salad. 2

Danke an Frau Emilybeat. Danke für die Idee, mal wieder Salad mit “drink the elixir” zu hören. Aus Zeiten, als MTV noch europäisch war, die Moderatorinnen tolle Namen wie Marijne van der Vlugt hatten und Bands gründeten, die damals schon solche Musik gemacht haben, wie Melissa auf der Maur heute. Außer “drink the elixir” sind übrigens auch noch “motorbike to heaven” und “diminished clothes” sehr zu empfehlen.

film: “kammerflimmern”. 2

Was für ein seltsamer film. Ich mag deutsche Filme sehr. Und deswegen schau ich sie mir immer wieder an. Auch wenn die Kritiken nicht überschwänglich sind. Regisseur und Autor Hendrik Hölzemann hatte schon das Drehbuch zu “Nichts bereuen” geschrieben. Ein Film, der mir durchaus gefiel. Und so hoffte ich, dass mir auch “Kammerflimmern”, sein Regie-Debüt, gefallen würde. Zumal die Hälfte des Soundtracks von der großartigen Band Blackmail stammt.

Die Geschichte klingt auch gar nicht sooo seltsam: Rettungssanitäter Crash ist besessen davon, Menschen zu helfen, keiner Not und keinem Elend aus dem Weg zu gehen. Als Kind hatte er einen schweren Autounfall, bei dem seine Eltern starben. Seitdem leidet er immer wieder unter Träumen, in denen er die damaligen Szenen noch einmal durchleidet. In seinen Träumen taucht außerdem immer wieder eine Frau auf, die ihm ihre Arme entgegenstreckt. Eines Tages trifft er genau diese Frau. Sie heißt November, ist schwanger und verliert ihren Freund, der an einer Überdosis stirbt. Darüber kommt sie aber überraschend schnell hinweg, verliebt sich in Crash, schläft mit ihm usw. Crashs Träume tauchen nicht mehr auf, dafür verliert er seine Gabe, Menschen zu helfen.

Das Problem des Filmes ist nicht diese Geschichte. Das Problem des Films sind auch nicht die Schauspieler. Matthias Schweighöfer, Jessica Schwarz, Jan Gregor Kremp, Florian Lukas – allesamt gut. Das Problem des Films ist die Umsetzung der Geschichte, die einfach zu seltsam geraten ist. Allein die durchgehend kaputten Typen, zu denen die Rettungssanitäter gerufen werden. Das gesamte menschliche Elend, versammelt in einem Film. Noch dazu gewinnen diese kleinen Episoden zu sehr die Oberhand, sodass die eigentliche Geschichte meist nur im Hintergrund weiterläuft. Auch die immer wiederkehrenden Rückblenden aus Crashs Träumen nerven irgendwann. Und so ist es kein Wunder, dass der Film den Zuschauer mit einem Ende zurücklässt, das nicht sehr befriedigend ist. Das einzige an diesem Film, das mir in einigen Monaten/Jahren noch in Erinnerung sein wird, bleibt somit der Soundtrack. Denn Blackmail sind und bleiben eine großartige Band. Für “Kammerflimmern” gibt es leider aber nur 5 von 10 Punkten.

film: “vom suchen und finden der liebe”. 6

Wenn zwei ältere Herren den Absprung nicht schaffen – das könnte der Untertitel des sehr sehr seltsam schlechten Films “Vom Suchen und Finden der Liebe” sein. Die beiden älteren Herren sind natürlich Helmut Dietl und Patrick Süskind, die mit diesem Film beweisen, dass ihre Zeit zu Ende ist. Endgültig. Wir leben nicht mehr in den 80er oder 90er Jahren – Dietl und Süskind haben das nur noch nicht ganz begriffen. Unbestritten erregten sie in den 80ern Aufsehen mit ihren Fernsehserien “Monaco Franze” und “Kir Royal”. Unbestritten sorgte Dietl (ohne Süskind) 1992 mit “Schtonk!” für einen großen Kinospaß. Aber dann ging es langsam los mit dem Abstieg. “Rossini” (1997) ging noch so, “Late Show” (1999 / wieder Dietl ohne Süskind) war nur noch langweilig. Tja. Aber anstatt sich einzugestehen, dass ihre Zeit gekommen ist, haben sich die beiden nun noch einmal zusammengetan, um einen Film über die Liebe zu machen. Vielleicht hocken sie jetzt gerade in irgendeiner Münchner Schicki-Villa und lachen sich kaputt, dass sie das Kinopublikum so schön verarscht haben. Anders kann ich mir das Machwerk “Vom Suchen und Finden der Liebe” zumindest nicht erklären.

Kurz zum Inhalt: Komponist Mimi Nachtigal (Moritz Bleibtreu) (allein die Namen der Protagonisten! Unfassbar!) verliebt sich in Gesangs-Studentin Venus Morgenstern (Alexandra Maria Lara), macht sie zum Star und entliebt sich irgendwann wieder. Doch er verkraftet die Trennung nicht, bringt sich um. Bis zu diesem Punkt wäre der Film sogar noch zu ertragen. Doch was dann folgt, kann eigentlich nur durch übermäßigen Drogenkonsum der Macher erklärt werden. Nachtigal steigt ab in die Unterwelt, stößt auf Hermes, den Götterboten (gespielt von Heino Ferch mit Titten). Hermes will Mimi, Mimi will Hermes nicht, stattdessen lieber Venus. Die folgt ihm schließlich in die Unterwelt. Hermes muss seine Niederlage eingestehen, Mimi und Venus scheinen gerettet, aber auf dem Weg zurück ins Leben sagt Venus aus Versehen: “Dann fahr doch zur Hölle”, was dann auch geschieht. Völlig krank! Hätte sich Helge Schneider so einen Scheiß ausgedacht, hätte man womöglich sehr viel Spaß gehabt, aber bei den Herren Dietl und Süskind, bei denen man in diesem Fall nie so ganz weiß, ob sie alles total ernst meinen, oder nicht – es ist einfach nicht zu ertragen. Dazu kommt natürlich die gesamte Machart des Films, die nicht mehr zeitgemäß ist, die gestelzten Dialoge. Schauspieler, die allesamt unter ihren Möglichkeiten bleiben, zum Teil sogar extrem nerven (Heino Ferch, Uwe Ochsenknecht, …). Und ein kleiner Auftritt von Harald Schmidt, der völlig unnötig ist. Insgesamt kann man “Vom Suchen und Finden der Liebe” wirklich keinem empfehlen. Die einzige Hoffnung, die man nach diesem Film hat, ist die, dass Dietl und Süskind endlich einsehen, dass ihre Zeit vorbei ist. Für “Vom Suchen und Finden der Liebe” gibt es 2 von 10 Punkten.

wir waren helden. 10

Beim letzten Wir-sind-Helden-Album ging es mir so, dass ich die Band nicht mögen wollte. Aber fast jede neue Single, die veröffentlicht wurde, gefiel mir. Wenn die neue Platte so ist, wie die erste Single “gekommen um zu bleiben”, dann wird es mir diesmal nicht so gehen. Irgendwie beruhigend.

Und an irgendwen erinnert mich dieses üble Liedchen – an irgendeinen drittklassigen 80er-Jahre-Act… Wenn ich bloß drauf kommen würde…

was ist los? 6

Hallo? Besteht Hoffnung für Deutschlands Musikgeschmack? Oder warum sehen die deutschen Albumcharts gerade so aus:

03: Green Day – “american idiot”
04: Adam Green – “gemstones”
18: Mando Diao – “hurricane bar” (New Entry)
19: Tocotronic – “pure vernunft wird niemals siegen”
21: Bright Eyes – “i’m wide awake, it’s morning” (New Entry)
30: Bright Eyes – “digital ash in a digital urn” (New Entry)
40 (!!!!!!!): Trail of Dead – “worlds apart” (New Entry)

Da lässt sich ja sogar verschmerzen, dass die Söhne Mannheims auf Platz 1 und Max Mutzke auf Platz 2 liegen…

“schnappi” verboten. 7

Wer sich übrigens wundert, warum die Rammstein-Version des “Schnappi”-Liedes hier und anderswo nicht mehr auftaucht: Rammstein hat das Lied lächerlicherweise verbieten lassen – mit einer Einstweiligen Verfügung vom Hamburger Landgericht. Der Berliner Satiriker Jürgen Kerbel hatte “Schnappi” dem Rammstein-Stil angepasst und dabei auch Teile aus Rammsteins “Sonne” verwendet. (via laut.de)

film: “saw”. 4

Eins vorweg: Ich war selten zuvor so fertig nach einem Film. Nicht nur psychisch, sondern auch physisch fertig. Deswegen die Warnung: Niemand mit schwachen Nerven oder einer Tendenz zu Alpträumen sollte diesen Film sehen. Niemand.

Ich musste den Film sehen. Schließlich wurde er in Kritiken sehr häufig mit “Sieben” verglichen, einem Film der zu meinen absoluten Lieblingsfilmen gehört. Jahrelang hatte ich danach weitere Serienkiller-Filme gesehen, auf der Suche nach einem würdigen “Sieben”-Nachfolger. Mit “Saw” könnte ich ihn nun gefunden haben.

Dr. Lawrence Gordon (Cary Elwes), ein Krankenhaus-Arzt, und Adam (Leigh Whannell), ein Loser, der sein Geld damit verdient, reiche, fremdgehende Männer zu erpressen, finden sich in einem abgefuckten alten, sehr großen Baderaum. Beide sind angekettet, können nicht weg. Beide wurde in diesen Raum verschleppt. Von wem? Warum? Sie wissen es nicht. Beide finden ein Audio-Tape in ihren Hosentaschen. Adam erfährt, dass er keine Chance hat, zu entkommen. Dr. Gordon erfährt, dass er nur eine Chance hat, zu entkommen. Er muss bis 6 Uhr Adam töten. Falls er das nicht tut, wird seine Frau und seine Tochter sterben und er wird in dem Raum zurückgelassen, bis auch er stirbt. Es folgt ein nervenaufreibendes Kammerspiel, das seinesgleichen sucht.

In einem parallelen Handlungsstrang wird die Vorgeschichte erzählt. Von dem Killer, der niemanden tötet, der all seine Opfer dazu bringt, sich selbst und/oder andere zu töten. Der Zuschauer erfährt grausame Details des “verspielten” Täters. Sieht die bedauernswerten vorigen Opfer, darunter übrigens die bezaubernde Shawnee Smith (bekannt als Linda in der Comedyserie “Becker”). Der Zuschauer erfährt die Geschichte der beiden Polizisten, die ihn jagen (gespielt von Danny Glover und Ken Leung). Die beiden Polizisten, die vor ein paar Monaten auch Dr. Gordon unter Verdacht hatten. Durch die geschickte Verknüpfung der beiden Handlungsstränge, durch Details, an die sich die beiden Opfer erinnern, erfährt der Zuschauer immer mehr, kann Puzzleteile zusammensetzen. Bei der Lösung des Rätsels, der Auflösung des Thrillers helfen die Teile allerdings nicht. Denn das Ende ist ebenso überraschend wie grauenhaft.

Die beiden Drehbuch-Autoren James Wan (der auch Regie führte) und Leigh Whannell (der auch eine der Hauptrollen spielte), müssen große “Sieben”-Fans sein. Zu viele Parallelen finden sich zwischen ihrem und jenem Film. Ein Serientäter, der auf perverse, sehr kreative Morde steht, zwei Polizisten, der eine farbig und älter als der andere. Der Film ist extrem. Extrem spannend, extrem grausam, extrem beängstigend. “Saw” ist kein Horrorfilm, in dem eine Schocksequenz die nächste jagt. “Saw” ist vielmehr ein, wenn auch ziemlich grausamer, Thriller. Noch dazu ein recht intelligenter. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob “Saw” wirklich an “Sieben” heranreicht. Vielleicht weiß ich das, wenn ich den Film verarbeitet habe. Aber das wird wahrscheinlich noch etwas dauern. Bis dahin: 8 von 10 Punkten.

“why pourquoi”. 0

Rockt ganz schön, das neue Slut-Stück, mit dem die Band auch beim Bundesvision Song Contest antreten wird. “why pourquoi (i think i like you)” heißt es, stammt vom letzten Slut-Album “all we need is silence” und wurde für den Teilweise-Deutsch-Sing-Contest am Ende etwas eingedeutscht. Den Clip kann man sich hier ansehen.

mein 2004 in listen (teil 2c). 5

Vielleicht sollte ich bis Ende 2005 tatsächlich meine Lieblingsalben des Jahres 2004 enthüllt haben. Deswegen schnell die Plätze 15 bis 11 der Liste:

15: Interpol – “antics”.
In diversen Listen verschiedener Musimagazine ganz weit vorn, bei mir immerhin auf Rang 15. Interpol gehört zu den wohl coolsten Bands – im Sinne von “cool”. Ich habe sie damals nach dem Release des Debüt-Albums “turn on the bright lights” live gesehen. Ein paar Herren in Anzügen, frisch gebügelten Hemden, die fabelhafte, leicht düstere Musik spielten. “antics” gefällt mir zwar ein bisschen weniger als das Debüt-Album, aber schon Songs wie “slow hands” oder “evil” reichen als Argument zum Besitz der Platte.

14: Ash – “meltdown”.
Ash. Vor ein paar Jahren gehörten sie zu meinen absoluten Lieblings-Bands. Auch, aber nicht nur wegen der großartigen Charlotte Hatherley. Ich weiß gar nicht genau, wie oft ich Ash schon live gesehen habe. Es muss drei oder viermal gewesen sein. Mit “meltdown” wollten sie sich in eine wesentlich härtere, frischere Richtung weiterentwickeln. Nun ja. Bis auf zwei oder drei tatsächlich härtere Songs ist die Platte aber dann doch eine völlig typische Ash-Platte. Sicher nicht die beste, die Ash bisher veröffentlicht haben. Aber gut genug. Und vielleicht klappt’s dann ja beim nächsten Mal mit der Weiterentwicklung.

13: Klee – “jelängerjelieber”.
Dass mich Klee-Sängerin Suzie Kerstgens live extrem begeistert hat, werden aufmerksame Leser bereits wissen. Dass ich aber das Klee-Album schon sehr mochte, bevor ich mich von den Live-Qualitäten überzeugen konnte, müsst ihr mir jetzt einfach glauben. Ich mochte bereits die erste Klee-Platte, die tanzbarer, elektronischer war. Die neue stieß nicht überall auf Gegenliebe. Bei mir aber. Vielleicht liegt es daran, dass sie mich an so vielen Stellen an andere Bands erinnert, die ich mag. An The Cure, Blumfeld und New Order zum Beispiel. Vielleicht liegt es auch an der leichten Melancholie, die sie verströmt. Wahrscheinlich aber einfach daran, dass sie fast ausnahmslos extrem schöne Musik enthält. Und “unser film” gehört definitiv zu meinen Lieblings-Songs des Jahres.

12: The Golden Virgins – “songs of praise”.
Die Golden Virgins sind für mich die Überraschung des Jahres 2004 gewesen. “songs of praise” ist wohl das abwechslungsreichste Album, dass ich seit langem gehört habe. Völlig unterschiedliche Musikstile, die dennoch schlüssig zueinander passen. Vom Disco-Punk in “I am a camera” über völlig depressive Stücke wie “staying sober” bis zu wunderschönen Stücken wie “light in her window”, die mitten im Song auf einmal von der Ballade zum Lärmrock kippen. Eins verbindet all die tollen Songs: das Thema Liebe. Von der Begierde, über Liebeskummer bis hin zum Trennungsschmerz – alles vertreten. Für manchen mag das alles zu viel verschiedene Musik für eine Platte sein. Für mich nicht. Warum allerdings das deutsche Golden-Virgins-Label Indigo die Band als “Antwort auf Franz Ferdinand” verkauft, wird für alle Ewigkeiten sein Geheimnis bleiben.

11: The Libertines – “the libertines”.
Die Libertines. Die vom “NME” wohl meist-gehypte Band aller Zeiten. Wenn man sich allerdings dieses Meisterwerk anhört, wird schnell klar, dass der Hype völlig berechtigt war. Selten hat eine Platte so dermaßen britisch geklungen. Sie bietet alles. Massenhafte gute Laune und Songs wie “what became of the likely lads” oder “can’t stand me now”, angesichts deren Texte man schon die eine oder andere Träne verdrücken könnte, weil diese Band wohl nie wieder etwas Neues veröffentlichen wird. Wieder einmal sind Drogen Schuld am wahrscheinlichen Ende einer Karriere. Auch wenn Pete Doherty (noch) lebt. Anderseits: Kann man eine Band-Karriere besser beenden, als mit einer solchen Platte?

“enterprise” tot. 2

“UPN and Paramount Network Television have jointly announced that this will be the final season of STAR TREK: ENTERPRISE on UPN. The series finale will air on Friday, May 13, 2005.” (UPN-Pressemitteilung)

Nun ist es soweit. “Star Trek: Enterprise” wird die erste “Star Trek”-Serie der Neuzeit sein, die nicht die üblichen sieben Staffeln erreicht. Nach der aktuellen vierten Staffel ist Schluss. Ich höre schon die Aufschreie und ahne schon, dass es wieder viele dieser Unterschriftenaktionen gibt, die ohnehin nichts bringen. Ich bin zwar kein so großer “Star Trek”-Fan mehr, wie ich es zu “Next Generation”- und “Deep Space 9”-Zeiten war, aber schade ist es allemal.

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