Archive for November, 2004

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Tusch! Der popkulturjunkie hat es geschafft. Die Chart-Kritiken sind auf neuestem Stand. Bevor es Ende der Woche mit den nächsten weitergeht, gibt’s hier also die New Entries der deutschen Singlecharts vom 15. November 2004:

94: Travis – “walking in the sun”
Noch eins dieser verdammt überflüssigen Best-of-Alben. Travis waren mal richtig gut. Mittlerweile langweilen sie mich leider etwas. Auch diese neue Single plätschert so vor sich hin, bietet keinerlei Überraschungen, ist einer der schwachen Travis-Songs, an die man sich immer mehr gewöhnen muss. 4 von 10 Punkten.

53: DJ Sammy feat. Loona – “rise again”
DJ Sammy und Loona haben der Welt solch wichtiges Kulturgut wie “bailando” und “hijo de la luna” beschert. Nun sind sie wieder mal in den Charts. “rise again” klingt in den ersten Takten wie ein alter U2-Song. Der Gitarren-Sample wird jedoch dann mit den üblichen Beats und Kommerz-Trance-Klängen umrahmt. Der Song nervt nicht weiter, lässt sich aber auch schnell wieder vergessen. 3 von 10 Punkten.

33: Brian McFadden – “real to me”
Der Name Brian McFadden sagte mir vorher nichts. Nun weiß ich, dass er mal zur Boyband Westlife gehörte und schon war mir klar, warum er so hoch in die Charts einsteigt. “real to me” klingt etwas amerikanischer als die Westlife-Musik, völlig kommerzieller Pop, zu dem McFadden mit leicht angerockter Stimme singt. Überflüssig. 2 von 10 Punkten.

24: Annett Louisan – “das spiel”
Auch diese Dame war mir zuvor unbekannt. Durch Spiegel Online hab ich gelernt, dass sie 25 Jahre alt ist, aus Brandenburg kommt, in Hamburg lebt und “das spiel” bei NDR2 und Radio Hamburg in der Heavy Rotation läuft. Beim Anhören des Songs (besser gesagt: Chansons) hätte ich im Leben nicht gedacht, dass es irgendeine Charts-Chance hätte. Louisan klingt zwar nicht wie 25, sondern eher wie 5, der Text klingt auch etwas pubertär, sie sieht aber super aus. Und das reicht ja manchmal auch, um ein Medien-Darling zu werden. 3 von 10 Punkten.

22: Dominic Saleh-Zaki / Rokkha – “love is the message”
Die Woche der Unbekannten. Herr Saleh-Zaki spielt anscheinend in “Verbotene Liebe” mit. Keine gute Voraussetzung eigentlich. Und so ist dieser Song auch ein ziemlich nervendes Stück Musik. Er rappt, als sei er der Coolste, merkt dabei aber nicht, dass er eher der Uncoolste ist. Der Refrain ist aus dem 80er-Hit “love is the message” entliehen. 1 von 10 Punkten.

20: Ja Rule feat. Ashanti & R. Kelly – “wonderful”
Wieder so eine Kooperation mehrerer Rap-Hip-Hop-RnB-Stars. Der eine rappt, die andere singt, der dritte schleimt ein bisschen rum. Besser als vieles Andere aus dem Black-Music-Genre, aber weit entfernt davon, meinem Geschmack nahezukommen. 2 von 10 Punkten.

17: Dschungel Stars 2 – “die lust am überleben”
Tja. Das war wohl leider nicht zu vermeiden. Die Protagonisten der zweiten “Ich bin ein Star”-Staffel nehmen eine peinliche Platte auf. Kennt man ja aus der ersten Staffel und anderen Realityshows wie “Big Brother” zur Genüge. Man hat den Nervhit “die pure lust am leben” von Geier Sturzflug auserkoren, lässt Dolly Buster und Harry Wijnvoord blitzschnell beweisen, dass sie lieber keine Platte aufgenommen hätten und fertig ist der Hit. Glücklicherweise ist die Karnevals-Saison noch fern, sonst wär das Teil sicher nicht viel weiter vorn eingestiegen. Glasklare 0 von 10 Punkten.

3: Britney Spears – “my prerogative”
Die gute Nachricht: Britney Spears will aufhören, Musik zu machen. Oder zumindest eine Pause einlegen, um für Nachwuchs zu sorgen. Die schlechte Nachricht: Vorher schmeißt sie noch schnell ein Best-of-Album auf den Markt, damit das zu erzeugende Kind auch genug zu essen hat. Single-Auskopplung: eine Cover-Version des Bobby-Brown-Songs “my prerogative”. Ich kenne das Original nicht mehr, kann also nicht bewerten, was Frau Spears daraus gemacht hat. Mich nervt der Song auf jeden Fall, gequälter Sprechgesang, hektische Beats und Klänge – nicht gut. 2 von 10 Punkten.

2: Eminem – “just lose it”
Eminem ist ja einer der wenigen Rapper, mit denen ich etwas anfangen kann. Immer wieder gibt’s einen Song von ihm, der mir gefällt. “just lose it” gehört aber nicht dazu. Auswechselbarer, uninspirierter Slim-Shady-Rap von der Stange. 2 von 10 Punkten.

popkulturjunkie on tour: kante. 1

Es ist zwar schon acht Tage her, aber ein paar Worte will ich trotzdem noch verlieren, zum Kante-Konzert im Düsseldorfer Zakk. Nur ein paar, denn hier, hier und hier ist das Wesentliche schon gesagt worden. Ein großartiges, über zwei Stundne langes Konzert mit einer fabelhaften band, die mich auch live extrem überzeugt hat. Die Instrumentalstücke waren ein Hammer, Songs wie “warmer abend” oder “wo die flüsse singen” gaben wohlige Gänsehaut und die Musiker, die ständig an anderen Instrumenten zu sehen waren, sind einfach nur groß. Alle, die noch Gelegenheit haben, die Tour bis Anfang Dezember zu besuchen, sollten das dringend tun. Und vorher schnell hier klicken, um den neuen Clip zu “warmer abend” anzuschauen.

robbiiiiieeeee! 0

Wird er jetzt doch noch bekannt in Amerika? Robbie Williams hat angeblich gute Chancen, eine Gastrolle in dem neuen US-Serien-Hit “Desperate Housewives” zu ergattern. Die großartige Serie, eine Art Mix aus “American Beauty” und “Sex and the City” ist derzeit die zweiterfolgreichste Serie in den USA hinter “C.S.I.” und läuft hierzulande im Original bei Premiere.

spielerei. 0

Auf musicline.de können zur Zeit vier unterschiedliche Tools getestet werden, die nach verschiedenen Kriterien Musikempfehlungen ausspucken, die dem eigenen Geschmack entsprechen sollen. Mein Favorit: Hifind.

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Jetzt bin ich beinahe wieder auf aktuellem Stand. Hier die Neueinsteiger in die deutschen Singlecharts vom 8. November 2004:

91: Chingy – “balla baby”
Tja. Was soll man schon erwarten, wenn jemand namens Chingy einen Song aufnimmt, den er “balla baby” nennt. Stumpfen Hip Hop natürlich. 1 von 10 Punkten.

89: Children of Bodom – “trashed, lost & strungout”
Da ahnt man nichts Böses, denkt ein bisschen daran, dass sich hinter den Children of Bodom keine leichte Kost verbirgen wird und dann sowas. Früher, als ich meine pubertäre Metal-Phase hatte, nannte man sowas Thrashmetal. Und ich hab all diese Bands damals schon für ihr unmelodiöses Geknüppel gehasst. Und daran hat sich auch nichts geändert. Und der Bandname erinnert mich irgendwie an meine Küche. Liegt wahrscheinlich daran, dass mein Kaffeemach-Dingsbums von der Firma Bodum stammt. Für die Children of Bodom gibt’s aber erbarmarmungslose 0 von 10 Punkten.

75: Moses Pelham / Illmat!c / Kool Savas – “strugglin’”
Der dicke Herr Pelham ist wieder da. Einigen bekannt daher, dass er Stefan Raab mal aufs Maul gehauen hat. Anderen aus den Zeiten als er noch Moses P hieß, später eine Plattenfirma namens 3P gründete und der Welt “wichtige Künstler” wie Sabrina Setlur und Xavier Naidoo bescherte. Jetzt hat er sich mit anderen harten Typen wie Illmat!c und Kool Savas zusammengetan und hat einen blöden, nervenden Rap-Song auf CD gepresst. 1 von 10 Punkten.

72: 2Raumwohnung – “wir sind die anderen”
Mich langweilt 2Raumwohnung leider mittlerweile. Zu auswechselbar klingen all diese Songs, zu sehr verliert man den Überblick. “wir sind die anderen” ist aber einer der besseren neuen Stücke der Band. Hörbar, aber kein Muss. 5 von 10 Punkten.

67: Ich+Ich – “geht’s dir schon besser?”
Interessant, dass nach dem andauernden Erfolg der 2Raumwohnung-Frau Inga Humpe nun auch ihre Schwester Anette Humpe wieder da ist. Und noch interessanter, dass sie auf Anhieb höher einsteigt als Inga. Für ihr Comeback hat sie sich mit einem Adel Tawil zusammengetan. Der Song klingt auch ziemlich gut. Fängt an wie ein Rocksong, mit Gitarren und Humpes Gesang. Dann gibt’s eine Rap-Passage von Tawil und so wechselt sich das alles recht gekonnt ab. Ohrwurm-Gefahr. 6 von 10 Punkten.

66: Starsplash – “hardstyle my style”
Solche Musik war Anfang der 90er ganz groß. Damals als Leute wie Mark’Oh, Charly Lownoise und Mental Theo die Charts bevölkerten. Und genau dieser Charly Lownoise steckt auch hinter diesem Stück. Zeichentrickstimmen-Gesang zu harten holländischen Beats. Schema F für die Großraum-Dorf-Disco. 2 von 10 Punkten.

59: Scala & Kolacny Brothers – “schrei nach liebe”
Hab ich eigentlich schonmal etwas über dieses Projekt geschrieben? Wollte ich zumindest. Die Kolacny-Brüder sind ein Klavierduo, die 1996 auf die Idee kamen, einen belgischen Mädchenchor zu gründen um mit ihm ein paar Coverversionen von Rocksongs aufzunehmen. Was nach einer absonderlichen Idee klingt, ist aber überaus hörenswert. Die aktuelle Single ist eine Version des Ärzte-Hits “schrei nach liebe”. Ganz okay, aber kein Höhepunkt im bisheringen Schaffenswerk. Denn da gibt’s noch tollere Coverversionen wie “creep” von Radiohead, “with or without you” von U2 und sogar “smells like teen spirit” von Nirvana. Für “schrei nach liebe” gibt’s 5 von 10 Punkten.

51: Christina Milian – “whatever u want”
Mir fällt allmählich nichts mehr ein, was ich zu solcher Musik schreiben könnte. R&B-Zeug mit Frauen-Stimme, dazwischen nerviges Gerappe. Immerhin: die Melodie ist ganz okay. 2 von 10 Punkten.

46: Korn – “word up!”
Korn schaffen es auch immer wieder, in meiner Gunst weiter zu fallen. Nicht, dass ich sie jemals gemocht hätte, aber jetzt covern sie auch noch überflüssigerweise “word up” von Cameo. Nicht, dass das schon genügend andere Leute vorher gemacht hätten (Gun, …), die Band fügt dem Original und den anderen Covern auch haargenau gar nichts Neues hinzu. Unfassbar blöd. 1 von 10 Punkten.

44: Die Fantastischen Vier – “sommerregen”
Die Fantastischen Vier. “troy” war unfassbar uncooler Oldschool-Hip-Hop. “sommerregen” ist ein langsames Stück, klingt eher nach einem dieser Thomas-D.-Solosongs, die er vor einigen Jahren aufgenommen hat. Spannend ist das auf jeden Fall nicht. Ich denke, ich kann Die Fantastischen Vier allmählich vergessen. 3 von 10 Punkten.

42: Lukas Hilbert – “was ich an dir mag”
Der Typ, der durch die aktuelle “Popstars”-Staffel, bei der er in der Jury sitzt, so richtig bekannt geworden ist, obwohl er als Produzent und früher als durchgeknallter Musiker in verschiedenen Bands (Roh) durchaus schon seinen Weg gegangen ist. “Popstars” wird auch perfekt für Promotion für Hilberts Single genutzt. Da darf er den Kandidaten – ohne ersichtlichen Grund – mal eben seinen Song vorsingen. Könnte sie ja weiterbringen, so im Leben und so… “was ich an dir mag” ist zumindest ein Lied für Teenie-Mädchen mit Hilberts unverwechselbarer Quiekstimme. Songs schreiben kann er, wenn auch sehr schnulzige. 2 von 10 Punkten.

39: Ana Johnsson – “don’t cry for pain”
Schon wieder eine Schwedin in den deutschen Charts. Ana Johnsson ist durch ihren Beitrag zum “Spider-Man 2″-Soundtrack bekanntgeworden. Ihre Musik klingt ein bisschen nach Avril Lavigne, nur noch mainstreamiger. Schlecht ist sie nicht, der Song ist ein Radio-kompatibles, eingängiges Pop-Rock-Stück. 5 von 10 Punkten

33: Tina Turner – “open arms”
Ein Comeback, das die Welt nicht gebraucht hat. Tina Turner ist wieder da. Die ältere Dame hat ein weiteres Best-of-Album veröffentlicht, darauf auch dieser neue Song. Ein völliger Larifari-Pop-Song mit dem typischen Tina-Turner-Gesang, der manchmal klingt, als würde ihr jemand auf den Fuß treten. Jetzt reicht’s dann aber auch wieder, Frau Turner, sie können sich wieder in den Ruhestand zurückziehen. 1 von 10 Punkten.

31: Bushido – “electro ghetto”
Bushido ist gerade mit Azad auf Tour. Das reicht eigentlich schon als Beweis für die mangelnde Qualität der Musik. Gehört hab ich’s trotzdem. Und keinerlei Unterschiede zu all dem anderen schlimmen deutschen Möchtegern-Ghetto-Rap bemerkt. “Isch bin jetz 26 Jahre und gemein wie Zehn. Kein Problem. Meine Jungs bumsen durch alle.” Keine weiteren Fragen. 0 von 10 Punkten.

13: Within Temptation – “stand my ground”
Gothic-Pop mit Sängerin. Kennen wir ja von vielen anderen New-Entries der letzten Wochen. Nun also die neue Within-Temptation-Single. Allmählich klingt’s leider alles nach Routine, nach Kommerz, nach “The Dome”. Wieder eine theatralische Komposition mit viel Pathos, den üblichen ausschweifenden Melodien und allem anderen, was dazu gehört, um mit solcher Musik in die Charts zu kommen. 4 von 10 Punkten.

4: Usher & Alicia Keys – “my boo / Confessions”
Ein solches Duett muss ja in diesen Zeiten Erfolg haben. Zwei Größen der RnB-Szene mit einer gemeinsamen Single. Die Teenies freuen sich, diejenigen, die diese Musik nicht verstehen, schütteln ein weiteres Mal den Kopf. So auch ich. Was bitteschön ist so toll an dieser langweiligen, vor sich hinplätschernden, unmelodiösen Musik? Es wird mir wohl für immer ein Rätsel bleiben. 2 von 10 Punkten.

weiterklick-tipp. 1

argh! über sein neues Spielzeug.

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Und hier: Die New Entries der deutschen Singlecharts vom 1. November 2004.

89: Robert Natus & Arkus P. – “hardcore salsa”
Angst. “hardcore salsa”? Was erwartet mich daß Salsa gepaart mit Hardcore-Techno? Tatsächlich. Genau das. Irgendein Sample aus einem Hispano-Stück wird geloopt bis zum Gehtnichtmehr und druntergelegt werden harte Beats. Mag man sowas in Deutschlands Dorfdiscos? Anscheinend. Ich bin aber keine Dorfdisco. 1 von 10 Punkten.

66: Kelis feat. Andre 3000 – “millionaire”
Zwei ober-kredibile Acts auf einer Platte. Mit der Musik von Kelis konnte ich allerdings noch nie etwas anfangen. Und Andre 3000 von Outkast, den ich durchaus mag, rettet das Stück auch nicht raus. 2 von 10 Punkten.

64: Thomas Anders – “just dream!”
Hilfe. Ich finde Thomas Anders ja ab und zu durchaus sympathisch. Aber das hier geht ja nun mal wirklich gar nicht. Ein bisschen klingt es so, als hätte Phil Collins wieder einen seiner schlimmen Songs für einen Disney-Film geschrieben. Nur noch übler. Der größte Schmalz, der je auf CD gepresst wurde. Mir fällt es schwer, zu sagen, dass die Musik von Dieter Bohlen dagegen preisverdächtig ist, aber es ist leider so. 0 von 10 Punkten.

61: Zeraphine – “die macht in dir”
Elektro-Pop aus der Gothic-Szene. Ich mag solche Musik ja oft. In diesem Fall sogar sehr. So sehr, dass der Song seit einiger Zeit in meiner Heavy Rotation läuft. Zwar klingt der Gesang etwas unmotiviert, aber dafür gibt’s eine Killer-Melodie, die nicht mehr so schnell aus den Ohren geht. Ganz klar Geschmackssache, dieses Stück. Meinen Geschmack trifft es aber. 7 von 10 Punkten.

59: Alcazar – “physical”
Alcazar sind diese Typen aus Schweden, die so klingen, als würden sie die Village People des 21. Jahrhunderts sein. Mit “crying at the discoteque” hatten Sie hier auch schon einen Hit. In diesem neuen Stück wurde ein Sample aus “i’ve been thinking about you” von London Beat verwurstet. Harmloser Disco-Pop für Homo-Clubs. 3 von 10 Punkten.

56: Samy Deluxe – “warum”
Deutscher Hip Hop. Schrieb ich schon, dass das meine Lieblingsmusik ist? Ja? Oh. Verzeihung. 1 von 10 Punkten.

52: Placebo – “twenty years”
Placebo. Meine Lieblingsband. Auch wenn Teile der (vor allem englischen) Presse diese Band extrem uncool finden. Mir vollkommen egal. Ich liebe die Musik, ich hab sie inzwischen viermal live gesehen. Ich freu mich jetzt schon auf das nächste Album (auch wenn es erst 2006 kommen wird) und ich ärgere mich, dass ich die beiden Songs mit Robert Smith vom Wembley-Konzert immer noch nicht gehört habe. “twenty years” ist ein ruhiger, etwas melancholischer Placebo-Song. Ein Hammer-Video, eine tolle Melodie. 9 von 10 Punkten.

32: Patrick Dewayne – “alles was bleibt”
Ich musste erst googeln, um zu erfahren, wer bitteschön dieser Herr Dewayne ist und warum so jemand immerhin auf Platz 32 einsteigt. Er hat bis vor Kurzem in “GZSZ” mitgespielt, habe ich in Erfahrung gebracht. Kein Wunder also, dass er so hoch in die Charts fliegt. An dem Song kann es nämlich eigentlich nicht liegen – der ist eine möchtegern-soulige Ballade ohne Höhepunkte. 1 von 10 Punkten.

25: Maroon 5 – “she will be loved”
Maroon 5 ist auch eine dieser Bands, die ich nicht verstehen werde. Die zwar ganz andere Musik macht, aber von mir in einem Atemzug mit Hoobastank, Incubus und den ganzen anderen genannt werden muss. Kommerzieller Teenie-kein-bisschen-Indie-Rock mit Schleim-Attitüde. Könnten nach ihrer Musik beurteilt auch aus “GZSZ” stammen. 1 von 10 Punkten.

19: Alexander – “here i am”
Oh. Herr Klavs hat nun also auch Probleme mit den Plattenverkäufen. Als einer der letzten erfolgreichen Castingshow-Teilnehmern ist er doch zuletzt immer noch direkt in die Top 5 eingestiegen. Und es hätte so perfekt sein können: Eine ober-”schöne” Ballade für die Weihnachtszeit. Die muss doch einfach Erfolg haben. Denkste. “Nur” Platz 19. 1 von 10 Punkten.

16: Ciara – “goodies”
Auch hier musste ich erst nachschlagen. Die Dame ist 18, ist laut BMG “Atlantas Nr. 1-Lady in Sachen Crunk&B” (was immer das auch heißen mag) und hat ein Debüt-Album aufgenommen, auf dem u.a. auch Missy Elliot und R.Kelly zu hören sind. Und vor allem: ein Album das “groovige Hooklines und extrem fette Beats” liefert (wieder laut BMG). So viel zu dem Thema. 1 von 10 Punkten.

6: Christina Aguilera / Missy Elliot – “car wash”
Ich mag Frau Aguilera nicht, ich mag Frau Elliot weitgehend nicht. Keine guten Voraussetzungen für eine gemeinsame Single. Und noch dazu ist es eine Coverversion des ohnehin schon schlimmen “car wash”, das eine gewisse Rose Royce im Jahr 1976 veröffentlicht hat. Naja, sind wir mal gnädig und geben 2 von 10 Punkten.

5: Depeche Mode – “enjoy the silence 04″
Die treuen Depeche-Mode-Fans haben wieder zugeschlagen. Wenn schon leider nichts Neues kommt, kauft man wenigstens wie verrückt die neue Remix-Single und hievt sie in die Charts. “enjoy the silence” gehört meiner Meinung nach nicht nur zu den besten Depeche-Mode-Songs aller Zeiten, sondern überhaupt zu den besten Musikstücken, die jemals komponiert wurden. Und auch dieser Remix, der im übrigen vom Linkin-Park-DJ Mike Shinoda stammt, ist absolut hörenswert. Ohne das Original zu verhunzen, hat Shinoda dem Stück etwas Modernität und ein paar klug platzierte Beats verpasst. Klare 9 von 10 Punkten.

1: Eric Prydz – “call on me”
Und jetzt zum wunden Punkt. Zu “call on me” von Eric Prydz, das ich perverserweise recht gut finde. Diesen Retro-Disco-Sound, dieses Gute-Laune-machende, das der Song hat. Auch wenn es natürlich geklaut ist und auf Steve Winwoods “valerie” aus dem Jahr 1982 basiert. Und auch wenn es mega-peinlich ist. Ich mag diesen stumpfen, völlig unkreativen Song und gebe 7 von 10 Punkten.

lass dich nicht verarschen. 0

Die lustigsten Werbespots seit langer Zeit. Und ich bin mir sicher, dass die Media-Markt-Agentur erst die Spot-Ideen hatte und darauf gekommen ist, Herrn Pocher zu verpflichten, als er in “rent a pocher” ähnlich lustige Dinge tatsächlich in einem der Märkte getrieben hat… Drei der Spots: hier.

“7 zwerge”. 2

Potenziell gute Darsteller (Boris Aljinovic, Cosma Shiva Hagen, Hans-Werner Olm, Harald Schmidt, Helge Schneider), eine ziemlich aufwändige Produktion und doch einer der beschissensten Filme aller Zeiten. Eine Schande, die das deutsche Kino um Jahre zurückwirft. Kann jemand bitte Otto Waalkes verbieten, jemals wieder ein Drehbuch zu schreiben, einen Film zu drehen oder besser gleich: jemals wieder aus seinem Haus zu kommen…? 0 von 10 Punkten.

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Weiter geht’s mit den Chart-New-Entry-Kritiken. Ich muss schließlich schnellstmöglich mal wieder auf einen aktuellen Stand kommen. Hier sind die Neu-Einsteiger der deutschen Singlecharts vom 25. Oktober 2004:

100: Zaranina – “deine liebe”
Zaranina heißt in Wirklichkeit Nina Toppmöller und ist die Tochter von Fußballtrainer Klaus Toppmöller. Warum Plattenfirma BMG sie allerdings als “die Neuentdeckung des Jahres 2004″ bezeichnet und warum sie den FriendScout24-Single-Award bekommen hat und was dieser Preis überhaupt ist? Alles Fragen, die ich nicht beantworten kann. Ihr Song ist nämlich ein völligst unspektakulärer Mix aus agressiv rotzigem Sprechgesang, ein paar lieblosen Gitarren und Dorfdisco-kompatiblen Beats. 2 von 10 Punkten

94: Young Buck feat. 50 Cent – “let me in”
Wenn ein bekannter Rapper einen neuen Rapper pushen will, oder die Plattenfirma des bekannten Rappers den neuen Rapper pushen will, lässt sich der bekannte Rapper auf einer Single des neuen Rappers featuren. 50 Cent ist bekannt. Young Buck will sein Debütalbum verkaufen. Heraus kommt Young Buck feat. 50 Cent. Agressiver Rap von der Straße, wesentlich besser als all das, was in dieser Richtung aus Deutschland kommt und dennoch nicht mein Fall. 3 von 10 Punkten.

86: Xandria – “eversleeping”
Achtung! Bewerft mich mit Steinen! Beschimpft mich in Kommentaren! Ich liebe diesen Song. Xandria ist eine dieser Gothic-Pop-Metal-Bands mit gut aussehender Sängerin, die derzeit überall aus dem Boden sprießen. Ich hab an anderer Stelle schonmal wohlwollend auf die erste Single “ravenheart” hingewiesen, wenn ich mich nicht täusche. “eversleeping” ist eine Ballade. übel gelaunte Zeitgenossen könnten das als riesigen Schmalz mit Pseudo-Pathos bezeichnen. Ich find’s einfach nur wunderschön. 8 von 10 Punkten.

74: Slipknot – “vermilion”
Mist. Schon wieder ein Slipknot-Song, den ich gut finde. Dabei will ich diese Spacken-Band doch viel lieber hassen. Aber seit der letzten Single, wie auch immer sie hieß, tendieren ich leider zu immer weniger Hass. “vermilion” klingt über weite Teile langweilig, ist eine Paarung aus Metal-Gitarren, gesprochenen und gesungenen Worten. Doch dann: der Refrain. Und eine Melodie, die nicht mehr aus dem Kopf will. Könnte tendenziell auch von Papa Roach oder ähnlichen Bands stammen. Schlecht ist das nicht. Leider. 6 von 10 Punkten.

67: Jam & Spoon – “butterfly sign”
Weil Herr Ellmer und Herr Löffel nicht singen können, laden sie sich immer wieder andere Sänger ein, die auf ihren Platten mitwirken. Auf dem aktuellen Album singen Midge Ure, Dolores O’Riordan, Jim Kerr und Xavier Naidoo. Und eben Plavka, die schon auf anderen Jam&Spoon-Produktionen zu hören war. Herausgekommen ist auf dieser Single ein harmloses Pop-Stückchen, das zwar ins Ohr geht, aber über weite Teile eher nervt, weil es zu schlageresk klingt. Jam & Spoon sind eben auch nicht mehr das, was sie mal waren. Dennoch: 5 von 10 Punkten.

64: Raptile feat. Wayne Wonder – “my everything”
Raptile und Wayne Wonder. Allein bei diesen Namen wird mir schon schlecht. Raptile heißt in Wirklichkeit Addis Mussa, stammt aus München und produziert hier Sommerlich-schwuchteligen Rap mit Schleim-Melodie. Viel mehr gibt’s auch nicht zu sagen, außer: 1 von 10 Punkten.

53: Beatsteaks – “hey joe”
Ich glaube, ich verteile diesmal zu viele Punkte. Denn: Schon wieder ein Stück, das alles andere als schlecht ist. “hey joe” ist die neueste Auskopplung aus dem sehr empfehlenswerten Beatsteaks-Album. Ein brillianter Clip mit Jürgen Vogel, eine tolle Melodie, die üblich gute Beatsteaks-Musik. Was will man mehr? 7 von 10 Punkten.

19: Overground / Montell Jordan – “this is how we do it”
Was macht eine Plattenfirma, um ihre etwas vor sich herdümpelnde “Popstars”-Boyband wieder etwas nach vorne zu bringen? Sie nimmt sich einen alten Hit eines Künstlers, der ebenfalls unter Vertrag ist und lässt eine neue Version mit der “Popstars”-Boyband produzieren. Etwas peinlich wirkt das, was dabei herausgekommen ist, allerdings dann doch. Wenn die Overground-Jüngelchen Sätze wie “this is how we do it. it’s friday night jungs seid ihr bereit, lasst die ladys zu
haus. wenn ihr mit seid, heut’ wird gefeiert. so laut, dass es kracht. holla, wenn ihr ready seid, dann gehen wir in mein’ truck cruisen. dann von town zu town pumpin’ up the sound and movin’ all around” wirkt das eher unfreiwillig komisch. Ich hab keine Ahnung, ob Montell Jordan tatsächlich mit Overground im Studio war oder ob sein Original (was ich eher vermute) einfach unter den Overground-Text druntergemixt wurde, aber das ist letztlich auch egal. 2 von 10 Punkten.

9: O-Zone – “despre tine”
Oh Nein. Die “dragostea din tei”-Jungs sind wieder da. “despre tine” klingt nahezu genauso wie der vorige Hit und steigt auch schon wieder auf Platz 9 ein. Na immerhin: So lernen die Kids von heute immerhin ein bisschen rumänisch. Wer weiß, wofür man’s gebrauchen kann. 1 von 10 Punkten.

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