popkulturjunkie on tour: jochen distelmeyer in essen.

Blumfeld habe ich insgesamt dreimal gesehen. 2004, 2006 und bei einem der letzten Konzerte der Band in Köln im April 2007. Klarer Fall also, dass ich nach mehr als zwei Jahren auch bei einem der ersten Konzerte von Jochen Distelmeyer dabei bin – dem Kopf von Blumfeld, der nun unter eigenem Namen weitermacht.

Im Vorfeld des Konzertes in Essen war ich sehr gespannt auf die neuen Songs von Distelmeyer. Sehr wenig war bekannt geworden, nur ein Vorab-Song auf der Website, dazu der Name des Albums, das im September veröffentlicht wird: “heavy”. Da auch der neue Song “wohn mit dem hass?” heavy klingt, rechnete ich also mit einem echten Rockkonzert. Und ich wurde nicht enttäuscht. Die Zahl der melancholischen, ruhigeren Songs war im Vergleich zu Blumfeld-Konzerten nach meinem Gefühl geringer, dafür überwogen Gitarren und schnellere, etwas härtere Musik.

Vielleicht tue ich Distelmeyer Unrecht, aber mir kam das Solo-Konzert so vor, als habe er sich mit Blumfeld nach der letzten Platte in einer Sackgasse gesehen. Leute machten sich zum Teil sogar lustig über ihn und seine Musik, über Songs wie den “Apfelmann” und allzu schlagereske Musik, nahmen Blumfeld nicht mehr ernst genug. Seine neue Musik klingt nun zumindest wieder ernsthafter und wie gesagt rockiger. Natürlich verzichtet Distelmeyer live nicht auf alte Blumfeld-Songs. Ich habe zwar nicht mitgezählt, aber wahrscheinlich gab es sogar mehr alte als neue Songs. Ein paar der typischen Blumfeld-Songs, der “Hits”, fehlten aber. Keine “graue wolken”, kein “verstärker”. Der Blumfeld-Klassiker gehört nun wohl endgültig der Vergangenheit an.

Mir hat Jochen Distelmeyers Live-Solo-Debüt überaus gut gefallen. Zum Einen weil er sich mit dem Grend in Essen einen kleinen Club ausgesucht hatte, der mit vielleicht 200 Leuten schon ausverkauft war. Ich liebe die Atmosphäre in solch kleinen Clubs, fernab der großen Stadien und Arenen. Vor allem wurde mir aber je länger der Gig dauerte, immer klarer, wie sehr ich seine prägnante Stimme, seine tolle Musik vermisst hatte. Schön, dass er wieder da ist.

Wie immer sehr sehr lesenswert ist die Kritik des Essener Konzerts von Philipp Holstein.

2 Comments so far

  1. [...] einen oder anderen wird es womöglich aufgefallen sein. In der Jochen-Distelmeyer-Konzertkritik unter diesem Eintrag gibt es kein Video des Konzerts mehr. Ich will jetzt mal etwas über den Grund [...]

  2. meistermochi on August 2nd, 2009

    gut zu hören.

    ich verteidige ja den herrn distelmeyer schon seit jahr und tag.

    glaube allerdings, dass er die vid-löschungen wahrscheinlich sogar befürwortet hat. irgendwas sagt mir das.

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