Gedanke: “Um Gottes Willen, was für eine Riesenscheiße!”. Mein zweiter Gedanke: “Wirklich Riesen-Scheiße?”. “hört gut zu, hört gut zu – dem singenden und springenden Känguruh. hört gut zu, hört gut zu – jetzt kommt das singende känguruh”. Mit einem solchen Text kann ja es eigentlich nur ein Kinderlied sein. Und da es das tatsächlich ist, rücke ich von meinem ersten Gedanken wieder ab. Denn wie sagt die tolle Frau da hinter mir gerade: “Ist doch irgendwie süß. Und besser sowas steigt in die Charts ein, also solche Sido-Scheiße…” Recht hat sie. Und deswegen immerhin 2 von 10 Punkten.

10: Sandy – “tell me”
Die hübsche Sandy von den No Angels. Mit ihrer zweiten Solo-Single. Die einem irgendwie bekannt vorkommt. Eine dieser typisch schmalzigen Popnümmerchen, die man schnell wieder vergisst. Mit einer Prise Emotion, einer pseudo-spanischen Gitarre und auswechselbarer Melodie. Könnte auch von Frau Catterfeld stammen. Gerade noch erträglich ist es dennoch und daher gibt’s 2 von 10 Punkten.

9: Vanilla Ninja – “when the indians cry”
Warum singt eine Band aus Estland eigentlich über Indianer? Na egal. Warum sind die überhaupt bekannt geworden? ist die wohl wichtigere Frage. Eine Teenieband, die mal Rock mal und ein anderes Mal – wie in diesem Fall – unerträglichen Schmalzpop macht. Ganz übler Dreck mit Ostblock-Akzent in der englischen Stimme und Gitarren, die aus Scorpions-Stücken der 70er stammen könnten. Und wieder hat die tolle Frau da hinter mir recht: “Klingt genau wie die Kelly Family”. 0 von 10 Punkten.

8: Nelly – “my place”
Ich bin müde. Ich kann zu solchem Hip-Hop-Black-Music-Soul-Kram einfach nichts mehr schreiben. Außer dass ich wirklich nicht weiß, warum diese ganzen dummen Songs in die Charts einsteigen. 1 von 10 Punkten.

3: Aventura – “obsesion”
Dasselbe Lied wie Platz 63, nur ohne nervige Dorfdisco-Bässe und langsamer. Wesentlich besser macht es das Stück trotzdem nicht. Der nöhlende Spanier nervt. 1 von 10 Punkten.

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“Da warte ich doch lieber auf Hartz 5”. Wirklich gut, dass er wieder da ist.

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Ein sehr sehr schoener Tag.

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Uebrigens gerade beim NME gelesen: Die neue Single von U2 wird “vertigo” heissen und enthaelt “neon lights”, eine Cover-Version von Kraftwerk (!?!).

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Sehr empfehlenswert! Mit Strassenbahn-Linie 22 durch Prag, ueber die Moldau und hoch auf den Berg mit der Burg. Dabei eine tolle Frau im Arm und Musik von Nada Surf und Coldplay in den Ohren.

Nicht sehr empfehlenswert! Sich vorzunehmen, den Urlaubsbeginn gleich auch noch dazu zu nutzen, sich das Rauchen abzugewoehnen. Viel zu viele Sekunden, Minuten oder sogar Stunden werden dazu verwendet, darueber nachzudenken, dass man genau jetzt sehr gern eine Zigarette rauchen wuerde. 24 Stunden hab ich durchgehalten, jetzt bin ich wieder drauf. Aber immerhin ist die Dosis derzeit nicht mehr bei einer Schachtel, sondern bei 3-8 Zigaretten pro Tag. Ist ja auch schonmal was…

Zu Prag und der Popkultur gibt’s nicht viel Neues zu berichten. Nur ein paar kleine Cafes und Kneipen, aus denen hoerbare Musik nach aussen drang. Immerhin.

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Und es gibt sie doch, die Updates. Aber so richtige Lust zu schreiben habe ich gerade gar nicht, an diesen superlangsamen mit Windows 98 (!) versehenen Internetcafe-PCs. Und auch wenn die ersten 30 Stunden sehr schoen, lustig und ueberhaupt… waren, Prag und Popkultur, das sind zwei Dinge, die nur den Buchstaben “P” gemeinsam haben – sonst nichts. Konzerte von Sarah Brightman und Rush sind wohl das Hoechste der Gefuehle fuer den gemeinen Prager – coole Bands braucht man hier anscheinend nicht. Aber sie tun ja auch mal ganz gut, diese Tage fernab der zivilisierten Popkultur-Welt. Und immerhin gibt’s hier Schokoriegel, die “Margot” heissen (Fotobeweis wird nachgereicht).

Oh mein Gott. Und kaum beschwere ich mich ueber die mangelnde Popkultur, laeuft hier in diesem mittelmaessigen Internetcafe “fake plastic trees” von Radiohead… Geht doch!

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In ungefähr elf Stunden flieg ich von Dortmund nach Prag. Ob es in den nächsten Tagen an dieser Stelle Updates geben wird, hängt davon ab… Wovon? Davon eben…

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Was mir vorhin eingefallen ist, als ich nach langer Zeit mal wieder das extrem tolle “melody a.m.”-Album hören durfte: Wann gibt’s eigentlich mal wieder eine neue Platte von Röyksopp? Wird höchste Zeit, finde ich.

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Zwei Filme.

“Sommersturm”. Kann ein Film schlecht sein, der mit dem wunderschönen Nada-Surf-Song “blonde on blonde” beginnt? Leider ja. Obwohl ich mich zu meiner Homophobie bekenne und knutschenden Männern eher ungern zusehe, wollte ich den Film unbedingt sehen. Weil er von den Herren Claussen und Wöbke produziert wurde, die in den vergangenen Jahren viele Highlights des deutschen Kinos verantwortet haben (“23”, “Nach fünf im Urwald”, …) und weil ich Herrn Stadlober eigentlich ganz okay finde. Schlecht war der Film aber nicht wegen der knutschenden Männer, sondern vor allem aus anderen Gründen. Da wäre zum Beispiel das Frauen-Ruderteam aus Dresden zu nennen, das Pseudo-sächsisch sprach und kein Ossi-Klischee ausließ. Oder all die Uralt-Schwulen-Witze. Für 12-Jährige womöglich ganz okay, für etwas erwachsenere Zuschauer eine Qual. Auch die Optik des Films wirkte irgendwie billig. Ein paar Szenen (u.a. die, in der Stadlober hektisch und verwirrt durchs Schilf läuft) sahen durchaus gut aus, die meisten aber eben nicht. Und so kann ein Film eben tatsächlich schlecht sein, auch wenn er mit dem wunderschönen Nada-Surf-Song “blonde on blonde” beginnt. 3 von 10 Punkten.

“coffee and cigarettes”. Ein paar Worte noch zu diesem kleinen, genialen Film. Ich gebe zu: Ich hatte vor diesem bisher nur einen Jim-Jarmusch-Film gesehen: “Ghost Dog”. Und fand ihn etwas sehr seltsam. “coffee and cigarettes” hingegen: brillant. Eine Reihe von kleinen Szenen, in denen bekannte und unbekannte Zeitgenossen vor allem zwei Dinge tun: Kaffee trinken und rauchen. “coffee and cigarettes… the perfect combination” eben. Fast alle dieser Szenen sind extrem kurzweilig und zum Teil ziemlich lustig. Besonders vorheben möchte ich die White Stripes, die sich über eine seltsame Erfindung des seltsamen Erfinders Nikola Tesla unterhalten und Bill Murray, der in seiner Szene mit zwei Wu-Tang-Clan-Rappern vorgibt, untergetaucht zu sein, daher in einem Cafe zu bedienen und den Kaffee gleich aus der Kanne trinkt. Klingt alles sehr bizarr, ist es auch, Aber eben sehr sehenswert. 8 von 10 Punkten.

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