ich liebe bahnhofskioske. 7
Warum? Vor mir liegen gefühlte 2 Kilo Zeitschrift. Die “Tempo”-Jubiläumsausgabe. Am Abend vor dem offiziellen Erscheinungstermin. Das macht mich ungemein glücklich. Und allein die Mitarbeiterliste liest sich wie eine Hall of Fame:
Marc Fischer, Ulf Poschardt, Niklas Maak, Peter Glaser, Cordt Schnibben, Andrian Kreye, Matthias Horx, Rainald Goetz, Helge Timmerberg, Wolfgang Tillmans, Matthias Matussek, Frank Schirrmacher, Terry Richardson, Thomas Hüetlin, Lisa Feldmann, Michael Jürgs, Jörg Thadeusz, Johanna Adorján, Rufus Wainwright, Josef Joffe, Gabor Steingart undundund…
Nach unfassbar vielen Anzeigen beginnt auf Seite 42 das eigentliche Heft: Die vergangenen zehn Jahre im Schnelldurchlauf. Zunächst in Fotos. Z.B. wie viele Penisse in den vergangenen zehn Jahren von Frauen abgeschnitten wurden, wie viele Zigaretten Helmut Schmidt seit 1996 geraucht hat usw. Danach als Lexikon mit Stars, Künstlern und Denkern der vergangenen zehn Jahre. Ab Seite 102 folgen die auf dem Titelbild angekündigten “33 Wahrheiten übder die Welt von heute”. Es geht um Rechtsradikalismus, Kate Moss, Lukas Podolski, “Die Slums von Europa”, Klaus Wowereit (“Die nächste Bundeskalnzlerin ist ein Mann”), es gibt ein Wiedersehen mit den legendären Kolumnen “Glasers heile Welt” und “100 Zeilen Hass”. Anschließend trifft Herbert Grönemeyer Tokio Hotel, es gibt eine Geschichte über Killerspiel-Spieler, den Robbie-Williams-gegen-Justin-Timberlake-Vergleich und vieles mehr. Ab Seite 230 haben drei Leserreporter (Manuel Andrack, Matthias Matussek, Kai Diekmann) ihren Alltag per Handy fotografiert und ab Seite 316 folgt die “Gebrauchsanweisung für die nächsten zehn Jahre”. Mit allem, was anders werden muss.
Alles in allem ein Heft mit verdammt vielen guten Ideen und unglaublich vielen Top-Autoren, an dem man wochenlang zu lesen hat. “Tempo” ist tatsächlich wieder da.




Ein Vater, der gerade völlig als Motivationstrainer scheitert, ein Großvater, der Heroin schnieft, ein Onkel, der sich gerade umbringen wollte, ein Sohn, der seit einem halben Jahr kein Wort mehr spricht und den Rest der Familie hasst und eine kleine, nicht sehr hübsche, etwas dickliche Tochter, die davon träumt, einen Schönheitswettbewerb zu gewinnen. Einzig die Mutter der Familie Hoover scheint relativ normal. Als Olive, die Tochter tatsächlich zu einer Regionalentschediung der “Little Miss Sunshine”-Wahl nach Kalifornien eingeladen wird, bricht die gesamte Familie in einem klapprigen VW-Bus auf. Eine Tour, die mehrfach beinahe scheitert, bei der nicht alle Familienmitglieder heil in Kalifornien ankommen und die auch ansonsten jede Menge Konfusionen mit sich bringt.
Alex Hughes ist auf dem Weg nach Winnipeg. Er wurde gerade aus dem Knast entlassen. Er war dort, weil er jemanden umgebracht hatte. Auf seiner Fahrt lernt er eine leicht durchgeknallte junge Frau kennen und nimmt sie mit, Vivienne. Plötzlich rauscht ein LKW in das Auto hinein, Vivienne wird dabei getötet. Hughes beschließt, die Mutter der Tramperin zu suchen und ihr sein Beileid auszudrücken. Linda, Viviennes Mutter, ist allerdings ebenfalls kein einfacher Mensch. Sie ist Autistin mit Reinlichkeits- und Ordnungsfimmel. Wegen ihrer Krankheit ist sie auch nicht direkt traurig über den Tod ihrer Tochter, sondern macht sich eher darüber Sorgen, wer denn jetzt den Müll herausbringt, weil sie den doch unmöglich anfassen könne. Alex lässt sich breitschlagen, bis zur Trauerfeier da zu bleiben, lernt die attraktive Nachbarin Maggie kennen und findet durch all diese Begebenheiten und die beiden Frauen wieder zu sich selbst.