Archive for April, 2008

tv-test: “he’s a lady”. 3

Format: “He’s a Lady”
Sender: Comedy Central
Produktion: Evolution Film & Tape + Full Circle Entertainment
Genre: Realityshow
Programmplatz: diverse
Frequenz: wöchentlich
Dauer: 60 Minuten
Start: 5. April 2008

Kritik: Das deutsche Comedy Central wird leider immer mehr zur Abspielstation für drittklassigen Müll. Neuestes Beispiel: “He’s a Lady”, eine US-Realityshow, in der elf Männer um eine Viertel Million Dollar kämpfen. Dafür müssen sie sich als Frauen verkleiden und verschiedene “weibliche” Aufgaben erledigen, z.B. eine Hochzeit planen, bei einem Schönheitswettbewerb teilnehmen etc. Die Sendung folgt dabei dem üblichen Schema F von US-Reality-Shows: ein auswechselbarer Moderator, eine dämliche Jury, eine Kandidaten-WG, etc. Insgesamt kaum erträglicher Trash, der am Boden des Atlantik definitiv besser aufgehoben wäre als im deutschen Fernsehen.

Wertung: 1 von 10 Punkten.

tv-test: “so gut wie tot”. 2

Format: “So gut wie tot”
Sender: Sci Fi
Produktion: DLM Productions + John Masius Productions + MGM Television
Genre: Comedyserie
Programmplatz: werktäglich, 18.35 Uhr
Frequenz: werktäglich
Dauer: 50 Minuten
Start: 1. April 2008

Kritik: Eine der nettesten schwarzhumorigsten US-Comedyserien der vergangenen Jahre hat nach fünf Jahren endlich auch den Weg nach Deutschland gefunden. In Bryan Fullers “Dead like me”, so der Originaltitel, dreht sich alles um Georgia “George” Lass, eine missmutige und unmotivierte 18-Jährige, die in der Mittagspause ihres neuen Jobs vom Toilettensitz der MIR-Raumstation erschlagen wird, weil der zufällig vom Himmel auf sie fällt. Künftig arbeitet sie mit einer Gruppe anderer als als Grim Reaper (“Seelensammlerin”). Sie hat die Aufgabe, Seelen Verstorbener zu ihrem letzten Bestimmungsort zu begleiten. Damit das alles reibungslos geschieht, haben die Grim Reaper genaue Anweisungen und Hinweise, wer wann wo stirbt. Sie sind dann vor Ort und erledigen ihren Job. “Dead like me” strotz vor schwarzem Humor und ist eine überaus amüsante und absurde Serie. Die Charaktere sind toll gezeichnet, die Geschichten nett erzählt, es gibt fast nichts an der Serie auszusetzen. In Staffel 2 (die leider auch die letzte war) wird sie zwar einen Tick schwächer, dennoch gehört sie zum Amüsantesten, was das Fernsehen in den vergangenen Jahre zu bieten hatte.

Wertung: 8 von 10 Punkten.

tv-tests: der märz 2008. 0

Zugegebenermaßen etwas spät kommt hier das TV-Test-Monats-Fazit zum März. Nach 32 Neustarts im Januar und 21 im Februar waren mir auch im März 21 neue Sendungen einen TV-Test-Eintrag wert. Die besten neuen Programme sollen hier nochmal in einer Top Five gewürdigt werden. Für eine Top Ten reichten die guten Neustarts wie schon im Februar nicht aus:

01 Nemesis – Der Angriff / ProSieben (08)
02 Das Geheimnis meiner Familie / Das Erste (07)
03 Ich weiß, wer gut für dich ist! / Das Erste (06)
04 Musical-Showstar 2008 / ZDF (06)
05 Der Wolf / Das Erste (06)

In der TV-Test-Gesamtwertung für das laufende Jahr 2008 sieht es damit so aus:

01 Mord auf Seite eins / arte (08)
02 Ein Jahr mit der Queen / ZDF (08)
03 We will rock you! / Discovery Geschichte (08)
04 Nemesis – Der Angriff / ProSieben (08)
05 London live / Eins festival (08)
06 Mord mit Aussicht / Das Erste (07)
07 Die Entscheidung / Das Erste (07)
08 Tatort Wildnis / arte (07)
09 Die Anwälte / RTL (07)
10 Das Büro / Super RTL (07)

tv-test: “the robinsons”. 1

Format: “The Robinsons”
Sender: Sat.1 comedy
Produktion: BBC + Granada + Busby Productions
Genre: Comedyserie
Programmplatz: montags, 1.10 Uhr
Frequenz: wöchentlich
Dauer: 30 Minuten
Start: 31. März 2008

Kritik: Eine BBC-Comedyserie, bei der eigentlich alle Voraussetzungen stimmen. Gute Besetzung (Martin Freeman aus “The Office”, Hugh Bonneville und andere) und eine teure, liebevolle Produktion. Erzählt wird die etwas chaotische Geschichte einer Familie, im Mittelpunkt steht dabei der erfolglose Versicherungsangestellte Ed (Martin Freeman), der noch unter seiner Scheidung leidet und dabei nicht unbedingt glücklich agiert. So richtig überzeugt “The Robinsons” allerdings nicht. Der äußerst britische Humor verhilft zwar immer wieder zu leichtem Schmunzeln, doch verglichen mit anderen britischen Comedyserien, wie “The Office” kann “The Robinsons” nicht mithalten. Die Bücher sind insgesamt einen Tick zu schwach, man fühlt sich halbwegs unterhalten, sieht jedoch keinen überragenden Anlass beim nächsten mal wieder einzuschalten. In England hat es die Serie auch nur auf eine Staffel mit 6 Folgen geschafft, dann war Schluss.

Wertung: 5 von 10 Punkten.

tv-test: “das geheimnis meiner familie”. 0

Format: “Das Geheimnis meiner Familie”
Sender: Das Erste
Produktion: orangefilm
Genre: Reportagreihe
Programmplatz: montags, 21 Uhr
Frequenz: wöchentlich
Dauer: 45 Minuten
Start: 31. März 2008

Kritik: Den seit Jahren schwelenden Hype um die Ahnenforschung greift nun auch die ARD auf. In vier kleinen Filmen werden Promis dabei begleitet, wie sie gemeinsam mit Experten in alten Archiven wühlen und dabei Neues über die Vergangenheit ihrer Familien erfahren. Im ZDF gab es 2007 schonmal eine ähnliche Reihe, wenn auch nur mit zwei Folgen. Die ARD-Variante der Sendung gefällt mir sogar noch einen Tick besser. Sie ist exzellent produziert, wird stringent und interessant erzählt und wartet sogar mit spannenden Überraschungen auf. So hat Schauspieler Armin Rohde während der Dreharbeiten erfahren, dass er einen Nazi-Großvater hatte, der am Tod vieler Juden beteiligt war und Marie-Luise Marjan hat einen ganzen Schwung neuer Verwandter dazu bekommen. “Das Geheimnis meiner Familie” ist eine tolle Sendung, der ich weitere Staffeln wünsche. Die Quoten sprechen allerdings leider nicht wirklich für die Erfüllung dieses Wunsches.

Wertung: 7 von 10 Punkten.

tv-test: “musical-showstar 2008″. 0

Format: “Musical-Showstar 2008″
Sender: ZDF
Produktion: Grundy Light Entertainment
Genre: Castingshow
Programmplatz: verschiedene
Frequenz: unregelmäßig
Dauer: unterschiedlich
Start: 31. März 2008

Kritik: Keine guten Voraussetzungen für Thomas Gottschalk: Erstens sind die Öffentlich-Rechtlichen mit Castingshows schon des Öfteren gescheitert. (Wie hieß nochmal diese Ralph-Siegel-Schlager-Show?), zweitens liegt Sat.1 mit seiner Musical-Casting-Reihe “Ich Tarzan – Du Jane!” quotenmäißg am Boden. Auch der “Musical-Showstar 2008″ kam nur schleppend ins Quotenmittelmaß. Zu Unrecht, wie ich finde. Denn: Es handelt sich um eine Seltenheit im heutigen Casting-Betrieb. Es gibt keinen Trash, keine Herabwürdigungen, dafür Seriösität und trotzdem Emotionen. Es geht also auch anders als bei “Deutschland sucht den Superstar”. Das große Problem an der Reihe ist einzig und allein: die Musik! Wenn doch bloß irgendjemand anders gesucht würde und nicht ausgerechnet zwei Musicalsänger – ich kann diese Musik wirklich nur schwer ertragen. Dennoch: die Sendung ist eine sehr ordentliche Produktion, der ich wirklich mehr Erfolg gegönnt hätte.

Wertung: 6 von 10 Punkten.

tv-test: “kriminalreport”. 0

Format: “Kriminalreport”
Sender: NDR Fernsehen
Produktion: TV Plus
Genre: Kriminalmagazin
Programmplatz: donnerstags, 21 Uhr
Frequenz: wöchentlich
Dauer: 45 Minuten
Start: 27. März 2008

Kritik: Sowas geht in den Dritten immer. Ein paar Tipps, um nicht auf Nepper, Schlepper, Bauernfänger hereinzufallen, ein paar Fahndungsaufrufe, dazu Berichte aus dem Polizeialltag. Der “Kriminalreport” wird vom NDR Fernsehen und WDR Fernsehen ausgestrahlt und glänzt dort nicht gerade durch Besonderheit. Ein solides Magazin, das ab und zu etwas seltsam anmutet und dessen Moderatorin latent nervt.

Wertung: 4 von 10 Punkten.

tv-test: “ich weiß, wer gut für dich ist!”. 1

Format: “Ich weiß, wer gut für dich ist!”
Sender: Das Erste
Produktion: eyeworks
Genre: Doku-Soap
Programmplatz: diverse, 18.55 Uhr
Frequenz: viermal wöchentlich
Dauer: 25 Minuten
Start: 25. März 2008

Kritik: Man nehme eine Prise aus verschiedenen anderen Doku-Soaps. Ein bisschen “Das perfekte Dinner”, ein wenig “Schlüsselreiz”, dazu ein paar Kuppelshow-Elemente und fertig ist “Ich weiß, wer gut für dich ist!”. Vier verschiedene Freunde oder Familienmitglieder versuchen, den Kandidaten zu verkuppeln. In jeder der vier Folgen, die in einer Woche ausgestrahlt werden, gibt es ein Blind Date, am Ende wird entschieden, wer am besten passte. Zwar ist die Reihe keine wirkliche Innovation, da sie ja wie beschrieben aus anderen Formaten zusammengeklebt wurde, dennoch ist “Ich weiß, wer gut für dich ist!” eindeutig einer der besseren Vertreter des Genres – und wenn man das Format mit dem Sendeplatzvorgänger “Bruce” vergleicht, liegen Welten dazwischen. Gefloppt ist “Ich weiß, wer gut für dich ist!” trotzdem, schade eigentlich.

Wertung: 6 von 10 Punkten.

tv-test: “der wolf”. 0

Format: “Der Wolf”
Sender: Das Erste
Produktion: Miso Film & SF Norge
Genre: Krimireihe
Programmplatz: diverse, 21.45 Uhr
Frequenz: zunächst zwei Folgen
Dauer: 90 Minuten
Start: 23. März 2008

Kritik: Eine weitere skandinavische Krimireihe, die genau so aussieht als wäre sie eine skandinavische Krimireihe. In Gunnar Staalesens “norwegischer Antwort auf Mankell und Nesser” spielt ein Privatdetektiv namens Varg Veum die Hauptrolle. In der Auftaktepisode der Reihe hatte er das Verschwinden eines kleinen Mädchens aufzuklären. Freunde dieser skandinavischen Krimis werden sicher auch Gefallen am “Wolf” finden, mir war der erste Film aber zu kühl und irgendwie auch zu wenig atmosphärisch um eine noch bessere Bewertung zu bekommen.

Wertung: 6 von 10 Punkten.

tv-test: “die klügsten kinder im norden”. 0

Format: “Die klügsten Kinder im Norden”
Sender: NDR Fernsehen
Produktion: White Balance
Genre: Quizshow
Programmplatz: dienstags, 21 Uhr
Frequenz: wöchentlich
Dauer: 45 Minuten
Start: 22. März 2008

Kritik: Ein typischer Fall. Nachdem ein Format bei den Privaten seinen Zenit überschritten hat, kramen die Öffentlich-Rechtlichen eine leicht abgewandelte Kopie aus und senden sie als wäre nichts gewesen. Andererseits: Eine solche Sendung wie diese hier (Jung und Alt treten in einer Rateshow gemeinsam an und beantworten Fragen aus dem Schulwissen) passt eigentlich ganz gut in die Dritten. Im Übrigen beweist Moderator Frank Plasberg, dass er sich durchaus auch zum Quizshow-Präsentatoren eignet. Vielleicht sollte man ihm auch mal eine (halbwegs intelligente) Ratesendung im Ersten geben, damit nicht immer Herr Pilawa (der diese Show hier übrigens mit seiner Firma produziert) ran muss. “Die klügsten Kinder im Norden” ist überraschungsarme, aber solide Showkost, die man sich ansehen kann, aber wirklich nicht muss.

Wertung: 5 von 10 Punkten.

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