100,6 motor fm. 1

Heute mal den ganzen Tag lang 100,6 Motor FM gehört, den “neuen” Radiosender von Tim Renner und der Netzeitung. Fazit: Die Musikauswahl ist so gut wie schon zu Zeiten, als Motor FM die neue Freuqenz noch nicht hatte. Aber: Die Nachrichten. Das Wort “peinlich” wäre noch zu gutherzig formuliert. Sie bestehen aus etwa fünf einzelnen Meldungen, die in unter einer Minute mit jeweils einem Satz abgehandelt werden. Zum Abschluss gibt’s ein “Mehr dazu auf netzeitung.de”. Ich hoffe sehr, dass an der Nachrichtensendung noch gebastelt wird und sie demnächst besser ist, denn ansonsten hätte die Netzeitung schon jetzt den Preis für die lächerlichste Nachrichtensendung des Landes gewonnen.

“heavy metal auf dem lande”. 5

Ein Fernsehtipp für Heute Abend: Um 22.50 läuft auf arte die sehr interessant klingende Dokumentation “Heavy Metal auf dem Lande”. arte-tv.com schreibt dazu: ” Markus Staiger, ein junger Mann aus Donzdorf am Rande der Schwäbischen Alb, hat aus seiner Begeisterung für Heavy Metal eine der größten Plattenfirmen dieser Branche gemacht. Der Dokumentarfilm beobachtet ihn und seine Mitstreiter der Plattenfirma “Nuclear Blast Records”, die aus der deutschen Provinz die Welt mit Heavy-Metal-Musik versorgt. Außerdem stellt der Film die These auf, dass besonders Jugendliche auf dem Lande Anhänger der Heavy-Metal-Kultur sind.”

die peinlichkeit des tages. 3

…kommt heute von der “Zeit”.

Heute morgen um 9 hat ProSiebenSat.1 ja bekanntermaßen folgendes verkündet: “Die ProSiebenSat.1 Media AG wird nicht von der Axel Springer AG übernommen. Nach Informationen der Gesellschafter haben die Axel Springer AG und die P7S1 Holding L.P. gemeinsam beschlossen, die Pläne zur Übernahme der ProSiebenSat.1 Media AG durch die Axel Springer AG nicht weiter zu verfolgen…”

Und wie kann man dann zwei Stunden später folgende Pressemitteilung verschicken?
“Die SPD warnt die Koalitionspartner CDU und CSU vor einem Alleingang mit einer Ministererlaubnis zur Fusion des Springer-Konzerns mit dem Fernsehsender Pro Sieben/Sat.1. “Ein Übergehen der SPD wäre ein Affront”, sagt der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck der ZEIT.” (Originaltext: “Die Zeit”)

Nichts ist so alt wie die Nachrichten von gestern. Das müsste doch eigentlich auch eine Wochenzeitung wissen.

die nächsten großen Dinger. 6

Direkt aus dem popkulturjunkie-Headquarter ein paar frische, ausnahmslos fabelhafte Musiktipps zur Verbesserung Eures Musikgeschmacks:

Aberdeen City. Allerfeinster Indie-Rock einer Band von der Westküste der USA. Alle, die mit Bands wie Jimmy Eat World oder Snow Patrol etwas anfangen können, MÜSSEN auf die myspace-Seite der Band gehen und sich “god is going to get sick of me” vom Debüt-Album “the freezing atlantic” anhören. Schon lang nicht mehr einen so süchtigmachenden Song entdeckt.

Fear of Music. Quartett aus Manchester mit Einflüssen zwischen Muse und Nirvana. Unbedingt “skin & bones” auf der Website anhören. Die EP ist schon im Juli in Deutschland erschienen. Und ich erfahre erst jetzt von denen. Tse.

The Kooks. Machen schon die Runde durch einige Blogs. Der “NME”-Hype beginnt gerade. Schöner, melodiöser Gitarren-Pop. Auf der offiziellen Website gibt’s ein paar Tracks zum anhören. Meinen Favoriten “ooh la” leider nicht. Das Debütalbum “inside in/inside out” erscheint in Deutschland am 31. März.

The Upper Room. Noch mehr schöner Indie-Pop aus Großbritannien. Eine Band aus Brighton, deren Debüt-Clip “all over this town” auf der myspace-Seite anzuschauen ist. Ebenfalls sehr zu empfehlen: “black & white”.

The Whip. Du magst New Order und Joy Division? Du wirst The Whip mögen! Auf der Band-Homepage gibt’s “frustration” als mp3. Ein Pflicht-Download.

Nizlopi. Etwas ganz anderes zum Schluss. Ruhige, melancholische Musik zwischen David Gray und Van Morrison, zwischen Folk und Pop. “jcb” ist einfach nur wunderschön, das supertolle, rührende, mit Bleistift gezeichnete Video dazu gibt’s auf dieser liebevoll designten Seite. Das Album ist in Deutschland bisher nur als Import erhältlich.

popkulturjunkie on tour: tomte (2006) (lange version). 7

So. Während meine Liebste nun einen Tag nach mir das Tomte-Konzert in Düsseldorf erleben darf, kommt hier mein Konzertbericht zum gestrigen Heidelberg-Auftritt.

Der Abend begann mit folgendem Dialog:
popkulturjunkie: Schau mal in die Mange. Siehst Du ein Gesicht, das dir auf Anhieb unsympathisch ist?
popkulturjunkies Begleiterin: Nö.
popkulturjunkie: Und als Du am Donnerstag in die Depeche-Mode-Menge geblickt hast, hast Du da ein Gesicht gesehen, das dir auf Anhieb sympathisch war?
popkulturjunkies Begleiterin: Nö.

Dieser kleine Dialog beschreibt perfekt die Tatsache, dass ich mich an diesem Abend im Karlstorbahnhof sofort wohl gefühlt habe. Klar, das Publikum war sehr jung, ziemlich abiturientisch/studentisch, teenie-esk. Aber ist es nicht großartig, wenn kleine Mädchen nicht auf den Charts-Scheiß reinfallen, sondern sich mit Musik beschäftigen und lieber Thees Uhlmann anhimmeln, statt den “süßen Bill”? Sicher waren auch ein paar dabei, die nur hingegangen sind, weil Tomte gerade heißer Scheiß ist, aber der überwiegenden Mehrheit sah man an, dass sie einfach die Musik lieben. Und das zählt.

Zur Musik: Als Vorband war die kalifornische Sub-Pop-Hoffnung Rogue Wave engagiert, die man wohl in die Emo-Schublade stecken kann. Leicht melancholischer Indie-Pop. Die Musik war sehr okay. Mir fehlten große Melodien für eine noch bessere Meinung, aber ein genauerer Blick auf die Musik der Band lohnt sicher.

Dann, so gegen halb 11, kamen endlich die fünf Herren von Tomte auf die Bühne und ein legendärer Abend begann. Mit den beiden kraftvoll vorgetragenen “von gott verbrüht” und “ich sang die ganze zeit von dir” gelang ein perfekter Start, davor und dazwischen gab es ausufernde Ansagen von Uhlmann, die darauf deuten ließen, dass der Abend neben toller Musik auch unterhaltsame Comedy bieten sollte. Und genau so kam es. Uhlmann legte sich mit ein paar ständig pogenden, pöblenden Teenies an, drohte mit den “Tomte-Hools”, die ab und zu auch von Fußballvereinen angefordert würden, fragte, ob man jetzt gleich zum Arschloch geworden sei, nur weil man mal auf dem Cover des “musikexpress” war, scherzte mit seiner Rotwein-Abhängigkeit und erzählte Anekdoten aus der Dorfpunkzeit, als man besoffen im Pauli-Stadion feierte.

Im Verlauf des Sets (Setlist siehe hier) gab es insgesamt 7 der 10 Songs der neuen Platte “buchstaben über der stadt“, 7 vom Vorgänger-Album “hinter all diesen fenstern” und drei vom 2000er-Album “eine sonnige nacht“. Gerade diese älteren, meiner Meinung nach deutlich schwächeren, Songs wie “korn & sprite” zeigen immer wieder, was für eine wahnsinnige Entwicklung Tomte hinter sich haben, wie gut sie geworden sind. Insgesamt war es ein perfeker Mix aus Alt und Neu mit erfreulich vielen neuen Songs, die das Publikum theoretisch ja noch gar nicht kennen konnte. Uhlmann: “Wir können hier nicht die Gassenhauer von vor 80 Jahren spielen, sondern wir müssen uns auch selber anbocken.” Dabei war es auch ziemlich egal, dass er beim einen oder anderen Lied (das grandiose “walter & gail”, z.B.) noch ein paar Textschwächen offenbarte. Sowieso, die neuen Lieder: das erwähnte “walter & gail”, “new york” oder “die geigen bei wonderful world” zeigten, dass die am Freitag erscheinende Platte sich nicht hinter dem legendären Vorgänger verstecken braucht. Am Endes des Konzertes kam Uhlmann wie immer allein zurück auf die Bühne und trug seine wunderschöne Akustik-Version von “das war ich” vor. Insgesamt waren die 110 Minuten Tomte also absolut großartig, Tomte sind auch und gerade im Jahr 2006 eine perfekte Liveband, die sich jeder, der Musik liebt, anschauen sollte.

Wer die kleine Pre-Album-Release-Tour verpasst hat, geht also gefälligst ab März zur “richtigen” Tour. Und vorher gibt’s einen Bericht in einer der kommenden “Tracks”-Ausgaben bei arte, der an diesem Tag und Abend in Heidelberg gedreht wurde. Und vorher, am Donnerstag (1. Februar) sind Tomte bei “TRL” auf MTV zu Gast, reden und performen. Und für alle, die bei diesem Gedanken sofort “Ausverkauf” denken, folgende Worte von Uhlmann: “Auch wenn wir übermorgen bei ‘TRL’ sind – was total witzig wird, man muss ja auch mal an solchen Leuten riechen – kann ich Euch zu 95 % versprechen, dass diese Band Euch niemals betrügen wird.”

oscar und sophie. 7

Wow. “Sophie Scholl” ist für den Oscar nominiert.

ash minus charlotte hatherley. 2

“Lang nichts mehr von Ash gehört”, denkt man sich, klickt mal eben auf die Band-Website und muss sofort unschöne Nachrichten lesen: “After 9 years Ash and Charlotte Hatherley have mutually agreed to part company. The decision is completely amicable and they wish each other the very best for the future. Ash are returning to the studio later this year to make the follow up to 2004’s “Meltdown” album. Charlotte is currently recording tracks for her second solo abum (following “Grey Will Fade”) which she plans to release in the Autumn this year.” Dabei war doch Charlotte Hatherley immer so ein Augenschmaus auf der Ash-Bühne. Schade.

popkulturjunkie on tour: tomte (2006). 5

Den Rest des Abends gibt’s im Laufe des Tages (diesmal wirklich).

tomtefieber. 8

Die Aufregung steigt. In fünf bis sechs Stunden werde ich endlich die neuen Tomte-Songs live sehen. Und ein grandioses, seit ungefähr 10 Minuten restlos ausverkauftes, Konzert erleben, den Depeche-Mode-Frust vom Donnerstag vergessen. Und bis dahin? Noch kurz den überraschenderweise gar nicht so schlechten “Polylux”-Beitrag mit Thees anschauen (via pêle-mêle dans ma tête), kurz beim Tomte-Blog vorbeischauen und auf tomte.de den heute zu hörenden Albumtrack “warum ich hier stehe” hören. Vorfreude pur.

wellers scheiße. 5

Zitat des Tages: “Ich würde lieber meine eigene Scheiße fressen, als mit James Blunt aufzutreten.” (Paul Weller) (via laut.de)

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