ich will. 0
Ich will keine Gesellschaft, in der das einzige Ziel die maximale Profit-Optimierung ist.
Ich will kein Land, in dem Unternehmensberatungen, Lobbyisten und PR-Agenturen immer mehr Macht erlangen.
Ich will keine Regierung, an deren Spitze verkniffene Provinzler sitzen.
Ich will keine Kanzlerin Merkel, keinen Minister Westerwelle und keinen Kulturstaatsminister Norbert Lammert.
Ich will eine weltoffene, liberale Gesellschaft, eine Regierung die modernisiert und für Frieden einsteht, eine Regierung, die halbwegs versteht, wie junge Leute ticken und sich das nicht von weltfremden Jung-Unionisten erzählen lassen muss.
Und deswegen:


Der schwäbische Dokumentarfilmemacher Konstantin Faigle bereist die Republik auf der Suche danach, warum die Deutschen so depressiv sind, ewig jammern und in keine Aufschwung-Stimmung kommen. Er fragt Wissenschaftler, Leute auf der Straße und Prominente. Was sich eigentlich nach einer guten Idee anhört, ist in der Umsetzung leider nicht wirklich gelungen. Faigle denkt, er sei ein kleiner Michael Moore, ist daher am liebsten selbst im Bild und reichert die ab und zu sehr netten Dokumentar-Schnipsel mit völlig daneben liegendem Humor an. Wenn er zum Beispiel als Hermann der Etrusker ein seltsames Popliedchen mit hinterwäldlerischer Jazztanz-Combo aufführt, kann man nur mit dem Kopf schütteln. Weiterer Beweis seiner übertrieben Egozentrik: Er führt ein Interview mit Alice Schwarzer, befragt sie allerdings nicht nach der “großen Depression”, sondern ausschließlich nach seinen Beziehungsproblemen. Hätte er sich auf die reinen dokumentarischen Bilder beschränkt, wäre womöglich ein richtig guter Film dabei herausgekommen, so leider nicht. 4 von 10 Punkten.
Wer die verschiedenen Clip-Premieren zu Robbie Williams’ “tripping” verpasst hat, kann das Video übrigens nun auch auf