film: “the international”.

Ich bin seit “Lola rennt” großer Fan von Tym Tykwers Filmen. Ich habe “Der Krieger und die Kaiserin” geliebt, fand “Heaven” toll, einzig “Das Parfum” habe ich bis heute nicht gesehen, weil ich irgendwie keine Lust hatte. “The International” hingegen musste ich sofort im Kino sehen, weil der Trailer interessant aussah und ich wissen wollte, ob Tykwer auch einen Thriller auf Hollywood-Niveau drehen kann, ohne dass er so aussieht wie ein mittelmäßig hingeschusterter Film. Um es vorweg zu nehmen: Er kann.

Clive Owen spielt in “The International” einen Interpol-Agenten, der seit Jahren in einem Sumpf aus Korruption, Waffenhandel und jeder Menge anderer Verbrechen recherchiert, in dessen Zentrum er eine Luxemburger Bank vermutet. Zusammen mit einer New Yorker Staatsanwältin (Naomi Watts) treiben ihn seine Recherchen während des Films fast rund um die Welt – eine Hetzjagd voller intelligenter Spannung.

Genau diese Intelligenz ist das, was “The International” meiner Meinung nach von anderen Thrillern abhebt. Es ist keine Aneinanderreihung von Actionsequenzen, weil Drehbuch-Autor und Regisseur nichts anderes eingefallen ist, sondern ein Puzzlespiel, das durch Worte und Bilder lebt und nicht durch Krach. So ist es ausgerechnet die von den Medien hochgehypte Szene im nachgebauten New Yorker Guggenheim-Museum, die mich am meisten an “The International” stört. Denn die Ballereien während dieser Minuten sind dann doch nur eine dieser Actionsequenzen, wenn auch zugegebenermaßen eine der besten, die ich in der jüngeren Vergangenheit gesehen habe.

Ebenfalls ein wenig gestört hat mich die von Naomi Watts gespielte Staatsanwältin. Nicht, weil ich Naomi Watts nicht mögen würde – ich stehe ihr ziemlich neutral gegenüber – sondern weil ich nicht so ganz kapiert habe, was ihre Rolle überhaupt sollte. Sie war für mich schlicht überflüssig, weil sie der Story nicht weitergeholfen hat. Doch die Pluspunkte überwiegen bei “The International” ganz klar. Neben der fesselnden, intelligent erzählten Story sind es vor allem Clive Owen, den ich spätestens seit Spike Lees “Inside Man” und Alfonso Cuaróns “Children of Men” ins Herz geschlossen habe und die fabelhaft ausgesuchten Drehorte in aller Welt, die “The International” aus der Masse herausheben. Auch die Musik, komponiert von Reinhold Heil, Johnny Klimek und Tom Tykwer, ist sehr atmosphärisch und hört sich auch hinterher ohne den Film noch sehr gut an.

Für mich ein klarer Fall: “The International” bekommt 8 von 10 Punkten.

1 Comment so far

  1. René on February 26th, 2009

    > Es ist keine Aneinanderreihung von Actionsequenzen, [...], sondern ein Puzzlespiel, das durch Worte und Bilder lebt und nicht durch Krach.

    Ganz genau ^^ Das war auch der Punkt, der mich überzeugt hat.

    > Ebenfalls ein wenig gestört hat mich die von Naomi Watts gespielte Staatsanwältin.

    Hier hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, dass noch erklärt würde, wie sie zu Owens Charakter steht (gemeinsame Vergangenheit, ehemals verbandelt o.ä.) aber leider wurde in die Richtung wirklich nichts “aufgelöst”… schade.

    > Clive Owen, den ich spätestens seit Spike Lees “Inside Man” und Alfonso Cuaróns “Children of Men” ins Herz geschlossen habe

    Auch hier meine absolute Zustimmung. *daumenhoch

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