das vierunddreißigste. 7

“Deutschland bekommt endlich den Sender, den es verdient hat” sagt die Moderatorin und es klingt wie eine Drohung. Womit haben wir denn einen Sender verdient, bei dem sich die Programme dadurch zum Senden qualifizieren, dass sie schon mindestens viermal woanders zu sehen waren?

se schtrooks. 11

Inzwischen kann man sich “juicebox”, die neue, ziemlich beschissene Single der Strokes auch legal anhören. Auf deren Website gibt’s “juicebox” als Quicktime-, Real-Media- und Windows-Media-Stream. Angesichts dieses seltsam altbacken klingenden Etwas würde ich mich aber hinreißen lassen zu behaupten: “Das Thema Strokes ist durch.”

so läuft’s business. 5

Ausnahmsweise mal ein Link zu Bild-T.Online.de: Da gibt’s nämlich ein paar nette Zitate von “Kris”, einer der Nu-Pagadi-Frauen, wie dieses hier: “Diese Steinzeit-Kostüme und Lederklamotten, wie ich sie bei ,Nu Pagadi‘ tragen mußte, waren nie mein Stil. Unsere Schrei-Musik auch nicht. Aber nach dem, was ich wollte, wurde ich nie gefragt. Ich sollte einfach immer nur funktionieren.” oder auch “Es ist eine Illusion zu glauben, daß man mit Plattenverkäufen als Sängerin Millionen verdient, ganz im Gegenteil. Das große Geld verdienen andere.” So viel Naivität auf einmal macht die Frau ja beinahe schon wieder sympathisch. (via elektronische melodien)

kreativ ist was anderes. 5

Was mich unfassbar nervt, ist die Tatsache, dass bei jedem Dreck irgendein Journalist auf die glorreiche Idee kommt, doch mal den Kanzlerbruder zu fragen. Und der sich natürlich auch zu jedem Dreck äußert. Da muss man sich ja beinahe freuen, dass damit nun parallel zur Kanzlerschaft bald Schluss ist.

tv-start-kritik 2005/115: “schlachtfelder des 2. weltkriegs”. 3

“Schlachtfelder des 2. Weltkriegs” / Discovery Geschichte / Cromwell Productions / sonntags, 23 Uhr / Start: 18. September 2005

Eine Doku-Reihe für Militaristen und solche, die es werden wollen. Es wird jeweils eine bestimmte Schlacht des 2. Weltkriegs analysiert. Kriegs-Technik und -Taktik pur. Auf dem ansonsten hervorragenden Sender Discovery Geschichte ist dies eins der wenigen Lowlights. 3 von 10 Punkten.

tv-start-kritik 2005/114: “flirt fleet one”. 5

“Flirt Fleet One” / TW1 / OceanReality Productions / mittwochs, 20.05 Uhr / Start: 24. August 2005

TW1, der österreichische Sender für “Reise, Wetter, Freizeit und Sport”, kann wohl getrost als Skurilitätenkabinett bezeichnet werden. Die neueste dieser Skurrilitäten ist eine Doku-Soap, in der zehn Frauen und zehn Männer auf einer Luxusyacht durchs Mittelmeer schippern und dabei flirten. Technisch gesehen ist “Flirt Fleet One” eine absolute Billigstproduktion. Wacklinge Videokamera-Bilder ohne Kommentar aus dem Off. Inhaltlich gibt es prollige Singles, die blöde Anmachsprüche austauschen. Fernsehen kann so seltsam sein. 1 von 10 Punkten.

tv-start-kritik 2005/113: “m2t – mission to turin”. 0

“M2T – Mission to Turin” / Eurosport / Eurosport / diverse Sendetermine / Start: 25. September 2005

Eine Reportage-Reihe, die schonmal auf die olympchen Winterspiele 2006 in Turin einstimen soll. Es gibt Berichte über Sportler, die dabei sein werden, in der Premieren-Folge u.a. über das Sommertraining der Skiläuferin Anja Paersson. Solide gemacht, ab und zu sogar interessant. 5 von 10 Punkten.

tv-start-kritik 2005/112: “promigrätsche”. 1

“Promigrätsche” / DSF / mobilwerk / diverse Sendetermine / Start: 26. September 2005

Um Gottes Willen. Das DSF lässt eine Sendung nach Art der ProSieben-Reihe “Die nervigsten Dinge” produzieren, in der viertklassige Comedians und sonstige achtklassige “Prominente” pseudo-lustige Bundesliga-Szenen kommentieren. Selten war Comedy unlustiger. 1 von 10 Punkten.

tv-start-kritik 2005/111: “hessenjournal”. 3

“Hessenjournal” / hr Fernsehen / Hessischer Rundfunk / werktäglich, 21.45 Uhr / Start: 19. September 2005

So’n Regionalmagazin halt. In dem Belanglosigkeiten aus der Region (in diesem Fall Hessen) in öffentlich-rechtlich-trockener Manier vorgetragen werden. 3 von 10 Punkten.

charts (2005-08-22). 11

Ohne große Vorrede – hier sind die New Entries der deutschen Singlecharts vom 22. August 2005

100: Marry feat. Marc-el – “ohne dich” / Video nicht verfügbar

Wer genau Frau Marry und Herr Marc-el sind, war nicht wirklich herauszufinden. Macht aber auch nichts, die Musik spricht für sich: eine Großraumdisco-Pseudo-Techno-Musik, auf die “ohne dich” von der Münchener Freiheit gesungen wird. Übel. 0 von 10 Punkten.

93: Stratovarius – “maniac dance” / Video

Ein paar Heavy-Metal-Bands sind dank treuer Fangemeinde einfach nicht totzukriegen. Stratovarius aus Finnland gibt es schon seit über 20 Jahren, das hier vorgetragene “maniac dance” ist ein Power-Metal-Hardrock-Mix, der mit Minimal-Melodie und stumpfem Refrain keine großen Besonderheiten bietet. 3 von 10 Punkten.

84: Lexy & K-Paul – “happy zombies” / Video

Das Berliner Electro-Dance-Duo Alexander Gerlach und Kai Paul hatte schon diverse Hits. “happy zombies” will innovativ sein, indem es mit Glockenschlägen eine gruselige Stimmung verbreitet. Das gelingt aber nicht wirklich, die Musik ist viel zu monoton, die Melodie, die bleiben würde, fehlt. 2 von 10 Punkten.

79: Atencion! – “esperanza” / Video nicht verfügbar

Ein weiteres Mitbringsel aus dem Sommerurlaub. Die drei Jungs von Atencion! haben sich angeblich auf Ibiza kennengelernt und machen jetzt schmachtende Latinomusik mit 08/15-Gesang und ganz schwacher Melodie. Selbst US5s “maria” ist da im Vergleich besser – und das will schon was heißen. 1 von 10 Punkten.

67: Kanye West – “diamonds from sierra leone” / Video

Ein ohrwurmiger Kommerz-Hip-Hop-Track? Eine Seltenheit. Kanye West gelingt es, sich in mein Hirn einzubrennen. Und das nicht nur, weil er Shirley Bassey singen lässt, sondern auch wegen seinem ewigen “forever-ever”-Rap. Ich muss zugeben, mir gefällt das irgendwie. Abgesehen vom wieder kehrenden “diamonds are forever”-Sample bietet der Song dump-düstere Bässe, nett zusammenkomponierte Beats und Sounds und Kanye Wests gelungene Raps. (Für Kommerz-Hip-Hop) rekordverdächtige 6 von 10 Punkten.

64: ATB – “humanity” / Video nicht verfügbar

Nach dem miesen “believe in me” nun wieder eine Single, mit der ATB zu seinen Vocal-Trance-Wurzeln zurückkehrt. Mega-Hits wird er mit dieser Art von Musik nicht mehr landen, aber gefällig ist sie noch. Wenn auch die große Melodie, die ATB früher gern in seiner Musik hatte, fehlt. 4 von 10 Punkten.

61: Mylo – “in my arms” / Video

Der schottische House-Produzent mit einem Tiefpunkt seiner Karriere. Das von zahlreichen anderen Dance-Leuten schon verwurstete “waiting for a star to fall” wird erneut bemüht, der Gesang besteht aus gefühlt 250mal wiederkehrendem “in my arms, baby”. Hoher Nerv-Faktor. 2 von 10 Punkten.

56: Papi Sanchez – “enamorame” / Video

Apropos Nerv-Faktor. Der ist auch bei der neuen Single von Papi Sanchez hoch. Eine weibliche Stimme singt andauernd “enamorame”, zwischendurch gibt es langweilige Latino-Klänge und amateurhafte Raps des aus der Dominikanischen Republik stammenden Kerls. In Frankreich und Belgien war’s schon ein Riesenhit, hierzulande nicht so wirklich. 2 von 10 Punkten.

38: Craig David – “all the way” / Video

Nicht ganz so groß ist der Nerv-Faktor bei Craig David, dafür gibt es aber einen umso höheren Belanglosigkeits-Faktor. In bester Boygroup-Manier hauchte er seinen “all the way”-Popsong, der in ähnlicher Form schon Tausende mal da war, in das Mikrofon und hinterlässt beim Hörer keinen bleibenden Eindruck. 2 von 10 Punkten.

28: Jessica Simpson – “these boots are made for walking” / Video

Das ist aber auch schlimm mit diesen Simpson-Schwestern. Nachdem Ashlee in der letzten Zeit andauernd in den Charts war, kommt nun etwas Neues von Jessica. Und etwas gar grauenhaftes noch dazu. Sie ruiniert in gewohnter Gelassenheit den Nancy-Sinatra-Klassiker “these boots are made for walking”. Warum so ein dermaßen uncooles Country-Gesäusel bei Deutschlands Teenies so erfolgreich sein kann, bleibt mir ein Rätsel. 1 von 10 Punkten.

22: Green Day – “wake me up when september ends” / Video

Der Höhepunkt dieser Charts-Woche kommt ausnahmsweise mal zum Schluss. Und das liegt daran, dass Green Day bei den Kids derzeit erfreulicherweise ziemlich angesagt sind. Ich kann “wake me up…” zwar inzwischen nicht mehr wirklich hören, doch ich erinnere mich daran, den Song damals, als “american idiot” erschien, richtig gut gefunden zu haben. Eine sehr schöne Punkrock-Ballade. Nun ist aber mal gut mit Single-Auskopplungen aus dem Album, okay? Ist ja schließlich schon die vierte und das muss dann auch mal reichen. Egal. 8 von 10 Punkten.

Die Top Ten vom 22. August 2005:
01 (05) Juanes – “la camisa negra”
02 (01) US5 – “maria”
03 (15) Die Firma – “die eine 2005”
04 (02) Ilona – “un monde parfait”
05 (08) Banaroo – “space cowboy”
06 (03) DJ Tomekk – “jump, jump (dj tomekk kommt)”
07 (07) Shakira – “la tortura”
08 (11) Kelly Clarkson – “since u been gone”
09 (04) Crazy Frog – “axel f”
10 (06) Kool Savas & Azad – “all 4 one”

Ebenfalls erschienen, aber gefloppt:
– Boyz II Men – “i miss you”
– Carlo von Tiedemann – “der norden war immer gut zu mir”
– Chemical Brothers / Tim Burgess – “the boxer”

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