unwort des jahrzehnts.

Ich nominiere zum Unwort des Jahrzehnts “Second life”. Ich kann es nicht mehr hören und lesen. In höchstens fünf Jahren wird man sich kaputt lachen, dass dieser substanzlose Kapitalisten-Chatroom mit antiquierter 3-D-Grafik jemals so dermaßen gehypet wurde.

10 Comments so far

  1. Andreas on February 23rd, 2007

    ich wünsche mir, dass du recht behältst…

  2. Uwe on February 23rd, 2007

    Ich bin geneigt, jedes Unternehem zu boykottieren, das dort eine “virtuelle Filiale” eröffnet…

  3. nuntius on February 23rd, 2007

    Was macht das Ding überhaupt? Und braucht’s das? In HR Info kam die Tage, dass es dort nun auch virtuelle Kinderschänder gibt – gibt es denn überhaupt keine Grenzen mehr?

  4. andi on February 23rd, 2007

    Danke, genau mein Reden! Problem nur, dass zur Zeit mehr in der Uni (Kommunikationswissenschaft) über dieses Second Life gesprochen wird als über weblogs, die immernoch nur ein Randphänomen sind. Ha Ha.

  5. nuntius on February 23rd, 2007

    weblogs? Mist: habe ich noch einen Trend verpasst? Muss gleich mal bei Dr. Huber nachfragen …

  6. aguilar on February 24th, 2007

    Ich find es auch schlimm. Meine Freundin ist ganz verrückt danach und ich versteh einfach nicht, wieso. Ich hoffe, daß deine angekündigten 5 Jahre nur 1 lang ist…

  7. Schocki on February 24th, 2007

    a la barricade contre zero life
    second life bashing
    count me in!

  8. nrq on February 25th, 2007

    Obwohl ich mir das auch wünsche wird da vermutlich nichts draus. Ich bin mir sicher, das der Hersteller schon an einem Nachfolger arbeitet, der dank des derzeit stattfindenden kritiklosen Hypes rückgratloser möchtegernjournalisten auch ein Erfolg wird.

    Wer sich das Denken noch nicht komplett abgewöhnt hat sollte mal einen Blick auf Second Life Safari werfen. Besonders diesen Beitrag fand ich sehr interessant.

  9. Sebastian on February 25th, 2007

    Hab das mal probiert, ist voll der Quatsch. Kaum war ich drin geriet ich in eine Demo, in der enBw-Rucksäcke boykottiert wurden. Hab mich nur gewundert warum, meinen Werberucksack habe ich schon ein paar Jahre und war immer zufrieden ;-)

  10. [...] Die Parallelwelt Second Life schlug Wellen wie noch nie. Eine Spiegel-Titelgeschichte assoziierte, weil es jahreszeitlich gerade gelegen kam, die von Menschen konfigurierten und gesteuerten Figuren mit einem Maskenball und die F.A.Z. bemerkte “ein Wachstum nicht von dieser Welt“. Jeff Jarvis sagte “Hype is a virus” und der Popkulturjunkie sagte: “In höchstens fünf Jahren wird man sich kaputt lachen, dass dieser substanzlose Kapitalisten-Chatroom mit antiquierter 3-D-Grafik jemals so dermaßen gehypet wurde.”. Rainer sachte dies und das. Findiger Denker schmiedeten die einen oder anderen Masterpläne. Ein Heute-Reporter wurde angeschuldigt, eine virtuelle Puffmutter begrabscht zu haben und weder Kinderpornos noch Rechtsextremismus machten Halt vor der Virtualität. Die WOZ fand in der SL-Welt, wenig überraschend, den Kapitalismus und konfrontierte damit die eidgenössische Steuerverwaltung, während der Blick in Sorge um seine vielleicht bereits den Bildschirm küssenden Leser war. Mitten in einem taz-Interview rannte plötzlich eine Blondine in knappem Minirock ins Büro, lief einmal quer durch den Raum, stieg auf den Tisch und verschwand wieder. Eine Studie ergab, dass Männer auch in der virtuellen Welt von SL lieber etwas mehr Abstand voneinander halten. Ausgenommen davon höchstens hin und wieder Mitglieder von gayromeo.com, eine Community, die laut spreeblick.com viel eher einen Spiegel -Titel verdient hätte. [...]

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