charts (2005-03-14).

Hier sind die New Entries der deutschen Singlecharts vom 14. März 2005:

97: Yves Deruyter – “born slippy”
Wie überflüssig ist das denn? Der belgische DJ Yves Deruyter zeigt, dass man aus dem absoluten Dance-Klassiker “born slippy” von Underworld auch einen vollkommen langweiligen Track machen kann, wenn man will. Wenn das hier das Original gewesen wäre, würde man sich an “trainspotting” sicher nicht mehr wegen des Soundtracks erinnern. 2 von 10 Punkten.

65: Nelly Furtado – “the grass is green”
Den kleinen Hype in Indie-Kreisen bezüglich Frau Furtado hab ich nie so ganz verstanden. Macht sie nicht einfach auch ähnlich belanglose Musik wie Frau Morissette und Co.? “the grass is green” geht ins eine Ohr rein, kommt aus dem anderen wieder raus und hat dazwischen nicht eine Hirnregung provoziert. 2 von 10 Punkten.

58: Shania Twain – “don’t”
Hilfe. Amerikas Schnulzenkönigin Nummer 1. Frau Twain findet sich garantiert in denselben Plattensammlungen, in denen auch Hartmut Engler, Marius Müller-Westernhagen und Schnappi zu finden sind. Hier schleimt sie 4 Minuten lang so sehr herum, dass einem ganz übel wird. 1 von 10 Punkten.

57: 3 Doors Down – “let me go”
Was Neues von den Pseudo-Grungern. Damals, als die allererste Single nach Deutschland schwappte, “kryptonite” hieß sie, glaube ich, fand ich sie durchaus gut. Ich wusste es nicht besser. Jetzt, gefühlte 300 ähnliche Songs später, in denen Incubus, die Counting Crows und ähnliche Bands imitiert wird, kann ich es mir auch nicht mehr erklären. Und noch weniger, warum Kids zu so einem Gemüse greifen, wenn es doch so viel bessere Gitarrenmusik in den Läden gibt. 1 von 10 Punkten.

44: E Nomine – “das böse”
Ich fühle mich bei E Nomine immer so sehr in die Zeit zurückversetzt. Vor etwa 10 Jahren war solche Musik durchaus originell. Aber im Jahr 2005 nervt sie endgültig nur noch. Die “böse” Synchronstimme von Samuel L. Jackson quatscht über die Nu-Pagadi-artige Musik. Ist aber völlig egal, so wie das gesamte grauenhafte Lied. 0 von 10 Punkten.

32: Brian McFadden & Delta Goodrem – “almost here”
Es wird immer noch schlimmer. Wer Shania Twain für schlimmen Schmalz gehalten hat, hat Herrn McFadden und Frau Goodrem noch nicht gehört. Der Ex-Westlife-Schleimer und die australische Ex-”Neighbours”-Darstellerin liefern hier ein Stück ab, dass Bryan Adams alle Ehre gemacht hätte, als er 90er-Jahre-Soundtracks mit Schnulz-Balladen verpestet hat. 1 von 10 Punkten.

24: Wir sind Helden – “gekommen um zu bleiben”
Ich werde nicht warm mit der neuen Wir-sind-Helden-Single. Endgültig nicht. Seltsam belangloser Deutsch-Pop, der zwar solide Reimeskunst der Frau Holofernes bietet, aber Musik, die völlig an mir vorbeigeht. 2 von 10 Punkten.

22: Moby – “lift me up”
Endlich mal ein akzeptabler Song. Der erste in dieser Woche. Mobys erste Auskopplung aus der neuen Platte “hotel”. Mir fallen zwar auf Anhieb zehn bessere Moby-Songs ein, aber hey, bei dieser Scheiße, die in dieser Woche in die Charts eingestiegen ist, ist “lift me up” eine absolute Wohltat für die Ohren. 6 von 10 Punkten.

16: Rammstein – “keine lust”
Zugegeben, der Clip zu “keine lust” ist durchaus unterhaltsam. Wie die Rammstein-Leute da in ihren Fettanzügen musizieren und aussehen wie 300 Kilo schwere Typen. Aber: Der Text ist genauso peinlich wie immer. Und die Musik bietet auch keinerlei Passagen, die ein anderer Rammstein-Song nicht schon vorher gebracht hätte. Und da hier Songs bewertet werden und keine Videos gibt’s eben nur 1 von 10 Punkten.

13: Vanilla Ninja – “i know”
Diese kleinen Mädchen aus Estland schon wieder. Immer poppiger, immer belangloser, immer mehr nur noch für 10-Jährige. Warum die Band auch noch für die Schweiz zum Schlager-Grand-Prix fahren soll, weiß der Geier. Allerdings: Mit solchem Geschwurbel wie hier bei “i know” würden sie perfekt dorthin passen. 1 von 10 Punkten.

1: Nena – “liebe ist”
Die Schnappi-Killerin. Ich berichtete bereits, dass sie die 11-wöchige Nummer-1-Regentschaft des bescheuerten Krokodils endlich beendet hat. “liebe ist” ist der Titelsong des Mega-Quoten-Erfolgs “Verliebt in Berlin”. Ohne die SAT.1-Telenovela hätte es für Nena aber auch nie im Leben zur zweiten Nummer 1 nach “99 luftballons” vor 22 Jahren gereicht. Denn letztlich ist der Song nur eine langweilige Ballade, die weniger Überraschendes bietet, als jeder mittelmäßige Yvonne-Catterfeld-Song. Geschrieben wurde er übrigens von Uwe Fahrenkrog-Petersen, ws Einiges erklärt… 2 von 10 Punkten.

6 Comments so far

  1. myk on March 14th, 2005

    Frau Twain findet sich garantiert in denselben Plattensammlungen, in denen auch Hartmut Engler, Marius Müller-Westernhagen und Schnappi zu finden sind.

    hoha. das trauma der studierten. twain hin twain her. bei mir steht schnappi direkt neben throbbing gristle…

  2. scientist on March 14th, 2005

    es ist immer wieder unterhaltsam, die chart-kritiken zu lesen, und sich darüber zu freuen was man alles vermeidet wenn man NICHT die charts hören muss… aber WANN kommt endlich die nächste folge deiner best of 2004-Albumskritiken? oder wie immer das hieß… oder hab ich was verpasst? ich glaube bis platz 11 hab ich noch alles, aber danach??? ich will doch wissen was ich mir zum geburtstag wünschen soll :))

  3. Franziska on March 14th, 2005

    Ja, genau, wann kommen eigentlich die Plätze 10 bis 1?

  4. popkulturjunkie on March 16th, 2005

    ihr habt ja recht – ich sollte mich schämen. die plätze 10 bis 1 kommen definitiv. wenn die inspiration zurückkommt, der stress nachlässt und so…

  5. joergi on April 26th, 2005

    Finde Nenas Ballade “Liebe ist” keinesfalls langweilig. Eine richtige schöne, kuschelige Liebesballade, übrigens geschrieben von NENA! Die Musik stammt von Uwe F.Petersen. Und auch ohne Telenovella wärs Nr.1 geworden. Denn das Video läuft auf Viva rauf und runter. Und die machen die Charts eher aus. Qualität setzt sich eben durch. Und das Album ist ja auch inzwischen in den Top 10. NENA ist eben Kult! Kann mehr, als Luftballons steigen lassen!

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