Kuck-oder-Aufnehm-Hinweis: Heute nacht um 0.10 Uhr zeigt das WDR Fernsehen in seinem “Rockpalast” 4einhalb Stunden Highlights vom Haldern Pop Festival. Was genau gezeigt wird, lässt sich zwar momentan nicht verifizieren (Beim WDR ist z.B. noch den Editors die Rede, die Wochen vor dem Festival abgesagt hatten), aber bestimmt gibt es auch Ausschnitte der Konzerte von den Magic Numbers, The View und den großartigen Shout Our Louds.
Groß.Ar.Tig. Ein Blog, in dem ausschließlich Musikvideos gepostet werden, die damals in der legendären MTV-Show “120 Minutes” gespielt wurden. Aber Vorsicht: Geht nur dorthin, wenn ihr gerade ein paar Stunden Zeit habt – ihr bleibt nämlich garantiert hängen, klickt Euch durch alle Seiten und schwelgt in Erinnerungen.
(via “Pop Candy“)
Erinnert sich noch jemand an Nitro, Turbo und Laser? Die “American Gladiators“? Die trashige Actionspielshow lief zwischen 1992 und 1994 mit großem Erfolg bei RTL, anschließend noch bis Januar 2001 mit Wiederholungen im DSF. Nun meldet “Variety“, dass NBC allen Ernstes eine Neuauflage der Sendung plant. Los gehen könnte es in der Midseason, also in etwa Anfang 2008. Verrückte Fernsehwelt. (via “/film“)
Diesmal wieder top-aktuell, fast ohne Vollkatastrophen und mit einem (kleinen) Highlight. Hier sind die New Entries der deutschen Singlecharts vom 17. August 2007:
96: Dante Thomas – “what i got”
Klingt im Refrain ein wenig wie eine amerikanische Version von Enrique Iglesias, sieht dabei aber aus wie ein unehelicher Bruder von Marky Mark, dieser Dante Thomas. Ein RnB-Sommer-Song, der nicht hängen bleibt und ein Video, das ziemlich unsympathisch ist. 3 von 10 Punkten.
84: HelloGoodbye – “here (in your arms)”
Puh. Was ist das denn für ein Schrott. Ein paar Jüngelchen singen mit Vocoder-Stimme monotones Zeugs. Dabei weiß doch jeder, dass Vocoder spätestens seit Chers Comeback vor einigen Jahren durch sind. Ist bei den Teenies wohl noch nicht angekommen. Das Video ist auch ziemlich peinlich, unter dem Strich bleibt kaum etwas, das nicht peinlich wäre. 2 von 10 Punkten.
81: Phillip Boa & The Voodooclub – “on tuesday i’m not as young”
Ist der alte Mann des deutschen Indie-Pops tatsächlich wieder in die Charts eingestiegen. Es gibt also wohl noch genügend Fans, die auch Maxi-CDs von Herrn Boa kaufen. Ich bin ja ebenfalls eigentlich ein großer Boa-Fan, auch wenn das in den vergangenen Jahren etwas abgenommen hat. Zu immergleich klingen seine Songs inzwischen. Auch die neue Single hat eigentlich nichts, was er nicht in all seinen anderen Songs schon gezeigt hat. Der übliche Mix aus lieblicher Pia-Lund-Stimme und qüakender Phlillip-Boa-Stimme, dazu eine ohrwurmige Melodie und die poprockige Instrumentierung. Sicher keine Innovation, dieser Song, aber dennoch ein nettes Liedchen für zwischendurch. 7 von 10 Punkten.
51: The Disco Boys – “i love you so”
Ein House-Track von dem es zwar anscheinend kein Video gibt, bei dem man aber auch nicht viel verpasst. Leicht bekömmliche Discomusik ohne Höhepunkte, wie sie schon zigfach da war. 3 von 10 Punkten.
47: Darin – “insanity”
Ein YouTube-Kommentar zu “insanity” lautet: “Schönes Lied. Aber der Sänger sagt mir jetzt nicht zu.” Nun, da muss ich widersprechen: Das Lied ist keineswegs schön, sondern schnarchiger Skandinavien-Pop mit Pseudo-Gruselfaktor, der beim Eurovision Song Contest vielleicht ein paar mehr Punkte bekommen hätte als hier. 2 von 10 Punkten.
39: Christina Stürmer – “um bei dir zu sein”
Na das sieht mir doch nach neuen deutschen Schwierigkeiten bei Frau Stürmer aus: Während in Österreich jede neue Single eine sichere Nummer 1 ist, gibt es hier diesmal nur Platz 39. “um bei dir zu sein” bietet aber auch so gar nichts Neues, sondern klingt von vorn bis hinten nur wie eine Variation ihrer bisherigen Singles. Langweilig. 3 von 10 Punkten.
36: David Guetta & Chris Willis – “love is gone”
Sehr international diesmal, die New Entries. Nach der Österreicherin jetzt auch noch ein Franzose. David Guetta ist in seiner Heimat ein großer Star. Irgendwie kommt mir dieser House-Pop-Track verdammt bekannt vor, aber eine Coverversion scheint es nicht zu sein. Wie auch immer. Keine Musik, die ich brauche, aber auch nicht übermäßig nervend. 4 von 10 Punkten.
26: Lemon Ice – “girl you know it’s true”
Argh. Und wenn man denkt, in dieser Woche ohne richtige Vollkatastrophen auszukommen, dann wartet so etwas auf einen: Ein paar ganz Coole – darunter ein ehemaliger “GZSZ”-Darsteller – singen den Milli-Vanilli-Hit nach. Ergänzt durch schlimme Beats, peinliche Raps und unfassbare Gesten im Video. Grauenhaft. 1 von 10 Punkten.
25: Sabrina Setlur – “lauta”
Da ist es nun also, das (von wem eigentlich?) erwartete Comeback von Schwester S. Platz 25 ist wohl nicht gerade das, was man sich in Frankfurt vorgestellt hat. Aber angesichts dieses – vorsichtig ausgedrückt – richtig schlechten Songs war doch auch nichts anderes zu erwarten. Man nehme die Melodie des 80er-Klassikers “25 years” von The Catch, ergänze sie um schwer verständliche Raps, einen Sänger, der manchmal so klingt wie Dieter Bohlen (und das ist kein Kompliment) und fertig ist “lauta”. Einzig positiv hervorzuheben ist wohl dieses lustige riesige rot-weiße Kuschelding im Video. 2 von 10 Punkten.
16: Kate & Ben – “bedingungslos”
Erst wollte ich folgendes schreiben: “Irgendwie klingt Ben ja da am Klavier sitzend als würde er einen auf Lukas Hilbert machen. (Was macht der eigentlich mittlerweile?). Der Song klingt auch genau so, als würde er von Hilbert stammen.” Und als ich dann nachschaute, wer den Song geschrieben hat, was entdeckte ich da wohl? Schön, wenn die Welt manchmal so einfach ist. Der Song ist übrigens ein klebriger Schlager. Was auch sonst? 2 von 10 Punkten.
Die Top Ten vom 17. August 2007:
01 (03) Azad feat. Adel Tawil – “prison break anthem (ich glaub …)”
02 (01) Mark Medlock & Dieter Bohlen – “you can get it”
03 (02) Monrose – “hot summer”
04 (04) Ich+Ich – “vom selben stern”
05 (05) Marquess – “vayamos companeros”
06 (08) Timbaland feat. Keri Hilson – “the way i are”
07 (06) Fergie – “big girls don’t cry”
08 (07) Rihanna feat. Jay-Z – “umbrella”
09 (10) Enrique Iglesias – “do you know? (the ping pong song)”
10 (09) DJ Ötzi & Nik P. – “ein stern (der deinen namen trägt)”
Vorschau:
In der nächsten Woche lesen Sie in der Charts-Kritik dann u.a. Beiträge zu den neuen Singles von den H-Blockx, Nena, Laith Al-Deen, Moneybrother, Scooter und Paul van Dyk – sofern die Umsätze keinen Strich durch die Rechnung machen.
Was kommt dabei heraus, wenn die alten Recken von Duran Duran gemeinsam mit Justin Timberlake und Timbaland einen Song aufnehmen? Etwas sehr sehr mittelmäßiges, wenn ihr mich fragt. (via “Pop Candy“)
Ungewöhnliche, lesenswerte Titelgeschichte der aktuellen “Visions“: Auf zwölf Seiten haben vier Autoren den aktuellen Stand in Sachen Musik aufgeschrieben. Behandelt werden Fragen wie “Ist der Plattenladen tot?”, “Ist das Album tot?”, “Ist die Fanzine-Kultur tot?”, “Ist die Musikpresse tot?” und “Ist die Musikindustrie tot?”. Im Mittelpunkt steht aber die Musik als solches und die Frage, was die aktuelle Misere für Bands, Labels und vor allem für die Nutzer bedeutet. Credo: Wenn wir nicht alle aufpassen, geht die Musik nicht nur als Wirtschafts-, sondern auch als Kulturgut flöten.
“Wenn man in einem Supermarkt einen Schokoriegel klaut, weiß jeder, dass der Filialleiter die Polizei ruft, eine Geldbuße fällg wird, man Hausverbot erhält und ein riesiges Gezeter losgeht. Der Diebstahl von Musik dagegen wird bagatellisiert und zum Teil sogar als Ausdruck von Coolness oder politischen Widerstands empfunden, obwohl Musik den Menschen so sehr emotionalisiert wie kaum etwas anderes. Das alles mit dem Ziel, absurde Datenmengen anzuhäufen, und mit der Begleiterscheinung, den Wert der Musik kaum mehr zu schätzen.”
Um eine Diskussion zum Thema loszutreten, hat die “Visions” extra eine eigene Website online gestellt. Unter kulturkampf-musik.de gibt es u.a. die komplette Titelgeschichte als PDF und Diskussionsforen zum Thema.
Neulich hab ich den Trailer zum Film “The Nines” in mein Blog gestellt, nun haben die Macher nachgelegt und die ersten neun Minuten des Films veröffentlicht. Meinen Eindruck verstärken diese neun Minuten nur noch: Das wird ein extrem interessanter Film. Aber seht selbst:
Dankenswerterweise hat ProSieben mir heute Morgen per FTP die erste (seit gestern zu 99 % fertige) Episode des deutschen “Survivor” zukommen lassen. Daher kann ich nun an dieser Stelle exklusiv die erste Kritik Deutschlands zur neuen ProSieben-Realityshow veröffentlichen, die heute abend um 20.15 Uhr startet – ein TV-Test, der daher etwas länger ausfällt als üblicherweise.
Kritik: Ich muss vorab erwähnen, dass ich – wie so mancher sicher schon mitbekommen haben dürfte – großer Fan der US-Version von “Survivor” bin, nahezu alle Staffeln gesehen habe. Das bedeutet zum Einen natürlich, dass ich schon von vornherein begeistert von dem Showkonzept bin, im Umkehrschluss allerdings auch, dass ich – verwöhnt durch die Perfektion der US-Version – hohe Ansprüche an die deutsche Umsetzung hatte. Wem die Idee von “Survivor” nicht so bekannt ist, oder wer sie als “‘Big Brother’ auf einer Insel” missverstanden hat, für den hier das Grundkonzept: 18 Leute werden in zwei Teams auf einer einsamen Insel ausgesetzt, haben nichts außer ein paar Grundnahrungsmitteln und ihrer Kleidung dabei und müssen sich 50 Tage durchschlagen. Regelmäßig gibt es so genannte Challenges, Spiele, in denen Belohnungen gewonnen werden können – und viel wichtiger: Immunität. An den Abenden nach den Immunitäts-Challenges muss das jeweilige Verliererteam nämlich in den Inselrat. Dort wird einer aus ihren Reihen herausgewählt, er muss die Insel sofort verlassen. Das, was durch diese verschiedenen Zutaten entsteht, ist ein spannender Mix aus Abenteuershow, Realityformat, Soap und Psycho-Elementen. Exzellent unterhaltendes Fernsehen.
In den USA läuft “Survivor” seit Mai 2000 – mittlerweile in zwei Staffeln pro Jahr – bei CBS. Im Herbst startet dort die inzwischen 15. Staffel, “Survivor: China”. In Deutschland gab es Anfang des Jahrzehnts verschiedene Versuche bei diversen Sendern, das Konzept hierzulande zu etablieren. So lief bei RTL II im Herbst 2000 “Expedition Robinson“, Sat.1 kam mit dem “Inselduell” einige Zeit vorher auf den Markt. Beide Formate erzielten gute bis hervorragende Einschaltquoten, “Das Inselduell” kletterte in der werberelevanten Zielgruppe sogar auf mehr als 20%. Zahlen, von denen der Sender heutzutage nur noch träumen kann, wenn er nicht gerade Fußball zeigt. 2001 folgte dann noch “Gestrandet” bei RTL II und 2002 “Outback” bei RTL. Einige Skandale und die traditionelle Zurückhaltung der deutschen Werbungtreibenden bei Realityshows führten dann aber dazu, dass es keinen weiteren “Survivor”-Clone gab. Bis heute.
ProSieben hat nun also die Rechte an “Survivor” erworben und zwischen Mai und Juli auf einer kleinen Insel im Osten Malaysias gedreht. Aus dem Material entstehen derzeit bei Tresor TV die geplanten 14 Episoden. Was beim Ansehen als Erstes auffällt, ist die Musik. Da man die Rechte an der US-“Survivor”-Musik nicht bekommen hat, musste eigene komponiert werden. Das legendäre “Survivor”-Titeltheme fehlt also. Die deutsche “Survivor”-Musik ist dennoch sehr gelungen: meist sehr passend und atmosphärisch, an einigen Stellen sogar beinahe Gänsehaut produzierend. Sehr löblich, dass nicht wie bei allen anderen Realityshows irgendwelche Hits der 90er verwendet wurden, deren Textfragmente zufällig zur Situation in der Show passten. Stattdessen: Filmmusik mit Hollywood-Qualität.
Ansonsten hält sich das deutsche “Survivor” sehr an das Original. Von den ersten Sequenzen über den Vorspann, das Schwimmen zur Insel, die Challenges, den Inselrat – alle Fragmente des Spiels und der Show wurden konsequent übernommen. Warum sollte man das Erfolgskonzept auch ändern? Positiv fällt die hochwertige und aufwändige Produktion auf. Für eine Realityshow sind die Bilder wirklich toll, Zwischensequenzen, Schnitt und Bildregie – es gibt kaum etwas an der ersten Episode auszusetzen.
Alles schön und gut, viel wichtiger als Musik und Optik sind bei einer Show wie “Survivor” aber der Cast und die Geschichten, die erzählt werden. Es bringt schließlich wenig, langweilige Typen 50 Tage lang in Hochglanzoptik beim Rumliegen im Sand abzufilmen. Ob der Cast wirklich gut ist, wird sich in den weiteren Episoden zeigen müssen, doch die Auswahl der Kandidaten erscheint gelungen: Natürlich sind viele junge gut aussehende Männer und Frauen darunter, aber auch fünf Kandidaten, die über 40 sind. Darunter Typen, die schon von Beginn an das Ruder an sich reißen, Chef spielen und sich unbeliebt machen – der nervige Mental-Coach Arno beispielsweise – genau so wie faule Säcke, die sich nicht an der Arbeit beteiligen. Genau so muss es sein, damit sich Spannungen zwischen den Kandidaten aufbauen, die dann zu Verschwörungen, Intrigen und Psycho-Spielchen führen – und damit den Zuschauer unterhalten.
Moderator Sascha Kalupke macht seine Sache ebenfalls ordentlich. Es war wohl eine gute Entscheidung, kein allzu bekanntes Gesicht zu verpflichten, denn der Moderator ist bei “Survivor” eher ein Spielbegleiter, der keine wirkliche Hauptrolle spielt. Ein prominenter Moderator hätte wahrscheinlich nur vom eigentlichen Geschehen abgelenkt.
Ihr merkt schon: Ich bin wirklich relativ begeistert von der ersten “Survivor”-Episode. ProSieben und Tresor haben ihr Möglichstes getan, um sich von Trashformaten abzusetzen und hochwertiges Realityfernsehen zu zeigen. Wenn nun noch die Kandidaten für interessante Geschichten sorgen, dürfte die erste Staffel ein fester Anker in der Dienstagabendplanung werden. Ich bin jetzt gespannt auf die Quote, die morgen zeigen wird, ob “Survivor” auf einem der (dank “CSI: Miami”) schwierigsten Sendeplätze des deutschen Fernsehens bestehen kann. Wünschenswert wäre es auf jeden Fall.
Absolut lesenswert: Autor Torsten Dewi erzählt die Geschichte seiner Telenovela “Lotta in Love” von der ersten Idee bis zum bitteren Ende – und gibt damit interessante Einblicke ins Leben eines Drehbuchautoren (Teil 1 / Teil 2 / weitere Teile folgen).