charts (2005-02-28). 9

Kurz vor den Oscars noch dies: Bis auf die Herren von Deichkind sind nun alle Bundesvision-Song-Contest-Teilnehmer in den Singlecharts vertreten. Und dazu steigt auch Max Mutzke mit seiner neuen Single ein. Soviel zur Machtstellung des Stefan Raab in der deutschen Musikindustrie. Kommen wir zu den (ungewöhnlich Gitarren-lastigen) New Entries der deutschen Singlecharts vom 28. Februar 2005:

88: Channing – “bootsy bootsy boom”
“bootsy bootsy boom. it’s a bootsy bootsy boom”. Wow. Ein neuer Tiefpunkt in Sachen Songtext-Entwicklung. Channing ist eine Frau, deren sängerisches Talent eher minderbemittelt ist und die vom Produzenten des Eine-Handvoll-Hits-Wonders Whigfield entdeckt wurde. Wäre jetzt Sommer, würde dieser “bootsy bootsy boom”-Schmarrn wohl überall gespielt werden. Aber wir haben ja zum Glück erst die Aprés-Ski-Scheiß-Musik-Saison. So bleibt’s eben bei Platz 88. 0 von 10 Punkten.

79: Max Mutzke – “spür dein licht”
Der Stern des Max Mutzke sinkt. So viel dürfte klar sein, jetzt wo seine dritte Single nur noch auf Platz 79 einsteigt. “can’t wait until tonight” schaffte damals Platz 1, “schwarz auf weiß” noch Rang 18. Ob es für “spür dein licht” doch noch zu Ähnlichem reicht, darf bezweifelt werden. Und das, obwohl der Song weitaus besser ist, als die Vorgänger-Single “schwarz auf weiß”. Retro-Soul, dessen Beats beinahe wie in den 70ern klingen. Dazu eine wirklich nette Melodie und Mutzkes Stimm-Talent. 5 von 10 Punkten.

78: R.E.M. – “aftermath”
Die neue R.E.M.-Single. Passend zur Deutschland-Tour direkt in die Charts. “aftermath” klingt bekannt, bietet die übliche R.E.M.-Musik, weitgehend ohne neue Ideen. Der Song klingt etwas zu schleimig, um an R.E.M.-Klassiker vergangener Tage anknüpfen zu können. Dennoch ist es natürlich begrüßenswert, R.E.M. in den Charts zu finden. Und nicht nur DJ Ötzi und Lukas Hilbert. Für “aftermath” gibt es 6 von 10 Punkten.

77: Paradise Lost – “forever after”
Paradise Lost dürfte die Band sein, die es ihren Fans am schwersten von allen Musikern dieser Welt gemacht hat. Angefangen als Death-Metal-Band, dann weiterentwickelt zur Gothic-Metal-Band und plötzlich zum Elektro-Depeche-Mode-Klon gewandelt. Die treue Fangemeinde blieb dennoch. Und verhalf Paradise Lost zu einigen Singlecharts-Platzierungen. Da mir Extrem-Metal-Ergüsse nie wirklich zugesagt haben, kenne ich die Musik der Band eigentlich erst seit der Elektro-Phase. Seit einiger Zeit orientieren sie sich wieder in die härtere Richtung. Fügen ihren Melodien wieder mehr krachende Gitarren und Drums hinzu. Die netten Melodien sind geblieben. Zwar klingt die Musik von Paradise Lost weitgehend etwas altbacken, aber hörbar ist sie allemal. Für “forever after” gibt’s daher 5 von 10 Punkten.

74: Liquido – “ordinary life”
Apropos altbacken. Liquido. Erinnert sich noch jemand an die? An den Smash-Hit “narcotic”, der 1998/99 unglaubliche 30 Wochen lang in den Charts war und Platz 3 erreichte? Danach kam nicht mehr viel. Seit dem Juni 2000 gar nichts mehr. Jetzt sind sie wieder da. Und schaffen mit ihrem austauschbaren Orgel-Rock immerhin Platz 74. Ohrwurm-Potenzial hat der Song – das aber nur weil die Titelzeile “it’s an ordinary life” in ungefähr 2 Minuten ganze 13 mal gesungen wird. Sehr nervig, das. 3 von 10 Punkten.

69: Slut – “why pourquoi? (i think I like you)”
Und weiter geht’s mit der Gitarren-Offensive in den deutschen Charts. Sind die Kids zur Vernunft gekommen und finden zurück zur Gitarrenmusik? Die Zukunft wird’s zeigen. Slut verdanken ihre allererste Singlecharts-Platzierung jedenfalls Stefan Raab. Verdient haben sie es aber allemal, schließlich gehören sie seit Jahren zu den besten deutschen Bands. “why pourquoi” ist schon im vergangenen Jahr erschienen, fiel mir auf dem relativ unspektakulären Album aber nicht weiter auf. Für den Bundesvision Song Contest haben sie den Song noch einmal neu aufgenommen, ein paar von einem lustigen Kinderchor gesungene deutsche Zeilen hinzugefügt und dem Lied damit vielleicht das gegeben, was es gebraucht hat. Den Hinhör-Faktor. 8 von 10 Punkten.

62: Lisa Stansfield – “treat me like a woman”
Wo kommt die denn her? Lisa Stansfield hatte zwischen 1989 und 1997 ganze 13 Top-100-Hits. Ihr größter Hit hieß “all around the world” und schaffte es bis auf Platz 2. Seit 1997 kam aber gar nichts mehr von ihr. Und nun ein neuer Hit. Ihr Album hat sie von Produzentenlegende Trevor Horn produzieren lassen, der u.a. für Megahits von Frankie goes to Hollywood über Spandau Ballet bis zu den Pet Shop Boys verantwortlich war. Mit “treat me like a woman” haben die beiden zwar die Musik nicht neu erfunden, aber für einen überraschend hörbaren Popsong gesorgt, in dem Lisa Stansfield dem Gören-Nachwuchs nochmal zeigt, wie es gemacht wird. 4 von 10 Punkten.

57: Alter Ego – “rocker”
“rocker” ist für die meisten ein alter Hut. Der Song stammt aus dem Jahr 2004, fand sich zum Jahreswechsel schon in zahlreichen Best-of-Listen deutscher Musikkritiker. Nun ist er irgendwie nochmal auf Maxi-CD veröffentlicht worden und schafft prompt den Sprung in die Charts. Hinter dem Pseudonym Alter Ego verbergen sich zwei Herren namens Jörn Elling Wuttke und Roman Flügel, die sich in ihrer jahrelangen Schaffenszeit einen großen Namen in der Elektroszene gemacht haben. “rocker” ist ein Club-Knaller, der mich ab und zu an Mr. Oizo erinnert (was ist eigentlich aus Flat Eric geworden?), aber genügend Potenzial hat, um einfach nicht mehr aus dem Ohr zu verschwinden, wenn er erstmal drin ist. 6 von 10 Punkten.

51: Deine Lakaien – “over and done”
Noch eine Band mit sehr treuer Fangemeinde. Ich hatte auch mal eine Phase, in der ich Musik von Wolfsheim, Deine Lakaien und vielen anderen verschlungen und geliebt habe. In den vergangenen Jahren sind Deine Lakaien aber ein wenig von meinem Schirm verschwunden. Das letzte Studio-Album liegt auch schon über drei Jahre zurück. Nun sind sie aber wieder da. Und wie. “over and done”, die erste Single aus dem kommenden Album “April skies” ist zwar ein typischer Deine-Lakaien-Song mit dem unverwechselbaren Gesang von Alexander veljanov, den man liebt oder hasst, aber ein verdammt guter. Ein relativ schnelles, treibendes Stück mit einer absoluten Killer-Melodie. Dazu Ernst Horns Synthesizer-Frickeleien und am Ende des Stücks (für die Band ungewohnt) eine weibliche Gesangsstimme. Großartige Musik. 8 von 10 Punkten.

45: Kettcar – “48 stunden”
Über meine relativ negativen Kettcar-Konzert-Erfahrungen berichtete ich bereits. Dennoch werde ich mir die Musik von solchen Erlebnissen nicht vermiesen lassen. Kettcar haben sich zwar im Vergleich zur vergangenen Platte kaum weiterentwickelt, aber das muss ja auch nicht, schließlich war die Platte großartig. Dass “48 stunden” sogar in die Single-Charts einsteigt (übrigens der erste Top-100-Hit vom Grand Hotel Van Cleef), ist ein weiteres Indiz für den Hype der da gerade läuft. Ausverkaufte Shows, Titelstory in “Visions”, 2-Seiten-Geschichte im Branchenblatt “Musikwoche”, etc. “48 stunden” bietet solide Kost, die Kettcar-Fans lieben werden. 7 von 10 Punkten.

35: Annett Louisan – “das gefühl”
Oh, eine neue Single der “Schnappi”-Sängerin? Ach nee, ist ja der andere Kinderliederstar. Annett Louisan mit ihrer Kindergarten-Stimme. Wenn man sich nicht so wirklich mit dem Gesamtwerk der Dame beschäftigt hat, so wie ich, dem die erste Single schon extrem auf den Sack gegangen ist, merkt man auch gar nicht, dass es sich um eine neue Single handelt. Der Song klingt so dermaßen nach dem ersten Stück, dass man verwirrt zurückbleibt. Das Schlimme an Annett Louisan ist gar nicht mal die Musik, die durchaus hörbar wäre. Wenn, ja wenn, nicht diese Fistelstimme und die miesen Texte alles versauen würden. 2 von 10 Punkten.

27: Westernhagen – “eins”
Belanglosigkeit hat einen Namen. Westernhagen. Der Rockstar der neuen Mitte. Für alle die, denen Pur ein Tick zu uncool sind, und die immer noch denken, das, was der alte Mann da macht, sei credibile Rockmusik. Ist es aber gar nicht. Sondern schlimme Schlagermusik. Somit ist Herr Müller wohl einer der wenigen Schlagersänger, der Stadien füllen kann. 1 von 10 Punkten.

23: Apocalyptica / Marta Jandová – “wie weit”
Noch ein Bundesvision-Chart-Hit. Ich mag Apocalyptica nicht. Ab und zu gelingt es den finnischen Herren aber, mich ein wenig zu begeistern. Sie holen sich Leute aus dem Rock/Gothic-Bereich ins Studio, die ihre Musik mit Gesang veredeln. Trotz meiner Vorurteile gefällt mir “wie weit” durchaus. Cello-Metal mit netter Melodie und Jandovás deutschem Gesang, der ausnahmsweise auch mal einen osteuropäischen Akzent charmant klingen lässt. 6 von 10 Punkten.

18: Britney Spears – “do somethin'”
Wollte Frau Spears nicht aufhören? Und warum schwappen dann doch noch immer neue Singles in die Charts? Im Vergleich zu ihren letzten Werken, unter denen sich doch ab und zu eine kleine Perle befunden hat, ist “do somethin'” ein klarer Rückschritt. Zwar kann die Musik sogar ein wenig mit ihren treibenden Elektro-Beats überzeugen, aber Spears’ nerviger Gesang versaut alles. Insgesamt überflüssiger, überproduzierter Kleine-Mädchen-Pop. 2 von 10 Punkten.

7: Jennifer Lopez – “get right”
Noch so ein “Megastar” zurück in den Charts. Meiner Meinung nach hätte Frau Lopez Schauspielerin bleiben sollen und niemals mit dem Singen anfangen sollen. Ich bin nämlich immer noch der Meinung, dass sie in “Out of Sight” und “The Cell” verdammt gut war (wenn auch danach nichts mehr kam). “get right” jedenfalls gehört definitiv zu den nervigsten Stücken des laufenden Jahres. Das beginnt bei dem seltsamen Tröten zu Beginn des Stücks, das sich über die gesamten fast 4 Minuten erstreckt und endet bei Lopez’ Gesang, der völlig talentlos klingt und noch dazu ziemlich motivationslos vorgetragen ist. 1 von 10 Punkten.

5: Fettes Brot – “emanuela”
Die klaren Gewinner des Bundesvision Song Contests. Zwar waren sie nicht die Nummer 1, aber der Mitgröhl-Kracher “emanuela” wäre sicher nicht von 0 auf 5 geschossen, wenn es Stefan Raab nicht gäbe. Der Song selbst ist natürlich eigentlich nichts, was man unbedingt in nüchternem Zustand hören möchte. Aber es kommt eben von Fettes Brot und nicht von DJ Ötzi. Und insofern steckt schon mehr Kreativität drin als in 50 Ötzi-Alben zusammen. Und der Clip ist auch lustig. Aber es bleibt letztlich ein Song für Bierzelte. Aus meinen Lautsprechern wird “emanuela” sicher nicht mehr freiwillig erklingen. 4 von 10 Punkten.

3: Yvonne Catterfeld – “glaub an mich”
War ja klar, dass Frau Catterfelds Lied passend zum Ausstieg aus “Gute Zeiten, schlechte Zeiten” fett in die Charts einsteigen wird. Schließlich haben viele Millionen zugeschaut. Insofern ist es eigentlich überraschend, dass sie nur auf 3 einsteigt und nicht auf 1. Aber da ist ja immer noch das nervigste Krokodil der Welt und hat sich inzwischen Doppel-Platin geschnappt. Zurück zu Frau Catterfeld. Die säuselt irgendwas von “wenn ich geh, dann bitte glaub an mich” und geht damit allen Über-18-Jährigen auf den Geist. Apropos: Was macht eigentlich Alexander Klaws? 1 von 10 Punkten.

oscar-live-überbloggung. 0

Wie in den vergangenen Jahren auch werde ich die Nacht mit den Oscars verbringen und dabei das eine oder andere live kommentieren. Nur damit keine Beschwerden kommen, ich hätte das wieder nicht vorher angekündigt…

charts (2005-02-21). 0

Ohne lange Vorrede. Hier sind die Neu-Einsteiger der deutschen Singlecharts vom 21. Februar 2005:

95: Klostertaler – “skifahr’n / auf der heide”
Neues aus der Serie “Könnten die Österreicher bitte aufhören, schlimme Musik zu machen”. Nach Herrn Ötzi und Konsorten bringen nun de Klostertaler ihr neuestes Aprés-Ski-Verbrechen in die Charts. Zitat “nananaaa, ja beim skifoahrn. sowas find’st auf der welt nur beim skifoarhn!”. Mitgröhl-Quatsch für Alkoholiker und solche, die es werden wollen. Glasklare 0 von 10 Punkten.

80: Duran Duran – “what happens tomorrow”
“sunrise”, die erste Duran-Duran-Single nach vielen vielen Jahren war ein Kracher. Das Comeback-Album “astronaut” konnte die Erwartungen dann aber leider nicht erfüllen. Viel zu viel Mittelmaß. Die neue Single “what happens tomorrow” sticht allerdings nochmal raus und zeigt, warum Duran Duran in den 80ern so erfolgreich waren. Perfekt komponierter, abwechslungsreicher Pop mit Killer-Melodie. Mit solcher Musik kann die Band ruhig noch ein paar Jahre weitermachen. 7 von 10 Punkten.

79: Mamadee – “lass los”
Ein weiterer der “Bundesvision Song Contest”-Teilnehmer. Ein schwächerer. Mamadee und Gentleman jammen ein bisschen vor sich hin, schwelgen in Gentlemans Reggae-Beats, die wie immer Geschmackssache sind. Insgesamt kein unangenehmer Song. Aber auch keiner, der lang im Ohr bleiben wird. 2 von 10 Punkten.

72: Virginia Jetzt! – “wahre liebe”
Bald sind sie komplett in den Charts, die Künstler von Stefan Raabs Musikwettbewerb. Nun auch Virginia Jetzt!. Ich mochte das Album “anfänger” sehr. Sehr viele Anleihen an Bands wie Keane. Schmalziger, aber sehr schöner Pop. “Wahre liebe” war einer der etwas schwächeren Songs der Platte. etwas zu schlagermäßig und längst nicht so gut wie “liebeslieder” oder “der himmel über berlin”. Gut ist das Lied aber allemal, daher 7 von 10 Punkten.

69: Such a Surge – “mission erfüllt”
Von Such a Surge hab ich ja auch schon seit Jahren nichts mehr gehört. Damals, als dieser Crossover-Kram in war, wurde auch Such a Surge ein bisschen populär. Im Jahr 2005 klingt die Musik der Band immer noch so wie damals – etwas amateurhafter Crossover-Rap-Rock. Dazu kommt ein politisch korrekter Anti-Kriegs-Text. 2 von 10 Punkten.

62: Alicia Keys – “karma”
Alicia Keys hab ich im vergangenen Jahr bei einer Veranstaltung eines großen TV-Vermarkters mal live gesehen. Und obwohl ich mit ihrer Musik nichts anfangen kann, muss ich zugestehen, dass die Frau viel Talent hat. Eine großartige Stimme. Im Vergleich zu ihren vergangenen Hits fällt “karma” aber noch weiter ab. Außer Keys’ Stimme bleibt hier nichts hängen. Wenig Ohrwurm-Potenzial, zu viel Langeweile und zu viele Wiederholungen des nervigen Refrains. 2 von 10 Punkten.

34: Uniting Nations – “out of touch”
Seltsame Sache. Nach nur einer Woche steigt eine weitere Kirmestechno-Version vom 21 Jahre alten Hall&Oates-Hit “out of touch” in die Charts ein. Nach kurzer Recherche weiß ich auch, was es mit den beiden Versionen auf sich hat. Diese hier, von Uniting Nations (selten blöder Name) ist das “Original”. Es war im vergangenen Jahr ein Top-Ten-Hit in England. Ein paar Frankfurter Produzenten haben dann unter dem Namen Uptop die Idee geklaut und eine weitere Version aufgenommen. Und die ist in der vergangenen Woche in die Charst eingestiegen. Das Original von Uniting Nations schlägt den Frankfurter Klau aber nun um Längen und platziert sich deutlich davor. Auch wenn ich sagen muss, dass diese Version dank hochgepitchter Stimme vielleicht sogar ein wenig schlechter ist als die Uptop-Version. Egal. 4 von 10 Punkten.

29: Sandy feat. Manuell – “unexpected”
Wenn Ex-No-Angel Sandy beim Bundesvision Song Contest auch der Loser des Abends war, auf ihre Fans ist (noch) mehr Verlass: Platz 29 für ihre neue Single “unexpected”. Sandy tut so, als wäre sie Jennifer Lopez, hat sich leider auch noch einen wenig talentierten Deutsch-Rapper dazugeholt und fertig ist der pseudo-amerikanisch klingende Dorfclub-Kracher. Doll ist das nicht. 2 von 10 Punkten.

22: Natasha Bedingfield – “unwritten”
Huch. In den ersten Sekunden klingt die neue Single von Frau Bedingfield, als würde ein Simon&Garfunkel-Lied beginnen. Dann fängt sie an, zu singen und der Song klingt auf einmal nach Alanis Morissette. Irgendwann setzt dann auch noch ein Gospelchor ein und der Song ist endgültig zu vollgepackt für belanglosen Pop. Das bleibt er aber trotzdem. 2 von 10 Punkten.

20: Virus Incorporation – “heaven is a place on earth”
Und die nächste Folge in der unendlichen Serie “Wir modernisieren und verflachen 80-er und 90er-Hits für die Dorfdiscos”. Diesmal: Belinda Carlisles “heaven is a place on earth” aus dem Jahr 1987 in der 2005er-Version von Virus Incorporation. Wer dahinter steckt, tut nichts zur Sache. Im Gegensatz zu Uniting Nations, die “out of touch” wenigstens modernisiert haben, klingt “heaven is a place on earth” wie ein von wenig talentierten Hobby-Musikern am Atari versauter Track. Musik wie zu Techno-Anfangszeiten. Stumpfe Beats, die nur selten zum Gesang passen und keinerlei Abwechslung bieten. 1 von 10 Punkten.

11: Destiny’s Child / T.I. and Lil Wayne – “soldier”
Endlich wieder eine dieser undurchschaubaren Kollaborationen aus den USA, die ich so liebe. Destiny’s Child sind ja noch klar. Aber dann gibt’s auch noch jemanden namens T.I. und einen Lil Wayne. Wer da was macht – man weiß es nicht. Außer, dass Destiny’s Child ungewohnt einschläfernd vor sich her brabbeln und die beiden anderen wohl den Rap verantworten. Wie ein solcher Rotz auf Platz 11 einsteigen kann, ist mir allerdings ein absolutes Rätsel. Denn selbst, wenn man diese Art von RnB mag, muss man doch einsehen, dass “soldier” einer der drögsten Vertreter des Genres alles Zeiten sein dürfte. Da ist absolut gar nichts drin. 1 von 10 Punkten.

8: Nelly feat. Tim McGraw – “over and over”
Und dann auch noch Herr Nelly hinterher. Und ich hatte schon die Hoffnung, dass diese ganze amerikanische schwarze Musik allmählich wieder an Reiz für Deutschlands Kiddies verliert. Noch ist es wohl nicht soweit. Vergleicht man es allerdings mit Destiny’s Child von eben, ist der Song von Nelly schon nach wenigen Sekunden eine Wohltat. Mehr Melodie, weniger Stumpfheit, mehr Musik. Dennoch bringt er nichts, was vor ihm nicht schon Tausende andere Songs des Genres gebracht hätten. 2 von 10 Punkten.

back to normal. 3

So. nach exzessivem Testen und Rumprobieren sollte die Kommentarfunktion nun auch trotz WordPress 1.5 wieder ganz normal funktionieren. Ich habe einfach die Überprüf-Funktion, ob der Kommentator eingeloggt ist, aus der betreffenden php-Datei gelöscht.

Warum mein Blog auf einmal davon ausgegangen ist, dass jeder User eingeloggt sei und deswegen beim Kommentieren nicht mehr nach Name, Mail-Adresse, etc. gefragt hat, sondern den Kommentar einfach unter “Anonymus” abgelegt hat – ich weiß es nicht und werde es wohl auch nie rausfinden.

Der Nerd-Modus dieses Blogs mit Selbstreflexionen eines WordPress-Nutzers wird somit wieder abgeschaltet. Die kommenden Inhalte werden also wieder eher popkultureller Natur sein..

kommentare. 5

Leider hab ich seit gestern ein Problem mit meiner Kommentar-Funktion. Alle Kommentare erscheinen als “Anonymous”. Ich habe derzeit noch keine Ahnung, woran es liegt und wie ich das Problem beheben kann…

Update: Kommentare gehen erstmal wieder – weil ich zurück zu WordPress 1.2 gegangen bin. Eine komplette Neu-Installation von WP 1.5 hat nichts gebracht. Ich muss mir irgendeinen Fehler in der mySQL-Datenbank eingefangen haben… Ätzend…

new order. 0

Und wer hören will, wie gut ein Teil des neuen New-Order-Albums “waiting for the siren’s call” klingt, klickt hier. Da gibt’s nämlich den Clip (in dem die Band natürlich nicht mitspielt) zur ersten Single “krafty”.

new order und “spex”. 9

Wie eine viel zu frühe Zugfahrt am Montagmorgen zu ertragen ist? Man lese die ausgesprochen gelungene “spex”-Titelgeschichte von Felix Bayer über New Order, die “24 Years Party People” und höre dazu ein paar alte New-Order-Klassiker… “i feel so extraordinary…”

wussow. 3

Man weiß gar nicht, ob man Mitleid haben soll – oder ob man verwirrt lachen soll. Ein alter, völlig seniler Typ, der so pleite ist, dass er sich ins Fernsehen schleppt um tumbe, kurze Sätze von sich zu geben, die das Gefühl beim Publikum immer unangenehmer werden lassen. Das traurige Ende einer Karriere.

popkulturjunkie on tour: kettcar. 9

Unbestritten. Die Musik von Kettcar ist großartig. Die Band ist live äußerst gut. Und dennoch spiele ich seit dem Konzert am Donnerstagabend im Düsseldorfer Zakk mit dem Gedanken, kein Kettcar-Konzert mehr zu besuchen. Warum? Das Publikum ist schuld. Selten zuvor habe ich ein solch nerviges Konzertpublikum erlebt. Zum letzten Mal wahrscheinlich bei Mia. Viel zu viele kleine Mädchen, BWL-Studenten und am schlimmsten: 40-jährige, aufgebrezelte Tanten, die sich wahrscheinlich unheimlich cool vorkommen, weil sie auf Kettcar-Konzerte gehen. Mein Tipp: 80-90 % des Düsseldorfer Kettcar-Publikums würde auch zu U2-Konzerten gehen. Und das geht gar nicht.

Besonders schlimm war das Verhalten des Publikums während des Support-Auftritts von Bernd Begemann. Klar, der Typ ist Geschmackssache. Mir ist er auch eindeutig zu “lustig”. Aber muss man deswegen während des gesamten Konzerts laut reden? So laut, dass selbst Bernd Begemann zu viel kriegt und sein Publikum beschimpft? Selten sowas Respektloses gegenüber einem Künstler erlebt.

Kettcar selbst waren wie gesagt sehr gut. 50 % der Songs kamen vom neuen Album, das noch nicht erschienen ist, deren Texte dennoch die halbe Halle mitgesungen hat. So richtig weiterentwickelt hat sich die Band aber nicht. Fast alle neuen Songs erinnerten an ältere. Als Lieblings-Song der neuen Platte kristallisiert sich bei mir “stockhausen, bill gates und ich” heraus. Mich aber hatte das Publikum bereits so genervt, dass ich mir den Auftritt von ganz weit hinten ansah. Dort hatte ich wenigstens meine Ruhe und konnte die Musik noch halbwegs genießen.

zukunftsmusik. 0

Erscheinungstermine aller relevanten Alben der kommenden Monate:

29.08.2005 The Coral – “the invisible invasion”
29.08.2005 Death Cab for Cutie – “plans”
29.08.2005 Phillip Boa – “decadence & isolation”
29.08.2005 Jens Friebe – “hypnose”
05.09.2005 Echo & The Bunnymen – “siberia”
05.09.2005 Howard Jones – “revolution of the heart”
05.09.2005 Sexsmith & Kerr – “destination unknown”
05.09.2005 Nada Surf – “the weight is a gift”
12.09.2005 Ryan Adams – “september”
12.09.2005 dEUS – “pocket revolution”
12.09.2005 David Gray – “life in slow motion”
12.09.2005 Sigur Ros – “takk…”
19.09.2005 Starsailor – title tba
19.09.2005 Turner – “slow abuse”
26.09.2005 Babyshambles – “fuck forever”
26.09.2005 Jet – title tba
26.09.2005 Nine Black Alps – “everything is”
26.09.2005 The Subways – “young for eternity”
26.09.2005 Big Star – “in space”
xx.09.2005 Razorlight – title tba
04.10.2005 Franz Ferdinand – “you could have it so much better…with franz ferdinand”
04.10.2005 Kashmir – title tba
04.10.2005 Element of Crime – “mittelpunkt der welt”
10.10.2005 Dashboard Confessional – title tba
10.10.2005 Red Hot Chili Peppers – title tba
17.10.2005 The Cardigans – “super extra gravity”
17.10.2005 Depeche Mode – “playing the angel”
17.10.2005 A Perfect Circle – title tba
17.10.2005 Starsailor – “on the outside”
24.10.2005 a-ha – title tba
24.10.2005 O.S.T. – “keine lieder über liebe”
24.10.2005 Atomic – “wonderland boulevard”
31.10.2005 Ryan Adams – “29”
24.10.2005 Robbie Williams – “intensive care”
xx.10.2005 The Stills – title tba
07.11.2005 Muse – “stars on fire”
28.11.2005 Madonna – “confessions on a dancefloor”
xx.11.2005 Live – title tba
xx.01.2006 The Strokes – title tba

noch ohne Termin:

Sommer 2005 The Distillers – title tba
Sommer 2005 Goo Goo Dolls – title tba
Sommer 2005 Travis – ttile tba

Herbst 2005 The Charlatans – title tba
Herbst 2005 Marilyn Manson – title tba
Herbst 2005 Silverchair – title tba
Herbst 2005 Snow Patrol – title tba
Herbst 2005 Yeah Yeah Yeahs – title tba

Winter 2005 Auf der Maur – title tba
Winter 2005 David Bowie – title tba
Winter 2005 Morrissey – title tba
Winter 2005 Phantom Planet – title tba
Winter 2005 The Sisters of Mercy – title tba
Winter 2005 Velvet Revolver – title tba

2005 Zach de la Rocha – title tba
2005 Delays – “action reaction”
2005 Guns ‘N Roses – “chinese democracy”
2005 Courtney Love – title tba
2005 The Pixies – title tba
2005 The Vines – title tba
2005 Tomte – title tba

Frühjahr 2006 Blur – title tba
Frühjahr 2006 Deftones – “saturday night wrist”
Frühjahr 2006 Interpol – title tba
Frühjahr 2006 The Killers – title tba
Frühjahr 2006 Pearl Jam – title tba
Frühjahr 2006 Pet Shop Boys – title tba
Frühjahr 2006 Radiohead – title tba
Frühjahr 2006 U2 – title tba

Sommer 2006 Blink 182 – title tba
Sommer 2006 Duran Duran – title tba
Sommer 2006 Green Day – title tba
Sommer 2006 R.E.M. – title tba

2006 Bloc Party – title tba
2006 Keane – title tba
2006 The Lemonheads – title tba
2006 Nine Inch Nails – title tba
2006 The Secret Machines – title tba
2006 Smashing Pumpkins – title tba
2006 Prodigy – title tba
2006 The Cure – title tba
2006 Blumfeld – title tba

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