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War Ministry of Sound nicht eigentlich ein Label, das ganz okay war? Die gelungene “Neue Heimat”-Sampler-Reihe erscheint dort. Und andere elektronische Dinge. Doch was ist das? “RTL Enterprises und Ministry of Sound präsentieren: “Best of Star Duell”: Die schönsten Songs plus exklusives Bonus-Material ab Montag im Handel.” (RTL-Pressemitteilung). Schlimm sowas. Wirklich schlimm.

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Und noch 3. Für alle, die hier neu sind und sich fragen, was diese ganzen TV-Kritiken sollen: Ich sehe mir aus beruflichen Gründen alle neuen Fernsehsendungen an. Und als “Abfallprodukt” gibt es hier sehr subjektive Kurzkritiken.

“Country Club” / Goldstar TV / samstags, 19 Uhr – Start: 1. Mai 2004
1 Stunde übelste Country-Musik. Noch Fragen? 0 von 10 Punkten.

“Becker 1:1” / DSF / probono Fernsehproduktion / dienstags, 22.15 Uhr – Start: 27. April 2004
Boris Becker als Talkshow-Moderator? Konnte man sich vorher schlecht vorstellen. Doch nach seiner ersten “Becker 1:1”-Sendung muss man feststellen: Es hätte schlimmer kommen können. Gast in der Auftaktsendung war Ottmar Hitzfeld, den er als FC-Bayern-Edel-Fan ohnehin persönlich kennt. Daher war die Herausforderung für Becker nicht so groß. Dennoch: er hat seine Sache recht gut gemacht, war gut vorbereitet, manchmal vielleicht ein bisschen zu hektisch, aber insgesamt wirklich okay. Auch das Konzept der Show ist nett: Es wird nicht nur über aktuelle Sport-Ereignissse geplaudert, sondern vornehmlich über die Person selbst. So hab auch ich als Bayern-Fan Einiges Neues über Hitzfeld erfahren. 6 von 10 Punkten.

“Najica” / Viva / Studio Fantasia / sonntags, 22.30 Uhr – Start: 11. April 2004
Die nächste Anime-Serie bei Viva. Hauptcharakter: die Agentin Najica Hiiragi – nebenbruflich Duftdesignerin (!). Wieder eine Serie mit exzellenter Optik, aber ein bisschen zu action-orientierter Handlung. Da gab’s schon besseres. 4 von 10 Punkten.

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Eine wirklich nette Idee, die die “Fast Forward“-Redaktion da hatte: einen alternativen Grand Prix: 11 tolle Songs aus 11 europäischen Ländern. Für alle, die es verpasst haben: Am Sonntag wird die Sendung wiederholt. Die Playlist der Sendung gibt’s wie immer, wenn ihr da links “music tv” anklickt.

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3 weitere popkulturjunkie-TV-Neustart-Kritiken:

“Welt der Vulkane” / arte / PDJ Production / täglich, 19 Uhr – Start: 26. April 2004
Eine Doku-Reihe, die sich mit der Arbeit von Vulkanologen beschäftigt. Interessante Bilder, aber insgesamt zu speziell, zu wissenschaftlich und zu langwierig. 4 von 10 Punkten.

“Tramitz and friends” / ProSieben / Entertainment Factory / montags, 21.45 Uhr – Start: 19. April 2004
Die Idee hörte sich spannend an: Christian Tramitz in einer Sketchreihe, in der über 50 Promis mitspielen. Darunter Leute wie Armin Rohde. Es hörte sich wirklich spannend an. Doch die Umsetzung bringt leider sehr schnell Ernüchterung. Dabei ist die Sendung absolut gut produziert, liefert hochklassige Bilder und ist wirklich gut besetzt. Auch wenn ich nicht genau weiß, was die Passagen sollen, in denen Tramitz im Studio sitzt. Das große Problem der Sendung ist aber ein Anderes: die Bücher. Die Sketche sind einfach nicht lustig. Gut, sie nerven auch nicht, aber wenn eine Sketchshow beim Zuschauer maximal ein minimales Lächeln erzeugt, ist sie Fehl am Platze. Schade. 3 von 10 Punkten.

“Von Null auf 42” / arte / SWR / täglich, 19 Uhr – Start: 19. April 2004
Die neue Doku-Soap der ARD, die vorab auf arte zu sehen war und nun im Ersten läuft. Eine Reihe von absoluten Nicht-Sportlern wird innerhalb eines Jahres zu Marathonläufern gemacht. Ein interessantes Ziel, das vom Fernsehen vorbildlich umgesetzt wurde. Die Reihe bietet alles, was eine gute Doku-Soap braucht: Sie ist interessant, unterhaltsam, emotional und die Kandidaten wurden perfekt gecastet. Und: es gibt keine Hausbauer und Heimwerker! Ich muss an dieser Stelle zugeben, dass ich die drei Folgen wie ein Süchtiger auf arte verfolgt habe. Spitzen-Fernsehen. 8 von 10 Punkten.

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Kann die Staffel einer Fernsehserie schöner enden, als mit Jeff Buckleys “hallelujah”? Ich glaube nicht. “The O.C.” – heißer Anwärter auf den Preis “Serie mit der besten Musik”. Demnächst auch irgendwann in Deutschland – bei ProSieben.

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Die popkulturjunkie-TV-Neustart-Kritiken. Es gibt einiges aufzuholen, um endlich mal wieder auf einen aktuellen Stand zu kommen. Deswegen: hier die nächsten drei. Weitere folgen später.

“Auf Dübel komm’ raus – Die Heimwerker kommen” / Kabel 1 / spin tv / donnerstags, 20.15 Uhr – Start: 29. April 2004
Lasst Euch doch bitte mal etwas Neues einfallen. Und nicht schon wieder so eine Doku-Soap in der nervige Heimwerker beim Herumdilettieren gezeigt werden. Noch dazu, wenn sie so nerven, wie in dieser Kabel-1-Variante des Themas. Da hilft es auch nichts, wenn man innovatierweise noch kleine Interview-Schnipsel der Leute hereinschneidet. Also bitte: keine Heimwerker-Doku-Soaps mehr. Bitte! 3 von 10 Punkten.

“Einsatz für Ellrich” / RTL / Constantin Entertainment / werktäglich, 17 Uhr – Start: 19. April 2004
Ich kann ja mal eine Verschwörungstheorie entwickeln: Alle Fernsehsender werden von der Bundesregierung beeinflusst und kontrolliert! Warum? Wie anders ist es zu erklären, dass im Daytime-Fernsehen nur Zeug läuft, das alle Arbeitslosen, die zu Hause hocken zu Tode nerven müsste? Mit anderen Worten: Die Bundesregierung bezahlt die Sender dafür, nachmiitags nur Schrott zu zeigen, damit die Arbeitslosen sich endlich eine neue Arbeit suchen und nicht mehr zu Hause herumhocken und fernsehen. “Einsatz für Ellrich” ist der neueste Vertreter des nervigen Crime-Soap-Genres, dem Genre der pseudo-dokumentarischen Billigst-Krimiserien. Wie sich diese neue Serie von den anderen abhebt? Vielleicht, indem sie noch prolliger und härter ist. Fernsehen zum Abschalten. 1 von 10 Punkten.

“EM Stars” / DSF / montags, 23.30 Uhr – Start: 29. März 2004
Eine Reihe, in der protenzielle Stars der Fußball-EM porträtiert werden. In der Folge, die ich gesehen habe, war es David Beckham. Man erfährt aber nichts wirklich Neues. Nur für Hardcore-Fußball-Fans geeignet. 2 von 10 Folgen.

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Oh. Hat es sich für Jens Friebe doch gelohnt, ein Video zu drehen. Es läuft gerade bei “Fast Forward“. “gespenster” – ein absolut toller Song, den ich neulich noch auf eine CD gebrannt habe. Nachdem nämlich ein lieber Mensch in meinem Auto Spaß an ein paar deutschsprachigen Songs gefunden hatte, beschloss ich ein Konzeptalbum für diesen Menschen zusammenzustellen. Ohne bekannte Bands wie Tomte, Kettcar oder Wir Sind Helden. “pop spricht deutsch” hab ich es genannt. Und für alle, die interessiert, welch tolle Musik mit deutschen Texten da draußen schlummert – hier ist die Tracklist:

01 Garish – noch auf see
02 Nord – willkommen
03 Jens Friebe – gespenster
04 Toni Kater – wo bist du
05 Ocker – new york fm
06 Spillsbury – ruhestörung
07 Klee – nicht immer aber jetzt
08 Astra Kid – parken in münster
09 Olli Schulz & der Hund Marie – der moment
10 Justin Balk – jung heißt schön
11 Niels Frevert – seltsam öffne mich
12 Thimo Sander – einfach
13 Virginia Jetzt – selbstbehauptung und grenzen
Bonus-Track:
14 Superpitcher feat. Charlotte Roche – träume

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Es fehlen noch ein paar Worte zur letzten Woche. Zum Mittwoch und Donnerstag der Woche. 2 Konzerte in 24 Stunden. 2 Konzerte, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Am Mittwoch Naked Lunch im Heidelberger Karlstorbahnhof, am Donnerstag Mia. im Heidelberger Schwimmbad-Musik-Club.

Zunächst der Mittwoch. Nachdem ich es geschafft hatte, rechtzeitig aus dem Büro zu kommen, stand ich pünktlich im mit Grablichtern geschmückten Karlstorbahnhof und bekam die letzten Minuten des Länderspiel-Fiaskos in Rumänien mit, dass auf einer Leinwand übertragen wurde – und das der Naked-Lunch-Sänger (Österreicher!) später mit den Worten würdigen sollte: “Ein historischer Tag. Und ich war dabei!” Der Karlstorbahnhof war leider recht leer. Außer mir waren nur etwa weitere 80 Leute da. Wie schade! Sollten doch alle anderen ein grandioses Konzert verpassen. Zunächst betrat ein sehr sehr seltsamer Mensch die Bühne. Ich glaube, sein Name war Sir Trallala (kein Scherz!). Er war barfuß, hatte lange lockige Haare, einen Vollbart und war wie gesagt sehr sehr seltsam. Aber talentiert. Er stand da, klickte ab und zu auf sein Windows-Laptop und sang zu der Musik, die dort rauskam. Das Publikum saß zu weiten Teilen, lauschte andächtig und hatte durchaus Spaß mit diesem skurilen Menschen. Das Konzert war sogar interaktiv, der Herr (übrigens auch ein Österreicher – der nun erstmals im Ausland präsentiert wurde) verloste nämlich CDs für diejenigen, die zwei Cover-Versionen zuerst errieten. Dann schließlich waren Naked Lunch da. Die Band, deren depressives Elektro-Rock-Album mich zu Beginn des Jahres sehr beeindruckt hatte. Aus genau diesem Album (“songs for the exhausted“) bestand das eigentliche Set des Konzertes. In der Original-Reihenfolge (“anders geht’s halt nicht”). Musikalisch absolut brillant, härter und rockiger als auf CD, was den ein oder anderen Besucher enttäuscht fragen ließ, was das denn mit The Notwist zu tun hätte, wie doch im Ankündigungstext stand. Meiner Meinung nach, gehörte das, was Naked Lunch da auf der Bühne boten, musikalisch zum Besten, was ich je live gesehen habe. In den Zugaben gab es dann auch noch ein paar ältere, schnellere Songs von den früheren Alben. Ein runder Abend also. Und alle, die Naked Lunch noch sehen werden (z.B. bei Immergut), können sich schonmal freuen.

Dann der Donnerstag. Mia. Ein Konzert, zu dem ich allein nicht gegangen wäre, in Gesellschaft aber durchaus. Völlig unverständlicherweise gab es keinen Vorverkauf für das Konzert, sodass wir uns erstmal in eine laaaange Schlange einreihen durften, um an Karten zu kommen. Schließlich im Gebäude, ein Bier und ein paar viel zu knusprige Pommes im Magen, ging es los. Zuerst stand Toni Kater auf dem Programm, die Berliner Elektro-Pop-Frau aus dem Hause 2Raumwohnung. Sehr nett anzuschauen und sehr nett zuzuhören. Etwas schüchtern war sie, aber sie hat es sehr nett gemacht. Ein paar Ohrwürmer, ein paar mittelmäßige Stücke, aber ein gelungenes Vorprogramm für Mia. Die kamen dann und der Konzertraum war sofort auf 180. Eine Riesenparty sollte beginnen. Mit viel zu enger Enge vor der Bühne, mit vielen Kids, die viele Songs von vorn bis hinten mitsangen und mit einer Sängerin Mieze, die alles gab. Das Konzert, durchaus unterhaltsam, hatte aber zwei Probleme: Erstens die Räumlichkeiten. Der Schwimmbad-Musik-Club ist ab bestimmten Menschenmengen definitiv nicht für Konzerte geeignet. Es gibt in dem Konzertraum mittendrin eine Wand. Und diese Wand führt dazu, dass es vor der Bühne viel zu eng ist und neben der Wand sehr viel Platz verschenkt wird, weil man nunmal nichts sieht, wenn man direkt neben ihr steht. Das zweite Problem war die Setlist. Die Band spielte all ihre “Hits” bis etwa zur Mitte des Konzerts und kam danach nur mit schwachen, vor sich hinplätschernden Songs, sodass es gegen Ende recht langweilig wurde. Auch das Publikum war (wie zu erwarten) etwas seltsam: viele Kids, viele Dorfprolls und dazu ein paar Hemdträger, die definitiv entweder direkt von ihrer BWL-Vorlesung oder aus ihrem Verbindungshaus gekommen waren. Schlecht war der Abend nicht, für Kids die viel Spaß haben wollen, ist ein Mia.-Konzert genau das Richtige, Freunde ernstzunehmender Musik gehen aber lieber zu Bands wie Naked Lunch.

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Das neue Morrissey-Video? Das neue Morrissey-Video. Das neue Morrissey-Video!

Eben bei Charlotte. Und im Netz u.a. hier.

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Drei – wie immer sehr subjektive – popkulturjunkie-TV-Neustart-Kritiken:

“Raus damit – Wege aus dem Chaos” / Vox / Grundy Light Entertainment / dienstags, 20.15 Uhr – Start: 4. Mai 2004
Was ist das? Eine Motivations-Sendung für Messies? Die TV-Version des “Simplify-your-Life”-Hypes? Oder eine Einrichtungs-Service-Doku-Soap? Von allem ein bisschen. Eine Psychologin und ein Wohnungs-Designer knöpfen sich Leute vor, die im Chaos wohnen, sich nicht von Dingen trennen und daher nicht wirklich glücklich sind. In der ersten Sendung ein Paar, das zusammengezogen ist, aus zwei Haushalten einen gemacht haben, dabei aber nichts weggeschmissen haben und nun überfrachtet von Dingen sind. In der Sendung wird alles rausgeräumt und die Wohnung bzw. das Haus neu eingerichtet. Bilder, die nicht wirklich neu sind – aber in diesem Fall sehr ansprechend produziert – bis hin zur liebevollen Musikauswahl. “Raus damit” hebt sich aus dem Wust ähnlicher Sendungen wohltuend ab. Richtig spannend ist sie dennoch nicht – es gab einfach schon zu viele ähnliche Programme. 5 von 10 Punkten.

“Die Supergärtner” / ProSieben / Janus TV / werktäglich, 18.30 Uhr – Start: 3. Mai 2004
Eine Gartensendung bei ProSieben? Direkt vor den “Simpsons”? Willkommen im Jahr 2004. Dem Jahr, in dem Doku-Soap-artige Servicetainmentprogramme die Welt übernehmen. Was allerdings ProSieben geritten hat, sowas ins Programm zu nehmen, bleibt ein Geheimnis. Zwei Teams bauen über mehrere Sendungen verteilt einen Garten, werden von Promis (die beinahe zu Recht vergessene Ariane Sommer und der unvermeidliche Detlef Soost) dabei gestört – und am Ende gewinnt das Team, das nach Meinung der Zuschauer den schöneren Garten erstellt hat. Angereichert mit Tipps für Hobby-Gärtner. Völlig inkompatibel zu der eigentlichen ProSieben-Zielgruppe und auch nicht besonders aufregend produziert. Und vor allem: Laaaaangweilig. 2 von 10 Punkten.

“Die Geburt des Christentums” / arte / Archipel 33 / samstags, 20.40 Uhr – Start: 3. April 2004
Eine sehr ambitionierte Doku-Reihe, die absolut Nichts für das Mainstream-Publikum ist. In zehn Folgen beschäftigt sich die Sendung mit der Entsehung des Christentums. Das geschieht aber nicht mit Doku-üblichen Bildern, sondern ausschließlich mit Experten, die anhand von Bibelquellen ihre Sicht der Dinge erläutern. Kann man machen, msus man aber nicht. Am Anfang recht ungewöhnlich, wäre weniger hier mehr gewesen. Zu ausführlich und langwierig. 4 von 10 Punkten.

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