leseempfehlungen. 1
Zwei Blog-Einträge von heute, die ich nahezu hundertprozentig unterschreibe:
– “Indiskretion Ehrensache”: “Die nicht immer erlebbare Transparenz der Landesmedienanstalten”
– “blogmedien” – “Unter Hausarrest“
Zwei Blog-Einträge von heute, die ich nahezu hundertprozentig unterschreibe:
– “Indiskretion Ehrensache”: “Die nicht immer erlebbare Transparenz der Landesmedienanstalten”
– “blogmedien” – “Unter Hausarrest“
Schon seit gestern und noch bis morgen finden das Haldern-Pop-Festival statt – leider auch in diesem Jahr ohne mich, dafür aber mit ein paar guten Bands und Künstlern. Die Shout Out Louds spielen morgen zum Beispiel, Electric Soft Parade, The Magic Numbers und The View heute, Naked Lunch und das neue britische Supersternchen Kate Nash waren schon gestern dran. Wer ebenfalls nicht vor Ort sein kann, hat zumindest die Gelegenheit per Blog sabei zu sein. Das offizielle Haldern-Blog bietet zusätzlich zu den Berichten jede Menge Fotos und Videos, bei “Coffee and TV” wird ebenfalls (fast) live gebloggt.
Diesmal wieder top-aktuell: Hier sind die New Entries der deutschen Singlecharts vom 3. August 2007:
77: Klubbingman fest. Beatrix Delgado – “never stop this feeling”
DJ Klubbingman gehört zu den Urgesteinen des Kirmestechno, moderiert außerdem seit über zehn Jahren beim Genre-Sender Sunshine Live. Beatrix Delgado ist ebenfalls ein Urgestein, sang schon bei Masterboy. Und was passiert, wenn man zwei solche Urgesteine ins Studio sperrt? Staubige Musik kommt heraus. “never stop this feeling” ist glücklicherweise keine Coverversion, klingt aber so, als wäre der Track Mitte der 90er erschienen. Auf dr einen Seite positiv, weil der Mann anscheinend einfach sein Ding durchzieht und keine Pseudo-Trends adaptiert – auf der anderen Seite aber nicht, weil diese Musik einfach nichts mehr bringt außer ein paar Großraum-Disco-Gänger zu euphorisieren. 2 von 10 Punkten.
76: Sum 41 – “underclass hero”
Manchmal merkt man durch das Schreiben dieser Charts-Kritiken erst, dass es Bands noch gibt, die man längst vergessen, aber nicht vermsist hat. Sum 41 zum Beispiel. Haben vor einigen Jahren Millionen von Platten als schlechte Green-Day-Möchtegerns verkauft, dann ein wenig Pause gemacht und kommen nun mit einer neuen Single zurück. Irgendwie passt das, was ich zu Platz 77 geschrieben habe auch hier ein bisschen: “underclass hero” ist ebenfalls angestaubte Musik. Amerikanischer Teenie-Punkpop ohne irgendeinen Funken Innovation oder Überraschung. Langweilig. 3 von 10 Punkten
67: Pretty Ricky feat. Sean Paul – “(i wanna see you) push it baby”
Pretty Ricky? Wer hat sich den peinlichen Bandnamen denn ausgedacht? Wenn sich in der deutschen Hip-Hop-Szene jemand “Der hübsche Holger” oder so ähnlich nennen würde, würde er aber schnell mal ein paar aufs Maul bekommen. Zu Recht übrigens. Zurück zu Pretty Ricky, der aus vier Leuten bestehenden Hip-Hop-Gruppe. In den USA sind sie schon große Stars, waren mit ihrem Album auf 1 – in Deutschland soll nun Sean Paul den Erfolg bringen. Beim Hören des Tracks will sich mir aber nicht so ganz erschließen, warum die vier Erfolg haben sollten. Ein bisschen US5, ein bisschen Dancehall, alles von der Stange. Musik, die man schnell wieder vergisst. 2 von 10 Punkten.
66: Herbert Grönemeyer – “lied 2 – kopf hoch, tanzen”
Altmeister Grönemeyer beweist immer wieder mal, dass er sich nicht mit dem Ist-Stand zufrieden gibt und auf Weiterentwicklung aus ist. “kopf hoch, tanzen” ist ein Indiz dafür. Ein seltsam an NDW-Zeiten erinnernder Song mit leichtem Gaga-Text – nix mit Piano-Ballade oder so. Zwar ist die dritte Single aus der aktuellen Platte auch kein Meisterwerk oder eine Gott-weiß-wie-große Innovation, aber für die Expermientierfreude des Herren gibt es immerhin: 5 von 10 Punkten.
44: Die Firma – “glücksprinzip”
Hip Hop für Bausparer. Nach dem Megahit “die eine” kommt jetzt das “glücksprinzip”, ein ausgeruhter Sprechgesang-Track mit relaxten Rhythmen und einem Text, der auch aus dem Bibelkreis oder einer Rosamunde-Pilcher-Verfilmung stammen könnte. Da wird sich gefreut, was das Zeug hält. Die Liebe, das Leben, alles ist so schön. Ist ja auch gar nicht verwerflich, einen solchen Song zu produzieren – aber ein bisschen zum Fremdschämen ist er dann doch irgendwie. 3 von 10 Punkten.
22: Sportfreunde Stiller – “alles roger!”
Nach ihrem Fußballhit aus dem WM-Jahr müssen die Sportfreunde 2007 wieder ohne Fußball auskommen. “Ich Roque” hat ja auch das Land verlassen. “alles roger!” bietet wahrscheinlich genau das, was Sportfreunde-Fans so lieben: Spaßigen Poprock ohne zu viel Anspruch, aber auch ohne viel Peinlichkeit. Genau die richtige Musik für Schulfeste, Campus Invasionen und Festivals also. Und auf die Bühne gehören sie ja auch, die Jungs – denn da sind sie wirklich große Entertainer. 6 von 10 Punkten.
16: Nelly Furtado feat. Juanes – “te busque”
Ich erinnere mich noch an Zeiten, als Nelly Furtado in der Indieszene gefeiert wurde angesichts ihres anspruchsvollen Pops. Damit dürfte spätestens genau jetzt Schluss sein. Ein Duett mit Hispano-Schleimer Juanes (“la camisa negra”)? Igitt. Herausgekommen ist ein nerviger, mit leichter Pseudo-Latino-Melancholie versehener Schlager. Ganz übel wird es dann als Frau Furtado ein paar englische Worte spricht. Eine grausige Komposition, die angesichts der Sommerklänge aber wohl dennoch ein Hit wird. 2 von 10 Punkten.
15: Justin Timberlake – “lovestoned”
Ein zugebenermaßen optisch grandioses Video hat er da in Auftrag gegeben, der Herr Timberlake. Musikalisch gesehen gehört “lovestoned” meiner Meinung nach aber zu seinen schwächeren Songs der vergangenen Jahre. Er plätschert so vor sich hin, liefert keine Höhepunkte und erinnert viel zu sehr an mittelmäßige Boybands – daran ändert auch der Break etwa zwei Minuten vor Schluss nicht viel. Video hui, Song pfui, würde ich sagen. 4 von 10 Punkten.
Die Top Ten vom 3. August 2007:
01 (01) Mark Medlock & Dieter Bohlen – “you can get it”
02 (02) Monrose – “hot summer”
03 (04) Rihanna feat. Jay-Z – “umbrella”
04 (06) Ich+Ich – “vom selben stern”
05 (05) Marquess – “vayamos companeros”
06 (03) Azad feat. Adel Tawil – “prison break anthem (ich glaub an dich)”
07 (07) Fergie – “big girls don’t cry”
08 (11) Timbaland feat: Keri Hilson – “the way i are”
09 (08) Pink – “dear mr. president”
10 (12) DJ Ötzi & Nik P. – “ein stern (der deinen namen trägt)”
Ebenfalls erschienen, aber gefloppt:
– Jarvis Cocker – “fat children” (download only single)
– Poison – “sexy back” (download only single)
– Yeah Yeah Yeahs – “is is” ep
Vorschau:
In der nächsten Woche lesen Sie in der Charts-Kritik dann u.a. Beiträge zu den neuen Singles von ATB, Dashboard Confessional, Peter Wackel und Revolverheld – sofern die Umsätze keinen Strich durch die Rechnung machen.
Elton John will das böse böse Netz schließen, das alle Menschen dumm und einsam macht:
“Let’s get out in the streets and march and protest instead of sitting at home and blogging.“
So. Wie angekündigt, sind nun alle TV-Tests aus den Monaten Januar bis Mai online. Zeit also für eine kleine Liste der meiner Meinung nach besten neu gestarteten Fernsehsendungen des Jahres (Stand: 31. Mai):
01 Life on Mars – Gefangen … (kabel eins / 8 von 10 Punkten)
02 KDD – Kriminaldauerdienst (ZDF / 8 von 10)
03 R.I.S. – Die Sprache der Toten (Sat.1 / 8 von 10)
04 Switch Reloaded (ProSieben / 7 von 10)
05 Hilfe, Hochzeit! – Die schlimmste Woche … (Sat.1 / 7 von 10)
06 Von PacMan bis Cyberspace – … (Discovery Channel / 7 von 10)
07 Brothers & Sisters (Premiere Serie / 7 von 10)
08 The Grid (RTL Crime / 7 von 10)
09 Fat Machines (DMAX / 7 von 10)
10 Mundstuhl (Comedy Central / 7 von 10)
Erstaunlicherweise also zehn Sendungen von neun verschiedenen Sendern. Nur Sat.1 ist zweimal vertreten. Diese Liste wird künftig jeweils am Ende eines TV-Test-Monats aktualisiert. In den kommenden Tagen werde ich mit den Neustarts aus den Monaten Juni und Juli weiter aufholen und immer wieder TV-Tests veröffentlichen, bis ich auf dem aktuellen Stand angekommen bin.
Format: “Die Lynne & Tessa Show mit Clipfish”
Sender: RTL II
Produktion: MME
Genre: Clipshow
Programmplatz: Mo., 22.15
Frequenz: vorerst einmalig
Dauer: 60 Minuten
Start: 28. Mai 2007
Kritik: Fernsehen, wie es billiger kaum sein könnte. Man nehme pseudo-lustige Videos aus einer Konzern-eigenen Pseudo-lustige-Video-Internet-Plattform, lasse sie von zwei sicher nicht sonderlich gut bezahlten ehemaligen Internet-Sternchen moderieren, fertig. Herausgekommen ist eine Clipshow, die unter allen Clipshows zu den schlechteren gehört. Und das ist in einem Genre, in dem es ohnehin fast nur Schlechtes gibt, keine wirkliche Auszeichnung.
Wertung: 2 von 10 Punkten.
Format: “Endlich Urlaub!”
Sender: RTL
Produktion: filmpool
Genre: Doku-Soap
Programmplatz: diverse
Frequenz: wöchentlich
Dauer: 60 Minuten
Start: 28. Mai 2007
Kritik: Was für ein Müll. Wer schon immer mal Proleten beim Urlaub zusehen wollte, sollte diese Sednung einschalten – alle anderen sollten einen großen Bogen machen. Warum zeigt RTL so eine Sendung? Warum verschandelt man sein Programm mit solchen niveaulosem Quatsch. Mir fehlen die Worte.
Wertung: 1 von 10 Punkten.
Format: “Steinzeit – Das Experiment”
Sender: Das Erste
Produktion: SWR / BR
Genre: Doku-Soap
Programmplatz: diverse, 21.45 Uhr
Frequenz: mehrmals wöchentlich
Dauer: 45 Minuten
Start: 27. Mai 2007
Kritik: Die öffentlich-rechtlichen Sender hören nicht auf: Sie reiten den Mini-Trend Historytainment tot. Nur weil die kleine Doku-Soap “Schwarzwaldhaus 1902” großen Erfolg hatte, gab man viele weitere Projekte in Auftrag, die alle mehr oder weniger scheiterten. Neueste Variante: Die Zeitreise in die Steinzeit. Zwei Familien lebten zwei Monate lang wie in der Steinzeit, müssen ihre Nahrung selbst anbauen und züchten, etc. Leider gab die eigentlich interessante Idee nichtmal genug Material her, um vier interessante Folgen zu produzieren. Ziemlich schnell stellte sich die Langweile ein – und ging nicht mehr weg.
Wertung: 4 von 10 Punkten.
Format: “Rich List – Jede Antwort zählt”
Sender: Sat.1
Produktion: Constantin Entertainment
Genre: Rateshow
Programmplatz: diverse, 19.15 Uhr
Frequenz: mehrmals wöchentlich
Dauer: 60 Minuten
Start: 26. Mai 2007
Kritik: Ein Prinzip, das es in ähnlicher Form schon gab. Zwei Kandidatenpaare müssen möglichst viele richtige Antworten auf eine Frage finden, z.B. Namen von James-Bond-Filmen oder beliebteste Titelhelden aus 50 Jahre Bravo. Zu Beginn kämpfen sie beiden Paare gegeneinander, im Finale tritt das Siegerpaar dann allein an und spielt um Geld. Die Idee ist eigentlich gut, die Umsetzung hakt allerdings an ein paar Ecken. So ist die Show viel zu langatmig. Gerade zu Beginn vergeht viel zu viel Zeit, bis die Paare tatsächlich spielen. Auch im Finale wird jede Antwort viel zu sehr in die Länge gezogen. Hätte man die Show auf 30 Minuten gestrafft oder zwei Spiele in die 60 Minuten gepackt, hätte “Rich List” mehr Spaß gemacht.
Wertung: 4 von 10 Punkten.