charts (2006-01-13). 1

Und hier sind auch schon die Neu-Einsteiger der aktuellen deutschen Single-Charts vom 13. Januar 2006:

40: Right Said Fred – “where do you go to my lovely / jump start” / Video / kaufen

Man mag es kaum glauben, aber diese hier ist die 18. Right-Said-Fred-Single in den deutschen Charts. Eine absolute Größe in der Pop-Branche also. Der Titel-Track “where do you go to my lovely” ist eine Cover-Version des britischen Sängers Peter Sarstedt aus dem Jahr 1969. Es hat Chanson-Einflüsse und klingt völlig Right-Said-Fred-untypisch. Der zweite Titel der Single, “jump start” ist die diesjährige Titelmelodie des “RTL Skispringens” und wurde daher noch mit draufgepackt um die Verkäufe anzukurbeln. Insgesamt annehmbarer, harmloser Pop, der nicht weiter stört. 4 von 10 Punkten.

33: a-ha – “analogue (all i want)” / Video / kaufen

Sogar schon die 27. Single konnte a-ha in dieser Woche in den deutschen Single-Charts platzieren. Diese Band begleitet mich seit meiner frühen Jugend. “take on me”, “the sun always shines on tv”, “hunting high and low”. Ich habe diese Band damals geliebt. Extrem begeistert war ich auch im Jahr 2000 von ihrem Comeback-Album “minor earth, major sky”, das ein extrem gelungenes, melancholisches Pop-Album geworden war. Nun gibt es mit “analogue” ein neues Album und die zweite Single daraus (nach dem eher schwachen “celice”) ist gleichzeitig der Titel-Track. Und wieder bin ich begeistert. Der Song bietet eine brilliante Melodie, einen überraschend guten Einsatz von Gitarren und neue Indie-Einflüsse. Käme er nicht von a-ha, sondern von einer neuen skandinavischen Band, er würde wohl in Indie-Pop-Kreisen gefeiert. So bleiben allerdings bei vielen die Vorurteile gegenüber a-ha. bei mir definitiv nicht. “analogue” ist fabelhafter Pop. 8 von 10 Punkten.

24: Scooter – “apache rocks the bottom!” / Video nicht verfügbar / kaufen

Eine weitere Sooter-Single: “apache rocks the bottom” ist ein Mix aus zwei Album-Tracks namens “apache” und “rock bottom”. Ich kenne die beiden Tracks nicht, daher bewerte ich nur diese Single. Den dominierenden Sample des Stücks kennt man aus den aktuellen adidas-Zeitlupe-Fernsehwerbespots. Dazu gröhlt HP sein übliches Generve ins Mikrofon. Ohne den “adidas-Sample” wäre das alles nicht der Rede wert, so bleibt ein unangenehmer Ohrwurm. 3 von 10 Punkten.

Die Top Ten vom 13. Januar 2006:
01 (01) Madonna – “hung up”
02 (04) Mattafix – “big city life”
03 (02) Xavier Naidoo – “dieser weg”
04 (06) The Black Eyed Peas – “my humps”
05 (03) Melanie C – “first day of my life”
06 (09) Tokio Hotel – “schrei”
07 (10) Tic Tac Toe – “spiegel”
08 (08) Sugababes – “push the button”
09 (11) Eminem – “when i’m gone”
10 (13) Robbie Williams – “advertising space”

Ebenfalls erschienen, aber gefloppt:
– Höhner – “ohne dich geht es nicht”

tv-start-kritik 2006/017: “novotny & maroudi”. 0

“Novotny & Maroudi” / ORF 1 / Gebhardt Productions + ORF 7 Freitags, 22.20 Uhr / Start: 13. Januar 2006

Eine österreichische Comedyserie, in der es um zwei Zahnärzte geht. Der eine steckt gerade in der Scheidung und zieht beim anderen ein. Anschließend ergeben sich natürlich die üblichen Odd-Couple-Situationen. Zu Gute halten muss man der Serie, dass sie nicht auf flache Pointen setzt, sondern eher auf die Story. Allerdings gibt es genug Situationen mit Hang zur Peinlichkeit. Die beiden Hauptdarsteller Andreas Vitásek und Michael Niavarani sind in Österreich anscheinend Star-Comedians. Warum auch immer. Aber: Es hätte schlimmer kommen können. 5 von 10 Punkten.

tv-start-kritik 2006/016: “schmitz komm raus!”. 4

“Schmitz komm raus!” / Sat.1 / Brainpool TV + HPR TV / freitags, 21.15 Uhr / Start: 13. Januar 2006

Manchmal hab ich den Eindruck, ein Comedian muss nur lang genug da sein, irgendwann bekommt er wie all seine Kollegen vor ihm auch seine eigene Sendung. Diesmal Ralf Schmitz, bekannt u.a. aus der “Schillerstraße”. In “Schmitz komm raus!” (was für ein dämlicher Titel) präsentiert er eine Mischung aus Sketchen, Studio-Scherzen und Improvisationen. Der Humor bewegt sich nur ganz knapp über der Schmerzgrenze und Schmitz’ Art nervt auf Dauer ziemlich. Aber wenn ich mich nicht irre, hat man ja die “Witz komm raus…”-Platitüde damals (in den 80ern) dann benutzt, wenn etwas überhaupt nicht witzig war. Insofern passt’s ja wieder. Gerade noch 4 von 10 Punkten.

tv-start-kritik 2006/015: “primavera”. 0

“Primavera” / ORF 2 / ORF + HofPower / donnerstags, 20.15 Uhr / Start: 12. Januar 2006

Hierzulande hat man seit vielen Jahren nichts mehr von Vera Russwurm gehört, in Österreich ist sie aber ein recht großer TV-Star. Nach dem Ende ihrer zehn Jahre laufenden Talkshow “Vera” hat sie nun ein Gesundheitsmagazin mit dem wortwitzigen Titel “Primavera” bekommen. Die Zutaten: Berichtchen, Talks, Experten-Ratschhläge. In der Premieren-Ausgabe zum Thema Abnehmen. Das ganze wirkt typisch öffentlich-rechtlich-trutschig und ist wohl eher für den Nachmittag geeignet als für die Prime Time. 4 von 10 Punkten.

tv-start-kritik 2006/014: “mitgelacht! das lustigste aus aller welt”. 0

“Mitgelacht! Das Lustigste aus aller Welt” / kabel eins / GAT / donnerstags, 20.15 Uhr / Start: 12. Januar 2006

Ich weiß, ich wiederhole mich. Aber was soll ich machen, wenn sich die Fernsehsender auch mal wieder mehrfach wiederholen. Noch eine Clipshow also. Mit den üblichen Zutaten. Diesmal moderiert die von mir einst sehr gemochte Mirmiam Pielhau, der man ziemlich anmerkt, dass ihr das Ansagen blöder Videoschnipsel keinen Spaß macht. Und so ist diese Sendung beinahe noch schlechter als ihre Genre-Konkurrenten. Immerhin läuft sie nur einmal pro Woche und nicht täglich. 2 von 10 Punkten.

tv-start-kritik 2006/013: “bbc exklusiv: der gesteuerte mensch”. 1

“BBC Exklusiv: Der gesteuerte Mensch” / Vox / BBC Worldwide / donnerstags, 23.10 Uhr / Start: 5. Januar 2006

Eine ziemlich interessante BBC-Doku-Reihe, in der es darum geht, wie das menschliche Verhalten durch äußere Einflüsse beeinflusst wird. “Warum lügen manche Menschen, ohne mit der Wimper zu zucken? Warum fühlen wir uns unwohl, wenn wir jemand anderen zurückweisen müssen? Warum macht uns das Stadtleben aggressiv, und warum können uns manche Menschen zu Taten verführen, die wir alleine nie begangen hätten?” In der Folge, die ich gesehen habe, wurde beispielsweise gezeigt, wie eine mehrtägige Isolation in einem tristen Appartment den Menschen verdummt, sogar seinen Wortschatz um etwa zwei Drittel schrumpfen lässt. Das alles in üblicher BBC-Qualität umgesetzt und sowohl populär als auch wissenschaftlich erzählt. Sehenswert. 7 von 10 Punkten.

tv-start-kritik 2006/012: “die kuckelkorns – ein leben für den tod”. 2

“Die Kuckelkorns – Ein Leben für den Tod” / Vox / Sony Pictures FFP / dienstags, 22.10 Uhr / Start: 3. Januar 2006

Endlich mal eine Doku-Soap, die sich nicht mit den immergleichen Themen Heimwerker, Polizisten, Hausbau befasst, sondern mit etwas ganz Anderem, dem Tod. “Die Kuckelkorns” sind eine Kölner Bestatter-Dynastie. Die Vox-Doku-Soap begleitet sie bei ihrer Arbeit und im karnevalistischen Privatleben. Die Sendung ist gut produziert, die Geschichten sind interessant und das ernste Thema Tod wird erstaunlich unaufgeregt in Szene gesetzt. 6 von 10 Punkten.

tv-start-kritik 2006/011: “bitte lachen!”. 0

“Bitte lachen!” / RTL II / bullseye / werktäglich, 17 Uhr / Start: 2. Januar 2006

Noch eine dieser Clipshows, die allerorten aus dem Boden sprießen. Auch “Bitte lachen!” wird wie die kabel-eins-“ClipCharts” werktäglich ausgestrahlt. Statt von einer computeraniminierten Figur werden die hinfallenden Babys, lustigen Tiere und verunfallenden Erwachsenen hier von einer mir völlig unbekannten Frau namens Gerlinde Jänicke anmoderiert. Meine Quote: Bei einem der gefühlten 50 Schnipseln musste ich grinsen. Aber der Titel der Sendung, “Bitte lachen!” klingt ja auch nach einer verzweifelten Bitte. 2 von 10 Punkten.

noch mehr werbung. 8

Da oben rechts seht ihr jetzt vorerst 90 Tage lang eine Searchbox von mercora. Eine nette Dame aus Kalifornien mailte mich an und bot mir Geld. Nicht schlecht, wenn einem eine nette Dame aus Kalifornien Geld anbietet, dachte ich mir. Und daher gibt’s da jetzt also diese Searchbox. mercora ist eine Musik-Suchmaschine. Wenn Euch das interessiert, probiert sie aus, wenn nicht, lasst es. Ich werde mich zumindest nicht positiv oder negativ dazu äußern, weil ich strikt zwischen Werbung und Blog-Inhalten trennen will.

Falls sich sonst noch jemand bemüßigt fühlt, auf dieser Internet-Präsenz für sein Produkt zu werben: Bewerbungen werden unter post@popkulturjunkie.de angenommen.

depeche mode. 5

Eine weitere Band, die auf der Liste der Musiker steht, die ich in diesem Leben noch live sehen muss, kann gestrichen werden. Am 26. Januar werde ich dem Frankfurter Konzert von Depeche Mode beiwohnen. Support: The Bravery. Das wird ein Spaß!

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