film: “die welle”. 2

Der junge, bei den Schülern beliebte Lehrer und Ramones-Fan Rainer Wenger (Jürgen Vogel) muss im Rahmen einer Projektwoche widerwillig einen Kurs zum Thema Autokratie veranstalten. Nach einer Diskussion um die Frage, ob eine Diktatur im heutigen Deutschland noch möglich wäre, beschließt Wenger, ein Experiment durchzuführen. Nach und nach führt er in seinem Kurs Regeln zur Disziplin ein, eine Art Uniform, ein Zeichen und einen Gruß. Die Schüler folgen ihm fast ausnahmslos, sind begeistert vom neuen Miteinander. Doch schon nach wenigen Tagen ist “Die Welle”, so der Name der Gemeinschaft, nicht mehr zu stoppen und gerät aus dem Ruder.
“Die Welle”, eine modernisierte Fassung des gleichnamigen Romans, der wiederum auf einem tatsächlichen Experiment aus den 60ern basiert, wird wahrscheinlich in den kommenden Jahren ein Renner in den Klassenzimmern deutscher Schulen. Schließlich wurde dort in den vergangenen Jahrzehnten auch das Buch gelesen und die erste Verfilmung aus den 80ern geschaut. Ich selbst kam mit beidem nie in Berührung, die neue Fassung des Stoffs war also eine echte Premiere für mich. Insgesamt war der Film okay, aber es gibt eine Reihe von Punkten, die ich zu bemängeln habe. Allem voran die vielen Klischees, die bedient werden. Von Anfang an steht fest, welche der Charaktere besonders schnell Begeisterung zeigen und der “Welle” folgen werden – und wer dem Experiment misstrauen wird und am Ende dagegen ankämpft. Keine einzige der Personen verhält sich irgendwie überraschend. Auch die schauspielerischen Leistungen sind – bis auf die von Jürgen Vogel – eher überschaubar. Zudem will der Film meiner Meinung nach zu viel und verzettelt sich in all den Handlungsstängen zu sehr. Was soll besipielsweise die lange Szene mit der Strandparty, die den Film keinen Millimeter nach vorn bringt? Und warum wird die kleine Romanze zwischen Max Riemelt und der Nichte von Bastian Patewka (you know what i mean) erst behutsam aufgebaut und dann vollkommen fallen gelassen? Irgendwie habe ich mit der “Welle” ein ähnliches Problem wie mit dem vorigen Film des Regisseurs Dennis Gansel – auch “Napola” war irgendwie okay, aber auch dort wurde aus dem Thema viel zu wenig gemacht. Ein wirklich guter Film fehlt in der Ganselschen Filmographie auch weiterhin. Für “Die Welle” gibt’s von mir 6 von 10 Punkten.



