Archive for October, 2005

tv-start-kritik 2005/137: “rainers küchenklassiker”. 0

“Rainers Küchenklassiker” / NDR Fernsehen / dmfilm und tv produktion / sonntags, 16.45 Uhr / Start: 23. Oktober 2005

Der omni-präsente NDR-Koch Rainer Sass lässt sich quasi im Monats-Ryhthmus neue Shows einfallen. In “Rainers Küchenklassiker” kocht er Nudeln mit Tomatensoße oder Lammkeule mit Gorgonzola. Die Sendung ist mit 15 Minuten kompakt, der ohne Pause redende und nervende Sass zerstört aber alles. 3 von 10 Punkten.

tv-start-kritik 2005/136: “märchen & sagen”. 0

“Märchen & Sagen” / ZDF / sonntags, 19.30 Uhr / Start: 9. Oktober 2005

In der dreiteiligen ZDF-Reihe sollten die wahren Begebenheiten hinter bekannten Märchen erzählt werden. Behandelt wurden “Sterntaler”, “Der rattenfänger von Hameln” und “Schneewittchen”. Was sich recht interessant anhört, war in der Umsetzung aber zu langwierig, behäbig und eben nicht interessant. Aber vielleicht sind einfach auch nur die wahren Begebenheiten hinter den Märchen zu langweilig. 4 von 10 Punkten.

tv-start-kritik 2005/135: “julia – wege zum glück”. 3

“Julia – Wege zum Glück” / ZDF / Grundy UFA / werktäglich, 16.15 Uhr / Start: 6. Oktober 2005

Nach “Bianca” nun also “Julia”. Wieder hat Telenobela-Marktführer produziert und wieder so aufwändig, wie es sich nur die Öffentlich-Rechtlichen im Nachmittagsprogramm leisten können. Zum Inhalt: Julia, Fremdenführerein in Afrika lernt bei einer Safari Daniel, die Liebe ihres Lebens kennen. Doch bevor die beiden zusammenkommen, gilt es selbstverständlich noch mehere Hundert Folgen lang Hürden zu überwinden. Wie gesagt: Gute Qualität innerhalb des Genres. 5 von 10 Punkten.

tv-start-kritik 2005/134: “geschichten aus dem kochtopf”. 0

“Geschichten aus dem Kochtopf” / arte / werktäglich, 19 Uhr / Start: 3. Oktober 2005

Eine langweilige Doku-Reihe über Koch-und Lebensmittel-Historie. Klingt gar nicht so uninteressant, ist es in der Umsetzung aber. 3 von 10 Punkten.

tv-start-kritik 2005/133: “body scan – dein körper in 3d”. 1

“Body Scan – Dein Körper in 3D” / Disocvery Channel / Discovery Communications / sonntags, 20.15 Uhr / Start: 4. September 2005

Auf den ersten Blick recht langweilige doku-Reihe, die dann aber doch fesselt. Mit 3D-Animationen wird erklärt, was wie im menschlichen Körper geschieht. Wie beispielsweise ein Baby bis zur Geburt wächst. Sehenswert. 7 von 10 Punkten.

neues aus dem grand hotel. 2

Viele gute Nachrichten vom tollsten Label des Landes:

- Das Album der Hansen Band, das vor einer Woche erschienen ist, wird zwischen Platz 40 und 50 der deutschen Album-Charts einsteigen. Die Ränge in den Trendcharts waren an den sechs Verkaufstagen der ersten Woche 35, 59, 41, 36, 48 und 40.

- Am Freitag ist die neue Platte von Maritime erschienen, deren Debüt “glass floor” im vergangenen Jahr zu meinen absoluten Lieblings-Alben gehört hat. “we, the vehicles” heißt es und ein Kauf ist für Freunde frandiosen Indie-Pops Pflicht.

- Und dann vermeldet visions.de noch, dass Name und Titel der neuen Tomte-Platte nun feststehen: “buchstaben über der stadt” heißt es, am 3. Februar erscheint es und zehn Songs sind drauf.

popkulturjunkie on tour: oasis. 2

Viel zu viel Zeit ist seit meinem letzten Konzert vergangen. Vieles kam seitdem dazwischen: Tour-Absagen, die Arbeit, akute Unlust. Aber am Donnerstag war es endlich soweit, endlich wieder ein Konzertbesuch. Und wie kann man eine solche Pause besser beenden als mit einer Band, die schon seit vielen Jahren auf der Unbedingt-
noch-vor-dem-Tod-sehen-
Liste stand. Oasis. In Frankfurt.

Der Abend begann mal wieder mit viel Hass auf öffentliche Verkehrsbetriebe. Diesmal war es nicht die Deutsche Bahn, die sich meinen Unmut zuzog, sondern der Frankfurter Nahverkehr. S-Bahnen fahren dort nämlich derzeit nicht nach irgendeinem Plan, sondern so, wie es gerade passt. Die Ankunft in der Jahrhunderthalle verzögerte sich dadurch so extrem, dass ich das komplette Konzert der großartigen Support-Band The Coral verpasste. Nach der ziemlich witzlosen Durchsuchung durch die Security (es wurden in der Halle sogar Glasflaschen verkauft) ging es in den seltsamen Ort des Geschehens. Ein paar Treppen rauf in eine große Kongresszentrums-Mehrzweckhalle. Schon vom Schnitt her recht ungeeignet für ein solches Event. Rund, weitläufig und mitten im Raum mit einer Tribüne verschandelt. Dass die Jahrhunderthalle auch Sound-technisch nicht wirklich Konzert-geeignet ist, sollte sich später herausstellen: viel zu dumpf klangen die Töne.

Nach der Umbaupause ertönte dann ein Lärm, der die Ankunft der Gladiatoren ankündigte. Die beiden Gallaghers und ihr Anhang betraten die Bühne und fingen auch gleich an. Zu Beginn der Show gab es vornehmlich neuere Stücke, richtige Stimmung kam vorerst nur bei “lyla” auf. Doch die Hardcore-Fans sorgten im Verlauf der Show für Stimmung. Ich kann mich nicht erinnern, jemals bei einem Konzert gewesen zu sein, bei dem die Fans ihre Band immer wieder mit Sprechchören feierten (“O-a-sis, O-a-sis, O-a-sis”). Seltsam, das. Aber letztlich ist Oasis eben auch die Indie-Rockband, mit der Hooligans etwas anfangen können. Ohnehin war das Publikum sehr wild gemischt. Von Muskel-bepackten, glatzköpfigen Jungs, die an Samstagen wahrscheinlich in der Eintracht-Kurve stehen, über das übliche Indie-Nerd-Publikum bis hin zur großen Mainstream-Mehrheit, die auch schonmal ein U2-T-Shirt trägt.

Im Verlauf der Show kamen dann auch jede menge Evergreens, darunter “wonderwall” und “champagne supernova”, zwei der besten Songs aller Zeiten. Die Stimmung wurde immer besser, die Halle wahr zufrieden, Liam Gallagher bot sogar so etwas wie eine Show. Er ging ab und zu an den vorderen Rand der Bühne und posierte voller Arroganz. Zwischen den Songs wurden ein paar spärliche Worte an das Publikum gerichtet, die aber von den meisten nicht verstanden wurden. Würden die Gallaghers doch wenigstens englisch sprechen… Ein Song wurde dem Ex-Fußball-Star George Best gewidmet, der in London derzeit im Sterben liegt, an anderer Stelle wurde der Vorband gedankt, die sich im Gallagher-Slang wie “The Kurrell” anhörte.

Den Abschluss des Konzerts bildete eine 4-Song-Zugabe, an deren Ende “don’t look back in anger” und The Whos “my generation” standen. Liam Gallagher verließ die Bühne, begab sich in den Graben, klatschte noch ein paar Fan-Hände ab, plauderte mit Security-Leuten und ließ sich feiern. Gleichzeitig der Schluss eines wirklich netten Abends mit einer musikalisch einwandfreien Show.

horst seehofer, der designierte verbraucherschutz. 3

Aus einer unterirdischen N24-Pressemitteilung:

“BamS-Chefredakteur Claus Strunz fragt nach: Beim stellvertretenden CSU-Parteivorsitzenden Horst Seehofer. Der designierte Verbraucherschutz und Landwirtschaftsminister verhandelt für die Union mit am Koalitionstisch und ist einer der profiliertesten Sozialpolitiker des Landes.”

In der Überschrift heißt der Herr Verbraucherschutz übrigens Horste Seehofer, aber das nur nebenbei. Und wegen Verdachts auf Korinthenkackerei erwähne ich die anderen drei Fehler in der Pressemitteilung lieber gar nicht erst…

madonna-clip-premiere. 8

ProSieben wird immer mehr zum Videoclip-Premieren-Sender. Nach Robbie Williams ist nun auch der neue Madonna-Clip “hung up” zum ersten Mal in Deutschland bei ProSieben zu sehen. Und zwar am Freitag um 20.12 Uhr. Hoffentlich ist der Clip besser als der Song, der ist nämlich ein grauenhaft uninspirierter Kirmestechno-Track, der vollkommen auf einem alten Abba-Song (“gimme gimme gimme”) basiert. Zu hören auf der Madonna-Website.

hansen band kaufen. 9

Unbedingt die Platte der Hansen Band kaufen! Bei mir läuft den ganzen Tag nichts anderes. Ein äußerst schönes Album, das mal nach Tomte, mal nach Kettcar und mal nach zwischendrin klingt. Dass Jürgen Vogel singen kann, weiß man ja inzwischen. Und am Donnerstag dann in den Film “keine lieder über liebe” gehen.

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