popkulturjunkie on tour: blumfeld (2007). 6

Mein drittes Blumfeld-Konzert war dann wohl leider auch das letzte. Die Band löst sich bekanntlich auf. Das Konzert im netten, aber viel zu heißen und mies klimatisierten Bürgerhaus Stollwerck in der Kölner Südstadt war mindestens so gut wie die anderen beiden 2004 und 2006. Und daher: Anstatt vieler Worte zum Abschied die letzten Sekunden Blumfeld in Köln. Kommt gut nach Hause, Jungs.
Link: sevenload.com

was vom zuge übrig blieb. 10

Zugfahren ist ja in allererste Linie dazu da, den Hass auf die Menschheit immer größer werden zu lassen. Meine beiden 4-Stunden-Trips nach Berlin und zurück waren dafür wieder Paradebeispiele. Auf der Hinfahrt ungefähr 15 quängelnde “Wie lange noch?”-Knut-Sehenwoller, direkt hinter mir ein Knoblauch-Stinker und heute u.a. diverse Klingelton-Geschmacksverirrte, völlig aufgeregte Rentner auf der Suche nach ihrem reservierten Platz (obwohl überall Platz war) und sie nur ca. 30 Minuten fahren mussten, eine Schuh-Auszieherin und viel zu viele Laut-Dämliches-Zeug-Erzähler. Daher erneuere ich hiermit meine seit Jahren anhängige Forderung: Ich will endlich neben den Nichtraucher-Abteilen auch Nicht-Kinder-Abteile, Nicht-Esser-Abteile und Nicht-Stinker-Abteile. Möglichst auch noch Nicht-Klingelton-Abteile. Danke schonmal, liebe Bahn.

Immerhin hat man (wenn man nicht gerade von der nervigen Männerstimme abgelenkt wird, die im Computerspiel der süßen Kleinen nebenan stundenlang die gleichen drei Sätze sagt, abgelenkt wird) genug Zeit zum Lesen. Daher hier meine drei Lieblings-Geschichten des Tages (alle aus der “International Edition” des “Guardian”) und alle auch online verfügbar:

Wissenschaftler haben rausgefunden, dass der nächste noch lebende Verwandte der Dinosaurier das Huhn ist – zumindest ähnelt sich die Haut der beiden ungemein

In China hat ein Krokodil den Arm eines Pflegers abgebissen (Man achte auf das leckere Foto)

Eine Teenagerin hat im englischen Durham während eines Kurzurlaubs ihrer Eltern eine “Let’s trash the average family-sized house disco party” gefeiert und gemeinsam mit über MySpace eingeladenen Massen an Teenie-Zerstörern u.a. auf das Hochzeitskleid ihrer Mutter gepinkelt, die gesamte Wohnung auseinandergenommen, vollgekotzt, sowie Geld und Schmuck geklaut. Solche Töchter wünscht man sich doch.

Und da sag mal einer, der “Guardian” wäre nicht auch eine höchst unterhaltsame Zeitung.

Danach hab ich dann noch 5-10 Minuten lang die neue “Vanity Fair” durchgeblättert (Länger braucht man für die mittelmäßigste Zeitschrift des Landes nicht). Immerhin beweist man dort auf der Leserbrief-Seite mal wieder Kritikfähigkeit. So wurden zur Sarah-Connor-Geschichte und dem bizarren Titelfoto u.a. folgende Briefe abgedruckt (Ich hoffe Franzi verzeiht mir den dreisten Klau ihrer Rubrik):

“…Erwartungsfroh gehe ich eben zu meinem Kiosk, sehe schon von Weitem meine VF an ihrem angestammten Platz liegen, greife zu – und dann: Was ist das? ‘Sarah Connor’ steht da in großen Lettern. Aber was wächst diesem umflorten Wesen da unterm Kinn? Ein unförmiges, fleischfarbenes Gebilde? Wabernde Wellen Fleisch ohne Kontur? Hat Frau Connor aus einer Laune der Natur keine Brustwarzen? Ich habe selten ein so schreckliches Cover gesehen.”

“Eine Mischung aus Brigitte Bardot und Sharon Tate? Bei allem Respekt: Die Redaktion scheint den Knall nicht gehört zu haben”

re:publica-fazit. 1

Damit ich jetzt als wahrscheinlich 1742. auch noch meine Meinung zur ersten re:publica abgebe: Mir hat die Veranstaltung absolut gefallen. Natürlich hatte sie in weiten Teilen eher etwas von einem Bloggertreffen, aber es muss ja auch nicht jede Konferenz zu 95 % von Schlipsträgern und Deal-Abschließern bevölkert sein. Dadurch war die Stimmung sehr entspannt und fast ein wenig familiär. Beim nächsten Mal sollte man meiner Meinung nach trotzdem ein paar mehr Podiumsgäste von außen einladen. Warum bei Udo Vetters unterhaltsamer Rampenasau-Show mit Anekdoten aus dem Leben eines Anwalts nicht als Gegenpol einen Abmahnanwalt der Musikbranche dazusetzen? Oder beim “Werbung in Blogs”-Panel absolute Werbehasser und Leute aus einer Media-Agentur? So war’s halt oft ein bisschen unkritisch. Aber das Wichtigste an solchen Veranstaltungen sind ja ohnehin nicht die Panels und Workshops, sondern das Leute-Treffen. Und das war in meinem Fall sehr sehr gut: Viele Leute wiedergetroffen, ein paar überaus nette kennengelernt, dazu Vorurteile bestätigt und manchen Hass in meinem Kopf geschürt. Rundherum gelungen die re:publica 07.

die re:publica und ich. 2

Dirk und ich haben ja vorhin bei der re:publica über die “Vermessung der Blogs” gesprochen und diskutiert. Und was soll ich sagen? Ausverkauftes Haus und mehrere Minuten Zugabe. Danke an alle Besucher.

pocher und das “nachtmagazin”. 6

Wenn Oliver Pocher Gabi Bauer ein Live-on-Tape-Interview für das “Nachtmagazin” gibt, merkt man erst, wie albern und dümmlich er ist. Warum zur Hölle interviewt man so jemanden denn überhaupt in einer eigentlich seriösen Nachrichtensendung? Nur weil er einen potenziell äußerst blöden Kinofim gedreht hat? Das sind doch nicht die “RTL II News”.

hinweis für blogger von “welt”. 6

Lieber Herr “Fernsehexperte” Dahlmann von “Welt Online”,

er ist ja irgendwie niedlich, dieser naive Glaube an das Gute im Menschen Fernsehsender. Aber leider muss ich Sie enttäuschen: Dass RTL am Ostersonntag im “Herr der Ringe” nur 29 Minuten Werbung gezeigt haben soll, wie Sie etwas gewagt, aber nicht völlig falsch ausrechnen, ist leider kein Geschenk an das liebe Publikum. Denn, und das wird Sie erschüttern, RTL ist gar keine wohltätige Organisation, sondern ein Unternehmen, das Geld verdienen will. Es hätte mit geschicktem Gerechne und Verschiebe sogar 48 Minuten Werbung in und um den “Herrn der Ringe” zeigen dürfen. Es ist nämlich keineswegs so, dass nur beim Erreichen der vollen 4 Sendestunden 48 Minuten Werbung gezeigt werden dürften. In diesem speziellen Fall konnte RTL also augenscheinlich nicht so viel verdienen, wie es wollte. Und das lag an dem fehlenden Vertrauen der Werbungtreibenden. Ein 30 Sekunden langer Spot im “Herr der Ringe” kostete (zumindest in den Breaks vor 23 Uhr) 90.270 Euro – anscheinend zu viel für die meisten potenziellen Kunden. Vielleicht glaubte man nicht an die prophezeiten Zuschauerzahlen, vielleicht saß das Geld allgemein nicht so locker. Und glauben Sie mir, lieber “Experte”: Ein profaner Sponsor holt Brutto-Werbeumsatzausfälle von grob gerechnet 1,2 Mio. Euro (bei 36 Minuten Werbung) oder sogar 3,4 Mio. Euro (bei 48 Minuten Werbung) nicht herein. Glauben Sie bei solchen Zahlen immer noch daran, dass RTL seinen lieben Zuschauern etwas Gutes tun wollte und freiwillig weniger Werbung gezeigt hat?

Ach so und übrigens:

zitat des tages. 1

Sascha Lobo bringt die Sachen immer so schön auf den Punkt:

Wer Werbung in Medien grundsätzlich und immer und sowieso verdammt, kann das gerne tun, sollte aber nochmal nachdenken, vielleicht während eines Praktikums bei der Nordkoreanischen Staatszeitung.

the kids have eyes. 3

Puh. Da ahnt man nichts Böses, geht mit den Kleinen mal ins Kino, um einen schönen harmlosen Film anzuschauen und dann verwechselt das Kino die Filmrollen und zeigt ohne Vorwarnung, wie eine nackte, angekettete Frau einen Mutanten gebärt – in “The Hills have Eyes 2”. Geschehen ist das in Holtsville, Long Island, USA. Die süßen Kleinen wurden dann mit einer Freikarte entschädigt. Die Alpträume werden sie sicher aber noch eine Weile begleiten. (via “cinematical“)

neuer björk-song. 4

So richtig knallt der erste ins Netz geleakte Song vom neuen Björk-Album ja nicht, wenn ihr mich fragt. Klingt etwas zu monoton. Wobei er natürlich mit jeder anderen Stimme noch viel schlechter wäre. Für Björk-Verhältnisse ist er aber nur Mittelmaß. Ihr wollt “earth intruders” auch hören? Bei “Idolator” gibt’s das MP3.

london 2007 (2). 3

Wieder zurück in Düsseldorf mit dem ersten leichten Sonnenbrand des Jahres. Geholt im Hyde Park. In London. An Ostern. Sachen gibt’s. Was gibt es noch nachzutragen vom Aufenthalt im Königreich? Weitere Magazine wurden gekauft, drei Museen an einem Tag abgehakt und gefühlte (in den Füßen) 12 Marathons in 5 Tagen gelaufen. Was ich ja schade finde, ist, dass in den Hotels immer nur die großen 5 Fernsehsender verfügbar sind und keinerlei Digitalschnickschnack. Dabei würde ich doch so gern mal durch die 4 Fantastilliarden Sky-Kanäle zappen. Mit großem Wohlwollen habe ich zwischen den vielen Golf- und Cricket-Übertragungen auf BBC 1 und 2 gesehen, dass die UK-Version von “The Apprentice” auch in Staffel 3 die beste Variante ist, die ich kenne (also US, UK, D) und dass es in England auch noch den “Survivor”-Klon “Castaway” gibt. Ich mag ja das US-“Survivor” sehr. Und bin immer noch etwas traurig, dass es “Expedition Robinson” & Co. in Deutschland nie so richtig geschafft haben.

Natürlich gehörte zu meinem Magazin-Kaufrausch aus der Erwerb der “Radio Times“. Und als deutscher Fernsehfan ist man ja extrem begeistert, wenn man da durchblättert und merkt, dass es auch Fernsehzeitschriften geben kann, in denen es ausschließlich um Fernsehen geht. Und die keine Blondinen auf dem Cover haben. Eine unschöne Nebenerscheinung der internationalen Terrorismus-Paranoia ist ja, dass ich keinerlei Softdrinks importieren konnte. Keine leckere Fanta Fruit Twist zum Beispiel. Dafür hab ich ein paar kleine Tüten Crisps mitgebracht. Salt & Vinegar und so. Und bevor ich es vergesse: Hier ist das kleine “Matrix”-Meisterwerk, das ich in Camden erstanden habe.

Das und viele geniale Motive mehr kann man übrigens auch hier online kaufen.

Und noch ein kleiner Nachtrag zum Thema freies WLAN in London. Informiert Euch vor einer Reise nach England am besten hier über “BT Openzones”. Die British Telecom lässt Nutzer nämlich im Gegensatz zur Telekom kostenlos ins Internet. Zum Beispiel an Bahnhöfen, bei McDonalds und an vielen anderen Orten. Und ein kleiner Erfahrungsbericht zum Thema “Mit dem Nintendo DS im Internet”. Es funktioniert. Der Browser ist ein bisschen langsam, stellt die Seiten aber durchaus ordentlich da. Und der große Vorteil gegenüber einem Notebook: Größe und Gewicht.

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