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Wieder 3 neue Fernsehsendungen. Wieder 3 popkulturjunkie-Kritiken.
– “El, der Millionär”, RTL 2, UFA Entertainment, montags, 20.15 Uhr – Start: Montag, 19. Januar)
Da ist sie also, die neue, fett beworbene RTL-2-Show, in der 12 Frauen denken, sie bekommen einen Millionär, es in Wirklichkeit aber mit dem Dachdecker Elmar zu tun haben. Ich hatte gewisse Erwartungen an die Sendung. Ich hoffte, eine riesige Portion Schadenfreude zu bekommen. Leider nicht erfüllt, diese Erwartungen. “El, der Millionär” nimmt sich zu ernst, setzt viel zu sehr auf die Kuppelshow-Karte als auf die spaßige Karte. Immerhin werden hier 12 Frauen komplett verarscht. Man hat weder Mitleid mit den Frauen, noch empfindet man Schadenfreude. “El, der Millionär” ist leider zu großen Teilen einfach zu langweilig, hat zu viel “Bachelor” und zu wenig Eigenständigkeit. Schade. Sympathisch macht die Sendung allerdings, dass die Kandidatinnen zu großen Teil durchaus natürlich sind und den Typen auch nicht alle wie beim “Bachelor” wie kleine, dumme Mädchen anhimmeln. Insgesamt 5 von 10 Punkten.
– “Helden des Alltags”, arte, montags, 20.15 Uhr – Start: 19. Januar)
Die nächste arte-Doku-Soap. Eine französische diesmal. Beobachtet wird der Alltag einer französischen Elite-Feuerwehr-Einheit. Ein Thema, das in Variationen schon in Tausenden Reportagen, Dokus und Doku-Soaps behandelt wurde. Und die französische Herangehensweise an das Thema gefiel mir nicht wirklich. Die Geschichte wird zu hektisch erzählt, die deutsche Synchronisation ist nervig und die Bilder machen einen Eindruck, als sei man in einem Spielfilm der 70er Jahre oder Ähnlichem. Interessiert mich nicht, diese Sendung. 3 von 10 Punkten.
– “Liebe an der Macht”, Das Erste, montags, 21.45 Uhr – Start: 19. Januar)
Eine neue Porträt-Reihe der ARD. Vorgestellt werden berühmte Ehepaare, die durch die Weltpolitik bekannt geworden sind. Die Gorbatschows, die Honeckers und die Clintons. Teil 1 also: die Gorbatschows. Die gesamte Geschichte. Vom Aufstieg bis zum Fall. In den Dokus spielt nicht nur die Politik eine Rolle, sondern auch die Liebe. Und das macht die Reihe so sehenswert. Spannend und emotional erzählt, toll geschnitten. Und wenn Michail Gorbatschow am Ende der 45 Minuten von den letzten Minuten seiner Frau erzählt und dabei anfängt zu weinen, möchte man beinahe mitweinen. Ich freue mich auf jeden Fall auf den zweiten Teil der Reihe und gebe bis dahin 8 von 10 Punkten.
Die nächsten 3 neuen Sendungen:
– “Sternflüstern”, ZDF – Start: Dienstag, 20. Januar, 20.15 Uhr)
– “Die schnelle Gerdi und die Hauptstadt”, ZDF – Start: Mittwoch, 21. Januar, 20.15 Uhr)
– “Die größten Weltrekorde – Guinness-World-Records”, RTL, Start: Freitag, 23. Januar, 21.15 Uhr)

So. Nach ein paar Tagen kreativer Krise wird hier nun wieder langsam das volle, normale Programm starten. Zunächst etwas Trauriges. Ich hatte schon länger vor, etwas über die Band Hope of the States zu schreiben. 6 Leute aus Chichester, die bisher drei grandiose Singles und EPs veröffentlicht haben, die in Deutschland erstmal nur per Import aus England erhältlich sind. Hope of the States klingt etwas nach Sigur Ros, etwas nach Godspeed You Black Emperor, allerdings nur etwas – durch den extrem angenehmen Gesang und zum Teil harte Gitarren schaffen sie ihren ganz eigenen Stil. Manchmal meint man auch, eine Prise Cooper Temple Clause herauszuhören. Wer interessiert an dieser fabelhaften Musik ist, sollte sich unbedingt “black dollar bills” und “enemies/friends” besorgen. Im Frühjahr soll ihr erstes Album erscheinen, in den Real-World-Studios in der Nähe von Bath liefen gerade die finalen Arbeiten. Und jetzt gibt es einen traurigen Anlass, das alles mal aufzuschreiben. Denn genau in diesen Real-World-Studios hat sich der Gitarrist Jimmi Lawrence vor ein paar Tagen erhängt. Die Band schreibt dazu: “We have lost our friend in a tragic and heartbreaking way. His sense of humour, sensitivity, talent, intelligence and above all genuinely caring nature will be sadly missed. Our last days with Jimmi were the happiest we have ever shared together. He was immensely proud and happy with his work on the record and could not wait for others to hear it. We are devastated that he will never hear it with us, never play guitar, have a drink, a laugh or a conversation with us again. We are all forever grateful for the many messages of support and condolences we have received not just from friends and family but from people who had fleetingly met Jimmi or heard him play. The depth of feeling shown by you all means so much, not only to the band and his friends, but also to Jimmi’s family.” Schade, dass er die bestimmt brillanten Album-Kritiken und den sicher entstehenden Hype um Hope of the States nicht mehr mitbekommen wird…