zukunftsmusik-update. 4

Ein kleines Update meiner Zukunftsmusik-Seite: Das Album von Jens Friebe ist dazugekommen, der Soundtrack zum Film “keine lieder über liebe”, das Debüt-Album einer kleinen deutschen Indie-Poprock-Band namens Atomic, die an mich herangetragen wurde und die gar nicht so schlecht klingt, und ein paar neue Platten, die noch keinen festen Termin haben: The Cure, Prodigy, Blumfeld, Tomte und Element of Crime. Dazu gibt es Namensänderungen bei Franz Ferdinand, Sigur Ros (“takk…”, nicht “takk”) und eine Termin-Verschiebung bei Big Star.

Wenn jemand meint, etwas würde fehlen oder etwas wäre falsch, kann er es mir gern (mit Quellenangabe) über die Kommentarfunktion mitteilen…

100 schwänze. 0

Nein. Kein Porno-Content, sondern Statistik-Nerd-Content. Der Blogcounter-Schwanzvergleich besteht ab sofort aus einer Top 100 und keiner Top 50 mehr. Außerdem wurden endlich ein paar Nicht-Blogs aus der Liste eliminiert…

tv-start-kritik (2005/054-059). 0

Die TV-Start-Kritiken von gestern, heute und sonstwann…

“Welt der Wunder – Schau Dich schlau!” / RTL II / Welt der Wunder / diverse Tage, 18 Uhr / Start: 7. August 2005

Ein weiteres Wissensmagzin. Allerdings diesmal eher ein Mix aus Wissensmagazin, Doku-Soap-Elementen und Serviceschnipselchen. Das Wort “Wissen” bezieht sich bei dieser Sendung eher auf Unnützes Wissen. In der ersten der monothematischen Sendungen ging es um das Thema Tiere. Hundetrainer wurden besucht, Kammerjäger begleitet, Tipps zur Schnecken- und Fliegenabwehr gegeben, etc. Relativ überflüssig, diese Sendung. 4 von 10 Punkten.

“heimspiel!” / hr fernsehen / Hessischer Rundfunk / sonntags, 21.45 Uhr / Start: 7. August 2005

Der Hessische Rundfunk hat den Rausschmiss seines Sportchefs Emig dazu genutzt, sein Regionalsport-Magazin zu renovieren. Inhaltlich gibt es nichts, was man nicht aus ähnlichen Sendungen des WDR, NDR, BR usw. kennen würde, moderationstechnisch allerdings scheint Britta Sander, eine der drei Präsentatoren, eher mindertalentiert für Sportsendungen. Viel zu menschelnd und uninteressant, was sie ihre Gäste gefragt hat. 4 von 10 Punkten.

“Talk der Woche” / Sat.1 / AVE Gesellschaft für Fernsehproduktion / sonntags, ca 22 Uhr / Start: 7. August 2005

Mit viel Spannung erwartet, unter äußerstem Druck stehend, konnte Bettina Rust eigentlich nur verlieren. Zu Beginn sah es auch so aus, als würde sie ihrer Aufgabe nicht gewachsen sein. Sie kam kaum zu Wort, schien zu schüchtern. Irgendwann wachte sie dann aber förmlich auf und war ein guter Gegenpol ihrer starken Gäste Harald Schmidt, Otto Schily und Giovanni di Lorenzo. Über die Frage, ob eine solche Talkshow unbedingt auch Themen wie den Start der Fußball-Bundesliga behandeln muss, kann man sicher wochenlang diskutieren, die Sendung an sich wirkte jedoch relativ unterhaltsam und interessant. Das lag sicher zu einem großen Teil an den Gästen, die nicht in jeder Ausgabe der Sendung so gut sein werden, aber zum Teil eben auch an Bettina Rust. Mit etwas Routine wird sie noch große Sendungen abliefern. Da bin ich mir sicher. Zum Start gibt’s aber schonmal optimistische 7 von 10 Punkten.

“Das Kollier” / Südwest Fernsehen / Tschechoslowakisches Fernsehen + TV 2000 / sonntags, 9.15 Uhr / Start: 7. August 2005

Eine 15 Jahre alte tschechische Serie, die jetzt erst zum ersten Mal im deutschen Fernsehen läuft. Und das, obwohl eine Reihe von deutschen Schauspielern wie Friedrich von Thun und Gedeon Burkhard dabei sind. Kurz zum Inhalt: Im Prag des Jahres 1907 verdient sich eine junge Tschechin ihr Studium mit Klavierunterricht. Sowohl ihr Klavierschüler als auch der Vater verlieben sich in sie. Für das Jahr 2005 wirkt die Serie arg antiquiert. Man merkt ihr die 15 Jahre sehr deutlich an, die sie in den Schränken lag. Abgesehen davon bietet sie aber gewohnt solide tschechische Produktionsqualität. 3 von 10 Punkten.

“Bloomberg WM-Report” / Bloomberg Television / Bloomberg / diverse sendtermine / Start: 8. August 2005

Eine kleine Sendung, in der Bloomberg sein Publikum auf die Fußball-WM einstimmen will. Das geschieht in vielen kurzen Interviewschnipseln (in der ersten Sendung mit Beckenbauer, Blatter & Co.) zu Themen der WM-Organisation. Wenig spannend. 2 von 10 Punkten.

“Abenteuer Allrad – Das Off-Road-Magazin” / N24 / montags, 19.05 Uhr / Start: 4. Juli 2005

Ein weiteres N24-Magazin für die Autoliebhaber-Zielgruppe. Es geht ausschließlich um Allrad-Themen. Technik, Tests und Reisetipps. Mini-Zielgruppen-Fernsehen. 3 von 10 Punkten.

Den nächsten TV-Start gibt es am Mittwoch: Das NDR Fernsehen zeigt ein weiteres Quiz: das “NDR Reisequiz” (21 Uhr). Die Kritik gibt es dann wieder hier.

0

When the tears come streaming down your face
When you lose something you can’t replace
When you love someone but it goes to waste
could it be worse?

Lights will guide you home
and ignite your bones
And I will try to fix you

(Coldplay – “fix you”)

charts (2005-07-04). 18

15 Songs. Höchstwertung: 2 Punkte. Hier sind die New Entries der deutschen Singlecharts vom 4. Juli 2005:

93: Bizarre – “rockstar” / Video

Derjenige, der hier fröhlich singt, er sei ein “rockstar”, ist leider, oder zum Glück, nur ein profaner Rapper. Einer der D12-Jungs aus dem Eminem-Umfeld. Jetzt macht er’s solo, hat sich gleich auch noch von Eminem produzieren lassen, was klar rauszuhören ist, legt aber wie zu erwarten nur einen gewöhnlichen, zu vernachlässigen Hip-Hop-Langeweile-Song hin, der nichts Neues bietet. 2 von 10 Punkten.

89: UB 40 – “kiss and say goodbye” / Video

Auch das Noch. UB 40 sind zurück. Mit einer Coverversion der Band Manhattan. Schwuchtel-Reggae für den Rentner-Urlaub am Steinhuder Meer. Fehlt nur noch, dass Kool & The Gang wieder in den Charts auftauchen. 1 von 10 Punkten.

79: TISM – “everyone else has had more sex than me” / Video

Was zur Hölle ist das? Australischer altmodischer 80er Rock mit einem peinlich pubertären Text und einem frustrierten Zeichentrick-Hasen im Video, der keinen Sex hat? Sowas ist wohl auch nur in Schnappi-Bekloppter-Frosch-Zeiten möglich. 1 von 10 Punkten.

78: Mark Owen – “believe in the boogie” / Video

Von Herrn Owen hat man auch nichts mehr gehört seit seinem Überraschungs-Auftritt bei einem Robbie-Konzert in Knebworth. Wenn man sich den Song anhört, hätte man auch nicht unbedingt wieder etwas von ihm hören müssen: Belangloser England-Dudelpop fürs Radio mit nervigem “oh oh oh”. War nicht sein erstes Solo-Album damals gar nicht so schlecht? Ich erinnere mich nicht mehr… 2 von 10 Punkten.

74: Lisa Stansfield – “if i hadn’t got you” / Video

Apropos Radio. Auch Lisa Stansfields neue Single ist so belanglos, dass sie garantiert in den Dudelfunk-Stationen rauf- und runtergespielt werden wird. Und irgendwie klingt der Song, als hätte man ihn schon 147mal gehört. Klarer Fall: Frau Stansfield, ihre Zeit ist vorbei. 2 von 10 Punkten.

70: Brooke Valentine / Lil’ Jon & Big Boi – “girlfight” / Video

Wieder mal so ein Rap-Song, bei dem mehr Namen auf dem Cover stehen, als die Musik Substanz hat. Eine singt, der Andere gangsterrappt und der Dritte… Keine Ahnung. Das alles passt kein bisschen zusammen. Zur Hintergrundmusik schon gar nicht. Warum kauft jemand sowas? 1 von 10 Punkten.

69: Erasure – “here i go impossible again / all this time still falling out of love” / Video nicht verfügbar

Irgendwie sind die Charts diesmal wie eine Zeitreise. UB 40. Lisa Stansfield und nun auch noch Erasure. Die in die Jahre gekommenen Schwulendisco-Popper legen eine weitere überflüssige Single vor, die von der alten Fangemeinde zwar gekauft wird, allerdings garantiert keine neuen Freunde finden wird. 1 von 10 Punkten.

68: Ashlee Simpson – “la la” / Video

In Deutschland will der Durchbruch der Jessica-Schwester nicht so richtig klappen. “pieces of me” hat immerhin Rang 26 geschafft, “la la” erstmal nur Platz 68. Und das trotz des einprägsamen Titels, den Teenies im Plattenladen sicher nicht vergessen können. Im Stile einer Avril Lavigne für ganz Arme trällert sie fröhlich vor sich hin und bleibt doch in der völligen Belanglosigkeit. 2 von 10 Punkten.

59: Schandmaul – “bin unterwegs” / Video nicht verfügbar

Eine dieser seltsamen Kapellen, deren Erfolg man nicht so richtig kapiert. Aber den Erfolg der seltsamen Mittelalter-Feste kapiert man ja auch nicht. Dieselbe Zielgruppe wird auch Schandmaul-Platten kaufen, denn es handelt sich um Mittelalter-Pop-Rock, bzw. mittelalterlich angehauchten Rock. Anscheinend haben die Herren eine Art Unplugged-Konzert mit einem Jugendorchester aufgenommen, diese EP stammt aus dem Konzert. Klingt nach dem perfekten Soundtrack für die Zeit zwischen zwei Pur-Platten. 1 von 10 Punkten.

50: Mario – “here i go again” / Video

Och Mensch. Diesmal nur so Zeug, das in ein Ohr reingeht, um unverrichteter Dinge aus dem anderen wieder rauszufliegen. Marios Brabbel-RnB nervt doch auch nur. Der Herr bleibt wohl mit seinem Nummer-1-Hit “let me love you” ein One-Hit-Wonder. Hiermit hätte er auch beim Eurovision-Song-Contest antreten können. 1 von 10 Punkten.

49: NATO – “chorjavon” / Video

Kommen wir zum Trash der Woche. Bevor das T.a.t.u.-Comeback ansteht, schmeißt der russische Produzent Ivan Shapavalov noch seinen NATO-Müll auf den Markt. Eine nach tschetschinischer Selbstmord-Attentäterin aussehende Göre singt auf arabisch und sprengt sich im Video auch noch in die Luft. Musikalisch ohne jegliche Substanz. Völliger Müll. 0 von 10 Punkten.

43: Marc Terenzi – “heat between the sheets” / Video

Das Anhängsel von Sarah Connor wird sicher vor allem durch seine Bald-Ehefrau und die dazugehörende ProSieben-Doku-Soap Platten verkauft haben. Das Solo-Debüt des Ex-Natural-Boyband-Hüpfers klingt zumindest so altbacken nach Bon Jovi, dass es keinen anderen Grund für die Verkäufe geben kann. 1 von 10 Punkten.

42: Vanilla Ninja – “cool vibes” / Video nicht verfügbar

Nachdem ihre Charts-Sperre abgealufen ist, kommt nun mit riesiger Verspätung der Eurovision-Song-Contest-Song auf den Markt. Und welch Überraschung: Ohne Stützkäufe des Produzenten reicht es auf einmal nicht mehr für die Top Ten, sondern nur noch für Platz 42. Zur Musik: “cool vibes” ist ein theatralisches Popnümmerchen mit aufgesetzter Rock-Attitüde. 2 von 10 Punkten.

30: Nelly – “n dey say” / Video

Huch. Das ist doch “true” von meiner heimlichen 80er-Lieblingsband Spandau Ballet. Wird ja gern für “neue” Hits genommen, dieser Sample. “set a drift on memory bliss”, anyone? Nelly macht daraus leicht bekömmlichen Sommerpop mit dem Ziel den großen Sommerhit zu landen. Wird wohl nicht gelingen, dazu passt auch sein Rap-Gesang-Mix viel zu wenig zur Musik. 2 von 10 Punkten.

24: Maya Saban & Cosmo Klein – “das alles ändert nichts daran” / Video

Warum muss ich bei diesem Namen gleich an die ProSiebenSAT.1 Media AG denken? Maya hat aber nichts mit Haim zu tun, sondern war bisher vornehmlich auf Music-Instructor-, Sabrina-Setlur- und Schiller-Platten zu hören. Nun ein Duett mit Cosmo Klein, das klingt als sei es ein Mix aus Naidoo und Ich+Ich. Kann man auch schnell wieder vergessen… 2 von 10 Punkten.

Die Top 5 vom 4. Juli 2005:
1 (1) Akon – “lonely”
2 (2) Banaroo – “dubi dam dam”
3 (11) Gwen Stefani – “hollaback girl”
4 (5) Shakira – “la tortura”
5 (4) Joana Zimmer – “i believe”

Ebenfalls erschienen, aber gefloppt:
– Bosse – “keine panik”
– Ludacris – “number one spot”
– R.E.M. – “eletron blue”
– Tom Vek “c-c (you set the fire in me)”

aufhören. bitte. 6

Allmählich reicht’s mit den blöden Wahlkampf-Blogs, die nach der Wahl wahrscheinlich alle wieder verschwinden. Jetzt machen die Jusos anscheinend auch noch ein Blog auf. Zu sehen gibt’s da noch nichts, aber es sind schonmal elf Autoren angekündigt (incl. Nahles, Annen, Pronold). Und außerdem: Das Layout sieht scheiße aus und die Domain ist ziemlich schwachsinnig und klingt eher nach einem Watchblog für die “Visions”…

charts (2005-06-27). 2

Damit den Worten von gestern Taten von heute folgen, kommen hier die New Entries der deutschen Singlecharts vom 27. Juni 2005:

98: Basement Jaxx – “oh my gosh” / Video

Schon übel, wenn eine Band ein Best-of-Album veröffentlicht, natürlich auch ein oder zwei neue Songs mit draufpackt, einen davon als Single veröffentlicht und das ausgerechnet der wohl übelste Song der Band überhaupt ist. Viel konnte ich mit Basement Jaxx nie anfangen, aber Songs wie “where’s your head at” hatten irgendwie schon was. “oh my gosh” hingegen ist so ordinärer 08/15 Retro-Disco-Pop-Dance, dass man sich nochmal vergewissert, ob das wirklich Basement Jaxx sind, die man da hört. 2 von 10 Punkten.

90: Pulsedriver – “vagabonds” / Video nicht verfügbar

“vagabonds”? Die werden doch nicht etwa? Doch, sie haben. Das nächste Opfer der 80er-Klassiker-zu-Dorfdisco-Mittelmaß-Verwustungs-Welle sind New Model Army. “vagabonds” durfte zu meiner Abiturzeit auf keiner Party fehlen, dementsprechend sensibel reagiere ich bei solchen Machwerken wie diesem hier. Immerhin hat Slobodan Petrovic sich aber nicht an dem Eric-Prydz-Hype orientiert, sondern macht aus “vagabonds” einen lupenreinen Kommerz-Trance-Track. Trotzdem tut man sowas nicht, Herr Petrovic! 1 von 10 Punkten.

80: C.O. Club Oriented – “california” / Video nicht verfügbar

Apropos “tut man nicht”: Hier kommt das nächste Beispiel. Ein paar Schwachmaten haben sich “california”, den grandiosen Phantom-Planet-Song, der durch die Serie “The O.C.” zum Hit wurde, vorgeknöpft, ihn in seine Einzelteile zerlegt, einen Typen mit schwuchteliger Stimme den Refrain nachsingen lassen, ein paar Bässe dazugemixt und dadurch vollkommen ruiniert. Gut, dass das Original seit 14 Wochen in den deutschen Charts ist, immerhin bis auf Platz 13 kletterte und diese Kacke nur auf Rang 80 einsteigt. Eltern! Wenn Eure Kinder solchen Bockmist kaufen, sollte man sich sie mal einen Abend vorknöpfen, um mit ihnen über ihren Musikgeschmack zu reden! Das geht so nicht! 0 von 10 Punkten.

67: My Chemical Romance – “helena (so long & goodnight)” / Video

Die Musik der Band klingt nach typisch amerikanischem Teenager-Rock à la The Used. Eine ohrwurmige Melodie, harte Gitarren, ein paar Tempowechsel, nichts Besonderes aber auch nicht Schlechtes. Und es ist immer noch wesentlich lobenswerter wenn sich Kids eine Single von My Chemical Romance zulegen als den eben beschriebenen Schrott auf Platz 80. 6 von 10 Punkten.

65: Marilyn Manson – “the nobodies” / Video

Seltsame Idee. Tante Manson bringt einen vier Jahre alten Song, der damals schon als Single erschien, nochmal in einer leicht aktualisierten Version heraus. Womöglich hat sich sein Best-of-Album vor einem halben Jahr doch nicht so gut verkauft und nun versucht man, die Restbestände aus dem Lager mit einer neuen Single wegzuverkaufen. “the nobodies” ist kein schlechter Song. Aber man kennt ihn schon zur Genüge. Und deswegen gibt es vier Jahre nach Veröffentlichung auch nur noch 6 von 10 Punkten.

63: Ying Yang Twins – “wait (the whisper song)” / Video

Das ist doch immerhin mal eine kreative Idee für einen Hip-Hop-Song. Die Ying Yang Twins flüstern 3 Minuten lang. Das ist aber auch schon alles an Positivem, das man darüber sagen kann. Der Text ist ein pubertärer Mix aus “dicks”, “bitches” und anderem, der Song so einschläfernd, dass man keinem Sender empfehlen kann, ihn zu spielen, wenn er nicht riskieren will, Hörer oder Seher ohne Ende an das Sandmännchen zu verlieren. 1 von 10 Punkten.

55: Blue – “only words i know” / Video

Ein neues Liedchen aus dem Text-Generator für Boybands. Diesmal hat er die Zeile “only words i know” ausgespuckt. Dazu gibt es eine Melodie, die ein wenig an Ricky Martin erinnert, leichte RnB-Einflüsse hat, insgesamt aber typisches Boyband-Generve bleibt. Immerhin haben sich Blue ja aufgelöst. Zu oft wird man von denen also immerhin nicht mehr genervt. 2 von 10 Punkten.

25: Die Gerd Show – “im wahlkampf vor mir” / Video

Kommen wir zum Tiefpunkt der heutigen Chartswoche. Und das, obwohl es bei Platz 80 ja schonmal 0 Punkte gab. Eigentlich müsste diese auf CD gepresste Scheiße dann Minus 10 Punkte bekommen. Elmar Brandt singt auf die Melodie des Henry-Valentino-Schlagers “im wagen vor mir” Plattitüden, wie sie unwitziger nicht sein könnten. Zwischendurch mischt sich eine unfassbar untalentierte Angela-Merkel-Imitatorin ein, bei der man ohne Zusammenhang gar nicht erkennen würde, dass sie da gerade Angela Merkel nachzumachen versucht. Mindestens einen Vorteil hätte die Abwahl Schröders für wirklich alle Beteiligten: Elmar Brandt wären wir wohl endlich los. 0 von 10 Punkten.

24: U2 – “city of blinding lights” / Video

U2. Hmm. Früher (“sunday, bloody sunday”) hab ich die gemocht, dann gehasst. Inzwischen habe ich diesen Hass zwar abgelegt, das neue Album fand ich aber bis auf wenige Ausnahmen äußerst mittelmäßig. Und zu diesem Mittelmaß gehört eindeutig auch “city of blinding lights”. Musikalisch an alte Zeiten erinnernd, hat Bono irgendwie vergessen, eine vernünftige Melodie zu komponieren. Der Song plätschert vor sich hin, plätschert, plätschert und ist schon wieder vorbei. Und schnell wieder vergessen. 4 von 10 Punkten.

22: Ilona – “un monde parfait” / Video

Über die kleine Ilona Mitrecey hab ich schonmal Ende Mai geschrieben, als sie in Frankreich seit Wochen Platz 1 besetzte und mich irgendwie an “schnappi” erinnerte. Nun hat das nervige französische Kinderlied auch die deutschen Charts geentert. Den Nachnamen hat man hierzulande lieber nicht mit auf die Single gedruckt – wer kann den denn auch schon aussprechen…? 1 von 10 Punkten.

19: Kool Savas & Azad – “all 4 one” / Video

Endlich mal wieder ein Vertreter aus meiner Lieblingsmusikrichtung, des deutschen Prollraps. Kool Savas & Azad hatten schon mit “monstershit” einen gemeinsamen Hit, nun lassen sie ein paar Kinder singen und rappen ihren Kram drüber. Das geht zwar ins Ohr, nervt nicht so wie der ganze Aggro-Scheiß, bleibt aber dennoch belanglos. “es wird Zeit, dass sich einiges ändert hier” singen die Kinder. Stimmt: Vor allem mit Eurem Musikgeschmack, liebe Kids! 2 von 10 Punkten.

16: 50 Cent – “just a lil bit” / Video

Weltstar 50 Cent rappt ein paar Reime über eine absolute Minimal-Melodie und wird damit definitiv nicht seinen nächsten Megahit landen. Langweilig. 1 von 10 Punkten.

8: Nena – “willst du mit mir gehn” / Video

Die etwas zu jung gebliebene Nena macht auf 2Raumwohnung und Klee. Das Liedchen mit dem pubertären Text bietet eine gefällige Melodie, wirkt dabei aber viel zu bemüht cool und trendy, sodass es kein bisschen cool und trendy ist. 3 von 10 Punkten.

Die Top 5 vom 27. Juni 2005:
1 (1) Akon – “lonely”
2 (2) Banaroo – “dubi dam dam”
3 (9) Crazy Frog – “axel f”
4 (3) Joana Zimmer – “i believe”
5 (8) Shakira – “la tortura”

Ebenfalls erschienen, aber gefloppt:
– Afrob feat. Lisi – “es geht hoch”
– Athlete – “half light”
– Sons and Daughters – “dance me in”

film: antikörper. 0

Ich war sehr gespannt auf diesen Film. Als Fan von Serienkiller-Filmen kann ich mich eigentlich nur an einen wirklich richtigen Genre-Vertreter aus Deutschland erinnern: “Tattoo”. Sollte “Antikörper” dazu kommen?

Der Film ist kein Krimi im eigentlichen Sinne. Der Täter mit dem etwas lächerlichen Namen Gabriel Engel, gespielt vom ziemlich guten André Hennicke, wird gleich zu Beginn gefasst, während er sein insgesamt 13. Opfer tötet. Er bringt noch einen Polizisten um (Opfer 14) und verbringt den Rest des Films hinter Gittern. Interessanter ist der zweite, zunächst parallel erzählte Handlungsstrang, der in einem kleinen Kaff spielt, in dem vor einiger Zeit ein 12-jähriges Mädchen getötet wurde. Dorfpolizist Martens (Wotan Wilke Möhring) versucht seitdem, das Verbrechen, das ihn, seine Familie und den ganzen Ort belastet, aufzuklären. Als Engel gefasst wird, fährt er nach Berlin, um mit dem Killer zu sprechen und herauszubekommen, ob auch sein Fall auf das Konto Engels geht.

Engel hat eine seltsame Sympathie für den Dorfpolizisten, streitet zwar ab, das Verbrechen begangen zu haben (die anderen 14 Morde hat er zugegeben), gibt aber an, den Mord beobachtet zu haben und den Täter zu kennen. Im Laufe der Vernehmungen wächst die Belastung des Dorfpolizisten, er flüchtet sich in seinen Glauben, bekommt die Sätze Engels nicht mehr aus seinem Kopf. Als Engel ins Gefängnis geschmuggeltes Gift nimmt und nur noch 48 Stunden zu leben hat, offenbart er sich dem Polizisten und erzählt ihm das grausame Geheimnis über den Mädchenmord. Doch hat er wirklich die Wahrheit gesagt?

“Antikörper” ist zwar ein gelungener Film, der große Wurf allerdings leider nicht. Zwar wird auf geschickte Art und Weise Spannung aufgebaut, doch das Erzähltempo lässt zu Wünschen übrig. Letztlich besteht die Story aus Versatzstücken von Genre-Vorbildern wie “Schweigen der Lämmer” und “Sieben”, gepaart mit dem typischen Klischee des kleinen Kaffs, das nicht so harmlos ist, wie es scheint. Hennicke überzeugt als perverser Serienkiller, Möhrings Leistung ist solide und Heinz Hoenig spielt seine Rolle als Berliner Ermittlungsleiter so, wie er immer spielt. Kein Unterschied zu vergangenen Rollen zu erkennen. Zum richtig guten Film fehlt “Antikörper” leider die unverwechselbare Story und etwas mehr Atmosphäre und Tempo. Daher: 6 von 10 Punkten.

tv-start-kritik (2005/050-053). 0

Vier weitere TV-Start-Kritiken:

“Inspektor sieht alles” / ORF 2 / ORF / freitags, 21.20 Uhr / Start: 5. August 2005

Auch in Österreich gibt es Polizisten. Und was die Deutschen können, kann das Österreichische Fernsehen doch schon lang. Also hat der ORF eine dreitilige Polizei-Doku-Soap gedreht. Darin werden ein paar Polizisten in ihrem Arbeitsalltag begleitet. Leider ist der Ablauf aber viel zu behäbig und wirkliche Geschichten werden durch die Schnipsel-Machart auch nicht erzählt. 2 von 10 Punkten.

“Wege des Lebens” / SF1 / BBC / mittwochs, 20 Uhr / Start: 27. Juli 2005

Spätestens seit der BBC-Doku-Reihe “Blue Planet” freue ich mich auf neue Reihen der Engländer. Das Schweizerische Fernsehen zeigt nun die neue Produktion “Wege des Lebens”. Leider können die Filme, die aus verschiedenen Blickwinkeln die Evolution nacherzählen, nicht mit “Blue Planet” mithalten. Zu wenig Überraschendes, zu viel herkömmliches. 5 von 10 Punkten.

“Das Internat – Schule des Lebens” / SF1 / SF DRS / werktäglich, 19 Uhr / Start: 25. Juli 2005

Aus der Reihe “Was die Deutschen können, können wir schon lang…” zeigt SF1 nun eine Reality-Show, in der ein paar Jugendliche das Internats-Leben vor einigen Jahrzehnten nachspielen. Im Gegensatz zu der grottigen ZDF-Variante, die vor ein paar Monaten lief, hat die SF1-Version eher den Charakter einer Reality-Show und nicht den einer Doku-Soap. Die Schüler sind jetzt gerade auf ihrem Internat, es gibt neben kleinen Filmchen mit dem Tagesgeschehen auch Live-Schalten, in denen der Moderator die Schüler befragt. Insgesamt aber zu langweilig und zu “schwizerdütsch” ;-) 3 von 10 Punkten.

“Sommerköche” / NDR Fernsehen / Norddeutscher Rundfunk / samstags, 14.30 Uhr / Start: 16. Juli 2005

Eine weitere, inspirationslose Kochshow. Diese unterscheidet sich zu anderen durch die völlig hektische und dadurch nervige Machart und durch den Moderator: Der ist nämlich einer der schlimmsten Typen im deutschen Fernsehen: Rainer Sass. Allein deswegen schon ein Grund zum Abschalten. 1 von 10 Punkten.

Am Sonntag starten gleich vier neue Fernsehsendungen: Um 9.15 Uhr die Serie “Das Kollier” im Südwest Fernsehen, um 18 Uhr das Wissensmagazin “Welt der Wunder – Schau Dich schlau!” bei RTL II, um 21.45 Uhr das neue Sportmagazin “heimspiel!” im hr fernsehen und um 22.25 Uhr der mit Spannung erwartete “Talk der Woche” bei Sat.1. Die Kritiken gibt’s zeitnah an dieser Stelle.

neues cure-album. 0

Die gute Nachricht zum Wochenende: Robert Smith hat am Rande des Benicassim-Festivals über Pläne gesprochen. Er will im Oktober/November wieder ins Studio, um das nächste The-Cure-Album irgendwann um seinen Geburtstag herum (21. April) zu veröffentlichen. Womöglich wird er bei dem neuen Material mit dem alten Siouxsie & The Banshees-Kollegen Steve Severin zusammenarbeiten, aber “I’m not sure though. We might kill each other!” (via nme.com).

« Previous PageNext Page »