Ohne große Vorrede – hier sind die New Entries der deutschen Singlecharts vom 22. August 2005
100: Marry feat. Marc-el – “ohne dich” / Video nicht verfügbar
Wer genau Frau Marry und Herr Marc-el sind, war nicht wirklich herauszufinden. Macht aber auch nichts, die Musik spricht für sich: eine Großraumdisco-Pseudo-Techno-Musik, auf die “ohne dich” von der Münchener Freiheit gesungen wird. Übel. 0 von 10 Punkten.
93: Stratovarius – “maniac dance” / Video
Ein paar Heavy-Metal-Bands sind dank treuer Fangemeinde einfach nicht totzukriegen. Stratovarius aus Finnland gibt es schon seit über 20 Jahren, das hier vorgetragene “maniac dance” ist ein Power-Metal-Hardrock-Mix, der mit Minimal-Melodie und stumpfem Refrain keine großen Besonderheiten bietet. 3 von 10 Punkten.
84: Lexy & K-Paul – “happy zombies” / Video
Das Berliner Electro-Dance-Duo Alexander Gerlach und Kai Paul hatte schon diverse Hits. “happy zombies” will innovativ sein, indem es mit Glockenschlägen eine gruselige Stimmung verbreitet. Das gelingt aber nicht wirklich, die Musik ist viel zu monoton, die Melodie, die bleiben würde, fehlt. 2 von 10 Punkten.
79: Atencion! – “esperanza” / Video nicht verfügbar
Ein weiteres Mitbringsel aus dem Sommerurlaub. Die drei Jungs von Atencion! haben sich angeblich auf Ibiza kennengelernt und machen jetzt schmachtende Latinomusik mit 08/15-Gesang und ganz schwacher Melodie. Selbst US5s “maria” ist da im Vergleich besser – und das will schon was heißen. 1 von 10 Punkten.
67: Kanye West – “diamonds from sierra leone” / Video
Ein ohrwurmiger Kommerz-Hip-Hop-Track? Eine Seltenheit. Kanye West gelingt es, sich in mein Hirn einzubrennen. Und das nicht nur, weil er Shirley Bassey singen lässt, sondern auch wegen seinem ewigen “forever-ever”-Rap. Ich muss zugeben, mir gefällt das irgendwie. Abgesehen vom wieder kehrenden “diamonds are forever”-Sample bietet der Song dump-düstere Bässe, nett zusammenkomponierte Beats und Sounds und Kanye Wests gelungene Raps. (Für Kommerz-Hip-Hop) rekordverdächtige 6 von 10 Punkten.
64: ATB – “humanity” / Video nicht verfügbar
Nach dem miesen “believe in me” nun wieder eine Single, mit der ATB zu seinen Vocal-Trance-Wurzeln zurückkehrt. Mega-Hits wird er mit dieser Art von Musik nicht mehr landen, aber gefällig ist sie noch. Wenn auch die große Melodie, die ATB früher gern in seiner Musik hatte, fehlt. 4 von 10 Punkten.
61: Mylo – “in my arms” / Video
Der schottische House-Produzent mit einem Tiefpunkt seiner Karriere. Das von zahlreichen anderen Dance-Leuten schon verwurstete “waiting for a star to fall” wird erneut bemüht, der Gesang besteht aus gefühlt 250mal wiederkehrendem “in my arms, baby”. Hoher Nerv-Faktor. 2 von 10 Punkten.
56: Papi Sanchez – “enamorame” / Video
Apropos Nerv-Faktor. Der ist auch bei der neuen Single von Papi Sanchez hoch. Eine weibliche Stimme singt andauernd “enamorame”, zwischendurch gibt es langweilige Latino-Klänge und amateurhafte Raps des aus der Dominikanischen Republik stammenden Kerls. In Frankreich und Belgien war’s schon ein Riesenhit, hierzulande nicht so wirklich. 2 von 10 Punkten.
38: Craig David – “all the way” / Video
Nicht ganz so groß ist der Nerv-Faktor bei Craig David, dafür gibt es aber einen umso höheren Belanglosigkeits-Faktor. In bester Boygroup-Manier hauchte er seinen “all the way”-Popsong, der in ähnlicher Form schon Tausende mal da war, in das Mikrofon und hinterlässt beim Hörer keinen bleibenden Eindruck. 2 von 10 Punkten.
28: Jessica Simpson – “these boots are made for walking” / Video
Das ist aber auch schlimm mit diesen Simpson-Schwestern. Nachdem Ashlee in der letzten Zeit andauernd in den Charts war, kommt nun etwas Neues von Jessica. Und etwas gar grauenhaftes noch dazu. Sie ruiniert in gewohnter Gelassenheit den Nancy-Sinatra-Klassiker “these boots are made for walking”. Warum so ein dermaßen uncooles Country-Gesäusel bei Deutschlands Teenies so erfolgreich sein kann, bleibt mir ein Rätsel. 1 von 10 Punkten.
22: Green Day – “wake me up when september ends” / Video
Der Höhepunkt dieser Charts-Woche kommt ausnahmsweise mal zum Schluss. Und das liegt daran, dass Green Day bei den Kids derzeit erfreulicherweise ziemlich angesagt sind. Ich kann “wake me up…” zwar inzwischen nicht mehr wirklich hören, doch ich erinnere mich daran, den Song damals, als “american idiot” erschien, richtig gut gefunden zu haben. Eine sehr schöne Punkrock-Ballade. Nun ist aber mal gut mit Single-Auskopplungen aus dem Album, okay? Ist ja schließlich schon die vierte und das muss dann auch mal reichen. Egal. 8 von 10 Punkten.
Die Top Ten vom 22. August 2005:
01 (05) Juanes – “la camisa negraâ€
02 (01) US5 – “mariaâ€
03 (15) Die Firma – “die eine 2005”
04 (02) Ilona – “un monde parfaitâ€
05 (08) Banaroo – “space cowboyâ€
06 (03) DJ Tomekk – “jump, jump (dj tomekk kommt)â€
07 (07) Shakira – “la torturaâ€
08 (11) Kelly Clarkson – “since u been gone”
09 (04) Crazy Frog – “axel fâ€
10 (06) Kool Savas & Azad – “all 4 oneâ€
Ebenfalls erschienen, aber gefloppt:
– Boyz II Men – “i miss you”
– Carlo von Tiedemann – “der norden war immer gut zu mir”
– Chemical Brothers / Tim Burgess – “the boxer”