tv-start-kritik 2005/090: “friedman & strunz – countdown berlin”. 1

“Friedman & Strunz – Countdown Berlin” / N24 / N24 / werktäglich, 23.20 Uhr / Start: 12. September 2005

In der Woche vor der Wahl will N24 beweisen, dass dort nicht nur Flugzeugträger-Dokus zu sehen sind. Dafür befragen Michel Friedman und Claus Strunz Politiker aus der zweiten Reihe, in Folge 1 Linkspartei-Wahlkampfmanager Bodo Ramelow. Schnell wird deutlich, dass Friedman nicht dafür geboren ist, einen weiteren Moderator neben sich zu haben. Er dominiert, während Strunz nur ab und zu zu Wort kommt. Friedman fragte Ramelow in seiner gewohnt agressiven Art an die Wand, ließ ihn überaus schlecht aussehen. In der Reihe der viel zu vielen Wahlsendungen tut eine solche Krawallvariante auch mal ganz gut. 6 von 10 Punkten.

Das war die letzte Besprechung im TV-Start-Kritiken-Marathon der vergangenen Stunden. Am Dienstag starten “Geheime Ermittler – Detektive auf der Jagd” (Vox / 20.15 Uhr) und “Kuttner.” (MTV / 21 Uhr). Die Kritiken gibt es anschließend wie immer an dieser Stelle.

tv-start-kritik 2005/089: “just for laughs”. 1

“Just for Laughs” / Nick / Les Distributions Rozon / diverse sendetermine / Start: 12. September 2005

Die wohl schwächste der “neuen” Nick-Sendungen ist “Just for Laughs”. Eine völlig antiquierte, kanadische Versteckte-Kamera-Sendung. In den präsentierten Gags sind Passanten zu sehen, die plötzlich umarmt werden oder von Regenschirmen eingekesselt werden. Humor also, der schon in den 80er Jahren nicht mehr lustig war. 1 von 10 Punkten.

tv-start-kritik 2005/088: “my family”. 0

“My Family” / BBC Television + DLT Entertainment UK + Rude Boy Productions / diverse Sendetermine / Start: 12. September 2005

Die zweite der Nick-TV-Premieren ist eine BBC-Sitcom, die dort mittlerweile in die sechste Staffel geht. In Deutschland wird natürlich von vorn angefangen. Die Familie, um die es geht, besteht aus einem Zahnarzt, seiner Control-Freak-Ehefrau, einem sehr seltsamen Sohn, der keinen Job mehr als 2 Tage behalten kann und zwei weiteren Kindern. Freunde britischer Comedy können ja mal reinschauen, mir ist die Serie aber insgesamt zu humorlos und langweilig. 4 von 10 Punkten.

tv-start-kritik 2005/087: “drake & josh”. 1

“Drake & Josh” / Nick / Schneider’s Bakery + Nickelodeon Productions / diverse Sendetermine / Start: 12. September 2005

Vor etwa 20 Stunden löste der zweite Versuch Nickelodeon in Deutschland zu etablieren (diesmal unter dem Label Nick) MTV2 Pop ab. Neben den vielen Kinderprogrammen, die an dieser Stelle nicht besprochen werden, gibt es zwischen 20 und 2 Uhr Comedy pur, vornehmlich altes Material. Ein paar TV-Premieren werden auch gezeigt, Sendungen, die kein anderer Sender in Deutschland haben wollte. Die erste dieser Premieren heißt “Drake & Josh” und ist eine in den USA bei Nickelodeon gesendete Comedyserie. Es geht um zwei Stiefbrüder namens Drake und Josh, der eine cool, der andere geekig. Warum die Serie auf keinem größeren deutschen Sender lief, wird schnell klar. Auch wenn sie erst ein paar Jahre alt ist und immer noch produziert wird, ist sie eine Sitcom, die wohl niemanden mehr vom Hocker reißt. Platte Pointen, billige Produktion, Fernsehen zum schnell vergessen. 2 von 10 Punkten.

tv-start-kritik 2005/086: “deutschland ade”. 2

“Deutschland ade” / arte / zero südwest / werktäglich, 20.15 Uhr / Start: 12. September 2005

Die arte-Doku-Soaps sind immer von sehr durchmischter Qualität. Während die französischen Produktionen meist etwas seltsam und schlecht übersetzt sind, gibt es unter den deutschen arte-Doku-Soaps ab und zu echte Highlights. Eins davon ist “Deutschland ade”, das in dieser Woche in der Prime Time zu sehen ist. Es geht um verschiedene Deutsche, die auswandern, um im Ausland neu anzufangen, etwa ein junges Paar, das nach Namibia geht, um als Fußballtrainer und Kindergärtnerin zu arbeiten, oder eine Familie, die nach Kanada geht. Die Sendung überzeugt durch sehr sensibel und gefühlvoll erzählte Geschichten, den perfekten Einsatz von Musik und völlige Unaufgeregtheit. Tolles Fernsehen. 8 von 10 Punkten.

tv-start-kritik 2005/085: “die kleine cordula stratmann show”. 5

“Die kleine Cordula Stratmann Show” / WDR Fernsehen / Polyscreen / sonntags, 22.30 Uhr / Start: 11. September 2005

Und noch eine neue Comedysendung, die im Vorfeld gelobt wurde. Hans Hoff schrieb in der “Süddeutschen”, der erste Sketch aus der neuen Show, gehöre zum Besten, das in den vergangenen zehn Jahren im deutschen Fernsehen gesendet wurde. Nun ja. Womöglich stand Herr Hoff unter Einfluss unbekannter Substanzen, aber ich fand ihn, den ersten Sketch, sehr plump. Wie auch den Rest der Show. Ein Stückwerk aus Sketchen, lustig gemeinten Studio-Sequenzen, wie einer Büchersendung-Persiflage, die gefühlte 3 Stunden lang war und anderem. Insgesamt viel zu altbacken und pointenlos. 4 von 10 Punkten.

tv-start-kritik 2005/084: “pastewka”. 4

“Pastewka” / Sat.1 / Minestrone TV + Brainpool / freitags, 21.45 Uhr / Start: 9. September 2005

Die neue, im Vorfeld so gelobte, von RTL dennoch abgelehnte Comedyserie mit Bastian Pastewka. Er spielt sich selbst, gerät in eine Menge von skurrilen und amüsanten Situationen. “Pastewka” ist keine Sketchshow, es wird eine zusammenhängende Geschichte erzählt. Ohne plumpe Pointen, dafür mit hintergründigem Humor und viel Ruhe und Gelassenheit. Die Premierenfolge war nett, aber noch kein absolutes Must-See-Fernsehen. 7 von 10 Punkten.

tv-start-kritik 2005/083: “shibuya”. 4

“Shibuya” / Viva / Viva / dienstags, 21 Uhr / Start: 8. September 2005

Und wenn man denkt, Viva kann einfach nicht mehr schlechter werden, packen die Sender-Verantwortlichen auch noch eine Karaoke(!)-Show aus. In “Shibuya” (Japanische Namen sind ja so “in”) singen vier Kandidaten ein paar Evergreens nach und werden von einer äußerst kompetenten Jury (in der ersten Ausgabe: ein Nu-Pagadi-Hansel, Lucy von den No Angels und Joachim Deutschland) bewertet. Das alles wird auch noch von Nervensäge Gülcan moderiert. Hilfe. 1 von 10 Punkten.

tv-start-kritik 2005/082: “was taugen unsere klassiker?”. 1

“Was taugen unsere Klassiker?” / Südwest Fernsehen / SWR / dienstags, 23 Uhr / Start: 6. September 2005

Der SWR-Intendant Peter Voss, der sich gerne mal in schönem Rahmen mit wichtigen Leuten präsentiert, hatte die Idee, eine Gesprächsreihe mit Marcel Reich-Ranicki zu produzieren, in der er als Stichwortgeber zum Thema Klassiker der deutschen Literatur wirkt. In den sechs Sendungen geht es um Lessing, Schiller, Goethe, Kleist, Büchner und Heine. Reich-Ranicki ist in Topform, wie immer interessant, aber die Sendung ist sicher nur etwas für Hardcore-Literatur-Freunde. 5 von 10 Punkten.

tv-start-kritik 2005/081: “wilde alte welt – eine naturgeschichte europas” / “der kontinent”. 2

“Wilde Alte Welt – Eine Naturgeschichte Europas” / ORF 2 / ORF + BBC + ZDF / dienstags + donnerstags, 20.15 Uhr / Start: 6. September 2005

“Der Kontinent”/ ORF + BBC + ZDF / sonntags, 19.30 Uhr / Start: 11. September 2005

Zwei Namen, eine Sendung. Die neue BBC-ORF-ZDF-Doku-Reihe beschäftigt sich mit der Entstehungsgeschichte Europas. Es gibt die üblich teuren Bilder, die man aus BBC-Produktionen gewohnt ist, dazu Hollywood-reife Filmmusik. Insgesamt ist die Reihe aber im Vergleich zu BBC-Dokus wie “Blue Planet” etwas zu langweilig. Sehenswert ist sie aber durchaus. 6 von 10 Punkten.

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