– Manche kapieren einfach nicht, wenn ein Zug abgefahren ist und laufen ihm noch stundenlang hinterher… In Second Life gibt’s jetzt auch Plus-Supermärkte.
– “the TV addict” hat ein paar amerikanische Fernsehblogger nach ihrer Meinung zu den gerade startenden neuen Serien befragt. Ergebnis: Die Blogger mögen “Pushing Daisies”, “Chuck” und “Reaper” am liebsten.
– Oasis veröffentlichen am 21. Oktober ihre erste Download-only-Single: “lord don’t slow me down” ist gleichzeitig der Titeltrack einer neuen Tour-DVD.
– Fehler des Tages: Was zur Hölle ist eine “Straßenbahn-WM“?
Musikvideo des Tages:
Emma Pollock mit “acid test” – ein netter kleiner Song, der für mich irgendwie nach den frühen 90ern klingt. (via “Nerdcore“):
Kann mir mal jemand erklären, warum eine Digitalkamera, die bei amazon 229 Euro kostet in allen drei am Samstag besuchten Düsseldorfer Elektronikmärkten 120 Euro mehr kostet? Nicht 10 oder 20 Euro, sondern 120! Ich konnte es überhaupt nicht glauben und dachte, ich hätte mich im Internet verkuckt. Aber dem war nicht so – und jetzt frage ich mich ernsthaft, warum man angesichts solch unfassbarer Preisunterschiede überhaupt noch außerhalb des Internet einkaufen sollte. Jedenfalls hab ich jetzt im Netz bestellt – meine alte Kamera war nämlich in Portugal leider von uns gegangen.
– Interessant: Die Klassikmusikbranche erlebt anscheinend einen Boom im Geschäft mit Musik-Downloads.
– Nette Zusammenstellung von Blogs, die sich mit dem Internet als Fernsehplattform auseinandersetzen – bei “Digitaler Film”.
– Michael Köhler verreißt in der “FAZ” das Phillip-Boa-Konzert in der Batschkapp: “Doch auch zwei stürmisch erklatschte Zugaben können nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass Phillip Boa wohl kaum in der Lage sein wird, die Karriere nochmals im großen Stil zu reaktivieren.”
– Sebastian Reier mit der Inhaltsangabe einer Popkomm-Podiumsdiskussion zur Zukunft der Musikpresse – bei “Zeit online”.
– popkomm TV – bisher mit eher wenig interessanten Inhalten.
Musikvideo des Tages:
Die schwedische Band Kent mit dem Song “ingenting” (via “ifmv“):
Trailer des Tages:
“about a son” – ein Film über Kurt Cobain, der ausschließlich mit seinen Worten erzählt wird – zusammengefügt aus Interviews, die Biograph Michael Azerrad mit ihm geführt hat. (via “ifmv” und “spex“)
Ich hab in den vergangenen Tagen überlegt, wie ich all das, was ich den ganzen Tag lang konsumiere und lese, besser in mein Blog transferieren kann. Gerade nach meinem Urlaub habe ich beim Aufarbeiten der 14 Tage so viel Interessantes gesehen, doch die Zeit für eigene Blogeinträge fehlte. Dem trage ich nun mit dieser neuen Rubrik “Diverse Interpreten” Rechnung. Ich sammle darin ab sofort interessante, kurz kommentierte Links zum Thema Popkultur und veröffentliche sie einmal pro Tag, gegen 18 Uhr, gebündelt. Der Fokus liegt dabei auf aktuellen Nachrichten, Artikeln und Blogeinträgen aus aller Welt – es kann aber auch mal inaktuelles dabei sein. Die Auswahl findet wie immer völlig subjektiv statt. Das heißt: Es wird sich nicht um eine Tageszusammenfassung der popkulturellen Weltlage handeln, sondern ausschließlich um Dinge, die mich interessieren. “Diverse Interpreten” wird nicht unbedingt jeden Tag erscheinen, sondern nur dann, wenn ich genug Zeit hatte, um durchs Netz zu reisen und auch Interessantes dabei zusammengekommen ist. Zudem nutze ich diese neue Rubrik, um Texte zu verlinken, die ich an anderen Stellen im Netz geschrieben habe. Starten wir also mit den “Diversen Interpreten” von heute:
– “TV Decoder“, ein definitiv beobachtenswertes neues Blog der “New York Times”, das sich mit der (amerikanischen) Fernsehbranche beschäftigt. (via “”Watching TV online“)
– IDG (“GamePro”, “Gamestar”, …) bringt ein neues Nintendomagazin auf den Markt: “NMag” erscheint bereits seit langer Zeit als Fan-Projekt im Netz, also quasi als User-generated Content. IDG bringt es nun am 25. September zum ersten Mal an den Kiosk. Spannend.
– “Berliner Zeitung”: “Ausgang offen” – “Der erst vor knapp zwei Jahren gestartete Radiosender Motor FM muss um seine Frequenz bangen”.
– Am Dienstag geht es wieder los. Ich freu mich schon auf Ribery zum Kleben.
– Die Smashing Pumpkins haben Bootlegs von 20 Konzerten aus den Jahren 1988 bis 2007 auf ihre offizielle Website gestellt. Dazu fallen mir nur drei Worte ein: Vor! Bild! Lich! (via “stereogum.com“)
– Die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender werden aller Voraussicht nach demnächst über Zattoo zu sehen sein. In einer epd-Meldung vom Donnerstag (online nirgends zu finden) heißt es u.a. “‘Das ist eine interessante Lösung und ich bin guten Mutes, dass es bald zu einem Vertragsabschluss kommt’, sagte ZDF-Justiziar Carl-Eugen Eberle.” Die ProSiebenSat.1- und RTL-Sender fehlen weiterhin – dort ist man derzeit anscheinend nicht an Zattoo interessiert. kein Wunder, schließlich gehen Zuschauer des netten Internet-TV-Tools ja auch nicht in die Quotenmessung ein.
Musikvideo des Tages:
Tacks, the Boy Disaster – “frozen feet” (indirekt via “stereogum.com“):
Trailer des Tages:
Diesmal kein echter Trailer, sondern die ersten drei Minuten des aktuellen Richard-Gere-Films “The Hunting Party”. Sieht sehr spannend aus:
(via “cinematical” / Sorry für das rechts etwas abgeschnittene Fenster – es gab keine andere Chance, den Clip in mein Blog einzubinden.)
Eine solide Veranstaltung war die Emmy-Verleihung. Ein großes Entertainment-Event war sie ja noch nie, so auch diesmal nicht. Aber so soll es ja eigentlich auch sein: Preise stehen im Vordergrund, nicht irgendwelche Tanz- und Gesangseinlagen. Für meinen Geschmack gab es ein paar zu viele Preise für diese seltsame Tony-Bennett-Show, die Lobhudelei für “Die Sopranos” war ein bisschen zu viel, aber das ist ja im nächsten Jahr vorbei. Moderator Ryan Seacrest hat überraschenderweise auch nicht sehr genervt. Die großen Emotionen fehlten, die großen Überraschungen auch und so blieb der Ärger über die Unfähigkeit von ProSieben und die Freude über einige Preisträger. Am meisten gefreut hab ich mich über den Emmy für Terry O’Quinn (John Locke in “Lost” als “Outstanding Supporting Actor in a Drama Series” und natürlich den für Ricky Gervais als “Outstanding Lead Actor in a Comedy Series” (für “Extras”). Die großen Sieger fehlten bei den Serien, keine gewann mehr als drei Emmys (alle Sieger hier). Nach dem Ende der “Sporanos” wird es im kommenden Jahr sicher wieder spannender werden, die Emmys zu schauen.
Von Jahr zu Jahr weniger spannend werden hingegen die MTV Video Music Awards, die ich wegen meines Urlaubs erst am Wochenende nachgeholt habe. Ich habe sicher schon viele Male erzählt, was für ein Höhepunkt des Jahres die Show damals war, als legendäre Auftritte von Nirvana, Pearl Jam mit Neil Young und vielen anderen die Show groß machten. Heutzutage hat sie leider kaum noch etwas mit einer Preisverleihung zu tun. Ein paar Awards in seltsamen Kategorien wie “Quadruple Threat of the Year”, aber kaum noch Preise für gute Videos. Was ja auch irgendwie konsequent ist, zumal ja MTV in den USA mittlerweile noch weniger mit Musikfernsehen zu tun hat als in Deutschland. Die Auftritte waren ebenfalls irrelevant (abgesehen von der Peinlichkeit einer Britney Spears) und die Idee, sie zum größten Teil in irgendwelchen Hotel-Suiten ablaufen zu lassen, war auch daneben. Schade, dass die VMAs eine solch unrühmliche Entwicklung gegangen sind, vom Welt-Event zur langweiligen amerikanischen Regionalveranstaltung.
Ich glaube, bei ProSieben sind sie schon alle zu Bett gegangen. Da schalten sie doch tatsächlich nach der Verkündung der Nominierten für “Best Supporting Actor in a Drama Series” und VOR der Verkündung des Siegers in einen Werbebreak. Und zeigen dort auch noch eingebettet in Klingelton-Werbescheiß zweimal hintereinander denselben Bayern-bei-ProSieben-Trailer. Manchmal ist Fernsehen einfach nur traurig.
Gewonnen hat übrigens Terry O’Quinn für “Lost”.
Mehr zu den Emmys im Laufe des Montags. Live bloggen hätte ich angesichts der späten Sendezeit heute nicht durchgehalten…
So. Die 1600 Mails der vergangenen 14 Tage sind gesichtet, als nächstes sind dann wohl die Tausende Einträge meiner 290 abonnierten Feeds dran. Mit anderen Worten: Der Urlaub ist vorbei. Tat aber sehr gut, mal 14 tage weitgehend auf diesen Internetquatsch zu verzichten und sich dadurch nicht ständig aufregen zu müssen.
Format: “Zodiak – Der Horoskop-Mörder”
Sender: Sat.1
Produktion: MR-Film
Genre: Krimi-Miniserie
Programmplatz: montags und dienstags, 20.15 Uhr
Frequenz: 4 Episoden
Dauer: 120 Minuten
Start: 3. September 2007
Kritik: Nach dem “Blackout”-Desaster aus dem vergangenen Jahr läuft nun ein weiterer Vierteiler bei Sat.1. 8 Stunden Prime-Time-Krimi an vier Tagen. Ein weiteres Wagnis. Inhaltlich geht es um eine reiche Wiener Bankiersfamilie. Familienoberhaupt Gabriel Fischer-Hellwarth (Friedrich von Thun) entschließt sich, nach einer Drohung seine uneheliche Tochter Esther (Alexandra Neldel) aus den USA einfliegen zu lassen und sie – nach 27 Jahren – auf seinem Geburtstagsfest der ahnungslosen Familie vorzustellen. Doch bevor es dazu kommt, ertrinkt der Enkel Adrian fast und die 16-jährige Enkelin Barbara verschwindet und wird später tot aufgefunden. Zuständig für den Fall ist Kommissar Anton Keller, der jahrelang erfolglos versucht hatte, den Fischer-Hellwarths Korruption nachzuweisen. Der Täter verschickt unterdessen seltsam mysteriöse Botschaften, die irgendwas mit Horoskopen und mit Nostradamus zu tun haben.
Problem an der Sache: Es dauert viel zu lang, bis etwas Schwung in die Story kommt. Mindestens eine Stunde lang trottet der erste Teil so vor sich hin, als handele es sich um einen mittelmäßigen und altmodischen ZDF-Krimi – Friedrich von Thun lässt grüßen. Die leicht peinlichen Anspielungen auf Nostradamus und Astrologiequatsch sorgen auch nicht gerade dafür, dass man sich in die Story fallen lassen kann. Positiv hervorzuheben ist der mir bislang weitgehend unbekannte Hauptdarsteller Fritz Karl, der den Kommissar spielt. Er macht seine Sache gut und sorgt für Düsternis und Ernst. Alexandra Neldel überzeugt hingegen nicht wirklich. Vielleicht muss ich immer an Lisa Plenske denken, aber für mich wird ihre Figur viel zu naiv und platt dargestellt.
Wenn man Roger Schawinskis Buch “Die TV-Falle” gelesen hat, weiß man ja, was bei “Blackout” seiner Meinung nach schief gelaufen ist. Da hieß es beispielsweise, es hätte zu wenig Positives gegeben, keinerlei Liebe, Romantik. Und was macht man in “Zodiak”? Schreibt mitten in die erste Folge eine völlig unvermittelt auftretende und unpassende Sexszene zwischen Neldel und Kommissar hinein. Ich glaube, “Zodiak” wird “Blackout” in Sachen Erfolglosigkeit trotzdem kaum nachstehen. Ich müsste mich schon extrem irren, wenn viele Zuschauer trotz der behäbigen und viel zu langsam erzählten Geschichte dranbleiben und sich vier Abende in kurzer Zeit freischaufeln. Für mich ist “Zodiak” leider nur ein sehr mittelmäßiger, viel zu langatmiger Krimi.