tv-neustart-kritik (2005/033-035). 0

Hier sind drei TV-Neustart-Kritiken von heute:

“Die Superhausfrau” / RTL II / UFA Entertainment / werktäglich, 11.15 Uhr / Start: 25. Juli 2005

Erst die “Super Nanny”, dann die “Supermamas”, die “Tier Nanny” und diese Super-Schuldnerberatung, jetzt halt auch noch die “Superhausfrau”, bzw. die Superhausfrauen, denn es sind wie in anderen Sendungen auch zwei Protagonistinnen, damit mehr Sendungen in weniger Zeit produziert werden können. “Die Superhausfrau” läuft erstmal testweise werktäglich für zwei Wochen, bei Erfolg sicher irgendwann regelmäßig. Die Sendung ist ein Mix aus Simplify-your-Life fürs Fernsehen, einem Nachmach-Kursus “Wie werde ich eine noch tollere Hausfrau für meinen Mann” und Super-Nanny-Fragmenten. Während die eine “Superhausfrau” durchaus einen sympathisch und kompetenten Eindruck hinterlässt, sieht die andere immer etwas genervt und angestrengt aus. Insgesamt ist die Sendung aber weniger peinlich, als ich befrüchtet hatte. 5 von 10 Punkten.

“Gut zu wissen – Dem Alltag auf der Spur” / RTL II / Janus TV / werktäglich, 18.30 Uhr / Start: 25. Juli 2005

Und die zweite von drei RTL-II-Sendungen, die für zwei Wochen werktäglich auf Publikumstauglichkeit getestet werden. Dominik Bachmairs Wissensmagazin setzt sich von ähnlichen Formaten dadurch ab, dass es monothematisch ist, sich auf Alltagstehemen beschränkt und Bachmair immer mit vor Ort ist. In der Premierenfolge ging es um das Thema Müll, Bachmair hat z.B. eine Recyclingfirma besucht und war in einer Fabrik, in der aus Kompost Humus gemacht wird. Der Moderator nervt zwar latent, aber Folge 1 war zumindest überraschend interessant und als Mix zwischen “Was ist was” und “Sendung mit der Maus” recht nett anzuschauen. 6 von 10 Punkten.

“Dance Star” / Viva / Viva / montags, 21.30 Uhr / Start: 25. Juli 2005

Um Gottes Willen. Tanzlehrer Detlef sucht per Castingshow Nachwuchs für seine Tanztruppe. Vielleicht bin ich ja einfach zu alt, um die Kids von heute zu verstehen, aber wenn diese Kids es nicht so wie ich extremst peinlich finden, dass Detlef die ganze Zeit die “straighten Styles der Gangs” lobt, dann bin ich gern zu alt. Noch dazu ist die Sendung katastrophal produziert und wirkt eher wie ein abgefilmter Freitagabend-Wettbewerb in einer Dorfdisco. Glasklare 0 von 10 Punkten.

“Die Kochprofis – Hausbesuch” (RTL II, 18 Uhr) habe ich heute verpasst, die Kritik wird morgen nachgeholt. Außerdem starten am Dienstag “Mission Herzklopfen – Singles auf Suche” auf Vox (20.15 Uhr) und “Wo steht Deutschland?” im ZDF (22.45 Uhr).

outlook-pest. 4

Was ich an Outlook am wenigsten mag, ist die Möglichkeit, eine Mail zur Nachverfolgung freizuschalten. Mehrere Mails pro Woche, in denen mich das Programm darauf hinweist, dass der Absender bitteschön sofort benachrichtigt werden möchte, wenn ich seine Mail lese. Meist irgendwelche Pressemitteilungen, deren Verfasser meinen, irgendeine Erfolgskontrolle zu haben, nur weil sie wissen “Ah, der Herr Schröder hat gerade meine Mitteilung gelesen!”. Aber wo kommen wir denn dahin? Der Gipfel dieser Online-Unverschämtheit erreichte mich heute zum ersten Mal beim Löschen einer Mail: “Absender XY möchte benachrichtigt werden, wenn Sie seine Mail löschen.” Unfassbar. Selbstüberschätzung? Masochistische Ader? Wie verkraftet man die Minuten nach dem Rausschicken einer Pressemitteilung, wenn zig Mails zurückkommen? XY hat Ihre mail gelöscht. XX hat Ihre mail gelöscht. YY hat Ihre mail gelöscht…

tv-neustart-kritik (2005/032). 3

Und hier ist die TV-Neustart-Kritik vom Sonntag:

“Coffeeshop” / WDR Fernsehen / bumm film / sonntags, 22.30 Uhr / Start: 24. Juli 2005

Es gab mal Zeiten, in denen die ARD für die größten, tollsten, populärsten Shows des deutschen Fernsehens gesorgt hat. Vorbei. Heutzutage hat man sich der öffentlich-rechtlichen Lethargie angepasst und ist zur Kopierstation geworden. Retro-Shows sind in? Machen wir auch! Jauch hat Erfolg mit dem “IQ-Test”? Machen wir doch einen “PISA-Test”. Improvisations-Comedies haben Erfolg? Machen wir auch. So ist also am Sonntagabend “Coffeeshop” angelaufen. Ein Paradebeispiel dafür, wie man eine gute Idee durch viele Fehler ruinieren kann. Man hat völlig langweilige, untalentierte Comedy-Darsteller gecastet und lässt die 30 Minuten vor sich hinplätschern, ohne Einzugreifen und ständig etwas Neues, Lustiges entstehen zu lassen (gerade davon lebt schließlich die “Schillerstraße”). Grauenhaftes Fernsehen. 1 von 10 Punkten.

Am Montag wird es hier gleich vier Neustart-Kritiken geben. Bei RTL II starten “Die Superhausfrau” (11.15 Uhr), “Die Kochprofis – Hausbesuch” (18 Uhr) und “Gut zu wissen – Dem Alltag auf der Spur” (18.30 Uhr), bei Viva “Dance Star” (21.30 Uhr).

film: lovesong für bobby long. 1

Der ehemalige Literaturprofessor Bobby Long und sein ehemaliger Assistent Lawson Pines leben so vor sich hin. Sie stehen morgens auf, trinken den Tag über viel zu viel Alkohol, rauchen viel zu viele Zigaretten und gehen abends wieder ins Bett. Dazwischen passiert nicht viel. Dieses Leben können sie sich hauptsächlich leisten, weil sie in Lorraines Haus leben. Lorraine, einst bekannte Sängerin in New Orleans und Freundin der beiden, ist vor Kurzem gestorben. Die beiden bleiben in ihrem Haus, bis Purslane, Lorraines Tochter auftaucht. Die drei leben ab sofort zusammen, Bobby und Lawson werden ein wenig aus ihrer Letharige herausgerissen, helfen Purslane beim Weg zurück in die Schule. Eine Frage beschäftigt Purslane aber noch: Wer ist ihr Vater? Mögliche Kandidaten gibt es mehr als genug.

“Lovesong für Bobby Long” ist ein wirklich schöner, kleiner Film. Er lebt von seiner Melancholie, seiner entspannten New-Orleans-Stimmung und den tollen Bildern. Schon die ersten Sekunden, Szenen, in denen Bobby Long alias John Travolta an vielen Häusern und Plätzen vorbeigeht, ist optisch sehr gelungen. Die Besetzung der Rollen ist ebenfalls nahezu perfekt. John Travolta als alternder, gescheiterter Alkoholiker-Professor überzeugt und Scarlett Johansson ist ohnehin immer gut. Der I-Punkt ist der Soundtrack mit passender Blues-, Dixie- und Jazzmusik. Und ein Film, in dem völlig unvermittelt “blonde on blonde” von Nada Surf gespielt wird, kann ohnehin nicht verkehrt sein. 8 von 10 Punkten.

thees und die festivals. 1

Wenn ihr nur einen einzigen Artikel am heutigen Sonntag lest, dann sollte es unbedingt dieser sein: Thees Uhlmann schreibt in der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” über den Reiz von Festivals. Den kompletten Text gibt es dankenswerterweise bei Spiegel Online.

amüsierte samstagmorgen-dialoge. 3

Er: Diese Überschrift hier in der “SZ” hätte man vor ein paar Monaten auch in anderem Zusammenhang benutzen können.
Sie: Welche denn?
Er: “Frau Schickedanz ist nicht zu sprechen”.

happy birthday, amiga. 1

Heute vor 20 Jahren wurde in New York der allererste Amiga vorgestellt. Ab Weihnachten 1989 gehörte ich auch zu dem Kreis der Amiga-Besitzer. Ich verkaufte meinen C64 und erwarbe einen Amiga 500. Jahrelang war er mir ein treuer Begleitet, später abgelöst durch einen Amiga 1200. Noch heute gehören viele Amiga-Spiele zum besten, was ich je gespielt habe. Turrican zum Beispiel. Monkey Island, Speedball II, Wings, Kick Off II, Slam Tilt, Shadow of the Beast, Lotus II, Supercars II, Stunt Car Racer und Hunderte andere Titel. Ab und zu schmeiße ich sogar heute noch meinen Emulator an und schwelge in alten Zeiten. Also: Happy Birthday, Amiga!

instruktionen für den montag. 4

Noch kommen Alben in Deutschland allerdings montags auf den Markt. Und daher habe ich einen Auftrag für Euch. Ihr denkt jetzt lieber nicht über die folgenden Sätze nach, sondern befolgt sie einfach. Es wird sich lohnen, glaubt mir. Am Montag werdet Ihr einfach so aufstehen, als sei es ein normaler Tag. Falls Ihr arbeitet, geht zur Arbeit, falls nicht, schlaft aus. Doch danach bzw. in der Mittagspause werdet Ihr den Tonträgerfachhändler Eures Vertrauens aufsuchen, dort im Indie/Alternative-Regal unter “C” bzw. “E” nachschauen und die Platten “lick your ticket” von Chikinki und “the back room” von den Editors kaufen. Nicht fragen, machen!

Falls es die beiden Platten bei Eurem Händler nicht geben sollte, beschwert Euch, und klickt anschließend hier und hier. Falls Ihr nur einen Media Markt in Eurer Gegend habt, gilt dasselbe.

neue releasedaten. 1

Es scheint, als müssten wir uns alle umgewöhnen. Der Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft will seinen Mitgliedern vorschlagen, ab Ende September Neuerscheinungen nicht mehr montags, sondern bereits freitags herauszubringen. Damit sollen neue Releases von den verkaufsstarken Tagen Freitag und Samstag profitieren. Meines Wissens nach werden in Deutschland an Samstagen die größten Umsätze mit Tonträgern gemacht. Auch der Ermittlungszeitraum für die Charts soll sich dann ändern. Statt von Montag bis Samstag soll die Charts-Woche dann von Freitag bis Donnerstag gehen. (via musikmarkt.de)

Bleibt die Frage, inwiefern internationale Releases dann mit den deutschen Releasedaten korrespondieren. Derzeit erscheinen CDs in Europa in der Regel einen Tag vor den USA. Ob das dann künftig eine halbe Woche vor den USA sein wird – und drei Tage vor England? Oder kommen internationale Releases in Deutschland dann erst eine halbe Woche später auf den Markt? Alles noch ungeklärt…

schlimm. 6

Ein Wort, das ich in Blogs bitte auch nicht mehr lesen möchte, ist das Wort “Stöckchen”. Okay?

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