Archive for May, 2007

die sache mit den sperrfristen. 16

Gut, dass ich “Germany’s next Topmodel” langweilig finde – sonst hätte ich mich jetzt geärgert. Agenturen haben nämlich schon um 17.27 Uhr (dpa) bzw. etwas später (ddp) Meldungen an die Redaktionen verschickt, in denen die Gewinnerin der ProSieben-Castingshow verkündet wird. Mit dem Hinweis

“(A c h t u n g: Die folgende Meldung ist nur für Printmedien. Keine Verwendung für Onlinemedien!)”

Tja. Und was ist mit solchen Hinweisen? Sie sind für den Arsch. Denn was machen automatisierte Systeme mit ddp-Meldungen? Sie stellen sie natürlich ins Netz. Und so wird z.B. auf dieser mir zuvor nicht bekannten Internet-Seite seit 18.12 Uhr verkündet, wer gewonnen hat. Peinlich für ProSieben? Peinlich für ddp? Peinlich für die komische Internet-Seite, auf der es steht? Nein. Ein weiteres Zeichen dafür, dass es in Zeiten des Netzes dämlich ist, irgendwelche Texte, die man rausschickt mit Sperrfristen zu versehen. Dafür gibt es inzwischen einfach viel zu viele automatisierte Nachrichtenseiten, die über keine Redaktion mehr verfügen, sondern einfach blind alles auf die Seite schaufeln, was kommt.

Warum sich aber auch “Tagesspiegel Online” nicht an die Sperrfrist hält? Wahrscheinlich weil dort automatisch die Texte aus der morgigen Zeitung auf die Seite gesetzt werden. Also, liebe Fernsehmacher. Vielleicht beim nächsten Mal, wenn man eine große Eventshow mit spannendem Ende zeigt – die Meldung einfach mal erst danach rausschicken. Dann gibt es zwar in den Zeitungen am Morgen noch keine Meldungen dazu. Aber dafür auch keine peinlichen Pannen.

(Links via “Blog-Bistro”-Kommentare)

das neue “zeit magazin leben”. 3

Ich bin kein “Zeit”-Leser. Ich habe es in unregelmäßigen Abständen immer mal wieder versucht, aber mir gibt diese Wochenzeitung nichts. Ich mochte “Die Woche”, komme nicht vom “Spiegel” los und finde immer wieder einzelne sehr lesenswerte Geschichten im “stern”. Aber “Die Zeit”? Nicht meine Zeitung. Heute habe ich sie mir erstmals seit Jahren gekauft. Und das hat einen Grund: Seit heute liegt wieder ein “Zeit Magazin” bei – das “Zeit Magazin Leben”, um den vollen Titel zu nennen. Fast genau acht Jahre gab es das nicht, das ursprüngliche “Zeit Magazin” (links auf dem Foto die letzte Ausgabe – auf dem Titel steht “1531 – Das ist ihre letzte Nummer”) wurde im Mai 1999 nach fast 30 Jahren Existenz vom Ressort “Leben” abgelöst.

Nun also die Erstausgabe des neuen Magazins (auf dem Foto rechts). Ich habe das Magazin inzwischen gelesen und bin relativ begeistert. Zwar schwankt die Qualität der Ideen und Texte zwischen belanglos und sehr gut, aber insgesamt gibt es auf den 80 Seiten mehr Interessantes als beispielsweise in 80 Ausgaben “Vanity Fair”. Beginnen wir vorn:

Auf dem Titel ist Günter Wallraff zu sehen, der für das “Zeit Magazin Leben” fortan wieder undercover recherchieren wird – in der Erstausgabe schildert er das Arbeiten in einem Call-Center. Er hat dafür mit völlig verändertem Aussehen, als Michael G. in zwei solcher Firmen gearbeitet, die am Telefon Leuten beispielsweise die Mitgliedschaft in einer Lotto-Tippgemeinschaft andrehen wollen. Zur Geschichte gleich mehr. Nach dem Titelbild, dem Editorial und dem Inhaltsverzeichnis folgt der erste kleine amüsante Höhepunkt: Harald Martenstein schreibt jetzt im “Magazin” und macht gleich in seiner ersten Kolumne seinem Unmut Luft, dass der Platz für seine Kolumne in den vergangenen Jahren von 3500 auf 3300 auf 3150 auf 3050 und nun auch 2800 Zeichen geschrumpft ist. Die Art-Direktoren seien schuld. Es folgen eine Deutschlandkarte, auf der zu sehen ist, wo am häfigsten Ehen scheitern, eine überaus langweilige Kolumne des “zitty”-Chefs Matthias Kalle “Kalle sieht fern”, sowie ein Fernsehtipp und ein paar Altherren-humorige “Worte der Woche”. Die Geschichten “Warum Männer immer falsche Sonnenbrillen kaufen” und “Erinnern Sie sich?” müssen ebenfals nicht gelesen werden.

Dann folgt die große Wallraff-Titelgeschichte. Es gab zwar bereits vor einigen Wochen eine ähnliche Geschichte in der “Welt am Sonntag” (wenn ich mich richtig erinnere), aber das Wallraff-Stück ist trotzdem lesenswert. Sachlich und genau beobachtend schildert er seinen Arbeitsalltag bei einem Kölner Call-Center, schreibt Reaktionen auf seine Anrufe auf (“Lotto ist die reinste Strafsteuer auf mathematischen Unverstand.”), erwähnt, das Günther Jauch ein indirekter Helfer für Call-Center sei, die SKL-Lose verkaufen, weil er die SKL-Show bei RTL moderiert. Später, im zweiten Call-Center wird es dann noch bizarrer: Dort werden Auszüge des Jugendschutzgesetzes in billigem Ikea-Rahmen an Wirte und Imbissbudenbesitzer vertickt. Für 69 Euro. Einen Text, der sich im Internet kostenlos herunterladen lässt. Reihenweise wird türkischen Dönerbudenbesitzern das überteuerte Produkt verkauft. Schade ist, dass Wallraff es jeweils nur kurze Zeit in den Firmen ausgehalten hat, sodass tiefere Einblicke etwas fehlen. Trotzdem ein guter Titel der ersten Ausgabe.

Auf den folgenden Seiten gibt es ein nettes kleines Interview mit Jessica Schwarz über Zeitschriften und Magazine, den Auftakt einer potenziell interessanten Reportage-Reihe über zwei Frauen und Männer, die sich zwölf Jahre nach einem Wochenende “zwischen Magie und großer Gefühle” wiedersehen, Leslie Feists Gedanken zum Thema “Ich habe einen Traum”, ein relativ langweiliges Interview mit Josef Ackermann und eine Fotostrecke von Helmut Lang. Zum Schluss folgen noch eine kleine Geschichte über die Künstler Gilbert & George, deren spannende Ausstellung ich vor Kurzem in London gesehen habe, eine Seite “Kunstmarkt”, die Tillmann-Prüfer-Kolumne “Der perfekte Mann”, die sich anscheinend mit einer Modekolumne abwechseln wird, einen belangloser Autotest, eine Koch-Kolumne und ein paar Rätsel.

Abgeschlossen wird das “Zeit Magazin Leben” von “Auf eine Zigarette mit Hemlut Schmidt”, der Rubrik, auf die ich mich wohl am meisten gefreut hatte. Kaum jemand versteht es, seine Meinung so auf den Punkt zu bringen und keine Rücksicht zu nehmen, dabei aber trotzdem charmant zu bleiben, wie Helmut Schmidt. Diesmal sprach “Zeit”-Chef Giovanni di Lorenzo mit ihm über den G8-Gipfel. Wenn man hohe Erwartungen hat – so wie ich – kann man natürlich auch schneller enttäuscht werden – und dieses erste Schmidt-Mini-Gespräch hat mich etwas enttäuscht. Vielleicht macht es einfach keinen Sinn, Schmidt auf so wenigen Zeilen reden zu lassen, vielleicht wird es aber auch noch interesanter. Abwarten.

Insgesamt ist die erste Ausgabe des Magazins aber gelungen. Es ist eine ziemlich gute Mischung aus Lesenswertem, Kurzweiligem und natürlich auch ein paar Belanglosigkeiten. Ich glaube, das “Zeit Magazin Leben” wird mich dazu bringen, der “Zeit” künftig wieder mehr Chancen zu geben.

rayman raving rabbids 2 kommt. 3

Das wohl lustigste Spiel, das ich in den vergangenen Jahren gespielt habe, war ja “Rayman Raving Rabbids” auf der Nintendo Wii. Massenhaft kranker Humor und lustige Mini-Spielchen. Und nun wurde nicht nur schon Teil 2 angekündigt, sondern es gibt schon massenhaft Trailer und Videos aus dem Spiel. Mit einem Ninja-Rabbid, einem Spiderman-Rabbid, Rabbids, die auf kleinen Schweinchen hüpfen. Mit anderen Worten: ein würdiger Nachfolger. Erscheinen soll das Teil am Ende des Jahres. Einen Käufer haben sie schonmal. (via ICQ)

n24 überträgt “live earth”-konzerte. 7

Anfang Juli gibt es doch mal einen Grund, N24 einzuschalten. Der Infosender aus dem Hause ProSiebenSat.1 überträgt dann ab 5 Uhr morgens – unterbrochen anscheinend nur von Werbe- und Nachrichtenschnipseln – die “Live Earth”-Konzerte, die in aller Welt – u.a. in New York, London und Hamburg – stattfinden. Mit dabei sind Bloc Party, Razorlight, Snow Patrol, die Red Hot Chili Peppers, die Foo Fighters, die Smashing Pumpkins (also Corgan und seine neuen Freunde), Keane und viele andere. Ein paar Namen werden angeblich auch noch verkündet. Wer hätte das gedacht, dass N24 mal mehr Musik zeigen wird als MTV und Viva zusammen.

horst und ich. 7

So. Wieder zurück aus Grevenbroich. War nett. Aber die Gerti Kuhfuß war auf Kur. Haben aber trotzdem ordentlich einen gehoben. Der Horst und ich.

Antworten auf das “Hä???” später an anderer Stelle. Die ich dann verlinken werde gibt es hier – im “kressblog”. Und: Nein. Es hat nix mit Automobilunternehmen zu tun. Nicht mal mit Werbung.

kegeln. 2

So. Ich fahr jetzt nach Grevenbroich. Und geh Kegeln. Mit Horst Schlämmer.

die verbotenen internet-angebote. 8

Bei “Mashable” gibt es eine schöne Zusammenstellung von Web-Diensten, die verschwunden sind, weil Juristen es so wollten. Darunter finden sich Perlen wie das ursprüngliche “Napster”, “SuprNova” und (für uns internationale Webnutzer) “Pandora”. Was mir noch in der Liste fehlt: “Audiogalaxy” – falls sich der eine oder andere noch erinnert?

fernsehen 2007/08: clips und trailer. 1

Um nochmal kurz auf die vielen neuen TV-Serien zurückzukommen, über die ich in der vergangenen Woche berichtet habe: Bei “TVWeek.com” gibt es eine grandiose Seite, auf der die ersten Trailer und Clips zu allen angekündigten Serien der großen 5 Networks gesammelt wurden und sich direkt dort anschauen lassen. (via “Pop Candy“)

die zensierten “beckmann”-sekunden. 1

Wer das Bert-Dietz-Doping-Geständnis gestern bei “Beckmann” gesehen hat, dem wird aufgefallen sein, dass einige Sekunden mit einem lauten, nervenden künstlichen Piepston unhörbar gemacht wurden – anscheinend um ein paar Aussagen kurzfristig zu entfernen. Ein Kommentator bei “allesaussersport” hat den Piepston mit technischen Tricks entfernt und aufgeschrieben, was anscheinend zu hören ist. Die fehlende Sequenz macht das Dietz-Geständnis noch brisanter.

der joker ist zurück. 11

Wenn ich mir das erste ins Netz gesickerte Foto des Jokers aus dem nächsten “Batman”-Film so anschaue…

…erwarte ich einen großartig düsteren Film. Vielleicht ja sogar beinahe so düster wie der erste “The Crow”-Film. Hach, das wär was.

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