popkulturjunkie in amerika: etappen 9 und 10. 6

Nach vielen Stunden im Auto und hunderten Meilen auf Interstates sind wir inzwischen in Kanada angekommen – an den Niagara Falls, dem unwirklichsten Ort der Welt.

– Zweite “Fringe”-Folge war super. Ich bin jetzt schon süchtig und kann Episode 3 am kommenden Dienstag kaum erwarten.

– Sorry, Torsten, aber unsere Erfahrung mit Motel 6 war nicht wirklich so, dass wir sie wiederholen werden. Nichtraucherzimmer, in dem früher ganze Garnisonen von Rauchern gewohnt haben müssen. Ungemütliche Gegend mit düsteren Gestalten, die ums Motel herumlungern, alles etwas abgefuckt, WLAN zu schwach. War nicht so der Hit, in East Syracuse.

– Hier in Niagara Falls hingegen, unglaubliches: Wir sind eine Nacht im Hampton Inn, zahlen umgerechnet etwa 60 Euro für einen riesigen Raum mit Jacuzzi (!) und kostenlosem Shuttle-Service in die Innenstadt.

– Die Innenstadt – unfassbar. Ich habe so etwas noch nie gesehen. Ein ganzes Viertel voll mit “Attractions”, also Geisterbahnen, Wachsfigurenshows, Casinos, Fresstempeln, seltsamen Museen, Riesenrad und sonstigem Freizeitparkschrott. Und der Lärm. Genauso wie hier auf der kanadischen Seite der Falls stelle ich mir die Hölle vor.

– Aber die Falls selbst: Wow! Allein dieser Blick ist den Aufenthalt hier definitiv wert. Morgen wird dann noch per Boot an die Falls herangefahren und eine Nacht im 4-Sterne-Turm direkt am Horseshoe-Fall mit direktem Blick aus dem Hotelzimmer verbracht.

– Seltsam übrigens die Werbung für Medikamente im US-Fernsehen. Es gibt sie im Gegensatz zu Deutschland – und damit jede Menge TV-Spam für Viagra, Cialis, etc., allerdings müssen die Hersteller vor allen schlimmen Nebenwirkungen warnen. So gibt es Spots, bei denen die Werbebotschaft kürzer ist als die Warnhinweise, in denen u.a, vor Herzinfarkten und dem Tod gewarnt wird. Bizarr auch der Werbespot, in dem zur “Viva Las Vegas”-Melodie “Viva Viagra” gesungen wird.

– Wesentlich lustiger ist der Spot mit den lebenden Pixeln, den sie schon gebloggt hat.

– Vorher viel Aufregung, wie das denn nun funktioniert mit der Einreise von USA nach Kanada, und dass man bloß sein grünes Kärtchen im Reisepass behält, doch dann war alles ganz einfach und in einer Minute geregelt. Der Grenzer hat anscheinend einen solch langweiligen Job, dass er die Stempel jeweils auf Seite 25 (!?!) unserer Reisepässe gestempelt hat. Oder hat das irgendeinen Sinn, den ich nicht kenne?

– Bin übrigens zum großen Shopper geworden. Dank der Outlet-Center, die es in den USA an jeder Ecke gibt und in denen es u.a. hohe Chucks für umgerechnet nichtmal 30 Euro gibt. Warum mir das Shoppen dort Spaß macht? Hauptsächlich, weil man nicht angequatscht wird. Kein “Können wir Ihnen helfen?”, nur das obligatorische “How are you guys today?”, das man von jedem entgegengeschleudert bekommt, egal welches Gebäude man in den USA betritt. Man probiert Zeug an, hat dabei seine Ruhe und bezahlt am Ende ein paar Dollar für Markenjeans und anderes. Toll.

popkulturjunkie in amerika: etappen 7 und 8. 5

Nach New York und Connecticut kamen Rhode Island und Massachusetts.

– Hab mir eine Klimaanlagen-Erkältung eingefangen. War ja klar.

– Ich komme immer noch nicht damit klar, dass meine “Bye”-Verabschiedungen nie erwidert werden. Warum bloß? Die sind doch sonst auch alle immer so oberflächlich-freundlich.

– Im Aquarium in Mystic gewesen. Wetter war zu scheiße, um andere Dinge zu machen. War okay. Aber kein Vergleich zu Weltklasse-Aquarien wie dem in Lissabon.

– Cape Cod. War nicht so meins. Auf der Hinfahrt auf dem “Scenic Highway” 6A fühlte man sich wie in einem unwirklichen Rentner-Freizeitpark mit gefühlt Tausenden “Antiques”-Läden. Und Provincetown ist auch nicht weniger touristisch als irgendwelche Kaffs in Spanien oder Portugal. Vielleicht ist es im Sommer mit Strand und so aber netter.

– Merke: Nur, weil ein Hotel/Inn auf seiner Website charmant und sehr nett klingt, kann es trotzdem eine überteuerte Bruchbude sein. Und ein 180-Grad-Scenic-View kann auch bedeuten, dass man vor die Tür gehen muss, weil man aus dem einen Fenster wegen Eintrübungen nahezu nichts sieht. Also: Klare Warnung vor dem Inn at the Moors in Provincetown/Cape Cod.

– Gegen das Holiday Inn in Randolph in der Nähe von Boston kann man hingegen nichts sagen.

– Boston ist eine ziemlich nette Stadt, für die ein Tag aber absolut ausreicht, wenn man Cambridge auf den nächsten verschiebt.

– Habe eine Barack-Obama-Wacky-Wobbler-Puppe gekauft, die immer, wenn man ihren Kopf zum Wobblen bringt “Yes we can” sagt. Hihi.

– Freue mich auf die “House”-Staffelpremiere und Folge 2 von “Fringe” am Dienstagabend.

– Die Liebste hat ein neues Lieblingsspielzeug: Den Tempomaten des Mietwagens. Fehlt nur noch ein automatisches Lenksystem, dann bräuchte man beim Autofahren keinen Fahrer mehr.

popkulturjunkie in amerika: etappe 6. 4

Der Start unserer zehntägigen Rundreise durch den Nordosten der USA.

– New Haven und seine Yale-University. Charmanter kleiner Ort, in dem es sich sicher auch für ein paar Wochen aushalten lässt, wenn man nicht Shoppen will, sondern in Cafés rumhängen, lesen und runterkommen.

– Grandios: Die Architektur der Yale-Gebäude. Ein ganzer Stadtteil voll mit Gebäuden, die genau so aussehen, wie man sich eine US-Universität im Klischee vorstellt.

– Ohnehin sehr schön, dieses Connecticut.

– Zum ersten Mal in einem US-Walmart gewesen. Nichts gekauft. Ramschiger Markt ohne frische Lebensmittel, dafür aber mit Chipstüten in Monstergrößen.

– Teste nach und nach alle Geschmacksrichtungen von “Vitamin Water” durch. Scheint hier gerade in zu sein, das Zeug. Schmeckt auch recht gut.

– Essen in einem sehr bodenständigen Provinzrestaurant. Lecker Steak mit selbstgemachten Fries. Empfehlenswert.

– Schlafen in einem billigen Best-Western-Motel. Noch mehr Fernsehsender als in unserem New Yorker Hotel. Leider ist das US-Fernsehprogramm am Samstagabend aber traditionell beschissen.

– Morgen gehts nach Cape Cod. In ein viel versprechendes kleines Hotel. Ich freu mich aufs Meer.

popkulturjunkie in amerika: etappe 5. 1

Der vorerst letzte Tag in New York. Zeit für Alleingänge.

– War statt mit der Liebsten zu shoppen lieber im American Museum of Natural History. Ging so. Gut waren die uralten Schaufenster-artigen Szenen mit ausgestopften Tieren vor gemalter Kulisse, weil so das ursprüngliche Museum aussah. Allerdings reichten diese Räume allein nicht für gute Unterhaltung aus und der Rest des Museums war eher so lala. Ich empfehle, lieber das entsprechende Museum in London zu besuchen.

– Bei Virgin eine ziemlich coole Umhängetasche gekauft, zur Joey-Ramone-Actionfigur konnte ich mich noch nicht durchringen.

– Pasta essen gewesen. War okay.

– Bevor man sich auf dem Weg vom oder zum Flughafen übrigens in Shuttles oder Busse quetscht, sollte man unbedingt ein Taxi in Erwägung ziehen. Kostet nur unwesentlich mehr und bietet dafür viel mehr Komfort.

– Endlich mal nicht vor Letterman eingeschlafen. Ricky Gervais war da. Ich mag ja Letterman immer noch vielo mehr als Leno, O’Brien und die anderen.

popkulturjunkie in amerika: etappe 4. 3

Der 11. September in New York.

– Das MoMA ist echt ein tolles Museum. Nicht nur wegen der Kunst, sondern auch wegen des Gebäudes. Sehr groß, luftig, viel Platz.

– Wer leckeres indisches Essen mag, bekommt das z.B. im Mint in der 50th Street. Man kriegt zwar nicht immer genau das, was man bestellt hat, aber es schmeckt trotzdem. Unbedingt nach dem Essen noch Dessert nehmen!

– Einen Besuch des NBC-Experience-Stores kann man sich ebenso sparen wie einen Besuch des Nintendo-World-Ladens.

– Kein New Yorker Fußgänger bleibt bei rot an der Ampel stehen. Keiner. Als Rache blockieren Autofahrer (vor allem mit Taxis, LKWs und Bussen) gern mal mit ihrer vollen Länge den Fußgängerüberweg.

– M&Ms Peanut Butter sind tatsächlich lecker.

– Und dann wird man auf dem Nachhauseweg daran erinnert, dass dieser eigentlich recht unbeschwerte Tag doch kein so normaler war:

popkulturjunkie in amerika: etappe 3. 6

Der dritte New-York-Tag:

– Endlich eine Universal-News-Filiale gefunden. Ein Paradies für Zeitschriften-Junkies mit Magazinen aus aller Welt. In der Sport-Abteilung beispielsweise mit Kicker-Sonderheften und entsprechenden Publikationen aus Spanien, Italien, England, etc. Habe mich mit Media Week, Daily Variety, Hollywood Reporter, dem neuen TV Guide und einigem mehr eingedeckt. War nicht mein letzter Universal-News-Besuch.

– Die Washington Post kostet 50 Cent (!).

– Die Brooklyn-Bus-Tour kann man sich aufgrund mangelnder Sehenswürdigkeiten getrost sparen. Es sei denn, man fährt mit Guide Jimmy Napoli und Busfahrer Dwayne. Dann wird’s nämlich trotzdem unterhaltsam.

– Warum essen die Amis so gern Fleisch, wenn es doch in den meisten Diners ohne Pfeffer und Ketchup nach genau nichts schmeckt?

– Zum ersten Mal malaysisch gegessen. Hab zwar keine Ahnung, was genau ich da alles zwischen den Nudeln und den Sprossen und dem Ei zu mir genommen habe, aber es war durchaus lecker.

– In Dreharbeiten mit John Hurt geraten. “An Englishman in New York” wurde gerade gedreht – mit zahlreichen Ende-70er, Anfang-80er-Autos in der Straße. Geht um den mir völlig unbekannten “britischen Exzentriker, Autor und Entertainer” Quentin Crisp.

– Lieblingsfrühstück: Sesame-Bagel with Cream Cheese.

popkulturjunkie in amerika: etappe 2. 8

Der dritte New-York-Tag fängt gerade an, also schnell noch ein paar Gedanken zum zweiten:

– Die Gray-Line-Stadtrundfahrt-Bustouren kosten zwar 51 Dollar, dafür kann man aber vier verschiedene Strecken nutzen (u.a. die empfehlenswerte Night-Tour), bekommt einen guten Überblick über Manhattan und das Ticket gilt 48 Stunden. Wenn man es nicht eilig hat, kann man die Hop-on-hop-off-Touren also auch dazu nutzen, um von A nach B zu kommen. Fazit: Die 51 Dollar lohnen sich.

– Natürlich auch gleich die Fall-Preview-Ausgaben von “TV Guide” und “Entertainment Weekly” gekauft.

– Als wir bei Letterman vorbeikamen, ging gerade unter Mithilfe von diversen Bodyguards und vielen Fans Michael Bublé in den Hintereingang des Ed-Sullivan-Theatres. Nicht erkannt. Erst gewusst, wer es war, als bei CBS die Gäste genannt wurden.

– Zeitungen sind verdammt billig. Die “New York Times” kostet gerade mal 1,50 Dollar, das (nervig-konservative, McCain-unterstützende) Boulevardblatt “New York Post” trotz beachtlicher Dicke nur 50 Cent. Rechnet das mal in Euro um.

– Habe noch keinen großen Zeitschriftenladen gefunden, der meine Bedürfnisse befriedigen würde. Nur ein paar mittelgroße Mainstream-Läden.

– Virgin am Times Square ist ein Popkultur-Paradies. Überlege, dort eine Joey-Ramone-Actionfigur zu kaufen.

– Leckerste Süßigkeiten bisher: Oreo-Mint-Kekse und M&Ms Mint.

popkulturjunkie in amerika: etappe 1. 4

Ungeordnetes vom ersten Tag.

– 8 Stunden im Flieger hab ich mir länger vorgestellt. Gingen eigentlich recht schnell vorbei. Lag vielleicht auch daran, dass ich zehn Tageszeitungen eine höhere Auflage in der IVW-Kategorie “Bordexemplare” beschert habe. Gelesen wurden von mir nämlich: “Süddeutsche”, “FAZ”, “Welt”, “Rheinische Post”, “Westdeutsche Zeitung”, “Express”, “Bild”, “Welt kompakt”, “International Herald Tribune” und “USA Today”. Als Bonus auch noch der “kicker”. Alles wie gesagt ohne einen Cent zu bezahlen. Am längsten hab ich in der “International Herald Tribune” gelesen, am uninteressantesten war die “Welt”.

– Im Lufthansa-Bordfernsehen lief u.a. “Kung Fu Panda”. Hatte keine Lust, aber die Liebste meinte hinterher, er war ohnehin etwas langweilig.

– Zu essen gab es Gulasch mit vier Schupfnudeln und später seltsame in einen Laugenteigmanteil eingebackene Weißwurst mit Senf in der Mitte. Ich habe schon Leckereres gegessen.

– Kommt bloß nicht auf die Idee, einen Shuttle-Service vom Flughafen Newark nach Manhattan zu nutzen: Genervte Fahrer stopfen das Auto voll, als sei es ein Viehtransport und wenn man Pech hat, liefert er erst alle anderen Fahrgäste bei ihren Hotels ab, sodass man ewig durch die Stadt gurkt. Also: Fahrt lieber Bahn oder gleich Taxi.

– New York ist unfassbar voll mit Werbung für die neue TV-Saison. So voll, als gäbe es überhaupt keine anderen Unternehmen mehr, die für Produkte werben. Besonders viel Geld gibt anscheinend ABC aus, das u.a. gleich ganze U-Bahnen gekauft und im Innenraum vollgeklebt hat. Ebenfalls prominent in der Stadt vertreten: “Heroes” und “Fringe”.

– Gegen die Wall Street sind die Sicherheitsbestimmungen des Kanzleramts und ähnlicher Berliner Gebäude ein schlechter Witz. Unglaublich viele Polizisten und Sicherheitsleute, Straßenbarrieren, über die kein Panzer kommt, Flughafen-mäßige Durchleuchtungsgeräte für alle, die dort rein wollen (und dürfen). Wirklich heftig.

– Heftig ist auch immer noch ein Besuch beim Ground Zero. Allein diese riesige Lücke zwischen den Hochhäusern reicht aus, um Gänsehaut zu produzieren. Und wenn man dann noch sieht, wie eng die Straßen sind, die von dort wegführen. Man möchte wirklich nicht da gewesen sein, damals im September.

– Gibt es eigentlich irgendwo auf der Welt einen solch frequentierten Helikopter-Landeplatz wie am Südzipfel von Manhattan. Verblüffend, in welchem Tempo die Lufttaxis dort landen und starten.

Das Hotel ist absolut in Ordnung, große, saubere Zimmer. Und: Über 30 Fernsehsender. Neben den großen Networks auch alle wichtigen Basic-Cable-Kanäle. Ein bisschen was vom Start der TV-Saison werde ich also auf jeden Fall mitbekommen.

popkulturjunkie goes america. 5

Nach ungefähr zwölf Monaten, gefühlt aber zwölf Jahren mache ich in den kommenden fast drei Wochen endlich mal wieder Urlaub! Drei Wochen ohne Typo3, Excel, deutsches Fernsehen. Es geht in die USA. Tatsächlich zum ersten Mal in meinem Leben. Ich war zwar schon am westlichsten Punkt Europas, aber über den Atlantik hab ich es bisher noch nicht geschafft. Das ändert sich morgen. Von Düsseldorf geht’s nach New York, nach einer Woche in der Metropole dann noch an der Ostküste entlang, durchs sicher schöne New England, nach Boston, zu den Niagara-Fällen und vieles mehr. Ich bin extrem gespannt und voller Vorfreude. Und: Ich habe fest vor, während dieser Zeit regelmäßig von dort zu berichten, per Wort und Bild. Wenn ich also nicht in ein unkreatives Loch falle und meine Eindrücke nur konsumieren will, ohne sie weiterzugeben, dann lesen wir uns hier in den kommenden Tagen wieder. Vorher bestimmt auch schon bei Twitter.

Und bis dahin schaut Euch doch das neue Tomte-Video an, wenn Ihr es noch nicht kennt. Hat zwar nichts mit den USA zu tun, aber das ist ja egal. Mir gefällt der Song inzwischen auf jeden Fall bei jedem Hören besser.

als der elektrische reporter noch elektrischer musiker war. 1

… sah er so aus wie auf diesem Foto oder auch wie im folgenden Video und war ne ziemlich coole Sau:

(via)

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